Samstag, 27. April 2019

99 Luftballons...


Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0450676
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 25.04.2019 18Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/Polen-Mix
Landestelle LAT LON: 53.384867  10.555445 Google maps
Status: GEFUNDEN am 26.04.2019 18:00Z
Methode: Nach (schlechter) Tawhiri-Prediction auf Basis von radiosondy-Daten


Meine 99. Bergung einer RS41 war eine Kaltsondensuche. Die Sonde landete am Abend des 25.4.  in der Nähe von Lauenburg. Am Abend konnte ich mich nicht um die Sonde kümmern. Am nächsten Morgen sah ich mir die Tawhiri-Prediction genauer an: Die Landestelle lag bei Buchhorst. Diese Position lag genau am Geestrand am Rand des Elbtals. Die Gegend ist für norddeutsche Verhältnisse sehr hügelig. Ich hatte nur 600m entfernt vor 4 Monaten eine Sonde geborgen. Obwohl die Prediction damals gut aussah, lag die Sonde ganz woanders, und ich muste den Wald massiv durchsuchen und konnte die Sonde dann mit viel Glück bergen. Offenbar kommt es bei der typischen Richtung Bergener Sonden aufgrund der Topographie zu verwirbelnden Hangaufwinden, was die Landephase unberechenbar macht. Die letzte Position lag diesmal auch zu allem Überfluss höher als damals bei fast gleicher Anflugbahn, was für die Genauigkeit auch diesmal nichts gutes verhieß.


Auf unserer Whatsappgruppe versprühte ich die Koordinaten. Auf der Google-Maps Darstellung sah man ein paar Teiche und andere Wasserflächen, was zu einer Diskussion, ob man besser Gummistiefel oder gleich eine Wathose einstecken sollte, führte. Bernd meinte dazu: "Am besten mal ne Ortsbesichtigung statt Theorie". Eigentlich fand ich, dass es für heute zu spät wäre, aber diese Mail gab den letzten Anstoß zu einer schnellen Suche. Kurz darauf antwortete ich aus der S-Bahn: "Auf dem Weg zur Ortgsbesichtigung". Von Bergedorf brachte mich der rappelvolle 8880er Bus nach Lauenburg und das Faltrad zur Landestelle. 250m vor der Landestelle schloss ich das Rad an, weil ich keine Lust hatte, den steilen Hang nach der Ortsbesichtigung wieder hochzustrampeln. Gummistiefel wurden angezogen. Bei etwas feuchterem Wetter wären die sogar nützlich gewesen.


Die Wasserflächen waren Karpfenteiche. Sie waren von Bäumen und auf einer Seite von dichtem Gebüsch umgeben und von der Straße aus teilweise eingezäunt. Fernglasinspektion zeigte keine verdächtigen Objekte in den Bäumen und Büschen und auf den Teichen. Dahinter ging ein Hang wieder aufwärts, einem vorjährigen Mais-Stoppelfeld. Auf dem lag nichts. Westlich wurde das Teichgebiet von niedrig gelegenen  Feuchtwiesen flankiert. Über das östliche konnte man wieder zu den Teichen  gelangen, und auch das Gebüsch in Augenschein nehmen - nichts.. Auf der westlichen Wiese war aus der Ferne auch nichts zu sehen. Der Maisfeld-Hügel würde vielleicht eine bessere Übersicht bieten, auch hatte ich den Verdacht, dass der Fallschirm vielleicht im Hangwind weiter geflogen sein könnte. Von oben konnte ich die westliche Wiese aus der Vogelperspektive inspizieren - und ja,  da lag etwas sehr Verdächtiges herum! Das Ding wurde im Fernglas als großer Ballonrest identifiziert!!. Im Glas war sogar die Schnur zu sehen: Sie ging hoch in den Wipfel einer Eiche, von dort über einen Busch wieder herunter auf den Boden. Das sah ja recht einfach aus. Und was war zu hören? Eine Nachtigall!

Von unten sah man den Ballonrest und den Schirm erst, wenn man direkt davor stand. Es war mal wieder das kleine Modell des roten Bundeswehrschirms. Neu war die Verwendung von gelbem Tape beim Ballonverschluss.









