Donnerstag, 24. September 2026

Zwei Landungen in 50m Abstand

Die Story begann am 12.2.2026, als im Jersbeker Forst eine Radiosonde aus Norderney landete.

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
X0534035
Produktionsdatum:2025-1-29
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Norderney (WMOID:
10113)
Flugdatum:23.9.2026
 00:00UT
Track
wettersonde.net

Maximale Höhe:
 31968m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.11 m/s

Landegeschwindigkeit: 5 
m/s

Fundstelle: Jersbek 
LAT, LON:
 
53.75110,10.23412  Google Maps
Status: Baumlander, lokalisiert von 
DB7XO am 23.3.2026. Ursprünglich 15m hoch, danach höher. Zuletzt gesehen am 6.9.2026
Methode:
 
Extrapolation nach wettersonde.net-Daten 

Axel und ich waren am 23.3. bzw.am 22.3. vor Ort und konnten nur feststellen, dass die Sonde und der Schirm ca. 15m hoch im Baum hingen. 

 



Ich hatte ein paar technische Probleme mit meiner 13m Stange. Axel konnte mit seinem baugleichen Modell die Sonde knapp nicht erreichen. Ich war dann Tage später voller Optimismus mit der 15m Stange vor Ort. Der Fallschirm hatte sich verlagert, und die Sonde hing jetzt ärgerlicherweise erheblich höher und somit außerhalb meiner Reichweite. Der Schirm hing jetzt niedriger. Er ließ sich zwar mit der 15m Stange erfassen, war jetzt aber so an den Ästen verhakt, dass er sich nicht herunterziehen ließ. 

Ich habe in den kommenden Monaten die Sonde mehrfach besucht, aber sie tat mir nicht den Gefallen herunterzufallen. Zuletzt war ich am 6.9. 2026 vor Ort. Da ließ sich die Sonde nur schwer durch das Laub mit dem Fernglas erkennen, und dazu musste  man an einem ganz bestimmten Platz stehen.

Dann landet am 23.9.2026 die Schleswiger Mitternachtssonde keine 50m von der alten Landestelle entfernt!

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
 
Y0130260
Produktionsdatum: 31.12.2025
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill:
keiner
Startstation:
Schleswig (WMOID:
10035)
Flugdatum:
23.9.2026 00:00Z
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 4.89 m/s
Maximale Höhe:
 34160m
Landegeschwindigkeit: 2.2m/s
Track  radiosondy
Landestelle: Jersbek ,
LAT, LON  
53.75156,10.2338 Google Maps
Status:
  Geborgen am 23.9.2026, 5:37UT
Methode: 
Decodierung des Sondensignals mit TTGO (RDZsonde)

 Ich schnappe mir mein Auto und fahre von Schmalenbeck aus hin. Den Weg und den Übergang über die dieses Jahre leeren Wassergräben kenne ich ja schon. Der TTGO verrät mir die Position. Die GPS-Höhe lässt auf einen Baumlander schließen. Aber ich werde vor Ort angenehm überrascht.


 

 


 Die Schnur verschwindet in einem Baum. Den Fallschirm kann ich nicht sehen. Mir gelingt es, ihn über einige Bäume zu ziehen, und er hängt dann ganz gut sichtbar an der Schnur.

 


 

 

 

Ich kann ihn mit der Schnur nach oben ziehen und auch wieder ein Stück herunterlassen. Er bleibt aber immer auf einem Ast liegen. Ich versuche es mit etwas Schwung. Nach ca. 10 Versuchen verhakt er sich dann irreversibel an einem Ast. Und der Versuch ihn wieder zu lösen endet mit Schnurriss. Das ist ärgerlich. Auch mit der 15m Stange komme ich knapp nicht an den Schirm heran. 

Ich erkunde noch die wenige Bäume daneben befindliche Norderneysonde. Deren Schirm ist arg zerfallen, und wenn die Blätter fallen, kann man ein Foto aufnehmen, das beide DWD Schirme zeigt. Die Sonde kann ich von dem Platz, von dem sie zu Monatsbeginn noch sichtbar war, nicht erkennen. Unten liegt sie aber auch nicht. Wir hatten ein paar windige Tage, da ist sie wohl wieder ein wenig verlagert worden. Mehr geht da wohl erst wieder nach Herbststürmen und Laubfall. 

