Montag, 19. August 2019

Meine erste Essener Sonde

Sondentyp: RS41-SGP
SN:   P2540305
Frequenz: 405.3 MHz
Startstation: Essen (WMOID:10410)
Flugdatum: 19.08.2018 0Z
Track  Bremen
Landestelle LAT LON: 53.17727,9.60605 Google maps
Funddatum: 19.08.2019, 4:56Z
Status: Gefunden durch Tawhiri-Prediction aus wetterson.de-Daten und eigenem Empfang (GPS-Decodierung)

Sonden aus Essen brauchen extrem starke Höhenwinde, um überhaupt in den Bereich Hamburg zu gelangen. Eine der wenigen Essener Sonden, die hier niedergingen, war P2740507 vom 21.9.2018, die in einem Wald östlich Lüneburg fiel und die ich bei einer anschließenden umfangreichen Kaltsondenjagd nicht finden konnte. Essener Sonden habe ich auch bei Besuchen bei Freunden in Westfalen mitunter versucht zu bergen. Aber immer war jemand schneller.

P2540305 war die Essener Mitternachtssonde vom 19.8.2019. Sie landete mit gut funktionierendem Fallschirm bei Benkeloh unweit Lauenbrück. Ich bin am frühen Montag kurz mal nach Lauenbrück gefahren - knapp außerhalb des HVV-Bereichs. Die Gegend ist mir von einer winterlichen Jagd nach einer Ozonsonde 2017 in angenehmer Erinnerung. 

Wetterson.de hatte die Essener Sonde bis in eine GPS-Höhe von 140 Metern erfast. Die Prediction lag an einem Waldrand, und alle Anzeichen deutenen auf eine Landung auf dem Acker hin.
In Lauenbrück wurde das Rad auseinandergeklappt und los ging es. Eine schnurgerade Nebenstraße führte direkt nach Benkeloh. Dort links auf die Hauptstraße und dann auf einen Feldweg. Die Koppel mit der Landestelle war ein hoch bewachsenes Maisfeld. Ein Empfangsversuch war eigentlich überflüssig. Denn in der Morgensonne glänzte eine Schnur, die aus dem Maisfeld kam und irgendwo hoch in einer Knickeiche direkt an meinem Feldweg endete. 





Eine genaue Inspektion des Baumes führte zur Entdeckung des weißen Fallschirms 6-7m hoch im Baum.




Da die Sicht im Maisfeld oft schlecht ist, habe ich dennoch das Sondensignal empfangen und dekodiert. Aber eigentlich erwies sich  das als überflüssig, denn ich konnte die Schnur im Feld über mir die ganze Zeit gut erkennen. Dort, wo sie im Mais verschwand, hing die Sonde verhakt in den Maisblättern.










Die Bergung war etwas umständlich. Die Schnur wurde um eine am Boden liegende abgerissene Maispflanze gewickelt. Leider konnte man an der nun entspannten Schnur den Fallschirm nicht herunterlassen. So musste hier eine Stangenbergung erfolgen, damit auch dieses Gespann restlos aus der Umwelt entfernt werden konnte.




Das alles hatte so lange gedauert, dass ich den Zug um 7:40 nicht mehr erreichen würde. So habe ich den kleinen Umweg über das Nachbardorf Vahlde gemacht. Am Himmel flogen Kraniche, weitere der schönen Vögel standen neben Reihern und Rehen auf den Feldern. Nach wenigen hundert Metern passierte ich direkt die Landestelle der Ozonsonde von damals und konnte aus einiger Distanz den Graben sehen, in dem die Sonde lag. Von dieser Seite aus wäre es einfacher gewesen.


Die Straße von Vahlde nach Lauenbrück hatte ich damals bei schlimmen Winterbedingungen zurückgelegt. Jetzt war es Genussradeln im Morgenlicht. Von Lauenbrück aus konnte ich, wie damals, mit dem Metronom wieder nach Hause fahren.


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Donnerstag, 15. August 2019

Einige erfolglose Kaltsondenjagden


Sondentyp: RS41-SGP
SN:  P2130889
Frequenz: 405.1 MHz
Startstation: Meppen (WMOID:10304)
Flugdatum: 07.08.2019 8Z
Track  Bremen
Landestelle LAT LON: 53.867911,9.772475 Google maps
Nicht gefunden

Am 7.8. schwebten zwei Meppener Sonden in den Hamburger Raum. Eine landete nördlich von Barmstedt, die andere fiel in die Elbe. Ich kam an dem Tag nicht dazu, etwas zu unternehmen. Aber am folgenden Tag war mir am Spätnachmittag nach einer Radtour. Die AKN brachte mich nach Barmstedt, von dort aus wären es ca. 10km bis zur Landeposition. Ob die Sonde da noch liegen würde, stand in den Sternen.