Die Sonde fand sich am Ende der bereits aus der Ferne erspähten Schnur gut getarnt in einem Graben:










Man beachte die falsche Startzeit auf dem Zettel
Wieder hatten die Hangwinde die Sonde weiter nach Westen geweht als erwartet, aber diesmal  blieb die Abweichung im Rahmen. Da die Sonde in Wahrheit nur 90m und keine 250m von meinem Fahrradparkplatz lag, war der Rückweg sehr schnell bewältigt. Am ZOB in Lauenburg musste ich auf den diesmal fast leeren Bus nur 15 Minuten warten und war bei Beginn des Regens schon wieder auf dem Heimweg.




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Dienstag, 23. April 2019

Fast sauber eingelocht

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2610358
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID 10141)
Flugdatum: 23.4.2019 12:00Z
Track wetterson.de & radiosondy.info & DWD (korrigiert)
           wetterson.de & radiosondy.info
          
Landestelle Holm bei Wedel,  LAT LON: 53.62340, 9.70857 Google Maps
Status: Lokalisiert durch Sonden-GPS. Geborgen 23.4.2019, 14:15UT

 Diese Sonde startete in Sasel und drehte über der Stadt ein paar Runden. Schnell wurde klar, dass sie im Raum Wedel und nördlich der Elbe niedergehen würde. Der Fallschirm funktionierte sehr gut, aber Thermik und umlaufende, böige Winde ließen die Predictions in der Endphase überall zwischen Rissen, dem Klövensteen, und weit westlich von Holm im Minutentakt hin- und herschwanken. Bernd sei Dank hatte Radiosondy die Sonde bis in 259m Höhe. Das half allerdings auch nicht weiter. Denn die Sinkgeschwindigkeit schwankte auf dern letzten 300m zwischen 6.3 und 1.6m/s, wobei gegen Ende die geringeren Werte dominierten. So konnte man das Landegebiet nur grob eingrenzen. Ich saß in der Landephase schon in der S-Bahn nach Wedel. Da ich im Westen Hamburgs arbeite, war ich schnell vor Ort. Von Wedel aus brachte mich ein Bus nach Holm, und von da mein Faltrad ins Landegebiet. Dort konnte ich das Sondensignal empfangen und dekodieren. Wie befürchtet lag die Sonde auf riesigen Golfplatz. Golf ist wirklich ein Hobby mit einem immensen Landschaftsverbrauch. Das Gelände ist etwa halb so groß wie die Stadt Wedel....

Anders als sonst führten hier aber öffentliche Wege durch das Gelände, und direkt an einem solchen befand sich zu meinem großen Glück die Landestelle. Die eigentlichen Spielflächen waren mit Elektrozäunen abgesperrt, aber durch große Tore zugänglich. Die Golfer sperrten Spaziergänger keineswegs aus. Ein Rentner - nach eigener Aussage kein Golfer - saß auf einer Bank direkt an der Landestelle. Auf meine Frage, ob er etwas von dem Wetterballon bemerkt hätte, verwies er auf die weiße Box, die an einem Knickbaum hing. Derartige Hinweise aus der Bevölkerung werden natürlich dankend entgegengenommen.






Die Sonde ließ sich mit dem 10-Meter-Schläger leicht bergen; leider kam kaum Schnur mit und leider wurde der Temperatursensor beschädigt.



Bei der Fahndung nach dem Schirm traf ich auf echte Golfspieler, die alle positiv drauf waren. In einem Wäldchen auf der anderen Seite des Wanderwegs hing im Baum der Schirm und ein kleiner Ballonrest. Leider außerhalb der Reichweite meiner 10m  Stange. So blieb diesmal leider viel Schnur in der Natur. Also endete meine erste Runde auf einem Golfplatz mit 3 über Par (Sensor kaputt, Schnur im Baum, Schirm im Baum). Golfer sind zwar nach der Erfahrung freundlich und hilfsbereit und genossen sichtlich ihre Runden bei schönstem Wetter, aber Golf ist nix für mich.




Zurück bin ich mit dem Rad ganz nach Wedel gefahren, weil das Mitnehmen in den Bus etwas nervig ist. Obwohl die Straße mehr oder minder südwärts verlief und der Wind eher von Nordost kam, bekam ich wiederholt echte Sturmböen von vorne ins Gesicht. Klar, dass bei solchen Bodenwinden eine Sondenprediction kaum sinnvolle Ergebnisse liefert. 