 Ich mache mich auf den Heimweg. Unterwegs werden ein paar Brötchen gekauft für das Frühstück. Ein Kaffee weckt die Lebensgeister, und dann geht es in die Stadt. 

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Montag, 21. September 2026

Sondendeponie Röthen

Um das aus kriminalhistorisch relevante Forsthaus Röthen in der Göhrde häufen sich die Landungen von Radiosonden. In wenigen hundert Metern Radius gingen 2026 Sonden aus Schleswig und  Bergen nieder. Direkt nebenan hängt eine Manöversonde aus Munster Süd seit März 2025 in einer Fichte. Auf der anderen Straßenseite habe ich letztes Jahr eine Bergener Manöversonde von 2022 lokalisiert und geborgen. Während dieser Suche fand ich Schirm, Ballonrest und Fragmente eines Abrollers einer uralten RS92, möglicherweise von 2014 aus Meppen. Langsam wird es Zeit für eine Nachschau und für die Inspektion der Neuzugänge. Am Sonntag komme ich erst relativ spät weg, aber für einen Check der Sonden müsste die Zeit reichen, zumal zwischen den Landestellen nur wenige hundert Meter Distanz zu überwinden ist.  

Der Metronom bringt mich nach Lüneburg und fährt dann nicht mehr weiter. Als Grund wird ein "gefährliches Ereignis" angegeben. Was ist darunter zu verstehen? Google weiß die Antwort. Im Bahndeutsch ist das ein Überbegriff für alle möglichen Notlagen - über kleinere Unfälle bis zu einem größeren Eisenbahnunglück. Am Ende stellt sich heraus, dass bei Bad Bevensen Pferde auf den Gleise herumliefen und mit einem ICE kollidiert sind. Jetzt ist die Strecke gesperrt.

Meine Tour betrifft das nicht, denn ich steige in Lüneburg in die Wendlandbahn um. Vom Bahnhof Göhrde geht es bei starkem Gegenwind mit dem Faltrad über Oldendorf zum Forsthaus Röthen. Dort angekommen sind die Wege kurz. 


 

Zunächst ist da die Schleswig-Sonde vom 7.4.2026. Diese Sonde sendete nach der Landung aus dem Baum, und der Wendland-Tower konnte sie stundenlang decodieren. Rechnerisch ergab sich eine Höhe von 18m über Grund, so dass mein Optimismus begrenzt ist. Aber vielleicht liegt sie ja schon unten oder hängt in Reichweite der Teleskopstange. 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
 
X3453137
Produktionsdatum: 22.8.2025
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill:
keiner
Startstation:
Schleswig (WMOID:
10035)
Flugdatum:
7.4.2026 12:00Z
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.12 m/s
Maximale Höhe:
 32463m
Landegeschwindigkeit: 2.0m/s
Track  wettersonde
Landestelle: Göhrde (Röthen) ,
LAT, LON  
53.14517,10.81417 Google Maps
Status:
  Baumlander, hängt in ca. 22m Höhe
Methode: Koordinaten aus Sondensignal nach der Landung  (db0dan via wettersonde.net)

Vor Ort muss ich ein wenig suchen, um die Sonde, die leider ca. 22m hoch am Baum hängt, zu erfassen. Die Schnur ist schon ziemlich rott, und vom Fallschirm kann ich nichts endecken. Hier kann ich erstmal nichts unternehmen. Immerhin ist die Sonde lokalisiert. 

 

 





Weiter geht es zu  D17052124, einer DFM09-Manöversonde vom 19.3.2025. Die hatte ich zusammen mit Sylvio bei einer Tour durch die Göhrde letztes Jahr lokalisiert und zuletzt im August 2025 gecheckt. Sie hängt auch immer noch hoch in der Fichte und ist derzeit sogar besser sichtbar als damals. Leider verrotten die Schnüre der Firma Graw praktisch überhaupt nicht, so dass es viele Jahre dauern kann, bis so eine Sonde unter dem Baum aufgelesen werden kann. Das ist schlecht für die Umwelt. Die neuen bioabbaubaren Schnüre könnten in der Zukunft Abhilfe bringen. 

Am Forsthaus stelle ich fest, dass die Straße Röthen-Himbergen neuerdings für den KFZ-Verkehr gesperrt ist. Offenbar mag man die Straße nicht mehr instand halten. Mich als Radfahrer betrifft das nicht, und ohnehin biege ich rechts auf den schlecht befahrbaren Sandweg Richtung Neetzendorf ab. Nach wenigen Metern erreiche ich die dritte Landestelle dieser Sondendeponie - ein Neuzugang aus Bergen von Anfang August. 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V1220911
Produktionsdatum: 2023-3-21
Timerkill: 5h:00m

Startstation: Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 4.8.2026 (00:00Z)
Track wettersonde.net/db0dan

Maximale Höhe:
 35646m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.25 m/s

Landegeschwindigkeit: 8.2m/s

Landestelle: Göhrde (Röthen), LAT, LON: 
53.14287,10.79789 Google Maps
Status:
geborgen am 20.9.2026, 12:20UT
Methode:
 Extrapolation aus Tower-Daten (via wettersonde.net)

Hier gab es nach der Landung keine decodierbaren Daten über den nahen db0dan-Tower. Ich hatte mich nach der Landung kurz auf den Web-SDR aufgeschaltet. Da war nur ein sehr schwaches Signal im Wasserfalldiagramm erkennbar. Also rechne ich mit einer Bodenlandung. Und der Befund vor Ort bestätigt die Erwartung.



 

Fallschirm und großer Ballonrest hängen in guter Stangenreichweite in einer großen Kiefer. 

 

 

 

 



Nach dieser leichten Bergung fragt sich, was man weiter macht. Die Wendlandbahn fährt nur alle 3 Stunden, und wenn ich die nächste um 16:35 noch erreichen will, muss ich langsam den Rückweg zum Bahnhof antreten. Ich könnte natürlich die letzte Bahn um 19:35 nehmen, dann wäre noch etwas Zeit für ein paar weitere Baumlander in dem riesigen Wald. Aber der Wind erreicht langsam in Böen Sturmstärke, und da möchte man nicht lange im Wald herumlaufen. Ich checke also noch kurz den Fundort des alten Fallschirms. Die Wildschweine haben dort zwar kürzlich umgegraben, aber leider keine RS92 freigelegt. Auch habe ich für eine wirklich gründliche Suche keine Zeit. Mit starkem Rückenwind geht es rasch und bequem zurück zum Bahnhof Göhrde. 

Auf der Rückfahrt gibt es eine Verzögerung, weil der Wind einen Baum umgeworfen hat. Der liegt jetzt auf dem Gleis. Typischerweise würde sowas eine stundenlange Streckensperrung verursachen. Auf der urigen eingleisigen Wendlandstrecke lösen Lokführer und ein kräftiger Fahrgast das Problem mit der "Hau-Ruck"-Methode in wenigen Minuten. In Lüneburg erreiche ich sogar noch den Zug nach Hamburg.  

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Samstag, 19. September 2026

Der Fallschirm an der Kita

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
X3812010
Produktionsdatum:2025-9-15
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Norderney (WMOID:
10113)
Flugdatum:19.9.2026
 00:00UT
Track
wettersonde.net

Maximale Höhe:
 33251m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.27 m/s

Landegeschwindigkeit:
2.4m/s

Fundstelle: HH-Heimfeld 
LAT, LON:
 
53.46708,9.96395  Google Maps
Status: Geborgen am 19.9.2026
, 15:30 UT

Methode:
 GPS Position nach der Landung decodiert mit TTGO (RDZsonde). Bergung im Garten einer Wohnanlage unter aktiver Mithilfe der Bewohner

Die Sonde aus Norderney erreichte eine Höhe von 33km, der Ballon platzte im Weser-Jade-Bereich. Der Fallschirm funktionierte hervorragend, und ein starker Wind wehte die Sonde bis nach Hamburg-Heimfeld. Ich kriege das nach dem Aufwachen am Samstagmorgen mit. Eine schnelle Prediction zeigt, dass die Sonde, obwohl die letzte Position sie nur 30m über dem Grund zeigte, sie noch mehr als 100m geflogen sein dürfte. Wahrscheinlich sollte sie auf der Nobléestraße niedergegangen sein. Urban Rescue erfordert sofortige Aktion. Ich greife die Stange, einen TTGO und springe in die S-Bahn. Die Landestelle liegt direkt an der Station Heimfeld. 

