Mittwoch, 12. Juli 2017

Ein Jahr Sondenjagd - Bergener Sonde bei Schnakenbek

Fast genau ein Jahr nach meiner ersten Begegnung mit einer Radiosonde flog die Radiosonde M3926139, die Bergener Mitternachtssonde vom 11.7.2017. Die Sonde erreichte die große Höhe von über 37000m. Nach dem Platzen hatte sie praktisch keine Fallschirmwirkung, jedenfalls ging sie mit 19m/s im Bereich Schnakenbek nieder. Auf der Bremer Seite gab es keine sinnvolle Prediction. Dennoch konnte ich die Landestelle durch einfache Extrapolation auf einer Koppel, die auf Google Earth wie eine Wiese aussah, abschätzen. Angesichts der hohen Landegeschwindigkeit war diese Abschätzung sicherlich sehr genau.

Am 11.7. hatte ich keine Möglichkeit zu einem Ausflug zur Landestelle. Am Abend des 12.7. konnte ich mit S-Bahn und Bus zur Station Schnakenbek-Lärchenhain gelangen. Von hier aus waren es nur ca. 1.5km zu Fuß. Auf besagter Wiese lag zu meiner Enttäuschung kein roter Fallschirm, dafür aber ein weißes, etwa fußballgroßes, rundes Objekt etwa 60m von der erwarteten Position entfernt. Nähere Inspektion zeigte, dass es sich um einen völlig zerfaserten, sehr kompakten Ballonrest handelte, der den Schirm und den Abroller fast völlig umschloss:


umgedreht und aus der Nähe:

  

Die Radiosonde lag einige Meter weit daneben; die Programmierklappe war deutlich durch den unsanften Aufschlag lädiert. Einen Begleitzettel gab es nicht.



Am Ende bot meine Jahrestagsonde kein Peilabenteuer. Sie hat aber von allen 70 bisher gefundenen Sonden die größte Flughöhe und teilt sich den ersten Platz in der Rubrik Einschlaggeschwindigkeit mit L1623296, einer anderen mit kleinem Fallschirm gestarteten Bergener Mitternachtssonde.

Früher hatten alle Bergener Sonden große rote Schirme. Dann ging man dazu über, die niedrigen Flüge um 18 und 6 Uhr mit den kleinen Schirmen, wie sie vorher nur bei Manöversonden üblich waren, auszustatten. Jetzt verwendet man offenbar fast nur noch die kleinen Schirme - was bei großen Flughöhen mitunter nicht funktioniert. Vielleicht sind die großen Schirme einfach aufgebraucht, und es werden angesichts der bevorstehenden Umstellung auf die leichten RS41 keine großen Schirme mehr beschafft? Denn die RS41 ist ja genau so leicht wie eine Manöver-DFM.

Übersicht über alle Radiosondenfunde hier

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