Freitag, 23. Dezember 2016

Leuchtende Sonde im Matsch

Die Sonde M2023762 aus Norderney schwebte heute über der Hansestadt. Ich hatte fest damit gerechnet, dass sie im strammen Westwind bis ca. Schwerin vorankommen würde. Offenbar hatte sie aber mal wieder das DWD-Fallschirm-Problem, jedenfalls fiel sie aus 33500m Höhe wie ein Stein vom Himmel und kam in Neuengamme herunter. Ich sah das auf dem Weg nach Hause per Handy auf auf der Bremer Seite, und die extrem nützliche HVV-App machte mir sofort eine Busverbindung zur Landestelle. Ich beschloss daher, die Fahrt bei mir zuhause nur für 10 Minuten zu unterbrechen, rasch ein paar Sachen einzupacken und gleich weiter über Bergedorf zur Busstation "Neuengammer Hinterdeich" zu fahren.


Das Setting war so ähnlich wie gestern: Auf dem Deich durch die Marsch. Aber anders als gestern war die Sonde nicht vom Deich aus zu sehen, und leider war auf den ersten Blick auch nichts zu empfangen! Auf den 2. Blick war da ein ganz schwaches Sondensignal im Wasserfalldiagramm von SDR#. Es wurde, wenn man den Weg auf dem Deich wieder halb zurücklief, etwas stärker. Ein langes Feld führte vom Deich an einem Bauernhaus vorbei in die Weite der Marsch, und die Peilung ergab, dass das schwache Signal genau aus der Orientierungsrichtung des Feldes kam. Glücklicherweise führte ein Feldweg genau in die erpeilte Richtung. Da die Sonde laut Bremer Seite mit 12m/s heruntergekommen war, konnte es nicht weit sein, und weil das Signal so schwach war, würde sie wohl am Boden liegen.Ich wollte den Weg entlanggehen und dann noch einmal peilen. Aber vorher sah ich sie dann schon rechterhand auf dem umgepflügten Feld liegen:





Der Ballonrest war riesig, und der übliche weiße DWD-Fallschirm hatte sich nicht geöffnet. Wenn die Schnur, die in den Ballon zum Fallschirm führt, 2-3mal so lang wäre, würde das nicht passieren. Die Sonde war meine erste aus Norderney und auch meine erste SGPA-Sonde - mit der schönen Leuchtdiode (fast schon wie eine Weihnachtskerze am Nachmittag vor Heiligabend)  und dem praktischen EIN/AUS-Schalter. Am Ballonhals befand sich wie erwartet der für Startautomaten typische Ventilstutzen. Der typische gelbe DWD-Label war nicht vorhanden.

Norderney ist außer Sasel hier im Norden die einzige Station mit Automatenstarts.



Das Bergen war auf dem klebrigen und schweren Marschboden extrem unangenehm, am Ende hatte ich zwei riesige Erdklumpen an meinen (aus Zeitmangel nicht gewechselten) Schuhen. Selbst Wanderschuhe hätten nichts gebracht, sondern nur Gummistiefel.

Obwohl durch die Sondenbergung und die nachfolgende Tiefen-Schuhreinigung die Weihnachtsvorbereitung etwas verzögert wurden, empfand  ich am Vorabend von Heiligabend ein gewisses Zufriedenheitsgefühl.
 

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