Sonntag, 8. Januar 2017

Landung am Bassental

Radiosonde M2223013 aus Schleswig landete in vertrautem Gelände: Dort, wo die GvA-Hamburg in den 1980ern ihre erste Außensternwarte errichtete - unweit des Bassentals. SCHLUCHZ!

Ich verfolgte die Landung auf der Bremer Seite und enterte sofort mit Fahrrad die S-Bahn nach Neu-Wulmstorf, wo ich um 15:59 eintraf. Den Elburstromtal-Hang musste ich ganz schön raufkeuchen. Vorbei an Uwe Krellers altem Pfarrhaus (SEUFZ), direkt am Sportzentrum Bassental vorbei (BUH, PFUI, KOTZ - wir mussten damals wegen der Errichtung dieses Sportgeländes unsere schöne Sternwarte aufgeben!).


Auf dem bekannten Feld vor dem Bassental vermutete ich die Sonde. Eine falsche Peilung bestätigte mich in dieser Annahme. Mit dem Feldstecher war nix zu endecken, aber man konnte nicht ins eigentliche Bassental hineingucken. Ein älterer ortsansässiger Herr mit Hund passierte mich und fragte mich, was ich mit Antenne und Fernglas hier suche. Als ich es ihm verriet, beschloss er einfach, mich zu begleiten. Ortskundige Begleitung ist Gold wert.

Aufgrund meiner falschen Peilung kreuzten wir das Feld. Auch im Tal lag keine Sonde. So standen wir an diesem §$*-Zaun dieses !!"§$% Sportzentrums. Die Tür war aber offen (und ich hatte ältere Rechte). Von oben hatten wir sehr guten Empfang und irrten ausgerechnet auf diesem $%&* Sportgelände herum - ziemlich dicht am Standort der alten ASW. Keine Sonde.  Also musste half nur Nachdenken und sorgfältigere Abwägung der verfügbaren Informationen.

Eine GPS-Dekodierung mit dem Zilog-Decoder ergab eine Position bei der Kartoffel-Lagerhalle auf der anderen Seite des Hellbergwegs. Dazu passte auch die Peilung vom jetztigen Standort. Wir traten den Rückweg  über das Ex-Maisfeld an. Der Empfang wurde tatsächlich besser und besser, irgendwann erschienen die typischen Nebenmaxima im Nahfeld, die sich gut peilen ließen. Es wurde immer deutlicher, dass die GPS-Koordinaten fast perfekt stimmten. Vor der Lagerhalle, aber hinter dem Zaun, erblickte ich endlich Ballonrest und Sonde.




Mein Plan war, den Besitzer aufzuspüren zu fragen. Aber meine Begleitung erzählte: "Ach was, den kenn ich ganz gut, der ist ganz nett und hat bestimmt nichts dagegen. Ich versuch mal da reinzukommen". Er verschwand hinter einer offenen Tür und warf die Radiosonde einfach über den Zaun. Derweil sein Hund begeistert Löcher in die benachbarte Wiese buddelte. Er suchte wie wir  "wesentliche" Dinge. Ob man so einen Hund auf den Latexgeruch der Ballonhülle abrichten könnte?

Der Fallschirm der Sonde hatte sich nicht geöffnet, die Klappe des Programmiereingangs war abgefallen. Der Ballonrest war fast komplett.  Interessant war, dass die Sonde ganz offenbar, unmittelbar nachdem der Bremer Empfänger sie verlor, spontan senkrecht abgestürzt sein muss (vermutlich, weil die Sonde in die nebligen Bodenschichten eintauchte, wo die Windgeschwindigkeit einfach gleich Null war). Denn sie lag im Prinzip exakt auf der letzten Bremer Position.

Freundschaftlich trennte ich mich von meinem netten Begleiter und radelte mit Sonde zurück nach Neu-Wulmstorf.  Diesmal gings bergab. Und bei allem SCHLUCHZ: Wir haben heute eine wesentlich  schönere Sternwarte an einem geeigneteren und dunkleren Standort.....








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen