Freitag, 31. August 2018

Freitagstour bei Lüneburg

Sondentyp: RS41-SGP
SN: N2240718,
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 30.8.2018 12Z
Track Bremen  Track eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.2655131 10.490946 Google maps
Status: Gefunden
Lokalisiert durch eigene Prediction
 

Am Freitag nachmittag konnte ich mich endlich zu einer Kaltsondentour in den Raum Lüneburg loseisen. Hauptziel war eine Suche nach N2240718, der Bergener 12Z-Sonde vom 30.8.2018. Von der hatte ich eigene Daten bis in 155m GPS-Höhe, und die Prediction machte einen extrem guten Eindruck. Landegebiet war ein Wald nordöstlich von Lüneburg bei Neu-Lentenau, und die Bewaldung sah auf Google Maps relativ locker aus. In der Gegend  konnte auch man nach 2 DFM09-Sonden des Manöversondensturms Ausschau halten. Diese lagen bei Sülbeck. 17008862 vom 22.8. hatte ich bis in 160m Höhe empfangen - leider auch ein Waldlander. Ganz in der Nähe musste 17007432 (Landezeit 12:49UT)  liegen, in einem kleinen Wäldchen oder auf dem benachbarten Acker.  Leider war beim Empfang ein Haus im Wege gewesen - meine letzte Position war daher 432m hoch, aber die Vorhersage sah wie in den anderen Fällen recht konsistent aus.

Die Idee war, mit dem Bus nach Sülbeck zu fahren, das Gebiet dann per Rad von Nordosten her aufzurollen und nach Lüneburg zurückzukehren. Ich konnte aber dafür nicht früh genug ins Wochenende starten. So war der neue Plan: Metronom nach Lüneburg, von da aus über Neu-Lentenau nach Sülbeck und mit dem letzten Bus zurück.

Der Zug nach Lüneburg war rappelvoll. Auch schlich er wegen einer Signalstörung nur so dahin. Endlich in Lüneburg angekommen konnte ich zunächst auf bekannten Wegen weiterradeln. Direkt am Straßenrand lag die alte Landestelle von  N2120263. Der Fallschirm, den ich damals zurücklassen musste, war nicht auszumachen. Am Elbe-Seitenkanal ging es nordwärts, und dann folgten sandige Heide-Waldwege entlang Richtung Landestelle. Irgendwann musste ein Stück geschoben werden - dies ist kein Mountainbike.


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Direkt rechts vom Weg lag die Prediction, und schon von dort aus war die Schur hoch am Himmel zu erkennen! Die Sonde stand senkrecht auf dem Boden - nur 10 Meter von der erwarteten Stelle entfernt.

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Die Schur verlief hoch über mehrere Bäume. Der große Fallschirm hing wieder in kommoder Pflückhöhe.


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Das Aufwickeln der Schnur war problemarm,  erforderte aber allerlei Seilmanöver, um sie aus allerlei Fichtenzweigen auszuhaken.

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Anklicken: größere Darstellung. Das Formular ist übrigens nicht mehr fotokopiert, sondern auf farbigem Papier gedruckt


Das ging ja gut los! Frisch motiviert ins Landegebiet bei Sülbeck. Auf den sandigen Waldwegen ging es mühsam voran, mitunter musste wieder geschoben werden. Ab Neu-Lentenau war wieder Straße. Schnell war der Wald bei Sülbeck erreicht. Die Prediction von 17008862 sollte ähnlich gut sein, aber ich konnte die Sonde nicht finden. Entweder hatte die schon andere Freunde gefunden, oder sie hing in dem sehr dichten Laubdach des Buchenwaldes. Man hatte wenig freien Blick in die Wipfel. Vielleicht lohnt sich eine Nachsuche nach dem Blattfall. Die Landestelle von 17007432 war ungenauer bekannt - Rand eines erfreulich lockeren Kiefernwaldes. Leider hatte auch hier kein Glück. Denkbar ist hier, dass die Sonde doch auf dem frisch geeggten Acker heruntergekommen ist, wo ein roter Fallschirm natürlich extrem auffällig ist. Die Suche endete bei Sonnenuntergang. Der letzte Bus um 19:45 war weg. Also folgten 12km Radfahren bis Lüneburg und von dort eine entspannte Heimfahrt.

