Dienstag, 14. April 2026

Sondenschwall aus Bergen

Im Frühjahr 2026 hatte ich etwas Pech mit den Sonden. Kontrollierte Baumlander hingen standhaft im Baum. Man fährt 40km bei strammem Gegenwind durch die Göhrde, besucht 4 Sondenlandestellen. Drei sind einfach weg, eine hängt 20m hoch im Baum. Man fährt zur Sonde, und ein neuer, unbekannter Sondenjäger ist schneller.

Am Morgen des 13.4. startet der Truppenübungsplatz Bergen eine DFM17. Eine Manöversonde kommt selten allein, und tatsächlich starten die Sonden im Stundentakt. Es ist klar, dass sie den Großraum Hamburg ansteuern. Die ersten Sonden landen in Stormarn - eine am Ortsrand von Sandesneben, die nächste mitten in Lütjensee. Ich kann mich arbeitsbedingt erst am frühen Nachmittag ins Getümmel stürzen. Mein erster Impuls ist ein Tripp zu meinem Zweitwohnsitz in Schmalenbeck - von dort böte sich eine Autofahrt an. Als ich mich loseisen kann, landet gerade eine Sonde in Oststeinbek, mitten in einem Gewerbegebiet. Sowas erfordert schnelles Handeln, und ich ändere meinen Plan. Vielleicht sollte ich erst einmal ein Faltrad schnappen und einen kurzen Tripp dorthin starten und danach nach Schmalenbeck aufbrechen?

Sondentyp: DFM17
SN: 
23(243)053737
Produktionsdatum: 31.8.2023
Frequenz:
403.8 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Truppenübungsplatz Bergen
 (WMOID:-)
Flugdatum:13.04.2026 10:52L
Track : wettersonde.net
Maximale Höhe: 13358m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 6.26
m/s 
Landegeschwindigkeit: 2.8 m/s
Landestelle: Oststeinbek, LAT, LON: 
53.54966,10.15334, Google Maps
Status: Geborgen am 13.4.2026, 12:17UT, Stangenbergung aus von Hallendächern
Methode: Empfang des GPS-Signals nach Landung mit TTGO
 

Gedacht, getan. Von der U-Bahn-Station Steinfuhrter Allee sind es keine 2km bis zur Landestelle. Die Sonde sendet noch. Auf Rand eines Hallendachs einer Firma liegt die Sonde - unsichtbar von unten. Ein Angestellter fragt mich gleich, ob er was helfen kann. Er holt seinen Chef, der gibt mir das Go für eine weitere Suche. Genauere Betrachtung der Lage ergibt, dass die Schnur von dem Dach über einen Baum auf das Hallendach der Nachbarfirma verläuft, wo - ebenfalls unsichtbar - der Schirm liegen muss. Besonders hoch ist das alles nicht. So kann ich  die Schnur mit der Teleskopstange einhaken und die Sonde über die Dachtraufe heben. Der Rest ist einfach. 

 

Unter der Anfeuerung einiger Firmen-Angestellten gelingt es, durch Schnurzug den Fallschirm von dem anderen Firmendach zu befördern...






...
...und dann mit der Stange ebenfalls zu bergen. 

Was  macht man nun? Erst einmal mit der U-Bahn zurück zum Hauptbahnhof. Dort könnte ich in die U1 nach Schmalenbeck umsteigen. Ich entscheide mich anders, denn die reguläre RS41 aus Bergen landet gerade im Raum Aumühle. Also steige ich in die S-Bahn, und auf geht es wieder nach Osten.

So ein Manöversondenschwall hat seine eigene Dynamik. In der S-Bahn habe ich etwas Muße, mir die Lage auf den Internet-Seiten genauer anzuschauen. Was ist das? Da ist gerade eine weitere DFM17 direkt südlich der Autobahn bei Allermöhe heruntergekommen! Meine S-Bahn fährt gerade unweit davon vorbei!  Wie kommt man zur Landestelle? Mit dem Rad vom Bahnhof "Mittlerer Landweg" aus! Das ist die Station, an der die S-Bahn gerade hält! Sofort die Sachen zusammengerafft und ausgestiegen.