Dort wird der TTGO aktiviert. Zunächst ist da kein Signal zu empfangen. Wahrscheinlich ist die Sonde ein Verkehrsopfer geworden, aber vielleicht kann man noch die Trümmer auf der Straße einsammeln. Dann, ich bin schon fast vor Ort, ist da doch ein Signal. Nach den GPS-Koordinaten hat es die Sonde über die Straße geschafft und liegt im Bereich der Innenhöfe der angrenzenden Wohnanlagen. Die sind unzugänglich. Da klingelt man besser nicht am Samstagmorgen um 8 Uhr. 

Eine kurze Erkundung der Umgebung ergibt auch keinen weiteren Aufschluss. Ich breche die Suche ab. Immerhin ist vor dem Ende der Batterien die Position ermittelt. Vielleicht geht da am Nachmittag noch etwas. 

Ich bin ich wieder vor Ort. Diesmal traue ich mich zu klingeln. Und ich stoße auf einen supernetten und interessierten Bewohner, der mich in den Garten lässt. Wir suchen zu zweit alles ab. Keine RS41, keine Schnüre, nichts. Da die GPS-Positionen nahe der Hauswand unsicher sind und auch manchmal in den Nachbargarten streuten, kann die Sonde auch drüben liegen. Der Bewohner ermutigt mich dringend, dort auf jeden Fall zu klingeln.

Der Nachteil an dieser Idee ist nur, dass da niemand aufmacht. Dabei sieht es ganz danach aus, als ob die Bewohner da sind. Hmm, für so einen Fall haben wir unser Infoblatt. Das stecke ich in den Briefkasten. Dann drehe ich noch eine Runde zur gründlicheren Erkundung der Gegend.

Sehr zu meinem Erstaunen entdecke ich den Fallschirm, der an der Fassade der nahen Kita herunterhängt!

 





 

Da aber die Tore verrammelt sind, kann ich die Situation nicht aus der Nähe erkunden. Etwas erstaunlich ist die große Distanz zur Landestelle - das sind mehr als 70 Meter. Die Schnur einer RS41 ist bekanntlich nur 50m lang. Was ist hier los?

Ich finde, dass die Innenhöfe einiger Nachbarhäuser der Landestelle als Parkplätze genutzt werden - und die sind zugänglich. Von hier aus kann ich die Schnur verfolgen - von der Kita bis zum Boden. Das passt alles überhaupt nicht zu den Positionen von heute Morgen! Mit dem Fernglas kann ich dann aber erkennen, dass die Schnur blind endet - daran hängt keine Sonde. Hat da jemand an der Schnur gezerrt? Umso dringender wird es, mit dem Nachbarn zu reden.

Ich klingel noch einmal. Zu meiner Überraschung öffnet er sofort. Der Grund: Er hat inzwischen den Infozettel gelesen. Yeah, public outreach hilft. Und er schließt sogar den Zugang zum Garten auf.

Wir suchen alles ab. Und zwar erfolglos - keine Spur von Schnüren oder Sonden. Da erspäht seine Frau vom Balkon aus einen weißen Schimmer UNTER einem Busch, der da nicht hingehört. Der Busch steht direkt an der Grenze zu dem anderen Grundstück. Ich krieche fast darunter und muss einen langen Arm ausstrecken. Tatsächlich liegt da eine RS41. Ich heb sie vorsichtig an, um nicht noch ein Chaos mit der Schnur anzurichten. Aber da ist keine Schnur. Da fehlt sogar auch der Befestigungsmast. Der ist glatt herausgebrochen.

 

 


Langsam wird mir klar, was da passiert sein dürfte. Die Sonde hat sich bei der Landung irgendwo am Gebäude verhakt und wurde dabei beschädigt.  Angesichts der hohen Windgeschwindigkeit ist dann der Sondenarm abgebrochen und der Schirm noch ein ganzes Stück weitergeflogen. Und die Sonde hat sich wohl bei dieser recht gewaltsamen Landung auch losgerissen und ist dann irgendwie unter dem Busch geschleudert worden. Es braucht jedenfalls einiges an Gewalt, um den Schnurmast in dieser Form von der Sonde abzubrechen. Menschliche Einwirkung ist auszuschließen, denn die GPS-Position, die GPS-Höhen und die geringe Signalstärke am Morgen passen gut zu der Fundsituation. 