Die Anreise war aber komplex. Als ich in Barmstedt ankam, ging ein Wolkenbruch nieder. Das Regenradar versprach aber eine schnelle Besserung. Also stellte ich mich am Bahnhof unter. Nach 20 Minuten schien die Sonne. Laut Radarprognose sollte nichts nachkommen. Kurz vor Erreichen der Landestelle zogen wieder Wolken auf, und es schüttete erneut. Eine große Knickeiche bot hinreichend Schutz für den kurzen, aber heftigen Gewitterschauer. Schon war ich vor Ort. Allerdings war mein Hinterreifen platt. Mit den Schwalbe Marathon Plus Reifen (Werbespruch: "Unplattbar") hatte ich auf 2 Rädern 3000km ohne Platten zurückgelegt. Ein Platter war daher vor allem erstaunlich.

Das sowieso nicht mehr fahrbare Rad wurde an einem Zaunpfahl angeschlossen, und nun begann die Erkundung der Gegend. Die Wiesen, auf denen die Sonde liegen sollten, waren frei von weißen  Boxen oder roten Fallschirmen. Auf die Koppeln am Forellenbach lag auch nichts. Der Wald war teilweise schwer einsehbar. Zwei Schonungen mit dichtem Unterholz waren eingezäunt. Die Sonde war nicht auffindbar. Auf dem Feldweg stand ein großer Kombi, der vorher noch nicht da war.
Jetzt wurde das Flickzeug rausgeholt. Ich war gerade dabei, den Schlauch herauszuoperieren, als jemand aus der Ferne rief: "Hallo Sondenjäger!" Es handelte sich um niemand anderes als Bernd! Wir inspizierten die Gegend noch mal kurz gemeinsam, und während ich mich wieder dem Rad widmete, machte Bernd noch eine kleine weitere Suchexpedition. Das Loch war auf der Innenseite des Schlauchs - im Pannenschutz des "Unplattbar"-Reifens steckte auch kein Fremdkörper. Nach dem Aufpumpen bemerkten wir aber in der Karkasse des Mantels ein kleines Loch, aus dem ein klein wenig Schlauch wie ein Ballon herausquoll.
Bernd bot mir an: "Pack das Ding doch in meinen Kofferraum, dann setz ich Dich in Oldesloe ab". Das war richtig nett, und so konnten wir auf der Fahrt noch ein wenig fachsimpeln. Wie nützlich diese Mitfahrgelegenheit war, sah ich am nächsten Morgen. Der Reifen hatte zwar den Druck gehalten, aber es hatte sich der Schaden an der Karkasse von einem winzigen Loch zu einem zentimeterlangen Riss verwandelt, aus dem eine fingerkuppendicke Schlauchblase herausquoll. Dieser Reifen hätte unter Belastung sicher nur ein paar Kilometer gehalten, und es ist fraglich, ob ich damit Barmstedt erreicht hätte.

Am Freitag Abend war daher ein Besuch bei der Hamburger Brompton-Junction Pflicht, der den Reifen am Lager hatte. Noch am selben Abend habe ich den neuen Reifen aufgezogen und bei der Gelegenheit den Antrieb gründlich gereinigt.

Die Testfahrt am Sonntag war eine schon länger geplante Kaltsondensuche im Raum Pattensen. Alle vier Landestellen auf der Route versprachen aber keine besonderen Erfolgsaussichten. Denn die Sonden lagen da schon länger; in einem Fall hatte ein erfahrener Sondenjäger schon entnervt aufgegeben.

Die Fahrt begann an der Station Ashausen. Von dort aus ging es bei starkem Gegenwind nach Pattensen. Dort hatte ich schon mal ein Meppener Tandem von einer Scheune gezogen. Nur 200m südlich befand sich die Landestelle einer Bergener Sonde aus dem Mai. Leider lag auf der Wiese nichts mehr - so richtig hatte ich auch nicht mehr damit gerechnet, dort etwas zu finden. Also zurück nach Pattensen und dann Richtung Garstedt. An einem kleinen Wäldchen war die nächste Landestelle.

Startort: Bergen, 7.8.2019, 8Z
Sondentyp: RS41-SGP
SN:  P0520249
Frequenz: 405.1 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 09.05.2019 12Z
Track  Bremen
Landestelle LAT LON: 53.278650, 10.188297 Google maps
Nicht gefunden

Waldrand an einer Wiese, nach Norden Straße und ebenfalls Wald und Wiese. Das Waldgelände war recht unübersichtlich, und ich habe die Sonde nicht gefunden. Also weiter.

Östlich von Garstedt lagen die beiden nächsten Landestellen tief im Wald.