Sondentyp: DFM17
SN: 
21(342)069256
Produktionsdatum: 8.12.2021
Frequenz:
403.47 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Truppenübungsplatz Bergen
 (WMOID:-)
Flugdatum:13.04.2026 13:32L
Track : wettersonde.net
Maximale Höhe: 17366m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.61
m/s 
Landegeschwindigkeit: 7.6 m/s
Landestelle: Allermöhe, LAT, LON: 
53.49019,10.10203, Google Maps
Status: Geborgen am 13.4.2026, 14:30 UT
Methode: Empfang des GPS-Signals nach Landung mit TTGO
  


Die Radfahrt ist etwas nervig. Die ganze Gegend ist von Logistikunternehmen zugebaut, und riesige LKW-Gespanne machen es dem Radfahrer nicht ganz einfach. Der Weg zur einzigen Unterführung unter der Autobahn und über den angrenzenden Moorfleeter Sammelgraben führt nur wenige 100m an der Landestelle vorbei. Ich halte rasch einen TTGO in die Luft und kann tatsächlich die Landeposition ermitteln.

Auf der anderen Seite schließe ich mein Faltrad an. Ein auf den Karten nicht verzeichneter Fußweg führt direkt am Sammelgraben entlang und wird vor allem von Reitern genutzt.


 



Nach 800m kann ich auf der trockenen Weide die Sonde einsammeln. Das ist insoweit bemerkenswert, als dass der Bot von Radiosondy mal wieder meint:



VERLOREN

: Probably lost in the water [BOT]AUTO-STATUS...



Die Schnur ist kaum vom Abroller abgewickelt, und daher liegen die Einzelkomponenten des Gespanns ziemlich auf einem Haufen.





 

 

Mit dem Rad bin ich schnell zurück am S-Bahnhof und kann meine Tour nach Aumühle fortsetzen. Allmählich wird das ein Wettlauf mit dem Killtimer. Die S-Bahn passiert die Landeposition in einer Entfernung von 600m, und ich kann mit dem TTGO tatsächlich ein paar Frames empfangen. Leider ist das Signal aber sehr schwach. Die Framenummer und die Sondennummer lassen sich zwar erkennen, aber keine Koordinaten. Wenn ich mit dem Rad am Ziel sein werde, hat der Killtimer sicher bereits zugeschlagen. Aber das macht keine Probleme, weil die Extrapolationslösung auf wenige Meter stimmen sollte. Immerhin weiß ich, dass die Sonde noch da ist. 

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
V1220855
Produktionsdatum: 2023-03-21
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 13.4.2026 (12:00Z)
Track
wettersonde.net/sondehub

Maximale Höhe:
32712m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.24m/s

Landegeschwindigkeit:
12.3m/s

Landestelle: Krabbenkamp,
LAT, LON: 
53.53058,10.29526 Google Maps
Status:
Geborgen am 14.04.2026 16:30UT
Methode:
 Extrapolation nach Wettersonde.net Daten

Vom Bahnhof Aumühle sind es weniger als 2km. Die ganze Gegend ist sehr Bismarck. Der Herr hatte ja im nahen Friedrichsruh seinen Altersruhesitz. Also passiere ich im leichten Nieselregen rechterhand die "Fürst-Bismarck-Quelle", eine Fabrik zur Abfüllung des gleichnamigen Mineralwassers. Der Bismarck-Personenkult war Ende des 19. Jahrhunderts schon bedenklich. An der Landestelle steht doch tatsächlich ein Bismarck-Turm. Ursprünglich konnte man ihn wohl besteigen, was zur Fahndung nach einer Sonde auf einer abgezäunten Weihnachtsbaumplantage sehr nützlich gewesen wäre. Heute ist der Zugang aber vergittert.

 

Vom Rand der Plantage kann ich die Schnur der Sonde im Fernglas erkennen. Ich finde einen Zugang und kann die RS41 komplett bergen. Der Fallschirm ist in allerlei Latexresten eingequetscht - das erklärt die enorme Landgeschwindigkeit. 

