Dienstag, 15. September 2026

Meppen-Sonde am Zuckerberg

Sondentyp:  RS41-SGP 
SN:
 
W1120540
Frequenzen: 
404.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation:
Meppen (WMOID:10304)
Produktionsdatum: 2024-03-12

Flugdatum: 8.9.2026 10:00Z
Track wettersonde.net und Sondehub
Maximale Höhe: 25282m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.9m/s 
Landegeschwindigkeit: 2.7m/s
Landestelle: Deinste
 LAT, LON: 
53.53897,9.495491 Google Maps
Status: Geborgen am 14.9.2026, 15:48UT

Methode: Extrapolation aus Sondehub-Daten

Die Meppener Sonden vom 8.9. wurden alle von Mitgliedern unserer Gruppe geborgen. Nr. 1 am frühen Morgen von Klaus zwischen Krempe und Kremperheide bei Itzehoe. Nr. 2 von mir im Wohngebiet nördlich Hausbruch. Bis auf eine. Meppen 3 ging bei Deinste am Rand des Feener Moors nieder. Womöglich eine feucht-fröhliche Sache, wobei laut Google Earth ein paar Bäume die Sonde vor dem eigentlichen Moor aufgehalten haben könnten. Sehr niedrige finale Positionen lieferte auf Sondehub die Station "Mobil DZTTGO". Klingt nach jemandem, der hinter den Sonden mobil hinterherfährt. Ich erinnere aber, das ich schon mal eine Sonde nach den Daten des Kollegen auf einer Wiese einsammeln konnte. Offenbar wohnt der in der Gegend und speist Daten ein, ohne selber die Sonden zu bergen. Danke schon mal im Voraus für die schönen Daten. 

Diese Sonde ist  durchaus reizvoll. Spannend ist, ob man da überhaupt rankommt. Da aber unweit eine Bergener Sonde seit eineinhalb Jahren an einer Fichte abhängt und dringend mal heruntergefallen sein könnte, hätte man bei einer Radtour gleich zwei Eisen im Feuer. Ich habe allerdings erstmal keine Zeit für eine Tour dorthin. 

Am 14.9. bin ich wieder in Hamburg. Die Sonde ist immer noch nicht in Radiosondy eingetragen. Also geht werden Teleskopstange und Faltrad gegriffen, und ab geht es in die S-Bahn. Von Horneburg führen bekannte Wege zur Landestelle des  Baumlanders U3260237. Diese Sonde vom April 2025 hatte ich am Tag nach der Landung hoch in einer Fichte im Rustjer Forst lokalisiert, den Fallschirm geborgen und danach noch ein paarmal besucht. Im Sommer gab es einige Sturmereignisse, so dass es Sinn macht, da noch einmal vorbeizugucken.  Aber die Sonde tut mir den Gefallen nicht - sie hängt hartnäckig oben. 

Weiter geht es, wieder zurück zur Straße. Auf ihr erreiche ich das mir ebenfalls gut bekannte Dorf Helmste. Dort hing einst eine Meppener Sonde im Baum, die ich mit einer 15-Meter Stange von unten anstupsen, aber nicht einhaken konnte. Später hing sie nicht mehr im Baum, lag aber auch nicht unten. Hoffentlich geht es mir diesmal nicht auch so. 

Hinter dem Dorf geht es zum Zuckerberg. Ein 28m hoher Bergriese, der noch auf seine Erstbesteigung mit Sauerstoff wartet. 


  

Gleich dahinter gibt es eine Gelegenheit, das Fahrrad anzuschließen. Dort liegt schon ein weiteres Rad im Gras. Den Besitzer sehe ich auf einer umliegenden Koppel. Mit meiner Frage, ob er wegen der Radiosonde da wäre, kann er nichts anfangen. Er ist checkt die Elektrozäune und sieht bei den Pferden nach dem Rechten. Ich erkläre ihm meine Anwesenheit, er wünscht mir Glück, und ich stapfe los. Glücklicherweise kann ich direkt am Rand der Pferdekoppeln entlanglaufen und so direkt zur Landestelle gelangen. Für die Pferde ist das offenbar eine willkommene Abwechselung. 

Aus einiger Distanz kann ich die Lage an der Landestelle gut überblicken. Einige nicht allzu hohe Birken, Kiefern und Fichten stehen direkt am Rand der Koppel. Ich brauche kein Fernglas - da hängt die Sonde. Sie ist tatsächlich gleich nach der letzten Position am ersten Hindernis hängen geblieben. 


