Montag, 22. April 2019

Ein ideales Jagdgebiet für den Kaltsondensammler

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2950507
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 20.04.2019 12:00Z
Track Wetterson.de und radiosondy.info
Landestelle Drochtersen LAT LON:53.71640,9.39483 Google Maps
Funddatum 22.4.2019, 12:25 Z
Status: Gefunden durch Tawhiri-Prediction nach radiosondy.info Daten

Die Gegend um Himmelpforten und Hammah liegt zwar ziemlich weit weg von meinem Wohnort, zieht aber Sonden magnetisch an. Übersichtliche, gut zugängliche Wiesen erlauben einfache Bergungen auch Tage nach dem Sondenflug. Ostern 2019 häuften sich mal wieder die Landungen in der Region. Am Gründonnerstag konnte ich eine Saseler Sonde bei Neuland bei Himmelpforten bergen.  Die sendete noch beim Auffinden, was gut war, denn sie lag ziemlich versteckt. Die Schleswiger Sonde am Morgen des Ostersamstags (20.4) konnte ich auch sendend bei Heinbockel finden. Ich fuhr per Rad von Hammah dort hin. Es war de facto eine Kaltsondensuche, da man den weißen Schirm schon von der Straße aus sehen konnte. Man hätte sich einfach in den Krug in Hammah setzen können, um die Mittagssonde abzuwarten. Aber ich wollte einen Familienbesuch über Ostern machen. Aber am Ostermontag hatte ich Zeit und keine Meinung, bei dem schönen Wetter drinnen zu spielen. Was lag näher als eine Kaltsondenjagd auf besagte Mittagssonde?

Schon aus dem Zugfenster konnte ich bei Stade das Landegebiet von P2830209 überblicken. In Hammah verließ ich, wie 2 Tage vorher, den Zug. Ein Blick auf die Karte erübrigte sich. Hier kenn ich mich inzwischen aus. Erstmal rein ins Dorf. Dort nicht rechts zur Landestelle der Meppener Sonde P3310594 , die ich seinerzeit fertig zusammengepackt am Wegrand fand. Sondern geradeaus. Störche und ein Reiher stehen an der Straße  nach Groß-Sternebeck. Am Dorfrand erinnere ich mich diffus an eine erfolglose Kaltsondenjagd - alle anderen waren immer erfolgreich und recht einfach. Die Sonde war damals vorher von einem anderen Sondenjäger geborgen worden - ich kriege aber aber die Einzelheiten nicht mehr zusammen. Weiter in die Pedale treten. Hinter dem Dorf kommt eine Kreuzung. Geradeaus geht es nach Engelschoff. Dort hatte ich am 18.2. auf einem dunklen Jaucheacker eine Meppener Sonde erpeilt - weil die Decodierung mit dem Raspby scheiterte. Und wenn man etwas weiter fährt, kommt man zur Landestelle bei Neuland von vor 4 Tagen. Ich muss heute aber scharf recht abbiegen.

Hinein in ein Gebiet, in dem ich eine meine  ersten Gehversuche bei einer Prediction-basierten Kaltsondensuche auf zwei DFM-Militärsonden machte - damals im Januar 2017. An einem Wochenende hatte ich 4 Sonden eingesackt - eine aus Pinneberg, eine RS41 aus Sasel und eben die beiden DFMs genau hier. Die zweite lag direkt an der Kreuzung hinter der kleinen Siedlung Ritschermoor, und der kleine rote Fallschirm war von der Straße aus sofort sichtbar. Mal sehen, ob es heute so einfach sein wird.

Die Straße nach Drochtersen ist lang und schnurgerade. Viele Fahrradfahrer sind unterwegs und genießen den wunderbaren Frühlingstag. Links geht ein Feldweg an einem Kanal ab. Da habe ich im letzten Juni eine Pinneberger Sonde recht problemlos Tage nach dem Flug aufgesammelt. Den weiteren Verlauf der Straße kenne ich aber noch nicht. Irgendwann kommt die Kreuzung nach Drochtersen in Sichtweite. Das Dörfchen dort heißt Ritsch. Jetzt weiß ich, warum die andere Siedlung Ritschermoor heißt.