Startort: Schleswig, 7.1.2019, 12Z
Sondentyp: RS41-SGP
SN:  P2221024
Frequenz: 405.1 MHz
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 09.05.2019 12Z
Track  Bremen
Landestelle LAT LON: 53.258606, 10.255382 Google maps
Status: Nicht gefunden, Fallschirm und Ballonrest geborgen

Die nächste Sonde war P2221024, die Mittagssonde aus Schleswig vom 7. Januar. Diese hatte "Clemibunge" noch sendend angetroffen, aber nicht finden können. Sein Kommentar in radiosondy: "Sehr dichter Wald, schwer zu finden... zu schwer für mich".
Es ging auf langen Waldwegen zu dem Schauplatz dieser erfolglosen Sondenjagd. GPS-Koordinaten der Sonde waren nicht bekant, aber ich hatte damals eine Prediction aus 412m Höhe auf Basis der radiosondy.info-Daten gerechnet. Die war noch auf meinem Handy. Ein Waldweg führte direkt an der Landestelle vorbei. Irgendwelche großen Perlmutterfalter flogen hier herum - oder sind das Kaisermäntel? Tatsächlich, als sich einer mal zusammenfaltet und man die Flügelunterseite sehen konnte, war kein Zweifel mehr möglich.
Kaisermantel

Die Prediction lag in dem von Clemibunge beschriebenen extrem dichten Wald. Die obere Etage bildeten 30 Meter hohe Kiefern, und darunter kam ein extrem dichtes Buchenunterholz mit 10m hohen Bäumen . Links vom Weg waren die Bäume lockerer, aber da lag nichts. In das Unterholz gingen aber bei genauem Hingucken schmale Pirschwege, die mit Gestrüpphaufen versperrt waren. Die gingen quer durch das infrage kommende Gebiet, alle 30 Meter oder so. Über einen erreichte ich die Prediction. Da war nichts. Man konnte aber durch das extrem dichte Laubdach nicht nach oben gucken und einen Blick in die Wipfel der Kiefern werfen. Und auch Sonden, Schnüre oder Fallschrme hätte man durch das Laub nicht unbedingt sehen können.
Da die Pirschwege das Unterholz parallel durchzogen, konnte man darüber das Unterholz geradezu abrastern. Da sehe ich plötzlich einen sackartigen Gegenstand vom Baum hängen. Der Fallschirm und der Ballonrest in 3-4 Metern Höhe!




Ein Blick auf das Handy-GPS verriet: Abstand zur Prediction 20 Meter. Clemibunge hat recht - dieses Gelände ist sehr sehr schwierig. 20 Meter neben der Prediction, aber mehr als eine Stunde gesucht.
Was nun? Ich versuchte wie üblich, die Schnur zu verfolgen. Die geht senkrecht in die Höhe. Über den Wipfel der Buche in den Wipfel einer 30 Meter hohen Kiefer. Die Fortsetzung ist vom Boden aus nicht einfach zu erforschen. Ich bin eine weitere Stunde um die Kiefer herumgeschlichen und habe versucht, mal durch die Blätter mit dem Fernglas einen Blick zu erhaschen. Ich bin auch 30-50 Meter gegen die Flugrichtung gelaufen und habe versucht, jeden Baum zu inspizieren. Ohne Erfolg.
An dem Fallschirm mochte ich nicht zerren - im Zweifel verhakt sich die Sonde dann nur noch fester in irgendeiner Astgabel. Hier galt es, die alte Apollo-flight-control-Weisheit zu beherzigen: "If you don't know what to do, don't do anything". Also schnitt ich den Fallschirm ab. Die straff gespannte Schnur schnellte hoch in den Baum. Der Anblick der Schnüre in der Kiefer hatte sich aber nicht verändert. Es war auch nichts sondenartiges herabgefallen.

Am Ende musste ich, genau wie Clemibunge vorher, aufgeben. Aber immerhim kann man jetzt die Position der Sonde ziemlich genau eingrenzen. Da wird man wohl nach Blattfall wiederkommen müssen. Ohne Blätter wird man den Verlauf der Schnurreste besser verfolgen und vielleicht die Sonde irgendwo da oben ausmachen können. Um sie dann, wie andere Baumlander, gelegentlich zu besuchen und eines schönen Tages am Boden einsammeln zu können.   

Jetzt ging es nach Norden, zur letzten Position dieser Radtour.


Sondentyp: RS41-SGP
SN:  P2120617
Frequenz: 405.1 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 18.06.2019 6Z
Track  Bremen
Landestelle LAT LON: 53.2816, 10.24965 Google maps
Nicht gefunden

Hier befand sich eine Ökologiestation direkt westlich der Landestelle. Die war wohl mal ein BGS-Schießplatz, woran aus Jux weiter aufgehängte Warnschilder ("der Standortkommandeur") erinnern. Die Umgebung ist ähnlich strukturiert wie die der vorigen Sonde: Zum Teil dichtes Unterholz mit Pirschwegen, von denen man nichts sieht. Die Stelle kann man aber bei einem Besuch der anderen Sonde nach Blattfall noch mal kontrollieren; vom Bahnhof Radbruch aus kommt man ja vorbei.

Eine kurze Fahrt brachte mich zum Bahnhof Radbruch, den ich nach 33km mit nicht gebrochenem Rad erreichte.


Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2620018
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 26.12.2018 00:00Z
Track Polen
Landestelle Exter (NRW), LAT, LON: 52.13108, 8.814216, Position nach der Landung aus wetterson.de,  Google Maps
Status: Baumlander, 25m hoch. Nachsuche im Gelände am 14.8.2019, Sonde nicht mehr im Baum. Fallschirm und Ballon gut sichtbar.

Diese Norderney-Sonde landete am Morgen des 2. Weihnachtstages 2018 nahe am kleinen Dorf Exter in Westfalen. Nach der Landung sah man die Position des Baumlanders in wetterson.de. Lokale Sondenjäger besuchten die Sonde, die auffällig im Wipfel einer hohen Fichte hing, und posteten Bilder in Facebook. Danach hörte man von der Sonde nichts mehr.

Am 14.8.2019 war ich bei Freunden im Westfälischen, und wir haben die Landestelle besucht. Fallschirm, kleiner Ballonrest und Abroller hingen gut vom Weg sichtbar in einer Fichte, ca. 15-20m hoch. Die Schnur Richtung Sonde hing lose im Wind.

Die Sondenposition von damals  befand sich in einer anderen Fichte, die aber sehr schwer zugänglich war. Ein Erdwall umgab eine Art Krater. Der Zugang zu dem Wäldchen war mit großen Bauschutthalden versperrt. Alles war mit umgestürzten Bäumen und dichtem Brombeergestrüpp bedeckt. Ich musste mich zu der Fichte richtig durchkämpfen. Am Baum hing die Sonde aber nicht mehr.

Zwei Möglichkeiten gibt es zum Verbleib der Sonde: Sie ist heruntergefallen und liegt noch irgendwo unter den Brombeeren. Zwar habe ich den Boden ziemlich intensiv abgesucht, aber diese Variante kann ich wegen der extrem dichten Vegetation nicht ausschließen.

Der Waldboden um den Stamm der Fichte....


Oder sie hat andere Liebhaber gefunden, die aber ihren Fund nicht über die üblichen Kanäle kundgetan haben. 
 
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Mittwoch, 7. August 2019

Fußmarsch durchs Grabenlabyrinth

Sondentyp: RS41-SGP
SN:  P0720071
Frequenz: 404.5 MHz
Startstation: Meppen (WMOID:10304)
Flugdatum: 06.08.2018 11Z
Track  Bremen und eigener Empfang
Landestelle LAT LON: 53.43925,10.27055 Google maps
Funddatum: 6.08.2018, 16:49Z
Gefunden durch eigenen Empfang (GPS-Decodierung)



Meppener Mittagssonde im Anflug! Es sah zunächst so aus, als ob der Fallschirm nicht öffnet und das Ding im Bereich Bremen herunterkommen würde. Dort würde es nicht einmal Rainer in Bremervörde interessieren. Als ich dann nach einiger Zeit schnell auf Wetterson.de guckte, flog die Sonde auf Buchholz zu, mit einer Sinkgeschwindigkeit von 2m/s. Die Geschwindigkeit änderte sich ständig. Offenbar war bei dem schönen Sommerwetter die Thermik nicht zu vernachlässigen. Kurz vor der Landung gab es sogar eine Aufstiegsphase. Demzufolge änderte sich der vorhergesagte Landepunkt ständig  zwischen Winsen/Luhe, Geesthacht und Schwarzenbek. Es war nicht einmal klar, welche Seite der Elbe die Sonde bevorzugte. Wegen der Sperrung der S-Bahn beschloss ich, mit dem Rad nach Hause zu fahren und da die Endphase der Landung zu verfolgen. Dort angekommen, stabilisierten sich die Positionen immer mehr in die Elbmarschen bei Altengamme. Dort ist es immer sehr schwierig, eine Sonde zu bergen, weil dort RUSH (Rapid unidentified Sonde Hunter) die Dinger einsammelt. Auch sind die Marschwiesen von tiefen Entwässerungsgräben durchzogen, so dass es immer ein wenig anstrengend ist, dort voranzukommen. 

Dennoch sah es diesmal sehr einfach aus. Ich konnte die Sonde bis 164m GPS-Höhe tracken und hatte damit bessere Daten als alle Internetquellen. Die vorhergesagte Landestelle lag nur 500m von der Bushaltestelle "Gammer Weg 146" entfernt. Ein Weg ging von dort in die richtige Richtung, und auf Google Maps waren ein paar Übergänge über einen breiten Graben erkennbar. Das Faltrad konnte zuhause bleiben, dachte ich. Sah nach einer einfachen Sache aus. 

Der Bus spuckt mich an besagter Bushaltestelle aus. Mit der Moxonantenne und dem RTL-SDR habe ich ein gutes Signal und einwandfreie Decodierung. Die Sonde liegt erstaunlich weit südlich, aber sogar einen Graben dichter dran als erwartet. Keine 10 Minuten bis zur Bergung, denke ich.