 

Die Höhe macht aus der Nähe einen stangentechnisch beherrschbaren Eindruck, vielleicht 8-10m. Ich zerre wenn möglich nicht an den Sachen, bevor ich nicht die Lage des Gespanns verstanden habe. In diesem Fall noch weniger, weil ganz in der Nähe und in Flugrichtung diese nette Leitung verläuft. 


 

Nein, in der Leitung stecken Ballon und Schirm nicht. Die Suche  erweist sich als komplizierter als die nach der schon Weitem gesichtete Sonde. Erst nach längerem Herumirren entdecke ich sie in einem anderen Baum, noch niedriger. 

Dennoch ist die Lage ein wenig diffizil: Ich möchte nicht an dem Fallschirm ziehen, weil ich damit womöglich die Sonde in unerreichbare Höhen befördere. Umgekehrt lieber auch nicht. Also wird das Rasierklingen-Schneidetool an der Stangenspitze befestigt und die Schnur gleich am Abroller gekappt. Danach wird das Tool gegen den Haken ausgetauscht und der Fallschirm zu Boden befördert. Meppen-typisch ist die Schnur mal wieder nicht komplett abgerollt. 

 


Jetzt geht es zurück zu dem Baum, in dem die Sonde unverändert hängt. Sie lässt sich ziemlich einfach einhaken und herunterziehen.

 

 




 


 

Jetzt wird es Zeit, die Ausrüstung zusammenzupacken und zurück zu wandern. Beim Befestigen der Stange am Rad werde ich von den Pferden, die mich schon auf dem Weg begleitet hatten, neugierig beäugt.

Der schnellste Weg zur Bahn führt nach Agathenburg: 6 km, überwiegend bergab. Unterwegs beobachte ich eine Wolke von Finkenvögeln und Staren, die offenbar schon in Zuglaune sind und sich in den Büschen ein Nachtquartier suchen wollen. Umkreist werden sie von einigen Falken, die auch gerne auch ein Abendbrot hätten, und  versuchen, durch synchrone und unvorhersehbare Flugmanöver dem Zugriff zu entziehen. 

Gemütlich radel ich Richtung Bahn. Dass ich den Zug verpasse, ist egal. Der nächste fährt in 15 Minuten. Nein. Natürlich wissen die Apps nicht, dass es eine größere Schrankenstörung im Bereich Stade gibt. So muss ich noch etwas warten - was mir ein Zeitfenster gibt, in die neueste Folge von  "Astro&Co" auf Youtube hereinzuhören, heute über den immer noch nicht explodierenden T CrB. Dann kommt schon die S-Bahn. Den Rest des Vortrags muss ich mir mangels Kopfhörer zuhause hören.     

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Mittwoch, 9. September 2026

Landung in Neugraben

Sondentyp:  RS41-SGP 
SN:
 
W1120579
Frequenzen: 
405.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation:
Meppen (WMOID:10304)
Produktionsdatum: 2024-03-12

Flugdatum: 8.9.2026 8:00Z
Track wettersonde.net und Sondehub
Maximale Höhe: 20920m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 4.79m/s 
Landegeschwindigkeit: 3.7m/s
Landestelle: HH-Neugraben
 LAT, LON: 
53.45762,9.86705 Google Maps
Status: Geborgen am 8.9.2026, 10:40UT

Methode: Decodierung des Sondensignals per TTGO (RDZsonde)

 

Diese Meppener Sonde erreicht nur 20km Höhe, hat dann eine extrem schwankende Abstiegsgeschwindigkeit und landet am Hang der Harburger Berge. Hier führt eine von früheren Sondenbergungen wohlbekannte Straße die Harburger Berge hinauf. Sondehubs letzte Position liegt über Privatgrundstücken. Sie dürfte es aber in den angrenzenden Wald geschafft haben.

Zwecks Anreise muss ich nur mit der S-Bahn bis Neugraben fahren. Von dort fährt ein Bus die Straße herauf. Ich steige an der Station Lüttmattensteed aus. Der TTGO hat sofort Empfang. 

Die Sonde liegt nicht im Wald, sondern ist auf einem Privatgrundstück direkt an der Straße niedergegangen. Und in der Kartendarstellung wird sofort erkennbar, daß sie dort nicht stationär herumliegt, sondern sich langsam bewegt.