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Donnerstag, 23. August 2018

Mein kleiner Anteil am Manöversondensturm

Sondentyp: DFM09
SN: 17006028
Frequenz: 403.08 MHz
Startstation: bei Bergen
Landezeit: 23.08.2018 10:46Z
Track   eigene Daten 
Landestelle Echem bei Lauenburg, LAT LON:  53.33587, 10.56184  Google maps
Funddatum 23.8.2018, nachmittags
Gefunden durch eigenem Empfang vor Ort


Diese Woche fand im Raum Bergen ein Manöver statt, bei dem mal wieder dutzende DFM09-Radiosonden gestartet wurden. Normalerweise erreichen die kleinen roten Ballons nur 15000m, dieses Mal wurden aber offenbar auch größere Ballons verwendet, denn etliche Sonden erreichten diesmal 25000m Höhe.

Leider war das Landegebiet überwiegend im Raum Mecklenburg-Vorpommern und somit recht weit weg von meinem Suchgebiet. Auch erschwert das DFM-Problem der Bremer Seite die Suche ganz ungemein, da ich natürlich nicht 24 Stunden rund um die Uhr von meinem Balkon die Aktivität durch eigenen Empfang verfolgen konnte.

Es gab allerdings am 22.8. einige Sonden, die zwischen Lauenburg und Lüneburg herunterkamen. Am 23.8. landete die Sonde 17006028, die offenbar keinen guten Fallschirm hatte, bei Echem, südlich von Lauenburg. Hier ergab sich die Möglichkeit, diese Sonde zu suchen und gleich noch eine Tour zu der Vortagssonde 17008870 anzuhängen. Letztere habe ich, um es kurz zu machen, trotz guter Prediction nicht gefunden.  Auf beiden Seiten der Straße waren Maisfelder, und in den Knickbäumen hing sie nicht ***.

Erstere konnte ich am Ortsrand von Echem empfangen. Den Ort kannte ich bereits von einer erfolglosen Sondensuche vor wenigen Tagen Ich hätte das Empfangsequipment auch zuhause  lassen können, denn die Position unterschied sich nur marginal von der Vorhersage. Vom Feldweg aus war die in kommoder Pflückhöhe in einem Knickstrauch hängende Sonde leicht zu ernten. Sie war in exzellentem Zustand und hatte übrigens keinen Finderbrief.


 Die Schnur ging über den Strauch, und auf der anderen Seite fand sich der kleine rote Ballonrest und der kleine rote Fallschirm. Meist landen die Manöversonden sehr langsam, aber hier hatten sich die Fallschirmleinen verdrillt, was zur hohen Landegeschwindigkeit führte. Sonst wäre auch diese Sonde auf die andere Elbseite entwischt. Diese Sonde war sicher eine der 15000m Variante. Die genaue Höhe lässt sich nicht ermitteln, da auf der polnischen Seite kein Eintrag der Sonde zu finden war. Ich selber habe nur die Landephase mitgeschnitten.


***) Jürgen Wruck hat zwar nicht die Sonde, aber Fallschirm, Ballonrest und Abroller am 10.9. auf dem abgeernteten Maisfeld gefunden. Die Sonde an sich landete wohl im Maisschredder.

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Freitag, 17. August 2018

Abendtour nach Bütlingen

Sondentyp: RS41-SGP
SN: N2310602
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 17.8.2018 6Z
Track Bremen    Track eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.360831 10.44451 Google maps
 

Die heutige Morgensonde aus Bergen, N2310602,  landete bei Bütlingen. Ich konnte kurz vor der Arbeit die Sonde bis 192m GPS-Höhe verfolgen und eine Prediction rechnen. Von Bergedorf brachte der 4440er Bus abends mein Faltrad und mich zur Station Bütlingen - Im Briggen. Den Weg von dort zur Sonde kannte ich bereits, weil ich etwa 800m entfernt bereits vor Monaten eine kalte Lüneburger DFM09 424775 erfolglos gesucht hatte.

Heute hatte ich angesichts des Burstkills von 5:00 Stunden kein Empfangsequipment dabei. Die Predictions machten heute einen sehr robusten Eindruck. Die Sonde war mit 13m/s gelandet, was zusammen mit einer geringen Endhöhe immer die halbe Miete ist. Die Bremer hatten die Sonde in 294m Höhe verloren, und ihre Prediction unterschied sich nur um wenige Meter von meiner eigenen.  Also hingehen und einsammeln - das war der Plan.