In Drochtersen geht es scharf rechts. Gleich am Dorfausgang muss ein Deich überquert werden. Nicht weit vom Ortsausgang muss bin ich nach 15km am Ziel. Und? Es ist wie immer! Direkt an dem Feldweg, der hier abgeht, soll 130m von der Straße entfernt die Sonde liegen. Da liegt keine Sonde. Sondern fast exakt auf der Position schon von der Straße aus erkennbar der Schirm.





Der Rest ist extrem einfach. Die Schnur verfolgen....



Die Sonde ist in Windeseile verstaut. Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Da fliegt doch glatt ein Brachvogel! Am Wegrand blüht schon das Wiesenschaumkraut.

Am Bahnhof Hammah muss ich nicht lange auf den Zug nach Hause warten.  Der fährt baustellenbedingt nur nach Neugraben. Anders als vorgestern steige ich schon in Buxtehude in die S-Bahn um, die auf dem selben Bahnsteig wartet. Denn das von der App empfohlene Umsteigen in Neugraben ist komplett nervig.

Mal sehen, wann es mich wieder in diese Gegend führt.

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Sonntag, 21. April 2019

Schnelle Sondenjagd am Ostersamstag


Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3010701
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 20.04.2019 06:00Z
Track Bremen (wetterson.de)
Landestelle Heinbockel LAT LON:53.56822,9.302823  Google Maps
Funddatum 20.4.2019, 08:59 Z
Status: Gefunden durch Tawhiri-Prediction nach wetterson.de Daten



Diese Schleswiger Morgensonde landete am Ostersamstag im Raum Himmelpforten/Hammah. Diese Region zieht Wetterballons magnetisch an, und ich war dort zuletzt zwei Tage vorher diesbezüglich einer Saseler Sonde aktiv. Da ich am Nachmittag noch Familienverpflichtungen hatte, bin ich schon während des Sondenfluges in die Landeregion aufgebrochen. Wegen Baustellen fuhr die Regionalbahn erst ab Neugraben. Als die Sonde landete, war ich dort gerade am Umsteigen. Im Regionalzug habe ich noch rasch eine Prediction aufgrund der Bremer Daten erstellt. Die Landestelle lag auf freiem Feld westlich von Heinbockel. Ich wollte ursprünglich wieder bis Himmelpforten fahren, stieg dann nach Kenntnis der genauen Landestelle bereits eine Station vorher in Hammah aus.
Von dort aus waren es 8 sonnige Fahrradkilometer bis zur Landestelle. Unterwegs festgestellt: Fitis und Zaungrasmücke sind hörbar aus dem Winterquartier zurück. Schon vom Fahrweg aus konnte ich den Fallschirm auf dem frisch umgepflügten Acker liegen sehen. Das Empfangsequipment blieb also im Rucksack. Wie schon vorgestern führte ein Feldweg führte mitten auf diesen Acker in die richtige Richtung. Direkt an dessen Ende sah man schon aus der Ferne einen kleinen weißen Fleck in der Sonne glänzen – die Sonde. 









Wie schon vorgestern konnte ich auch jetzt den Fallschirm per Luftpost zu mir befördern, ohne den frisch gepflügten Acker betreten zu müssen. Allerdings waren die Flugeigenschaften nicht ganz so schön wie bei dem baugleichen Exemplar vorgestern.
Nach der Bergung war Eile angesagt, um den alle Stunde fahrenden Zug noch zu erreichen. Am Hauptbahnhof hatte ich genau drei Minuten Zeit, um die Regionalbahn nach Ahrensburg zu erhaschen. Und von dort bringt mich mein Fahrrad schnell zu meinem Familien-Osterbesuch nach Schmalenbeck. Ich bin nicht sicher, ob man diese Tour mit einem KFZ hätte wesentlich schneller bewältigen können.
Mit mehr Muße hätte man das weitere Sondengeschehen in einem Dorfkrug in Hammah aussitzen können. Denn tatsächlich landete auch die 12-Uhr-Sonde in Radfahrreichweite bei Drochtersen.

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Donnerstag, 18. April 2019

Das Internet ist für uns alle...

..



Dieser alternativlosen Logik zufolge landete diese Sonde am Rand des Internets. 