 


 

Ich klingel an dem Haus. Die nette Besitzerin hat die Sonde, wie sie mir erklärt, gerade eben aus ihrem Bambusbusch geklaubt. Kräftiger Schnurzug führte zu Schnurriss. Sie hat bereits den QR-Code des Aufklebers analysiert und weiß auch, dass sie die Sonde entsorgen soll. Sie lässt sich alles gründlich erklären und überlässt mir das gute Stück. 

Die Fortsetzung der Schnur ist von der Straße aus auf dem Nachbargrundstück zu sehen. Auch hier frage ich wieder, auch hier darf ich mich um die Sache kümmern. Ich kann viel Schnur einsammeln. Fallschirm und Ballonrest scheinen noch ein Grundstück weiter zu liegen. Bei Schnurzug reißt die Schnur erneut. Verwirrenderweise hängt eine Wäscheklammer am sondenseitigen Schnurende. Die Grundstücksbewohner können sie nicht zuordnen. Ob die aus Meppen stammt und da beim Start irgendeine Rolle spielt? 

 Von der Straße aus kann ich Fallschirm und einen großen Ballonrest auffällig vor einer Garage auf dem Nachbargrundstück liegen sehen. Aber da macht niemand auf. Die Leute werden aber mit der Bergung der Sachen keine Probleme haben. 

 



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Sonntag, 30. August 2026

Mal wieder in Unterlüss

Die Gegend um Unterlüss eignet sich ziemlich für Kaltsondenjagden. Riesige Kiefernwälder sind hinreichend abschreckend für lokale Kollegen. Die Südheide ist einigermaßen schnell mit dem Metronom erreichbar - wozu gibt es das Deutschlandticket. Im Sommer kam es allerdings zu wochenlangen Streckensperrungen. Auch ist das Gelände derart weitläufig, dass man mit einer Tour nicht alle infrage kommenden Sonden absammeln kann. Zuletzt war ich im April 2026 vor Ort. Seither hat sich allerhand angesammelt. Zuletzt ging am 24.8. eine Sonde südlich von Unterlüss nieder, so dass ich 5 Tage später mich auf den Weg mache. 

Die Kaltsondenjagd in der Gegend wird durch den db0dan-SDR heute einigermaßen erleichtert. Wenn man das Signal selber mitschneidet, kann man die Sonden bis fast zur Grasnarbe decodieren. Wenn nicht, speist der SDR inzwischen seine Daten in wettersonde.net ein. 

Hängt die Sonde im Baum, kann man über den SDR das Signal auch nach der Landung erfassen. An der Signalstärke nach der Landung kann man die Höhe über dem Boden ganz gut abschätzen. 

 Bei der Sonde vom 24.8. lauten meine Notizen: "kein Signal nach der Landung". Das bedeutet, dass ich die Sonde auf dem Boden erwarte. Ferner habe ich nur die letzte Position vermerkt, "maximale weitere Flugstrecke 4 Meter". 

Die Anreise erfolgt für 2026er-Öffi-Verhältnisse erfreulich glatt. Am Bahnhof angekommen, trage ich das Rad die steile Treppe herab - Barrierefreiheit gibt es hier nicht. Ich will gerade losfahren, da bemerke ich, dass eine junge Mutter an der Treppe struggelt. Sie kann unmöglich ihr Kind tragen und ihren über 20kg schweren Kinderwagen die Treppe herunter asten. 

Danach geht es los. Entlang der mir gut bekannten Brandschneise führt ein wunderbarer Radweg direkt Richtung Sonde Nr.1.

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V1220834
Produktionsdatum: 2023-3-21
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 24.8.2024 (12:00Z)
Track
wettersonde.net/Tower

Maximale Höhe:
 34217m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.33 m/s

Landegeschwindigkeit:
 7.9m/s

Landestelle: Unterlüß, 
LAT, LON: 
52.79324,10.3115 Google Maps
Status:
geborgen am 29.8.2026, 12:21
Methode:
 Extrapolation aus Tower-Daten

Die Situation vor Ort ist wie erwartet. Die Sonde liegt exakt an der letzten Position am Boden.



 

Der Schirm hängt ca. 16m hoch im Baum. Ich versuche noch, mit Tape und Zweigen meine Teleskopstange zu verlängern, aber selbst so kann ich nur die äußersten Latexfetzen anstupsen, aber nichts einhaken.