Wer beschreibt meine Freude, als direkt am Weg, vielleicht 30m "stromabwärts" der Vorhersage,  von einem hohen Knickbaum stramm gespannte Schnur direkt zum Boden verlief. Am Boden, wegen der Schnurspannung aufrecht stehend, die Sonde. Sie wurde vom Wind mal hochgezogen und guckte mal etwas höher und mal nur mit dem Sensorarm aus dem Gras. Eine Weile verfolgte ich den lustigen Sondentanz.

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Das war einfach. Ich hatte nur ein paar Probleme, den Schirm im Nachbarbaum zu finden. Dann sah ich im Fernglas die hoch durch die Luft verlaufende Schnur, die den Weg wies:


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Es handelte sich mal wieder um den kleinroten Bundeswehrschirm. Seine Leinen waren vollständig verdrillt, was die Landegeschwindigkeit erklärte. Der Ballonrest war minimal, nur ein Ballonhals. Ich konnte die Umwelt komplett von dem Schnurmüll reinigen, da der Schirm in kommoder Stangenhöhe hing. 
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Die Suche nach der Mitternachtssonde am Elbe-Seitenkanal war sinnlos, da ich dort erst nach Sonnenuntergang angekommen wäre. Auch hätte man dann gleich nach Lauenburg weiterradeln müssen, da bustechnisch nicht mehr viel gegangen wäre. Da aber der nächste (und letzte) Bus in Bütlingen erst in mehr als einer Stunde fahren würde, beschloss ich eine spontane Nachsuche bei der Bergener Nachtsonde vom 9.8., die direkt in der Nähe niedergegangen war, N2230328. Dort trudelte ich kurz vor Sonnenuntergang ein, konnte aber die Sonde nicht finden. Das lag wohl daran, dass ein großer Teil des abzusuchenden Feldes frisch bearbeitet war. Also zurück nach Bütlingen, wo mich der Bus nach Bergedorf zurückbrachte.

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Donnerstag, 9. August 2018

Baumlanderliste auffüllen

Update vom 28.5.2019: Sonde hängt immer noch oben und liegt waagerecht auf einem Ast, von unten gut sichtbar.

Update vom 17.02.2019: Sonde nach mehreren Stürmen immer noch im Baum, leider jetzt leider höher und hängt auch nicht mehr frei, sondern mehr im Geäst verhakt.

Update vom 10.10.2018: Die Sonde hängt im Baum, Zustand der Schnüre erscheint unverändert

8.8.2018: Die Mittagssonde N2230327 aus Bergen hatte keinen Timerkill, und da das Wetter einigermaßen kühl war, war mir nach einer kleinen Radtour von Büchen nordostwärts nach Langenlehsten. Hier war die Sonde im Wald niedergegangen, aber wegen der hohen Landegeschwindigkeit rechnete ich mit einem Bodenfund. Ich fuhr also vom Bahnhof Büchen auf los. Der Waldweg war mit dem Faltrad nicht befahrbar, so dass ich mehr als einen Kilometer schieben musste. In 800m Distanz hatte ich Empfang. Das Dekodieren war schwierig, weil das Signal sich mit dem der Abendsonde überlagerte. Aber ich konnte ein paar Frames erhalten und machte mich auf den Weg. Die Position lag nur wenige Meter vom Waldweg entfernt, aber die Höhen ließen  einen Baumlander befürchten. Nach einigem Suchen fand ich die Sonde mehr als 20m hoch in einer Kiefer und den Fallschirm, beide unerreichbar hoch auch für lange Stangen.Die Sonde hängt aber gut an der Schnur und dürfte irgendwann runterkommen. Das Fotografieren war wegen der einbrechenden Dämmerung bereits schwierig. Ich konnte die Position aber sichern und den Baum fotografieren, so dass ich ihn wiederfinden kann. Auf Dauer wird die Gravitation helfen.




Der Rückweg im Schummerlicht war recht abenteuerlich. Ich hatte fast bereits die Straße erreicht, da hörte ich plötzlich lautes Grunzen links von mir – Wildschweine nur Meter entfernt. Die dann glücklicherweise lärmend flüchteten. 