Ich verabschiede mich von den freundlichen Bergungshelfern und kläre auch seinen Nachbarn über die erfolgte Bergung auf. Die Tochter des Hauses weiß jetzt jedenfalls, warum an ihrer Kita ein Fallschirm hängt.

 

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Altlasten im Stuvenwald

 Am Freitag habe ich unerwartet etwas Zeit, und da beschließe ich spontan eine Tour durch den Stuvenwald. Dort gibt es einige Kaltsonden, die noch niemand besucht hat oder deren Status unklar ist. Die Fraktion der automobilisierten Sondensucher ist aufgrund der extremen Preise nicht mehr so sehr geneigt, für einen wertlose weiße Box - oder gar für einen unsicheren Baumlander - Sprit zu verschwenden . Meine Sondenjagd mit  Faltrad und Deutschlandticket erfordert mitunter Frustrationstoleranz, ist aber vergleichweise preiswert. So bringt mich der Bus zu der bewährten Haltestelle "Kirchenwald" in Elstorf-Bachheide. Von dort geht es 3 Kilometer auf dem Radweg der Straße bis zu einer Abzweigung in den Wald. Direkt am Weg ist im Mai eine Bergener Sonde gelandet. Jetzt im September ist sie mein erstes Ziel.

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V1121405
Produktionsdatum: 2023-3-14
Timerkill: 5h:00m

Startstation: Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 18.5.2026 (00:00Z)
Track wettersonde.net/Sondehub

Maximale Höhe:
 34915m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.23 m/s

Landegeschwindigkeit: 5.8m/s

Landestelle: Stuvenwald, LAT, LON: 
53.40047,9.82924 Google Maps
Status:
geborgen am 18.9.2026, 11:53UT
Methode:
 Extrapolation aus Tower-Daten (via wettersonde.net)

Vom Weg geht es einige Meter einen Hang hoch. Und was soll ich sagen: 4 Meter neben der Extrapolationslösung hängt das da am Baum in ca. 8m Höhe:





Erst einmal versuche ich den Fallschirm zu lokalisieren, aber erfolglos. Offenbar hängt der sehr weit oben. In Erwartung einer unkomplizierten schnellen Stangenbergung mache ich mich ans Werk. Aber das ist nicht so einfach: Die Sonde ist direkt von unten nicht erkennbar - dichte Fichtenzweige blockieren die Sicht. Also muss ich sehr schräg von der Seite ansetzen. 



 

Ich kann die Stange auf einem Zweig ablegen, so dass sie sich nicht unter ihrem eigenen Gewicht verbiegen kann. Die richtige Orientierung kann ich nur erreichen, indem ich Druck auf den Zweig ausübe, wodurch die Stangenspitze nach oben biegt. Das ist ziemlich fummelig, aber irgendwann klappt es. Die Schnur ist bereits durchtrennt, also kann ich mit der Schnurzug-Raschel-Methode nichts über die Lokalisation des Schirms in Erfahrung bringen. Ansonsten ist die Sonde recht gut erhalten, obwohl sie ja schon 5 Monate im Wald hing.  

 


Alles wird wieder eingepackt. Der Weg führt direkt nach Süden, er bietet in schneller Folge phantastischen Asphalt, tückischen Sand, Beton mit tiefen senkrecht verlaufenden Riefen und Kopfsteinpflaster. Irgendwann erreiche ich eine Abzweigung. Auf einem mir gut bekannten Weg geht es nach Osten. Hier passiere ich relativ dicht eine mir bekannte Landestelle. Große Chancen rechne ich mir nicht aus, aber wenn ich schon mal vor Ort bin, kann ich da ja mal vorbeischauen. 

Sondentyp: DFM17 und RS41-SGP (Tandem)
SN:
 
U3260320 & 23055899
Frequenzen: 
405.1 MHz (RS41) und 403.05MHz (DFM17)
Timerkill: keiner
Startstation:
Meppen (WMOID:10304)
Produktionsdatum: 2024-03-13 (RS41) und 
2023-??-?? (DFM)
Flugdatum: 5.4.2024 11:00Z
Track radiosondy.info (DFM17)
Maximale Höhe: 24943m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.62m/s 
Landegeschwindigkeit: 6.2m/s
Landestelle:Stuvenwald
 LAT, LON: 
53.36235,9.839862  Google Maps
Status: RS41 geborgen am 18.9.2026, 13:10UT; DFM17 bisher nicht geborgen