 

 



 

 

 

 

  

Nach der Bergung geht es in stärker werdendem Nieselregen zurück zum Bahnhof Aumühle, von wo aus ich die Rückreise antrete. Ein schönes Erfolgserlebnis nach langer Sondendürre. 

 


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Donnerstag, 19. März 2026

Sasel-Sonde: Der Fallschirm fehlt

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 V2940382

Produktionsdatum: 2023-07-20
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Sasel
(WMOID:10141)
Flugdatum: 18.3.2026 (12:00Z)
Track
Wettersonde.net und Sondehub
Maximale Höhe:
24057m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.89m/s

Landegeschwindigkeit:
 15.6m/s

Landestelle: Buxtehude (Heitmannshausen)  
LAT, LON: 
53.47426,9.660998 Google Maps
Status:
 
Geborgen am 18.3.2026, 14:51UT
Methode: Extrapolation nach Sondehub-Daten

Seit einiger Zeit fallen Sasel-Sonden wie Steine vom Himmel. Ich habe bisher die Ballonreste und Fallschirme dieser Exemplare nicht in die Hände bekommen. Ich weiß aber, dass an der Sasel-Sonde vom 4.3. überhaupt kein Fallschirm vorhanden war. Den Abroller habe ich aber nicht aus dem Baum bergen können, sondern nur aus der Ferne gesehen. Ich hatte den Eindruck, dass weder Fallschirm noch Ballonrest vorhanden waren und ging von einem Hakenbruch aus. Bei der Sonde vom 4.2. konnte ich bei Bargteheide nur die Sonde, aber nicht den Abroller bergen - und letzteren im weißen Schnee auch nicht entdecken. Vielleicht muss ich da noch einmal nachschauen. 

Am 18.3. startet Sasel eine weitere Sonde. Wieder stürzt sie nach Platzen des Ballons ab und schlägt mit fast 16m/s im Bereich Buxtehude auf. Ich schnappe mir das Faltrad und fahre hin.

Die Landestelle liegt 2km vom Bahnhof entfernt in Heitmannshausen. Das Faltrad bringt mich rasch hin. Reihenhaussiedlung. Zu meinem Missfallen gibt es keinen Empfang mit dem TTGO.  Aber die Sonde liegt unweit der Vorhersageposition mitten auf dem öffentlich zugänglichen Fußweg, der an den Eingängen der Reihenhäuser entlang führt. Offenbar hat sie sich beim Aufschlag auf den Gehwegplatten abgeschaltet. Am nächstgelegenen Eingang reagiert keiner auf mein Klingeln. Sonde, Ballonrest und Abroller lassen sich jedenfalls leicht bergen. 

 




Es handelt sich um einen ganz normalen Startautomaten-Ballon mit dem entsprechenden Ventil. Der Abroller sieht intakt aus, der kleine Ballonrest ist vorhanden, aber es fehlt der Fallschirm. Ein Hakenbruch ist es in diesem Fall also nicht. Offenbar fliegt Sasel jetzt ohne Schirm!

Ansonsten ist jetzt auch in Sasel die Ära der gelben DWD-Label zuende gegangen - hier gibt es erstmals den modernen blauen Aufkleber mit dem QR-Code für die Entsorgungshinweise.



   
 

 

Hab mal in Sondehub und Radiosondy gecheckt, seit wann Sasel ohne Fallschirm arbeitet. Am 14.6.2025 flog Sasel eine ganz normale Automatenstart-Sonde. Das war am Tag der offenen Tür, ich habs gefilmt, der Schirm ist durch die Ballonhülle erkennbar. Am 25.6.25 ist die Sonde mit 5m/s gelandet - also mit Schirm. Und seither haben wir diese hohen Landegeschwindigkeiten. Am 4.7. sieht man einen ersten Fundbericht in Sondehub, dass kein Fallschirm vorhanden war. Die Sonde am 30.7. ist in meinem Heimatort gelandet - die Sonde- aber nicht der Ballon - wurde mir von Anwohner übergeben. So hab ich das nicht bemerkt. Am 13.8. wieder ein expliziter Fundbericht in RS ohne Fallschirm. Für eine DWD-Station mit Startautomaten ist das sehr ungewöhnlich.

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Donnerstag, 5. März 2026

Hakenbruch am Sülzbrack

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
V3010161
Produktionsdatum: 2023-07-24
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Sasel
(WMOID:10141)
Flugdatum: 4.3.2026 (12:00Z)
Track
Wettersonde.net
Maximale Höhe:
25018m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.96m/s

Landegeschwindigkeit:
 12.6m/s

Landestelle: Zollenspieker (Sülzbrack)  
LAT, LON: 
53.40363,10.17591 Google Maps
Status:
 
Geborgen am 4.3.2026, 14:30UT
Methode: Decodierung nach der Landung mit TTGO (RDZsonde)

Diese Sonde fällt  aus 25km Höhe wie ein Stein vom Himmel. Bei Sonnenuntergang erreiche ich die Busstation Sülzbrack am Zollenspieker, dem südlichsten Punkt der Vier-und Marschlande und eile die gleichnamige Straße nordwärts zur Landestelle. Der TTGO empfängt das Sondensignal schon aus großer Entfernung, danach soll sich de Sonde 15m über dem Boden in einem Baum befinden. Der Fallschirm sollte direkt an der Straße liegen - ich kann aber nichts erkennen. Von einer Wiese kann ich die Sonde tatsächlich immer Schummerlicht am Baum hängen sehen - zu meiner großen Erleichterung in nur 6m Höhe. 



 Ich kann sie mit der Teleskopstange problemlos bergen. 

 



 

Von dem Fallschirm fehlt aber jede Spur. Ich entschließe mich an der Schnur zu ziehen. Es gibt fast keinen Widerstand. Irgendwann höre ich ein leises Klötern und sehe hoch in den Bäumen die Spule des Abrollers - jede Art von Ballonrest oder Schirm fehlen. Da ist klar, was passiert ist: Nach Hakenbruch am Abroller hat sich die Sonde vom Ballon getrennt. Das erklärt die hohe Einschlaggeschwindigkeit. 

Derartige Fälle hatten wir vor ein paar Jahren bei Ballons aus Norderney.  Ich bin auch sicher, dass V2950964, eine Saseler Sonde vom 4.2.2026, ein ähnlicher Kandidat war. Hier war die Einschlaggeschwindigkeit noch höher, und auch hier konnte ich keinen Fallschirm finden. Ich schob das damals auf den Schnee, aber der Grund dürfte auch hier Hakenbruch gewesen sein.

Ich kann die Spule an der Schnur ohne viel Gewalt durch mehrere Bäume ziehen. Aber leider verhakt sie sich hoch im letzten Baum, und die Schnur reißt. So berge ich zwar am Ende die Sonde und praktisch die gesamte Schnur, kann aber leider den Schaden am Abroller nicht begutachten. 

Nach erfolgter Bergung wandere ich zurück zur Busstation, wo ich alsbald die Heimreise antreten kann. 

Nachtrag: Ich glaube derzeit nicht mehr an einen Hakenbruch. Meine letzten 3 Saselsonden hatten alle keinen Fallschirm. Bei V2940382 habe ich den Abroller in die Hände bekommen - der sah intakt aus, aber es fehlt der Fallschirm. Bei V2950964 habe ich den Abroller gestern hoch im Baum mit dem Feldstecher inspiziert: Ballonrest war dran, alles sah intakt aus. Offenbar startet Sasel gerade fallschirmlose Ballons, was sie und andere DWD-Stationen bisher nie taten. Oder es ist bei dieser Serie der Fallschirm aufgrund eines Fertigungsfehlers nicht mit dem Abroller verknotet und geht beim Platzen des Ballons verloren. 

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Samstag, 28. Februar 2026

Bevor der Bauer im Märzen...