In der Aufregung habe ich gar nicht mehr an die Abendsonde gedacht, die bei Witzeeze landete. Hier hätte ich locker eine sehr gute Prediction aus nächster Nähe abfassen können. Die Sonde liegt laut Bremer Seite übrigens 300m von der Stelle entfernt, wo ich vor einem Jahr eine Radiosonde aus Bergen einsammeln durfte. Vielleicht guck ich mal nach.

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Sonntag, 5. August 2018

Eine späte Kaltsondensuche im Wohngebiet...

... ist nicht so einfach.

Sondentyp: RS41-SGP
SN: N2220581
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 1.8.2018 12Z
Track Bremen  Track eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.49023 10.350751 Dassendorf  Google maps
gefunden am:  5.8.2018, 18:00 

Die Bergener Abendsonde N2220581 des 1.8.2018 hatte einen Killtimer von 4h20m eingestelllt. Sie landete bei Dassendorf, wo bereits Jürgen Wruck die Abendsonde des Vortage, N2220577, im kalten Zustand auf Grund der Vorhersage bergen konnte. Diesmal konnte ich die Landung bis in eine GPS-Höhe von 162m mitschneiden, das entspricht einer Höhe von weniger als 50 Metern über Grund. Sowohl die Bergener Vorhersage (aus 477m Höhe) als auch meine sahen die Landestelle in einem Gestrüpp westlich des Kreuzhornweges, direkt in der Einmündung zur Bundesstraße,  in der Dassendorfer Siedlung.  Jürgen erhielt natürlich meine Koordinaten, aber weder er noch ich würden vor dem Zuschlagen des Killtimers die Landestelle aufsuchen können.

Jürgen war aber morgens um 10 Uhr vor Ort und ging die ganze Region ab. Er schrieb: "Nix. Entweder bereits aufgenommen, oder unsichtbar im Baum. Dann warte ich eben auf die nächste Sonde." Er berichtete auch, dass besagtes Gestrüpp ziemlich undurchdringlich und zudem eingezäunt war. Und der Rest war ein unübersichtliches Gebiet mit Einzelhausbebauung mit Zäunen, Hecken und Sichtblenden.

Der heftige Sondenschwall aus Bergen hatte micht ziemlich in Trab gehalten, und ich hatte kaum Zeit, mir die einzelnen im Hamburger Raum niedergegangenen Sonden genauer anzugucken. Erst am 4.8.  sortierte ich mal die Liste der Sonden und verschaffte mir einen Überblick, was alles wo gelandet war und wer wann was gefunden bzw. vergeblich gesucht hatte. Während ich das tat, erhielt ich eine fröhliche Whatsapp von Sondenjäger Uli alias Asohen aus Buchholz, der gerade N2220565 (30.7., 6Z)  bei Sprötze aus dem Wald geholt hatte. Bodenlandung, offenbar ganz easy.

Beim Blick auf meine Daten von N2220581 fiel auf, dass die Sonde auf den letzten Metern eine gewisse Drift nach Osten gegenüber den Prognosen zeigte. Das würde die Landestelle möglicherweise ein wenig auf die andere Straßenseite verlagern, also eher ins Wohngebiet.  Wer weiß, vielleicht geht da trotzdem noch was, vor allem, wenn sie etwas weiter geflogen sein sollte. Allerdings nur abends, weil  vorher das Wüstenklima Outdooraktivitäten zur Qual macht. Viel Bewegung war nicht erforderlich, weil die Bushaltestelle "Dassendorf Heidkoppelweg" direkt an der Landstelle lag. Ich beschloss spontan hinzufahren, mich umzuschauen und zurück zu fahren. Zwischen den Bussen war eine Stunde Zeit, das müsste reichen. Über irgendwelche Erfolgsaussichten machte ich mir keine Illusionen.

Eine positive Überraschung war, dass die Strecke vom Hauptbahnhof nach Bergedorf für mich die erste Fahrt mit einem brandneuen Typ von S-Bahn-Wagen war. Und der hat etwas absolut Revolutionäres: Eine Klimaanlage. Eine solche hatte auch der Bus von Bergedorf nach Dassendorf.