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2610727
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID 10141)
Flugdatum: 18.4.2019 12:00Z
Track wetterson.de & radiosondy.info & rasomon (korrigiert)
Landestelle Neuland bei Himmelpforten,  LAT LON: 53.66528, 9.29971 Google Maps
Status: Geborgen 18.4.2019, 17:45UT

Der Reihe nach: Die Mittagssonde aus Sasel konnte ich selber während des Fluges erst kurz vor der Landung im "Neuland" verfolgen. Höchst eigenartiger Weise verschwand die Sonde auf der Bremer Seite schon in 1600m Höhe von der Karte, aber Radosondy.info hatte sie bis 219m GPS-Höhe. Die Prediction lag direkt an einem Feldweg, der von der Straße abzweigte. Der Fallschirm hatte offenbar gut funktioniert, und die Abstiegsgeschwindigkeit variierte thermikbedingt etwas.
Ich war noch mit einer Nachbarin nach Feierabend ein Eis essen und saß erst kurz vor 18:00 im Zug. Vom Hauptbahnhof brachte mich der Regionalzug nach Himmelpforten (der Heimat des Christkindes) und mein getreues Faltrad bei schönstem Sonnenwetter problemlos ins Landegebiet nördlich des Straßendorfs Neuland.

 Ich hatte ein wenig darauf spekuliert, dass man schon von der Straße aus den Fallschirm auf der Wiese liegen sehen konnte und ein wenig Angst, dass sie unweit von Häusern sehr auf dem Präsentierteller liegen würde.
Die Befürchtungen schienen sich auf den ersten Blick zu bestätigen. Nahe der Prediction war auf den auf recht übersichtlichen Wiesen weit und breit NICHTS zu sehen. Aufkeimender Pessimismus wurde dann aber durch einen Empfangsversuch und eine erfolgreiche Dekodierung zerstreut. Als ich gerade meine Sachen eingepackt hatte, hielt ein Kombi neben mir, und ein örtlicher Bauer fragte mich, ob er mir helfen könne. Ich erklärte ihm mein Anliegen, zeigte ihm die Position auf der Karte, und er wünschte mir viel Glück.
Zurück auf der Hauptstraße bog ich in den übernächsten, nicht auf Open Streemap verzeichneten Feldweg ein, der sehr präzise Richtung Sondenposition verlief. Aber so intensiv ich meine Blicke auch schweifen ließ, es war auf der Wiese immer noch keine Spur des Gespanns zu erkennen. Irgendwann zeigte Lokus „Abstand: 4 Meter“ an. Wo war die Sonde? Sie lag komplett unauffällig hinter einem Graspulken direkt am Wegrand.



 Wo war der Rest des Gespanns? Die Schnur verlief über ein Telefon-Luftkabel und verlor sich dann im grünen Gras. Der Fallschirm war nicht zu sehen, weil er sich wohl in einer der Drainage-Vertiefungen versteckte. Ich konnte aber die Schnur einholen, und schon stieg er wie ein Drachen im Wind, wunderschön aufgebläht, über der Marschwiese auf. Ohne den Feldweg zu verlassen, konnte ich das Gespann auf diese Weise per Luftpost zu mir befördern. Was will man mehr?



Jetzt konnte ich die Schnur aufrollen und das ganze Paket aus Schirm und sehr kleinem Ballonrest im Rucksack verstauen.




Die Landestelle ist nur 2300m von der Landestelle der Meppener Sonde  P0720057 entfernt, die ich exakt vor 2 Monaten unfreiwillig erpeilen musste. Jetzt erleichtern die längeren Tage die Sondensuche.

Der Rückweg war eine genussvolle Radtour im schönsten Abendlicht. Die Sonne ging unter. Der fast volle Mond stand über dem dunkelblauen Erdschatten vor kristallklarem Himmel, und Kiebitze flogen über den Wiesen.

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Mittwoch, 10. April 2019

Die erste Sonde nach dem Rollover

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3450423
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Sasel (WMOID 10141)
Flugdatum: 9.4.2019 12:00Z
Track wetterson.de & radiosondy.info
Landestelle Krüzen bei Lauenburg
Sonde im Baum, 12m über Grund, LAT LON: 53.4005, 10.5207 Google Maps
Fallschirm im Baum, LAT LON: 53.40028, 10.520412, Google Maps
Status: Geborgen mit 15m Stange aus ca. 12m Höhe am 10.4.2019


Update vom 10.4.2019

Heute ging es, diesmal  zu Fuß, von der Busstation in Schnakenburg an den Rand des kleinen Wäldchens bei Krüzen. Geschultert hatte ich die 15m Stange. Während die Schnur zur Sonde im Baumwipfel gestern schlaff durchhing, war sie heute straff gespannt. Die Sonde rotierte wild im recht starken Wind. Diesmal hatte ich eine Bridge-Kamera mit langem Tele dabei.