Und dennoch hätte man die Sonde im Kaltzustand finden können. Denn Rasomon,  die Radiosondenseite des DWD, hat die Sonde natürlich bis unmittelbar vor der Landung erfasst, da die Startstation in Sasel nicht weit weg ist von der Landestelle. Leider sind die Positionen fehlerhaft. Gleich nach dem Start sind die Positionen ok, aber der Fehler der Positionen schaukelt sich während des Sondenfluges auf und beträgt mitunter bis zu 1000m und mehr. Korrigiert man aber die Längen- und Breitenwerte nach anderen Internetquellen, kann man in so einem Fall die Sondenbahn rekonstruieren.

Daten aus Radiosondy.info; Daten enden in 259m Höhe


Daten aus Radiosondy.info (über 259m) und vom DWD (unter 259m). Man beachte den Versatz der Sondenspur (Vaisala-Software-Bug). Das Ballonsymbol markiert die tatsächliche Landestelle.

Daten aus Radiosondy.info und vom DWD; DWD-Daten um den Versatz in 259m Höhe korrigiert. Der Track zielt jetzt exakt auf die Landestelle.

Die Korrektur des Bugs ist natürlich nicht 100%ig, weil die Höhen in den DWD-Daten ebenfalls ungenau sein dürften - was hier ignoriert wurde.  Auch ist das Verfahren bei einer ambulanten Sondenjagd reichlich aufwändig. Aber für eine geplante Kaltsondensuche könnten korrigierte DWD-Daten in Fällen helfen, in denen Radiosondy.info und wetterson.de-Daten höher enden als der DWD-Empfang (was inzwischen selten vorkommt).

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Montag, 22. April 2019

Ein ideales Jagdgebiet für den Kaltsondensammler

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2950507
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 20.04.2019 12:00Z
Track Wetterson.de und radiosondy.info
Landestelle Drochtersen LAT LON:53.71640,9.39483 Google Maps
Funddatum 22.4.2019, 12:25 Z
Status: Gefunden durch Tawhiri-Prediction nach radiosondy.info Daten

Die Gegend um Himmelpforten und Hammah liegt zwar ziemlich weit weg von meinem Wohnort, zieht aber Sonden magnetisch an. Übersichtliche, gut zugängliche Wiesen erlauben einfache Bergungen auch Tage nach dem Sondenflug. Ostern 2019 häuften sich mal wieder die Landungen in der Region. Am Gründonnerstag konnte ich eine Saseler Sonde bei Neuland bei Himmelpforten bergen.  Die sendete noch beim Auffinden, was gut war, denn sie lag ziemlich versteckt. Die Schleswiger Sonde am Morgen des Ostersamstags (20.4) konnte ich auch sendend bei Heinbockel finden. Ich fuhr per Rad von Hammah dort hin. Es war de facto eine Kaltsondensuche, da man den weißen Schirm schon von der Straße aus sehen konnte. Man hätte sich einfach in den Krug in Hammah setzen können, um die Mittagssonde abzuwarten. Aber ich wollte einen Familienbesuch über Ostern machen. Aber am Ostermontag hatte ich Zeit und keine Meinung, bei dem schönen Wetter drinnen zu spielen. Was lag näher als eine Kaltsondenjagd auf besagte Mittagssonde?

Schon aus dem Zugfenster konnte ich bei Stade das Landegebiet von P2830209 überblicken. In Hammah verließ ich, wie 2 Tage vorher, den Zug. Ein Blick auf die Karte erübrigte sich. Hier kenn ich mich inzwischen aus. Erstmal rein ins Dorf. Dort nicht rechts zur Landestelle der Meppener Sonde P3310594 , die ich seinerzeit fertig zusammengepackt am Wegrand fand. Sondern geradeaus. Störche und ein Reiher stehen an der Straße  nach Groß-Sternebeck. Am Dorfrand erinnere ich mich diffus an eine erfolglose Kaltsondenjagd - alle anderen waren immer erfolgreich und recht einfach. Die Sonde war damals vorher von einem anderen Sondenjäger geborgen worden - ich kriege aber aber die Einzelheiten nicht mehr zusammen. Weiter in die Pedale treten. Hinter dem Dorf kommt eine Kreuzung. Geradeaus geht es nach Engelschoff. Dort hatte ich am 18.2. auf einem dunklen Jaucheacker eine Meppener Sonde erpeilt - weil die Decodierung mit dem Raspby scheiterte. Und wenn man etwas weiter fährt, kommt man zur Landestelle bei Neuland von vor 4 Tagen. Ich muss heute aber scharf recht abbiegen.