Tja, alles nicht so einfach. Die erste bizarre Unterhaltung mit einer Autofahrerin. Die hat mich unter ihrem Lieblingsbaum sitzen sehen und hält mich für einen Maler. Und will mir das Bild abkaufen! Ist dann sehr enttäuscht über die Story vom Wetterballon. Der Guten kann heute leider nicht geholfen werden. 

Mir aber auch nicht: Metallgitterzaun, "Betreten Verboten, Wasserschutzgebiet!" Der Weg, der auf der Karte so schön von der Bushaltestelle Richtung Sonde verläuft, ist mit einem hohen Zaun und einem Gatter versperrt. Und die auf Google-Maps sichtbaren Grabenübergänge sind noch mal extra abgezäunt....

Vielleicht geht etwas auf der anderen Grabenseite über das Stoppelfeld. Wo mich nach 200m ein breiter Quergraben stoppt. Links jede Menge Störche, ein paar Reiher, Schwäne. Bauern versprühen Gülle auf dem Stoppelfeld. Einen spreche ich an. Der erzählt mir, dass mehrere unüberwindbare Gräben zwischen uns und der Sonde liegen. Vom dem Altengammer Marschbahndamm könne man zu den entsprechenden Koppeln gelangen. Der liegt am anderen Ende der Altengammer Marsch. Was hilfts? Ohne Rad muss ich wohl wandern. 

Den Altengammer Marschbahndamm kenne ich von einer kürzlichen erfolglosen Sondensuche. Wo ich exakt an der Prediction auf einen radfahrenden älteren Herren getroffen war, der aber behauptete, nicht hinter der Sonde her zu sein - dafür aber sehr schöne Fotos des Fallschirms mit seiner Digiknipse anfertigte.... 

Die gerade Straße zieht sich in die Länge, aber endlich ist der Moorbahndamm erreicht. Der ist heute ein asphaltierter Fahr- Wander- und Radweg. Diesmal muss ich in die andere Richtung abbiegen. Direkt am Eingang steht wieder ein älterer Herr mit einem gut ausgestatteten Rad - gleiche Farbe, Größe, Typ wie neulich. Allein der Herr scheint ein anderer zu sein, aber ganz sicher bin ich da nicht. Es sind von hier aus 1000m bis zur Sonde. Auf dem Moorbahndamm sind viele Radfahrer unterwegs. Das Fahrrad an sich sieht unverdächtig aus. Aber da sagt mir meine Menschenkenntnis: Der ist hier nicht zum Brombeerenpflücken.  Spreche ihn an. Ja, er ist tatsächlich wegen der Sonde da.

Aber ein richtiges Gespräch oder gar eine gemeinsame Aktion kommen nicht zustande. Misstrauen? Skepsis? Er antwortet meist nur mit Schulterzucken, verweist mit einer knappen Geste auf eine Elektronikbox an seinem Lenker. Als Nicht-Funkamateur disqualifiziere ich mich umgehend, weil ich das Ding nicht sofort als Handempfänger erkenne und noch mal nachfrage. Danach antwortet er kaum noch auf Fragen. Immerhin kann ich ihm entlocken, dass er die Sonde noch nicht geborgen hat...Und dann macht er sich auch schon ganz rush vom Acker. Was seine weiteren Pläne sind, ob sich Peilequipment in  seinen Gepäckträgertaschen befindet usw. bleibt leider im Dunkeln. Will er nach dem Empfangsversuch jetzt sinnloserweise von Norden vorstoßen?  Naja, zu einer nicht optimal gelungenen Kommunikation gehören immer zwei. Vielleicht habe ich ihn doch ein wenig zu doll überrumpelt. Dass ein ahnungsloser Nicht-Amateurfunker einem Sondenjäger weitab der Sonde auf den Kopf zusagt, was er hier macht, und auch noch behauptet, auch er hätte die Sonde empfangen, war womöglich etwas zu frech. 

Ich gehe den Moorbahndamm runter und biege dann auf einen schnurgeraden Feldweg ab, der nach Norden führt. Einige Reiter kommen mir entgegen. Einen vollen Kilometer muss ich laufen. Und wie kommt man von hier aus über die Gräben?

Tatsächlich gibt es eine Art Brett,  das als "Brücke" über den breitesten der Gräben führt. Ich lege die Tasche mit den Gummistiefeln und den Rucksack ab und balanciere herüber. Nur noch 125 Meter.  Die anderen Gräben kann man umgehen, und endlich stehe ich vor der  Sonde. 




Die Schnur kreuzt einen breiten, unüberwindlichen Graben. Es gelingt mir aber, die Schnur einzuziehen und den Fallschirm und den kleinen Ballonrest auf meine Seite zu befördern. Somit ist das Gespann komplett geborgen. 




Danach wandere ich wieder zurück. Als ich an der Busstation "Altenwerder Feuerwehr" ankomme, habe ich deutlich mehr als 6km zurückgelegt.