Ich kam sehr schnell zu dem gleichen Schluss wie Jürgen: Da wird nix gehen. In den ordentlichen Gärten war das Ding bestimmt schon abgeräumt, und in dem Gebüsch war auch mit Fernglas nichts zu sehen. Mehrfach sprachen mich Bewohner an, die mich wohl irgendwie verdächtig fanden, denen man das Ansinnen aber zumeist erklären konnte.

Irgendwann gab ich auf, zumal der Bus in wenigen Minuten kommen würde. Da sah ich, dass am Zaun gegenüber der Bushaltestelle ein jüngerer Mann stand, dem offensichtlich das Grundstück gehörte. Fragen kostet nichts. "Tschuldigung, hier ist vor 3 Tagen ein Wetterballon runtergekommen, wissen Sie was darüber ?" Die Antwort: Ein etwas einsilbiges "ja". Was??? Hatte der eben "!!JA!!" gesagt? Bevor ich nachfragen konnte, fragte er nach, um sicher zu gehen, dass er das selbe Ding meinte wie ich. "Ich dachte, das wäre ein Kinderspielzeug". Dass der Bus jetzt weg war, war egal. "Haben Sie das noch?" Er meinte "Moment", verschwand, und kam mit einem großen roten Schirm, Abroller und Ballonrest wieder an den Zaun. "Bitteschön". Ich musste ihm Sinn und Zweck des Geraffels erklären und beschrieb ihm die Radiosonde. Nein, sowas hätte er nicht gesehen, das könnte aber ohne weiteres beim Nachbarn liegen. Ich durfte mir inzwischen seinen Garten angucken,  er und ein Mitbewohner  erwiesen sich als superfreundlich und interessiert. Sie zeigten mir, wie das Gespann auf dem Rasen lag, dass die Schnur auf das Nachbargrundstück reichte und dass beim Aufrollen der Schnur etwas abgerissen war. Alles, was sie sagten, machte komplett Sinn, wenn man die Größe eines RS41-Gespanns und die Windrichtung kannte. In der Hecke zum Nachbarn hing keine Sonde fest, und sie war auch so dicht, dass man nicht durchgucken konnte. Also beschloss ich, beim Nachbarn zu klingeln. Da ging jemand an die Tür, traute sich aber nicht, aufzumachen oder sonstwie mit mir zu kommunizieren. Dafür kam aus dem Garten hintenrum der Grundstücksbesitzer in den Vordergarten - und zwar mit einer RS41 in der Hand. Auch er superfreundlich. "Ich hab eben Ihr Gespräch mit dem Nachbarn gehört. Sammeln Sie sowas? Klar, können Sie haben. Zahlen die Wetterstationen dafür einen Finderlohn?" "Nö." "Wolln Sie auch noch diesen Zettel, der dabei war?" Wie üblich musste ich ihm alles erklären. Verabschiedung mit Handschlag,  und konnte mit meiner Beute abziehen.
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Der Abroller hatte übrigens erneut nur einen Teil der Schnur freigegeben. Der Temperatursensor ist beschädigt, wahrscheinlich bei dem Versuch, die Sonde aufs Nachbargrundstück zu ziehen.


Ich musste noch eine geraume Zeit breit grinsend auf den Bus warten, um dann die (weniger kommod temperierte weil im Standard-S-Bahn-Wagen stattfindende) Heimreise anzutreten.

Und hier mal die Liste des Bergener Sondenschwalls

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Mittwoch, 1. August 2018

Wettrennen gegen den Timerkill Part 2 und 3

31.7.2018


Sondentyp: RS41-SGP
SN: N2220570
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum:31.7.2018 12Z
Track Bremen  Track eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.55038 10.18699 Oststeinbek Google Maps
Gefunden am 31.7.2018 17:20
 
Und wieder eine Bergener Sonde im Anflug auf den Großraum Hamburg. Natürlich wieder mit diesem Timerkill, diesmal nicht auf asoziale 3h20m, sondern auf 4 Stunden eingestellt. Manchmal frage ich mich  ja, ob die uns Sondenjäger testen wollen. Egal, diese Art von Herausforderung gilt es anzunehmen, und zwar durch Prediction und/oder Schnelligkeit.