Sondentyp: DFM17 und RS41-SGP (Tandem)
SN:
 
W1130420&23(136)032329
Frequenzen: 
405.1 MHz (RS41) und 403.05MHz (DFM17)
Timerkill: keiner
Startstation:
Meppen (WMOID:10304)
Produktionsdatum: 2024-03-13 (RS41) und 
2023-05-16 (DFM)
Flugdatum: 12.2.2026 9:00Z
Track wettersonde.net und Tower
Maximale Höhe: 32286m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 4.51m/s 
Landegeschwindigkeit: 2.7m/s
Landestelle: 
Hohenbunstorf LAT, LON: 53.05093,10.48228 Google Maps
Status: Geborgen am 27.2.2026, 15:00UT

Methode: Extrapolation aus Tower-Daten

Seit einiger Zeit startet Meppen wieder einmal Tandems aus DFM17 und RS41. Ich hatte zunächst kein Glück eines davon zu erbeuten. Schnee und Eis erschweren jede Radtour.  W1130423&D23031875 landen bei Bienenbüttel. Die DFM versagt während des Flugs, aber die RS41 sendet nach der Landung aus einem Baum und kann mittels Zernien-Tower lokalisiert werden. Ich bin mit der Bahn hingefahren und dann zu Fuß in den tief verschneiten Wald aufgebrochen. Leider liegt die RS41 auf einem Zweig auf, die DFM17 ist im Geäst verhakt - in 20m Höhe. Da ist kein Herankommen.

Zwei weitere Sondenpaare sind in erreichbarer Nähe im Raum Ebstorf/Bad Bevensen gelandet. Nach dem extremen Frühjahrseinbruch und dem massiven Tauwetter nutze ich einen Freitagnachmittag für eine Radtour bei schönstem Wetter. Sie startet am Bahnhof Ebstorf. Nach 7km ist die erste Landestelle erreicht. Sie liegt auf einem Feld unweit der Straße. Da im Märzen der Bauer sehr aktiv werden dürfte, ist die Sache dringlich. Sehr zu meiner Freude liegt die Landestelle auf einem noch nicht bearbeiteten Stoppelfeld, und die Sonden sind noch da!










 
 

 

 

 

 

Ganz unweit der Landestelle liegt das Dorf Hohenbunstorf. Hier habe ich mit dem Tower am 24.1. die Landung einer Bergener Sonde bis fast zum Einschlag mitgeschnitten. Das Haus liegt direkt am Weg, ich kann aber nichts entdecken. So lange nach dem Flug ist das kein Wunder. Die Bewohner sind nicht da, aber ein Infoblatt wird in den Briefschlitz geworfen.

 

Weiter geht es nach Bad Bevensen. Ich durchquere den Kurort. Auf der anderen Seite liegt im Wald  die Landestelle eines weiteren Meppen-Tandems D23030913 & W1130296. Dieses sendete im Baum am 13.2.2026. Seit neuestem streamt der Tower auch direkt nach wettersonde.net. Rechnerisch sollen die Sonden 8m über dem Boden hängen. Aber wie so oft narrten auch hier die Baumwipfel das Satelliten-Radar, so dass die Geländehöhe in der Karte zu hoch lag. Da es rapide dämmert, kann ich weder Sonde noch Schirme im dichten Nadelwald entdecken. Wahrscheinlich hängen sie irgendwo hoch im Wipfel.

Ich radle zurück nach Bad Bevensen und erreiche problemlos den Zug nach Hause.

 

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Donnerstag, 12. Februar 2026

Angeln in den Dornen von Schenefeld

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
X0534012
Produktionsdatum:2025-1-29
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Norderney (WMOID:
10113)
Flugdatum:11.2.2026
 12:00UT
Track
wettersonde.net

Maximale Höhe:
 28481m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.28 m/s

Landegeschwindigkeit:
4.3m/s

Fundstelle: Schenefeld 
LAT, LON:
 
53.61147,9.83252  Google Maps
Status: Geborgen am 11.2.2026
, 16:23 UT

Methode:
 GPS Position nach der Landung decodiert mit TTGO (RDZsonde). Komplexe Stangenbergung vom Straßenrand aus