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Samstag, 3. August 2019

Unerwartete Begegnung unter der Sonde


Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3430712
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID:10141) 
Flugdatum: 02.08.2019 12:00Z
Track Wetterson_de
Landestelle  Beimoorwald, LAT,LONG = 53.688922, 10.325465, Google Maps
Status: 23m hoch im Baum

 Diese Saseler Sonde flog über meiner engeren Heimat und landete in dem mir seit Kindesbeinen sehr vertrauten Beimoorwald. Ich war  sowieso unterwegs zu meiner Mutter in Schmalenbeck und lieh mir  mir ca. 30 Minuten vor der Landung ihr Auto, in der Hoffnung, vielleicht die Landung beobachten zu können. Bei Oetjendorf hielt ich an und verfolgte die letzten Meter des Fluges. Ich war im entscheidenden Augenblick etwa 1700m von der Landestelle entfernt. Es gab guten Empfang, im Fernglas war aber nichts zu erkennnen. Die Landestelle lag auf dem kleinen Teil des Waldes östlich der Autobahn, unweit der Autobahnraststätte Buddikate. 108 Meter GPS-Höhe bedeuteten leider 23 Meter über dem Boden. Bernd whatsappte mir, dass die Sonde auf wetterson.de nach der Landung noch zu sendete. Das ist immer ein sicheres Zeichen für eine Baumlandung.

Ich bin über Todendorf so weit ich konnte gefahren, parkte das Auto vor einem Privathaus, nicht ohne den Bewohnern bescheid zu sagen, was das Auto da soll. Lautes Donnergrollen versprach nichts Gutes. Die Bewohner machten sich einige Sorgen: "Sehen Sie bloß zu, dass Sie bis zum Gewitter wieder aus dem Wald raus sind!"

Ein Weg führte bis fast zur Landestelle. Ich habe mich rücklings unter den Baum gelegt und konnte im Fernglas die Sonde direkt über mehr sehen. Ich habe mich dann aufgerichtet, versuchte dann eine ganze Weile vergeblich, das Objekt erneut zu erfassen. Aber irgendwie hatte ich es verloren, und offenbar war der Blick von Zweigen und Blättern versperrt.

Ein Rascheln und Knacken verriet die Annäherung von Spaziergängern! Ein junges Paar erschien. "Na? Sonden suchen?" war meine Begrüßung. Er meinte gleich "Astrohardy, so lernt man sich kennen!" und rief mir seine Amateurfunkkennung zu. Die ich als Nicht-Amateurfunker natürlich nicht zuordnen konnte. Sein Name war Tycho. Den Namensvetter des epochalen Astronomen kannte ich von der Facebookgruppe und von gelegentlichen Fundmeldungen aus dem Raum Flensburg. Ziemlich erstaunlich, die beiden wenige Minuten nach der Landung einer Sonde hier anzutreffen.

Des Rätsels Lösung: Sie hatten auf der Heimfahrt nach Norden auf dem Rasthof Buddikate Pause gemacht. Tychos Freundin war dann wohl auf den Gedanken gekommen, mal auf wetterson.de  die Lage zu peilen. Da sahen sie, dass nur ein paar hundert Meter entfernt eine Radiosonde frisch gelandet war und noch sendete. Sie nahmen spontan den selben Waldweg wie ich, und jetzt waren sie da.

Leider konnte ich ihnen die Sonde nicht im Fernglas zeigen, weil es mir immer noch nicht gelungen war,  sie zwischen den Blättern wiederzufinden. Offenbar muss man da noch mal wiederkommen, nach den Herbsttürmen bzw. nach dem Blattfall.

Auch Ballonrest und Fallschirm, die in unserer Anmarschrichtung liegen müssen, konnten wir so schnell nicht erspähen. Da das Donnergrollen immer lauter wurde, sahen wir auch zu, schnell zu unseren jeweiligen Autos zu kommen und haben nicht mehr lange Nachforschungen im Gelände angestellt. Die Sonde schaltete übrigens am Abend nach mehr als 10 Stunden exakt bei Frame 37000 ab.

Donnerstag, 1. August 2019

Einmal Pech und einmal Glück

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2140898
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 31.07.2019 0Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen und eigene Daten
Landestelle Blankenese, LAT LON: 53.55862, 9.79933 Google Maps
Status: Lokalisiert, aber unzugängliches Privatgelände
Methode: Eigener Empfang vor Ort

Am 31.7.2019 flogen Bergener Sonden in den Hamburger Raum ein. Die Nachtsonde landete  im Hamburger Nobelviertel Blankenese, direkt neben einer Villa in der Elbterrasse. Ich konnte die Position zwar in aller Frühe vor Zuschlagen des Killtimers sichern, aber die Sonde dennoch nicht bergen. Sie hängt wahrscheinlich in einer großen Linde auf dem Villa-Grundstück. Ein Hallo-Wach- Klingelstreich um 5 Uhr morgends war sicher nicht zu empfehlen. Leider reagierte am Nachmittag auf mein Klingeln dort niemand. Von den Nachbargrundstücken konnte ich mit Genehmigung der Besitzer einen Blick riskieren, aber die Sonde nicht sehen. Die Schnur sollte eigentlich in Richtung der Nachbargrundstücke verlaufen, war aber von dort aus nicht zu erkennnen. Schade. Die Prediction hatte so schön genau auf einer der Elbtreppen gelegen; es sollte wohl nicht sein.