 

 

Das ist ärgerlich. Sonde und fast die gesamte Schnur kann ich aber einstecken. 

Nur 800m entfernt gibt es die Landestelle von V1030753, einer Sasel-Sonde aus dem letzten November. Die Landestelle ist aus Tower-Daten auf wenige Meter genau bekannt und liegt auf einem Forstacker. Da der Acker seit der Landung mindestens einmal bestellt wurde, sind die Chancen vermindert, aber wo ich schon mal vor Ort bin... Der Acker erweist sich als begehbares Raps-Stoppelfeld. Irgendwelche Reste des Gespanns liegen dort nicht herum.  

Zurück geht es nach Unterlüss. Nicht weit weg befindet sich  die Landestelle von U3250253  . Die hatte ich schon im April besucht. Ich konnte den bodennah verhakten Fallschirm entfernen, aber die Sonde hing hoch im Baum. Leider tut sie das heute immer noch. 

Direkt unter der Sonde sitzt ein junger Mann und massiert seine Füße. Mit meiner Frage, ob er wegen der Sonde hier ist, kann er nichts anfangen. Er macht eher den Eindruck, dass er nicht angesprochen werden möchte. Auf dem Pfad bewegen sich im Übrigen inzwischen ganze Scharen von Menschen, zum Teil mit Rucksäcken, Spezialschuhen und Trinkblasen versehen. 2 Mädels blicken auf ein Handydisplay und rufen sich zu "Das ist erstaunlich, die sind ja HINTER uns!" Hier findet offenbar irgendeine Form von organisiertem Kampfwandern statt. Eine Google-Recherche nach der Rückkehr liefert die Erklärung: Es handelt sich um den "Ultramarsch Südheide". Teilnehmer haben die Wahl zwischen Strecken von 60, 75 oder 120km, letztere soll in 26 Stunden zurückgelegt werden. Keine Gnade für die Wade. Ist das gesund?

Ich habe andere marternde Probleme, nämlich die Qual der Wahl zwischen mehreren Kaltsonden. Am nächsten gelegen ist V0921426, auch eine Bergener Sonde aus dem Juni. Der Weg zu ihrer Landestelle führt über den Weg "Siedenholzbahn", der wieder mit einer schönen Radfahrspur versehen ist. Rechts neben ziemlich zerfallenen Hofgebäuden geht es in den Wald. 

Die Sonde hatte ich nicht mitgeschnitten, sondern muss mich auf die Daten in wettersonde.net verlassen. Die kommen auch vom Web-SDR auf dem Turm im Wendland. Offenbar kann die Sonde nicht hoch im Baum hängen, denn es gab nach der Landung keine Decodierung. 

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V0921426
Produktionsdatum: 2023-2-28
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 2.6.2024 (0:00Z)
Track
wettersonde.net/Tower

Maximale Höhe:
 36468m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.94 m/s

Landegeschwindigkeit:
 7.0m/s

Landestelle: Unterlüß, 
LAT, LON: 
52.81159,10.24266 Google Maps 
Status:
geborgen am 29.8.2026, 15:42
Methode:
 Extrapolation aus Wettersonde.net-Daten (db0dan)
 

 

 Ich schlage mich also durch den Wald und werde nicht enttäuscht. Unmittelbar an der Extrapolationslösung hängt die Sonde 3 Meter hoch am Baum. 




 

Die ziemlich lädierte Schnur verschwindet im Baum. Ich fahnde länglich, aber erfolglos nach Ballonrest und Schirm. Die Schnur lässt sich abziehen und mitnehmen. 

Zurück in Unterlüss wird klar, dass man in absehbarer Zeit wiederkommen muss, da es in der Region mehrere weitere Kandidaten gibt. Zurück geht es über Uelzen nach Hamburg. Im Zug bekomme ich als Passivraucher meine Jahresdosis Hanf verpasst, die Herren sind schon reichlich zugelötet. Ansonsten läuft öffitechnisch alles einigermaßen glatt, außer dass der RE3 heute in Harburg endet. Die S-Bahn wird mich rasch nach Hause bringen. Aber so leicht ist das Leben in ÖPNV-Land 2026 nicht.