Methode: Extrapolation aus Radiosondy-Daten

 

Hier ist 2024 ein Tandem aus DFM17 und RS41 in einem recht unwegsamen Waldgebiet niedergegangen. 2 Tage später war ich mit dem Auto in der Gegend - auf dem Weg zur Sternwarte Handeloh. Es gelang mir damals, die Sonde trotz der nicht allzu guten Prediction zu lokalisieren. Die Situation war allerdings suboptimal: Der Fallschirm hatte wohl am Boden gelegen, war aber nicht mehr vorhanden. Jemand hatte offensichtlich daran gezogen und wahrscheinlich erst dadurch die Sonden in den absoluten Wipfel einer hohen Fichte platziert, 35m hoch. Die Schnur da oben war wie ein Flitzebogen gespannt, und zwischen zwei Zweigen hing waagerecht die DFM17. 

 
Foto von 2024

Foto von 2024

 

Wie üblich war die RS41 mit einem kurzen Schnurstück und Tape an der DFM17 befestigt. Man sah die Schnur im Gezweig verschwinden - die RS41 habe ich trotz längerer Inspektion des Baumes mit dem Feldstecher aus verschiedenen Richtungen nicht erkennen können. Zu dicht waren Nadeln und Geäst.

Am 30.8.2024 war ich wegen einer anderen Meppen-Sonde erneut im Stuvenwald unterwegs. Also habe ich mal nachgeschaut. Das Ergebnis war frustrierend. Weder Sonden noch Schnüre waren in den Bäumen zu sehen.  

Und heute? Wieder kämpfe ich mich zur Landestelle durch und finde sofort anhand der Koordinaten und der alten Fotos den fraglichen Baum. Und diesmal liegt dort ziemlich eingewachsen eine RS41 auf dem Boden. Die seh ich heute zum ersten Mal. 

 

 

 



Die DFM17 kann ich weder am Boden noch im Baum entdecken. Da sich, wie am Beispiel der RS41 gesehen, in den Zweigen großer Nadelbäume Sonden gut verstecken können und die Schnüre der DFMs ja leider nicht verrotten, könnte sie nach mehr als 2 Jahren noch oben hängen. Oder sie ist heruntergefallen und tief im Moos eingewachsen.  Leider kann ich diesen Fall nicht schließen. 

Genauso wenig wie den der dritten Sonde: X0534908, der Nachtsonde aus Norderney vom 19.2.2026. Sie sendete laut wettersonde.net aus einem Baum am Südrand des Waldes.  Die Daten kamen vor allem vom Wendland-Tower. Der ist nicht gerade um die Ecke. Rechnerisch ergaben sich 28m über dem Boden. Etwas überrascht war ich über eine Meldung von DN9MOO. Der hat die Sonde erst als geborgen eingetragen und sich dann nach ACHTUNG korrigiert. Die Sonde hängt nach seinem Bericht in der Spitze einer 15m hohen Fichte. Sollte da doch was gehen? Aber vor Ort zeigt sich, dass die betreffende Fichte eher 35m hoch ist. Die Sonde kann ich mit dem Fernglas nicht lokalisieren. Auch vom Schirm fehlt jede Spur. Da müssen wir auf Fallobst hoffen. 

Ich lege dann noch mit dem Rad die letzten Kilometer zum Bahnhof Buchholz zurück, wo sofort der Metronom nach Hamburg eintrifft. Den hätte ich fast verpasst, weil ich den Fahrstuhl benutzen wollte. Einsteigen: Klappt. Der Fahrstuhl spricht zum User: "Tür schließt". Auch diese Operation klappt. Dann meint der Sprachchip: "Dieser Fahrstuhl ist defekt, bitte steigen sie aus!" Da ich die Durchdringung der Materie nicht beherrsche, ist das angesichts der geschlossenen Tür nicht möglich. Erst nach 40-50 Sekunden erschallt das erlösende "Tür öffnet"...Jetzt rasch das beladene Faltrad die Treppe herunter gewuchtet und rasch in den Metronom eingestiegen. Erst dort wird alles auseinander gebaut und zusammengeklappt. Auf dem Hamburger Hauptbahnhof herrscht mittelstarkes S-Bahn-Chaos - wegen einer technischen Störung. Dennoch komme ich vergleichsweise glatt nach Hause. 

 

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