Donnerstag, 23. November 2017

Nur eine Sonde geborgen...



23.11.2017
Das heutige Meppen-Tandem (M1553177&DFM09-617150) habe ich nur teilweise geborgen, und Murphy war eindeutig mit von der Partie. Es ist immer falsch, unter Zeitdruck eine Sondenjagd zu beginnen. Aber wenn Meppen mal wieder ein SGP-DFM-Tandem loschickt, eist man sich los, sitzt in der AKN und fährt hin. Jobbedingt hatte ich im Flug keinen eigenen Empfang, und ich war auch erst kurz vor 16:00 im Landegebiet nahe Wiemersdorf bei Bad Bramstedt. Auf dem Feld, wo die Sonde laut Bremer Prognose sein sollte: NIX. Also Empfang raus: Die DFM war tot. Die SGP sendete, aber Zilog tat mir nicht den Gefallen, GPS-Koordinaten auszuspucken. Also war klassische Peilung angesagt. Die ging erstaunlich gut und wies weiter den Weg, auf dem ich gekommen war. Der war rechts und links von Knicks flankiert. Das Signal wurde lauter, dann war es plötzlich 90 Grad rechts zur Richtung des Weges. Dort sah man eine Schnur und daran etwas Weißes auf der anderen Seite des Knicks. Ein paar Meter weiter, aber auf der linken Seite des Weges, hing ein im Sturm aufgeblähter roter Schirm inklusive Meppenpappe und DFM-Abroller im Gestrüpp
.


In dem Augenblick kam ein Typ mit einem SUW vorbeigefahren: Hält an, kurbelt das Fenster runter  und fragt: "Darf ich Sie fragen, was Sie hier zu suchen haben?". Die Frage an sich war schon erstaunlich, weil ich mich auf einem öffentlichen Weg befand. Das konnte nur ein Jäger sein - kenn diesen Typus vom Astrohobby her.  Aber ich pflege auf diese Leute deeskalierend einzuwirken."Danke für die Nachfrage, sehen Sie den Fallschirm dort?" "Ja, was ist das?". "Das ist ein Wetterballon." "Und den suchen Sie?" "Jetzt nicht mehr, ich habe ihn ja  gefunden". "Wie geht denn das?" <Erklärbär follows>. "Ach so, ich dachte nämlich, Sie seien einer von diesen selbsternannten Fledermauszählern, die hier nachts rumlaufen. Die stören beim Wildschweinschießen" (Na klar, sofort richtig einsortiert). Ich habe ihm lieber nicht erzählt, dass "Fledermauszählen" Ende November ziemlich wenig Erfolgserlebnisse verschafft (zumindest dort), dass ich zuhause einen Batdetektor im Schrank hab, und mich zum Sondenjäger natürlich auch keiner ernannt hat, ich mir aber trotzdem erlaube, in seinem Revier DFMs zu wildern.

Auf der anderen Seite des Knickwalls war rasch die DFM gefunden, die sich im Gestrüpp verhakt hatte und deren Schnüre wie ein Flitzebogen unter Spannung standen.



Leider war die Schnur zur SGP bereits zerrissen und die Fortsetzung nirgends sichtbar. Auch war es dunkel und ich musste sofort weg, da ich einen Termin in der Stadt halten musste. Für eine Wiederaufnahme der Peilung war keine Zeit. Also noch rasch den Schirm zusammengerafft. Der Plan war, eine 8 km entfernte Bahnstation zu erreichen, die eine schnellere Rückreiseverbindung bot. Jetzt aber begann es wie aus Kübeln zu schütten. Also beschloss ich, schnell auf dem Weg zurückzukehren, auf dem ich gekommen war, denn der war nur 3.5km lang. Was dazu führte, dass ich zu meinem Termin in Hamburg in leicht abgerissenem Zustand ca. 10 Minuten zu spät erschien.

Nervig: Das ist mein zweites Meppener Tandem, bei dem die SGP fehlt. Die SGP muss ich noch mal bei Tageslicht suchen, die liegt da bestimmt noch irgendwo rum. Und zwar ziemlich versteckt im Dornengestrüpp des Knicks.

Nachtrag 2.12.2017: Fund der SGP M1553177
Ich bin am Samstagmorgen wieder mit der AKN nach Wiemersdorf und dann mit dem Rad zur Landestelle gereist, um die verlorene SGP doch noch zu finden. Ich wusste aus meinen Peilversuchen vom 23.11., dass die Sonde östlich des Weges liegen musste. Ich vermutete sie irgendwie tief unten im Gestrüpp oder im Knickgraben, denn ich hatte ja damals keine GPS-Koordinaten dekodieren können.

Umso erstaunter war ich, als ich vor Ort - jetzt bei Tageslicht - einen weißen Fleck  40m von der DFM-Position und 20m vom Knickwall entfernt auf dem abgeernteten Maisfeld liegen sah. Es war die SGPD.


Und die war in einem sehr sehr schlechten Zustand: Sensorarm und Befestigungsmast waren weggerissen, und die GPS-Antenne total deformiert und die zentrale Achse der Helix gebrochen. Im Gehäuse ein dicker Riss.



Da ist natürlich leicht erklärbar, warum die Dekodierung per Zilog scheiterte. Die SGP war irgendwie abgerissen und ist dann sehr hart aufgekommen. Mit einer zerstörten GPS-Antenne  und einem weggerissenen Sensorarm konnte die Sonde nur noch senden, aber keine GPS-Koordinaten und auch keine Temperatur- und Feuchtedaten mehr gewinnen.


Bei der DFM gab es keinen Begleitzettel, und der Begleitzettel der SGPD wies diesmal die DFM09 nicht aus - anders als bei den vorigen Sonden.

 Nachdem die Sondenbergung keine 5 Minuten gedauert hatte, bin ich nach Großenaspe weitergeradelt und war zur Mittagszeit wieder in Hamburg.


Übersicht über alle Radiosondenfunde hier

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