Dienstag, 17. Oktober 2017

Tandems aus Meppen


Seit einiger Zeit startet Meppen wieder mal Tandems aus DFM09 und RS92-Sonden. Das hat für mich einen etwas emotionalen Hintergrund. Der Wetterballon, mit dem bei mir alles anfing, war ein eben solches Meppen-Tandem vor etwas mehr als einem Jahr. Und da ich damals Null Ahnung hatte, ging die SGP-Komponente verloren.

Am 17.10.2017 flogen gleich 3 solche Tandems im Rand meines Aktivitätsgebietes ein. Allerdings konnte ich nur eines bergen. Die Sonden landeten im Raum Bremervörde. Der HVV endet in Kutenholz, und genau diese Regionalbahn-Station war mein Ziel am Spätnachmittag. Der Drahtesel brachte mich zur Landestelle des Tandems 17051166 & M1613427 bei Fehrenbruch. Auf dem Landwirtschaftsweg passierte mich ein Auto, hielt exakt an der auf der Bremer Seite festgesetzten Position an. Die Insassen verloren keine Zeit, aus dem Fahrzeug zu springen und einen Weg raufzulaufen! Sondenjägerkonkurrenz? Zwei Traktoren standen ebenfalls an der Stelle, ich fragte die Arbeiter, die da was am Weg reparierten, ob die beiden nach dem Wetterballon fahndeten. "Nein, das sind Imker". Tatsächlich habe ich auch noch mit ihnen gesprochen.

Ich hielt eine Antenne in die Luft, und die DFM-Position war auf der gegenüberliegenden Seite des Fahrwegs. Das Maisfeld war glückicherweise abgeerntet, und so fiel ziemlich schnell der Fallschirm auf.





Eindrucksvoll wie immer die Meppenpappe. Die Begleitzettel jeder Sonde hatte beide aufgedruckte Seriennummern, wobei die andere jeweils handschriftlich getrichen worden war. Die Befestigung des Begleitzettels der SGP-Sonde war supersorgfältig vorgenommen worden. Ich kannte das bisher, dass der Zettel entweder an den Sondenboden mit Tape gebappt wurde (wodurch er nach der Landung naß wird und auch kaum unzerstört entnommen werden kann). Manche Bergener Startteams und eigentlich grundsätzlich alle in Meppen verkleben die Nachricht in einen kleinen Umschlag aus Plastikfolie. Im vorliegenden Fall gab es was neues: Der Plastikumschag war offenkundig mit einem Folienschweißgerät verschlossen worden. WOW!




Ich fuhr dann noch zum 9Z-Gespann bei Bockhorst. Leider lag es nicht auf der Position der Bremer Prognose. Auch im weiteren Umfeld war nichts zu sehen. Ich habe dann auch hier meine Antenne in die Luft gehalten und zu meinem größten Erstaunen meldete sich noch die SGP. Zilog tat, aber leider hatte ich dank Internet-Funkloch keine allzu aktuellen Rinex-Daten. Nach erfolglosen Rumsuchen im undurchdringlichen Maisfeld verlegte ich mich auf Körperpeilung im Nahfeld. Die Sicht im Mais war zero, und außerdem verstumte die Sonde bei Frame 34000, so dass ich nur eine grobe Richtung hatte. Auch wurde es dunkel, und ich musste dringend weg und habe daher die Suche abgebrochen. Mit letzter Not habe ich dann die 15km nach Kutenholz zurückgehechelt und den letzten Zug noch erwischt. Im Zug habe ich dann gesehen, dass mit neuen Rinexdaten die Koordinaten ca. 40m tiefer im Maisfeld lagen.

Update am 21.7.2017: Andre Wulff hat das 9Z-Gespann (17051356 & M1613447) nach meinen Koordinaten aus dem Maisfeld geborgen.

Foto: André Wulff

Foto: André Wulff

Foto: André Wulff


Dann war mein zusätzlicher Trip nach Bockhorst nicht vergebens!


Übersicht über alle Radiosondenfunde hier

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