Diese Sonde erwarten wir "irgendwo zwischen Fuhlsbüttel und Trittau". Der Ballon platzt dann aber unterhalb der 30000m-Marke. Ich kann die Landung durch ein Bürofenster in Flottbek mit dem TTGO mitschneiden. Sondehub hat die Sonde noch niedriger, bis in 167m GPS-Höhe. Eine Extrapolation ist schnell gerechnet. Danach liegt die Sonde direkt neben der Straße "Kameruner Weg". Open Streetmap zeigt das Gelände wie eine Apfelplantage/Baumschule an, aber die Satellitendarstellung lässt einen gewöhnlichen Acker erkennen. Das sollte also leicht werden.

Etwas später am Tag breche ich von Altona aus ins Landegebiet aus. Die Anreise ist einfach. Der Schnee und das Glatteis sind weggeschmolzen, so dass eine Anfahrt mit dem Faltrad erfolgt. Vom S-Bahnhof Krupunder sind es nur 3.5km. Der TTGO kann die Sonde direkt am Straßenrand auf freier Fläche lokalisieren, nur 20 Meter von der Straße entfernt. Die Augenscheinnahme ist ernüchternd: Alles sieht sofort sehr viel komplizierter aus als erwartet.

Die Gelände auf beiden Seiten der Straße sind mit hohen Maschendrahtzäunen versperrt. Die Gatter sind extra mit Zäunen gesichert. Da will jemand eindeutig das Betreten durch Passanten verhindern. Der matschige Fußweg verläuft parallel zur Straße direkt am Zaun entlang. Drüben liegt unübersehbar der Fallschirm und ein großer Ballonrest. 

 


Die Schnur verläuft über einen Baumwipfel in luftiger Höhe über die Straße. Drüben befindet sich ein aus dichtem Dornengestrüpp bestehender Knick und dahinter...ein weiterer Zaun! Durch das Gestrüpp kann ich die Sonde unweit des Zauns auf dem Acker am Boden liegen sehen, auch nur ein paar Meter auf dem abgesperrten Gelände. 

 Es ist kein Problem, auf dem Fußweg stehend, die Schnur einzuhaken und den Schirm über den Zaun zu ziehen. Aber wie komme ich an die Sonde heran?

 

 

Es gelingt, die Sonde durch Schnurzug an den Zaun heranziehen und sogar auch den Zaun hoch befördern. Die Aktion ist kompliziert, weil selbst der Fußweg von der Straße durch Dornengesträuch getrennt ist und man den Fortschritt jedes Mal drüben kontrollieren muss. Ein Knoten im Zaun verhindert, dass die Sonde drüben wieder auf den Acker fällt. Man könnte die Sonde ohne weiteres durch die großen Maschen greifen, aber es ist schwierig, überhaupt durch das Dornengestrüpp an den Zaun zu gelangen. Wo kein Rotdorn wächst, wird das Volumen durch Brombeeren aufgefüllt.


 

Vielleicht ist es besser, die Sonde mit der Stange an der Schnur über das Gestrüpp zu heben und dann von der Straße aus abzupflücken? Das erweist sich als schlechte Idee, zumal wenig Platz zwischen Gestrüpp und Fahrbahn ist und der schmale Kameruner Weg offenbar Ortskundigen als viel befahrener Schleichweg im Berufsverkehr dient. Leider verhakt sich bei den Manövern die Sonde im Geäst. 

Also muss ich mich doch durch die stacheligen Sträucher auf die Krone des Knickwalls quetschen. Mit der Stange kann ich im 5. Versuch die Sonde aus dem Busch zerren.

 

 

Jetzt muss ich mich zwischen den Dornen um 180 Grad drehen, wieder durch das Gebüsch kämpfen und beim Sprung auf die Straße auf den Verkehr achten. Aber ich habe die Sonde. 





 

Bei beginnendem Nieselregen kann ich im Dunkeln schnell den Bahnhof Krupunder erreichen und die Heimfahrt antreten. 

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