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2140899
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 31.07.2019 6Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen
Landestelle Fischbek, LAT LON: 53.49390, 9.81859 Google Maps
Status: GEBORGEN
Methode: Eigener Empfang vor Ort

Erfolgreicher war meine Suche nach der Morgensonde. Sie landete bei Fischbek. Die Prediction lag an einem Entwässerungskanal, dem Moorwettern. Vom Bahnhof Fischbek bin ich auf Feldwegen dort hingefahren. Die Wege waren sandig und durch Pferdehufen soweit ruiniert, dass man sie mit einem Faltrad nicht befahren konnte. Also wurde geschoben. Um 11:42 war ich noch etwa 800m von der Sonde entfernt und musste dringend vor Zuschlagen des Killtimers eine Position sichern. Das war allein schon deshalb nötig, weil man herauskriegen musste, auf welcher Seite des Grabens die Sonde lag.

Der Empfang war unerwartet schwach, ließ sich aber decodieren. Die Sonde lag knapp auf der anderen Seite der Moorwettern. Laut Karte gab es einen Weg und eine Brücke.

Lautes Knurren, Fauchen und Kleffen! Zwei große Hunde standen an der Kreuzung und waren gar nicht freundlich. Ein Schild "Achtung, Herdenschutzhunde" brachte Aufklärung, und jetzt sah ich eine Handvoll Schafe und einen Zaun. Diese Hunde nahmen wohl in Ermangelung von Wölfen notfalls auch Sondenjäger.

Links war jetzt die Brücke sichtbar, die den Entwässerungskanal querte. Ein asphaltierter Weg folgte jetzt dem Verlauf des dahinter befindlichen Binnendeichs.  Hier waren durchaus Spaziergänger und Radfahrer anzutreffen.

Die Bergung der Sonde erwies sich als extrem einfach. Der Fallschirm lag am Wegesrand, die Schnur kreuzte den Weg und verschwand auf der anderen Seite hinter der Deichkrone.






Von der Deichkrone aus war zu sehen, warum der Empfang so schlecht war. Es ist erstaunlich, dass da überhaupt noch etwas ging, denn die Sonde lag auf dem Rücken, und die Antenne tauchte wohl sogar ins Wasser ein.







Ich hatte richtig Glück gehabt: Einerseits war die Sonde nicht auf der Bullenweide auf der anderen Seite des Grabens gelandet, andererseits hatten die Passanten den extrem auffällig am Weg liegenden Gegenstand zweienhalb Stunden lang komplett ignoriert.

Da ich von den Sandwegen genug hatte, folgte ich für den Rückweg dem gut befahrbaren Deichweg und einer Straße bis zur S-Bahnstation Neuwulmstorf. Ich konnte dann am Nachmittag noch verfolgen, wie die Bergener Mittagssonde auf dem unzugänglichen Gelände eines Aluminiumwerks im Hafen niederging.


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Freitag, 26. Juli 2019

Saseler Sonde im Wohngebiet

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3430713
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID:10141) 
Flugdatum: 26.07.2019 13:00Z
Track Wetterson_de
Landestelle Hedendorf bei Neukloster  LAT LON:53.4750,9.60982 Google Maps
Status: Gefunden am 26.7.2019, 15:29Z, durch GPS-Decodierung des Sondensignals

Mit etwa einer Stunde Verspätung gegenüber der normalen Startzeit erhob sich am heutigen Freitag über Sasel eine RS41. Ich hatte damit gar nicht gerechnet, weil sonst Dienstag und Donnerstag die typischen Sasel-Tage sind. Aufgrund der geringen Windgeschwindigkeit kam sie nicht weit. Die Landestelle lag in einem Wohngebiet unweit der S-Bahnstation Neukloster bei Buxtehude. Trotz der extremen Hitze beschloss ich, dort mal nachzugucken.

Im Landegebiet in Hedendorf gab es prächtigen Empfang und saubere Dekdierung des Signals. An dem entspechenden Haus öffnete eine ältere Dame, die mir sofort Zutritt in ihren Hintergarten gewährte und dann ihren Mann vorschickte. Der hatte die Nachricht seiner Frau so verstanden, ein Heißluftballon sei gelandet, und er wollte als erstes gucken, ob die Besatzung einen Krankenwagen braucht. In sofern war er kolossal erleichtert über die tatsächliche Lage und unterstützte die Bergung sofort mit Rat und Tat. Das war extrem hilfreich.

Ich sah als erstes eine waagerechte Schnur im Garten seines Nachbarn verschwinden, dann über eine Hecke auf ein weiteres Grundstück laufen, und dort auf dem Dach eines Bugalows in der Nähe des Schornsteins enden.