Chaos auf dem rappelvollen S-Bahnsteig. "Technische Störungen auf der Strecke". Die Durchsagen sind auch für einen Kenner des S-Bahnsystems inhaltlich unverständlich. Offenbar fährt derzeit nur ein Pendelzug zwischen irgendwo und Wilhelmsburg. Der wird soll laut Display wahlweise "sofort", in 2 Minuten, in 10 Minuten angekündigt oder soll sogar in einer Minute in Gegenrichtung verkehren. Immer mehr sieht es danach aus, dass in Wahrheit gar keine S-Bahnen fahren.

Also guckt man, ob man mit den Regionalzügen weiter kommt. Der nächste fährt in 5 Minuten auf Gleis 3. Ich bin natürlich nicht der einzige, der diese Idee hat. Auf dem Bahnsteig herrschen bereits indische Verhältnisse. Ich entdecke auf der App, das 2 Minuten später ein weiterer Zug auf Gleis 2 fährt und wechsel den Bahnsteig. Inzwischen läuft der  Zug auf Gleis 3 ein, was die wenigen an Gleis 2 wartenden Fahrgäste zu einem Sprint auf den anderen Bahnsteig  motiviert. Das scheint mir nicht schlau zu sein. Mittlerweile läuft der fast leere Zug auf meinem Gleis ein. Eine Handvoll Fahrgäste steigen mit mir ein, während sich drüben die Masse Mensch in den anderen Zug quetscht. Mein Zug fährt als erster ab. 

Am Hauptbahnhof steige ich in eine fast leere S-Bahn. Daraus ist zu folgern, dass die Volksmassen vom S-Bahnsteig in Harburg noch unterwegs sind. In jedem Fall bin ich froh, als ich zuhause ankomme. 

 

Sonntag, 26. Juli 2026

Drive-In am Sportweg

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V0921502
Produktionsdatum: 2023-2-28
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 25.7.2026 (12:00Z)
Track
wettersonde.net/Tower

Maximale Höhe:
 
32478m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.62 m/s

Landegeschwindigkeit:
 10.3m/s

Landestelle: Holdenstedt bei Uelzen, 
LAT, LON: 
52.93699,10.50731 Google Maps
Status: Geborgen am 25.7.2026, 16:20UT

Methode:
 Extrapolation aus Tower-Daten (Web-SDR db0dan)

Die Mittagssonde aus Bergen landet unweit von Uelzen im Wald. Ich bemerke das erst nach der Landung. Auf der Tower-Seite des Web-SDR gibt es unter "Files" die decodierten Sondenfiles der letzten Stunden. Der Web-SDR streamt auch nach wettersonde.net, aber in den Archivfiles direkt an der Quelle findet man meistens noch niedrigere Positionen. So ist es auch heute. Ich gucke auf das Wasserfalldiagramm der Seite. Von dem Sondensignal ist dort nichts zu sehen. Im Raum Uelzen bedeutet das: Sonde am Boden. Das ist auch angesichts der Tatsache, dass die Sonde mit 10m/s eingeschlagen ist, plausibel. Die letzte Position liegt nur wenige Meter über dem Boden; diese Sonde kann laut kurzer Überschlagsrechnung nur ca. 3m weit geflogen sein. 

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es im Umkreis noch zwei weitere Kaltsonden gibt: Eine Manöversonde mit Tower-Empfang nach der Landung vom 13.7., und einen Baumlander von 2025, der allmählich am Boden liegen sollte. Es ist noch lange hell, also spricht nichts gegen eine spontane Radtour. Für die aktuelle Sonde werde ich erst unmittelbar nach dem Killtimer auftauchen können.

Die Anreise ist angenehm, und der Zug ist erstaunlich leer. In Uelzen wird das Rad aufgeklappt und los geht es. Die Landeposition befindet sich direkt am Weg. Da er an einem Sportplatz vorbeiführt, heißt er Sportweg. Er ist sogar bis in den Wald hinein asphaltiert.

Ich erwarte eine leichte Drive-In-Situation. Das trifft auch im Wesentlichen zu, aber das Unterholz am Wegrand ist etwas dicht. Auch ist von der Sonde zunächst nichts zu sehen. Dafür hängt  gleich linkerhand jede Menge Latex vom Baum.

 

 

 


Die Sonde? Wo ist sie denn? Sie sollte nach aller Logik am Boden liegen. Tut sie auch, aber sie versteckt sich ein wenig. 