Hinein in ein Gebiet, in dem ich eine meine  ersten Gehversuche bei einer Prediction-basierten Kaltsondensuche auf zwei DFM-Militärsonden machte - damals im Januar 2017. An einem Wochenende hatte ich 4 Sonden eingesackt - eine aus Pinneberg, eine RS41 aus Sasel und eben die beiden DFMs genau hier. Die zweite lag direkt an der Kreuzung hinter der kleinen Siedlung Ritschermoor, und der kleine rote Fallschirm war von der Straße aus sofort sichtbar. Mal sehen, ob es heute so einfach sein wird.

Die Straße nach Drochtersen ist lang und schnurgerade. Viele Fahrradfahrer sind unterwegs und genießen den wunderbaren Frühlingstag. Links geht ein Feldweg an einem Kanal ab. Da habe ich im letzten Juni eine Pinneberger Sonde recht problemlos Tage nach dem Flug aufgesammelt. Den weiteren Verlauf der Straße kenne ich aber noch nicht. Irgendwann kommt die Kreuzung nach Drochtersen in Sichtweite. Das Dörfchen dort heißt Ritsch. Jetzt weiß ich, warum die andere Siedlung Ritschermoor heißt.

In Drochtersen geht es scharf rechts. Gleich am Dorfausgang muss ein Deich überquert werden. Nicht weit vom Ortsausgang muss bin ich nach 15km am Ziel. Und? Es ist wie immer! Direkt an dem Feldweg, der hier abgeht, soll 130m von der Straße entfernt die Sonde liegen. Da liegt keine Sonde. Sondern fast exakt auf der Position schon von der Straße aus erkennbar der Schirm.





Der Rest ist extrem einfach. Die Schnur verfolgen....



Die Sonde ist in Windeseile verstaut. Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Da fliegt doch glatt ein Brachvogel! Am Wegrand blüht schon das Wiesenschaumkraut.

Am Bahnhof Hammah muss ich nicht lange auf den Zug nach Hause warten.  Der fährt baustellenbedingt nur nach Neugraben. Anders als vorgestern steige ich schon in Buxtehude in die S-Bahn um, die auf dem selben Bahnsteig wartet. Denn das von der App empfohlene Umsteigen in Neugraben ist komplett nervig.

Mal sehen, wann es mich wieder in diese Gegend führt.

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Sonntag, 21. April 2019

Schnelle Sondenjagd am Ostersamstag


Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3010701
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 20.04.2019 06:00Z
Track Bremen (wetterson.de)
Landestelle Heinbockel LAT LON:53.56822,9.302823  Google Maps
Funddatum 20.4.2019, 08:59 Z
Status: Gefunden durch Tawhiri-Prediction nach wetterson.de Daten



Diese Schleswiger Morgensonde landete am Ostersamstag im Raum Himmelpforten/Hammah. Diese Region zieht Wetterballons magnetisch an, und ich war dort zuletzt zwei Tage vorher diesbezüglich einer Saseler Sonde aktiv. Da ich am Nachmittag noch Familienverpflichtungen hatte, bin ich schon während des Sondenfluges in die Landeregion aufgebrochen. Wegen Baustellen fuhr die Regionalbahn erst ab Neugraben. Als die Sonde landete, war ich dort gerade am Umsteigen. Im Regionalzug habe ich noch rasch eine Prediction aufgrund der Bremer Daten erstellt. Die Landestelle lag auf freiem Feld westlich von Heinbockel. Ich wollte ursprünglich wieder bis Himmelpforten fahren, stieg dann nach Kenntnis der genauen Landestelle bereits eine Station vorher in Hammah aus.
Von dort aus waren es 8 sonnige Fahrradkilometer bis zur Landestelle. Unterwegs festgestellt: Fitis und Zaungrasmücke sind hörbar aus dem Winterquartier zurück. Schon vom Fahrweg aus konnte ich den Fallschirm auf dem frisch umgepflügten Acker liegen sehen. Das Empfangsequipment blieb also im Rucksack. Wie schon vorgestern führte ein Feldweg führte mitten auf diesen Acker in die richtige Richtung. Direkt an dessen Ende sah man schon aus der Ferne einen kleinen weißen Fleck in der Sonne glänzen – die Sonde. 