 Die Sonde war nicht sofort zu entdecken, hing aber in einer dichten Buchenhecke in bequemer Pflückhöhe.



 Nach Abschneiden der Sonde konnte man die Schnur gut ergreifen und einholen. Nach einiger Zeit hörte man es auf der anderen Seite einer Hecke klötern - das klang nach dem Abroller. Leider konnte ich den Fallschirm nicht über die Hecke ziehen, aber praktisch die gesamte Schnur einholen.

Das Jagdfieber des Grundstücksbesitzers war damit endgültig geweckt. Da er das Ding seinem Sohn zeigen wollte, behielt er natürlich die Sonde. Er hatte meine Aktion von seinem Dachfenster aus verfolgt, und meinte "den Rest kriegen wir auch noch. Ich komm einfach mal mit". Eine ortskundige Begleitung ist in einem verwinkelten Wohngebiet mit neuen Baustellen extrem hilfreich.

Wir konnten von einem Baugrundstück aus den großen Ballonrest und den verschnürten Fallschirm in der Hecke hängen sehen. Bei dem betreffenden Bungalow-Grundstück wurde also ebenfalls geklingelt, und die Besitzer erlaubten uns, auch noch den Rest zu bergen.







Ich verabeschiedete mich dankend von meiner wirklich extrem konstruktiv agierenden Begleitung.

Was fing man mit dem angebrochenen Tag an? Die Temperaturen waren immer noch sehr hoch, wurden aber ganz langsam etwas erträglicher.  Ich beschloss, wenn ich schon mal in der Nähe war, noch einen Baumlander bei Helmste zu kontrollieren. Der hing im Wald zuletzt in ca. 25m Höhe. Ich fuhr also eine Station nach Horneburg und dann ein paar Kilometer in den Wald. Dort war es angenehm kühl. Und zu meiner großen Freude lag die Sonde inzwischen am Boden. Die Story dazu gibt es hier.


Übersicht über alle Sondenfunde hier
Karte aller Sondenfunde hier






 

Der Keiler und der Baumlander

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3450423
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 31.03.2019 00:00Z
Track Bremen
Landestelle Helmste bei Horneburg
Sonde im Baum, 26m über Grund, LAT LON: 53.50891, 9.520738 Google Maps
Fallschirm im Baum, LAT LON: 53.50853, 9.521124, Google Maps
Status: Geborgen am 26.7.2019, 17:11Z unter dem Baun


Update am 26.7.2019
Die Sonde wurde unter dem Baum aufgesammelt. Mehr hier. 150m entfernt fand ich die Unterkiefer eines Rehs direkt auf dem Weg. Letztes Mal hatte ich direkt an der Sonde einen vermoosten Keiler-Unterkiefer gefunden. Sonstige Knochen waren beide Male nicht zu sehen. Was bitte ist da los?


Aber der Reihe nach: Am 26.7. war ich in einem Wohngebiet bei Neukloster zur Bergung der Saseler Sonde P3450423.Von da aus ist es nur eine S-Bahnstation bis Horneburg. Also habe ich die Gelegenheit genutzt und trotz des extrem warmen Wetters noch einmal im Wald vorbeigeschaut. Im Wald war es auch angenehm kühl. Rehe und einen Marder liefen über den Weg. Reife Heidelbeeren waren ein willkommener Snack. Der Fußweg, der direkt zur Landesstelle führt, war dieses Mal frei begehbar - letztes Mal lag ein umgestürzter Baum direkt darüber. Die Unterkiefer fand ich in den Boden eingetreten auf den letzten 100m direkt auf dem Weg. Der Fallschirm war unverändert. Da ich wieder nur eine 10m Stange dabei hatte, konnte ich da auch nichts tun. Zu  meiner großen Freude lag die Sonde unter dem Baum, zusammen mit ca. 10m Schnur. Das muss auch schon etwas länger so sein, denn die Schnur war deutlich in das Moos eingewachsen.



Der Sensorarm war etwas korrodiert. Erstaunlich war, dass sich die Sonde einschalten ließ und nicht einmal einen "Error" blinkte.


  
Origial-Post vom 31.3.2019
Diese Sonde habe ich am frühen Morgen des 31.3. besucht. Anreise mit Regionalzug bis Horneburg und weiter mit dem Rad bis zur Landestelle. Sie sendete noch, und die GPS-Koordinaten zeigten leider eine deutliche Höhe über dem Grund an. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Sonde von unten im Baum die im Licht der aufgehenden Sonne glänzende Sonde entdecken konnte. Sie hängt laut GPS 26m hoch.



Da ich nur eine Handy mithatte, musste für eine Teleaufnahme ein afokales Bild durch das Fernglas genügen:

Etwas stromabwärts direkt am Weg fand sich in etwa 15-18m Höhe der Schirm.



Direkt an der Sondenlandestelle gelang doch noch ein überraschender Fund:












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