 

Von der anderen Seite sieht es schon viel besser aus....






Der Abstand zwischen Schirm und Sonde beträgt nur wenige Meter, aber die Schnur verläuft über mehrere hohe Baumwipfel     und ist im Geäst verhakt. Ich muss sie erst einmal durch kreative Schnurmanöver befreien, um das Gespann komplett bergen zu können. 



 


 

Jetzt gilt es ein beiden nahen Kaltsonden zu suchen. In beiden Fällen gibt es exakte Landepositionen - Tower sei Dank. 

Die erste ist U3160301. Die hängt seit März 2025 hoch in einer Kiefer im Wald am nahen Königsberg. Sie war eine der ersten Sonden, die ich mit dem Zilog-Decoder aus dem Tower-Signal decodiert hatte. Sowohl die GPS-Höhe als auch die Signalstärke ließen auf eine Position hoch im Baum schließen. Ich habe sie im Februar 2026 schon mal besucht, in der Erwartung, dass sie inzwischen vom Baum gefallen sein sollte. Am Boden lag sie nicht. Die Lokalisation erforderte damals etwas Fernglasakrobatik. 

Heute finde ich einen erheblich besseren Zugang. Wieder liegt am Boden keine Sonde, wieder muss ich mit dem Fernglas den Wipfel absuchen. Die Sonde hängt immer noch hoch im Baum, aber wohl nicht mehr lange. Die Schnur ist schon sehr verrottet. Hier lohnt heute kein langer Aufenthalt. Lieber fahre ich zu der zweiten Kaltsonde, die nur 3km entfernt liegen sollte - wenn sie noch da ist. 

Es ist eine Manöversonde vom Truppenübungsplatz Bergen, die vor 12 Tagen nahe am Elbe-Seitenkanal heruntergekommen ist. Der Tower hatte sogar Post-Landing-Positionen an wettersonde.net gestreamt, und ich hatte die Landephase zusätzlich per Zilog mitgeschnitten. Das Signal nach der Landung war relativ schwach, aber decodierbar. Google-Maps zeigte an der Stelle einen Knick, der aber offenbar genau an der Sondenposition durch einen Feldaufgang durchbrochen war.  

Sondentyp: DFM17
SN: 
21(321)063207
Produktionsdatum: 17.11.2021
Frequenz:
403.81 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Truppenübungsplatz Bergen
 (WMOID:-)
Flugdatum:13.07.2026 11:50L
Track : wettersonde.net/TWR
Maximale Höhe: 18303m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.27
m/s 
Landegeschwindigkeit: 3.1 m/s
Landestelle: Uelzen, LAT, LON: 
52.94502,10.59528, Google Maps
Status: Geborgen am 25.7.2026, 18:30 UT
Methode: Empfang des Sondensignals nach der Landung via Web-SDR (db0dan)

 

Da ist es natürlich möglich, dass die Sonde bereits vom Landwirt entsorgt ist. Aber Nachgucken kostet nichts. Nach wenigen Kilometern zweigt links der Feldweg ab, der direkt zur Landestelle führt. Der ist ziemlich zugewuchert und mit dem Rad nur durch Schieben zu bewältigen. Am Ende des Weges vorne kommt der besagte Feldaufgang in Sicht.  Nach der Vegetation zu urteilen, ist hier in den letzten Wochen kein Trecker gefahren. Und da liegt auch schon gut sichtbar die Schnur, die quer über den Weg verläuft! Die Sonde wird an der erwarteten Stelle abgegriffen, und die Schnur weist den Weg zum Fallschirm im benachbarten Haferfeld. 





 

Nach dieser einfachen Bergung geht im Abendlicht zurück nach Uelzen. Dort entdecke ich, dass dort einige Metronom-Linien Richtung Süden von DB-Regio übernommen wurden. Die haben das Wagenmaterial übernommen und natürlich als erstes die Gepäck-Gestelle durch Sitze ersetzt. Das dürfte die allgemeine Rollenkoffer-Krise in den Regionalzügen weiter verschärfen. Mein Zug nach Hamburg wird noch von Metronom betrieben. Mein Faltrad verschwindet unter dem hier noch vorhandenen Gepäckgestell. Dafür endet der Zug mal wieder Metronom-typisch außerplanmäßig in Hamburg Harburg. Aber dieses Problem ist mit der S-Bahn zu bewältigen. 

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