Wie schon vorgestern konnte ich auch jetzt den Fallschirm per Luftpost zu mir befördern, ohne den frisch gepflügten Acker betreten zu müssen. Allerdings waren die Flugeigenschaften nicht ganz so schön wie bei dem baugleichen Exemplar vorgestern.
Nach der Bergung war Eile angesagt, um den alle Stunde fahrenden Zug noch zu erreichen. Am Hauptbahnhof hatte ich genau drei Minuten Zeit, um die Regionalbahn nach Ahrensburg zu erhaschen. Und von dort bringt mich mein Fahrrad schnell zu meinem Familien-Osterbesuch nach Schmalenbeck. Ich bin nicht sicher, ob man diese Tour mit einem KFZ hätte wesentlich schneller bewältigen können.
Mit mehr Muße hätte man das weitere Sondengeschehen in einem Dorfkrug in Hammah aussitzen können. Denn tatsächlich landete auch die 12-Uhr-Sonde in Radfahrreichweite bei Drochtersen.

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Donnerstag, 18. April 2019

Das Internet ist für uns alle...

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Dieser alternativlosen Logik zufolge landete diese Sonde am Rand des Internets. 

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2610727
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID 10141)
Flugdatum: 18.4.2019 12:00Z
Track wetterson.de & radiosondy.info & rasomon (korrigiert)
Landestelle Neuland bei Himmelpforten,  LAT LON: 53.66528, 9.29971 Google Maps
Status: Geborgen 18.4.2019, 17:45UT

Der Reihe nach: Die Mittagssonde aus Sasel konnte ich selber während des Fluges erst kurz vor der Landung im "Neuland" verfolgen. Höchst eigenartiger Weise verschwand die Sonde auf der Bremer Seite schon in 1600m Höhe von der Karte, aber Radosondy.info hatte sie bis 219m GPS-Höhe. Die Prediction lag direkt an einem Feldweg, der von der Straße abzweigte. Der Fallschirm hatte offenbar gut funktioniert, und die Abstiegsgeschwindigkeit variierte thermikbedingt etwas.
Ich war noch mit einer Nachbarin nach Feierabend ein Eis essen und saß erst kurz vor 18:00 im Zug. Vom Hauptbahnhof brachte mich der Regionalzug nach Himmelpforten (der Heimat des Christkindes) und mein getreues Faltrad bei schönstem Sonnenwetter problemlos ins Landegebiet nördlich des Straßendorfs Neuland.

 Ich hatte ein wenig darauf spekuliert, dass man schon von der Straße aus den Fallschirm auf der Wiese liegen sehen konnte und ein wenig Angst, dass sie unweit von Häusern sehr auf dem Präsentierteller liegen würde.
Die Befürchtungen schienen sich auf den ersten Blick zu bestätigen. Nahe der Prediction war auf den auf recht übersichtlichen Wiesen weit und breit NICHTS zu sehen. Aufkeimender Pessimismus wurde dann aber durch einen Empfangsversuch und eine erfolgreiche Dekodierung zerstreut. Als ich gerade meine Sachen eingepackt hatte, hielt ein Kombi neben mir, und ein örtlicher Bauer fragte mich, ob er mir helfen könne. Ich erklärte ihm mein Anliegen, zeigte ihm die Position auf der Karte, und er wünschte mir viel Glück.
Zurück auf der Hauptstraße bog ich in den übernächsten, nicht auf Open Streemap verzeichneten Feldweg ein, der sehr präzise Richtung Sondenposition verlief. Aber so intensiv ich meine Blicke auch schweifen ließ, es war auf der Wiese immer noch keine Spur des Gespanns zu erkennen. Irgendwann zeigte Lokus „Abstand: 4 Meter“ an. Wo war die Sonde? Sie lag komplett unauffällig hinter einem Graspulken direkt am Wegrand.