Aus einem Laborfenster ein schneller Empfang. RS41Tracker dekodiert ja die Kill-Einstellungen und sagt, dass die Sonde um 17:01:31MESZ ausgehen sollte. Um 15:44 geht die Sonde bei Oststeinbek nieder. Letzte Höhe 202m, deutlich niedriger als wetterson.de.

Ein schneller Blick auf die Google-Earth Darstellung der Bremer Seite und auf die HVV-App zeigt, dass man sich beeilen muss. Eine Abfahrt in Flottbek um 15:57 ergibt eine Ankunft an der nächstgelegenen Bushaltestelle Oststeinbek-Kampstraße um 16:47.  Noch schnell Sondenjäger-Geraffel zuhause abholen verbietet sich wegen des drohenden Timerkills. Also nehme ich meinen im Labor deponierten RTL-Stick und die etwas unhandliche Yagi mit und stratze zur S-Bahn. Dauerlauf zum Bahnhof bei 32°C. Unterwegs treffe einen der Studenten, die damals die Radiosonde im Mammutbaum geborgen hatten, mit der alles anfing. Wir grinsten beide  mächtig, als ich die mit einer Antenne unterm Arm ihm entgegen kam.

Auf der Fahrt rasch einen mobilen Hotspot machen und eine Prediction auf Basis meiner Daten gerechnet. Leider lag die Position noch tiefer in dem Wäldchen als laut Bremer Seite. Doch noch nach Hause, die Stange holen? Nein! Ein Bus später dürfte  zu knapp werden. Wenn sie im Baum hängt, ist es wichtiger, vor dem Timerkill noch eine exakte Position zu haben und die Lage vor Ort zu erkunden. Wenn eine Stange braucht, muss man eben später noch mal wiederkommen. Da ist es auch kühler. Fataler als das Fehlen einer Stange war es, dass ich meine Wasserflasche im Labor vergessen hatte.

Einmal quer durch Hamburg mit S- und U-Bahn, und dann ab Steinfurther Allee weiter mit dem 133er Bus. Zwischendurch ein paar Whatspps mit Jürgen getauscht. Der kann sich zuhause nicht loseisen, obwohl er gar nicht so weit weg wohnt. Ich hatte gehofft, dass man sich vor Ort treffen könnte. An der Busstation KEIN Empfang irgendwelcher Art aus 1100m Distanz. Vielleicht ist es etwas zu weit? Also alles verstauen und schnell losstratzen. Gleich hinter Oststeinbek ist das Gelände flach und etwas erhöht, und ich habe freien Blick auf das Wäldchen. Distanz 660m, und auf der Wiese lassen sich zwei Rehe durch meine Hektik nicht stören. Als alles wieder zusammengestöpselt ist, ist es 17:00:02. Und da ist ein Signal, und Zilog lässt die Koordinaten sprudeln. Yeah! Das ist schon mal der halbe Sieg.

Die GPS-Höhen von Handy und Sonde schwanken um identische Werte herum. Das Signal ist ok, aber schwächer als aus Flottbek, was gegen eine Baumlandung spricht. Und um 17:01:35 verstummt die Sonde mit Frame 18494, 4 Sekunden später als angekündigt. UFF. Das war knapp!

Also los! Durch das Wäldchen führen laut Open Streetmap Wege, einer sogar nur ein paar Meter an der Position vorbei. Vor Ort musste ich dennoch etwas suchen, aber dann lag da eine RS41 auf dem Waldboden.

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Die Schnur verschwindet in einem Baumwipfel. Keine Fortsetzung zu erkennen. Irgendwann hab ich versucht, durch rabiates Ziehen an den Schirm heranzukommen, aber es riss die Schnur, von der ich immerhin 20-30m erbeuten konnte.

Bei noch immer drückender Hitze mache ich mich auf den Heimweg. Zuhause sehe ich, dass die Bergener Abendsonde westlich von Schwarzenbek landet, diesmal mit 4h20m Timerkill. Zu weit für eine weitere Aktion, sichere Prediction aus 188m Höhe auf freiem Feld. Einige Sondenjägerkollegen haben Urlaub und erwägen sich drum zu kümmern *).

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*) Jürgen Wruck hat die Sonde nach meiner Prediction gefunden. Die war aber ungenauer als erwartet. 

1.8.2018