 Wo war der Rest des Gespanns? Die Schnur verlief über ein Telefon-Luftkabel und verlor sich dann im grünen Gras. Der Fallschirm war nicht zu sehen, weil er sich wohl in einer der Drainage-Vertiefungen versteckte. Ich konnte aber die Schnur einholen, und schon stieg er wie ein Drachen im Wind, wunderschön aufgebläht, über der Marschwiese auf. Ohne den Feldweg zu verlassen, konnte ich das Gespann auf diese Weise per Luftpost zu mir befördern. Was will man mehr?



Jetzt konnte ich die Schnur aufrollen und das ganze Paket aus Schirm und sehr kleinem Ballonrest im Rucksack verstauen.




Die Landestelle ist nur 2300m von der Landestelle der Meppener Sonde  P0720057 entfernt, die ich exakt vor 2 Monaten unfreiwillig erpeilen musste. Jetzt erleichtern die längeren Tage die Sondensuche.

Der Rückweg war eine genussvolle Radtour im schönsten Abendlicht. Die Sonne ging unter. Der fast volle Mond stand über dem dunkelblauen Erdschatten vor kristallklarem Himmel, und Kiebitze flogen über den Wiesen.

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Mittwoch, 10. April 2019

Die erste Sonde nach dem Rollover

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3450423
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID 10141)
Flugdatum: 9.4.2019 12:00Z
Track wetterson.de & radiosondy.info
Landestelle Krüzen bei Lauenburg
Sonde im Baum, 12m über Grund, LAT LON: 53.4005, 10.5207 Google Maps
Fallschirm im Baum, LAT LON: 53.40028, 10.520412, Google Maps
Status: Geborgen mit 15m Stange aus ca. 12m Höhe am 10.4.2019


Update vom 10.4.2019

Heute ging es, diesmal  zu Fuß, von der Busstation in Schnakenburg an den Rand des kleinen Wäldchens bei Krüzen. Geschultert hatte ich die 15m Stange. Während die Schnur zur Sonde im Baumwipfel gestern schlaff durchhing, war sie heute straff gespannt. Die Sonde rotierte wild im recht starken Wind. Diesmal hatte ich eine Bridge-Kamera mit langem Tele dabei.



 Ich brauchte 3 vergebliche Anläufe, um die Stange durch das Gewirr von Ästen zu fädeln, um sie an die Sondenschnur zu bringen und diese einzuhaken. Beim 4. Versuch ging alles glatt, und die Sonde konnte zum Boden gebracht werden. Leider konnten nur ca. 15m Schnur eingeholt werden. Der Fallschirm ist natürlich, wie auf den Bildern vom Vortag erkennbar, nicht zu bergen.




Bericht vom 9.4.2019
Das GPS-Week-Rollover führte zu allerlei Problemen, vor allem bei den Startautomaten des DWD. Ein solcher steht in Sasel. Am Dienstag gelang tatsächlich ein Start einer RS41. Wegen der geringen Winde kam die Sonde nicht weit, schon beim Dorf Krüzen bei Lauenburg war Schluss. Ich hatte wenig Zeit, da ich noch zum GvA-Treff in Allermöhe wollte. Daher war wenig Zeit vorhanden. Die Prediction lag leider mitten in einem kleinen Wäldchen. Ich fuhr mit dem Schnellbus von Bergedorf bis Schnakenburg/Twiete und von dort 3km bis zur Landestelle. Ein Empfangsversuch war erfolgreich. Die Position war am äußersten Nordrand des Waldes und nicht wie befürchtet in der Mitte. Dennoch war die Höhe 82m über dem Geoid und somit etwa 12m über dem Boden. Wäre die Sonde nur wenige Meter kürzer geflogen, hätte man sie von der Wiese auflesen können.

Der Waldrand war gut zugänglich, und nach einigem Hin- und Her die Sonde im Baum erspäht. Der 10m-Teleskopstab reichte knapp nicht. Ich muss hier wohl noch mal mit einem 15m-Stab wiederkommen.


Der Schirm hängt 40m weiter flugbahnabwärts sehr viel höher, so dass eine komplette Bergung des Gespanns ziemlich unwahrscheinlich ist.




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