 Ich brauchte 3 vergebliche Anläufe, um die Stange durch das Gewirr von Ästen zu fädeln, um sie an die Sondenschnur zu bringen und diese einzuhaken. Beim 4. Versuch ging alles glatt, und die Sonde konnte zum Boden gebracht werden. Leider konnten nur ca. 15m Schnur eingeholt werden. Der Fallschirm ist natürlich, wie auf den Bildern vom Vortag erkennbar, nicht zu bergen.




Bericht vom 9.4.2019
Das GPS-Week-Rollover führte zu allerlei Problemen, vor allem bei den Startautomaten des DWD. Ein solcher steht in Sasel. Am Dienstag gelang tatsächlich ein Start einer RS41. Wegen der geringen Winde kam die Sonde nicht weit, schon beim Dorf Krüzen bei Lauenburg war Schluss. Ich hatte wenig Zeit, da ich noch zum GvA-Treff in Allermöhe wollte. Daher war wenig Zeit vorhanden. Die Prediction lag leider mitten in einem kleinen Wäldchen. Ich fuhr mit dem Schnellbus von Bergedorf bis Schnakenburg/Twiete und von dort 3km bis zur Landestelle. Ein Empfangsversuch war erfolgreich. Die Position war am äußersten Nordrand des Waldes und nicht wie befürchtet in der Mitte. Dennoch war die Höhe 82m über dem Geoid und somit etwa 12m über dem Boden. Wäre die Sonde nur wenige Meter kürzer geflogen, hätte man sie von der Wiese auflesen können.

Der Waldrand war gut zugänglich, und nach einigem Hin- und Her die Sonde im Baum erspäht. Der 10m-Teleskopstab reichte knapp nicht. Ich muss hier wohl noch mal mit einem 15m-Stab wiederkommen.


Der Schirm hängt 40m weiter flugbahnabwärts sehr viel höher, so dass eine komplette Bergung des Gespanns ziemlich unwahrscheinlich ist.




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Sonntag, 31. März 2019

Der Keiler und der Baumlander

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3450423
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 31.03.2019 00:00Z
Track Bremen
Landestelle Helmste bei Horneburg
Sonde im Baum, 26m über Grund, LAT LON: 53.50891, 9.520738 Google Maps
Fallschirm im Baum, LAT LON: 53.50853, 9.521124, Google Maps
Status: Baumlander, von unten sichtbar, 26m hoch

Diese Sonde habe ich am frühen Morgen des 31.3. besucht. Anreise mit Regionalzug bis Horneburg und weiter mit dem Rad bis zur Landestelle. Sie sendete noch, und die GPS-Koordinaten zeigten leider eine deutliche Höhe über dem Grund an. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Sonde von unten im Baum die im Licht der aufgehenden Sonne glänzende Sonde entdecken konnte. Sie hängt laut GPS 26m hoch.



Da ich nur eine Handy mithatte, musste für eine Teleaufnahme ein afokales Bild durch das Fernglas genügen:

Etwas stromabwärts direkt am Weg fand sich in etwa 15-18m Höhe der Schirm.



Direkt an der Sondenlandestelle gelang doch noch ein überraschender Fund:



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Dienstag, 26. März 2019

Schleswiger Ballon am Himmel über Hamburg - mit Überraschungen

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P2940845
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 26.03.2019 06:00Z
Track Bremen (wetterson.de)
Landestelle Testorf (Wendland)  LAT LON:53.0433,10.70285  Google Maps
Funddatum 26.3.2018, 08:45 Z
Status: Gefunden durch Tawhiri-Prediction nach wetterson.de Daten von Rainer Malitz


Heute morgen entdeckte ich, dass die Morgensonde aus Schleswig gerade Hamburg überflog. Und dass der Himmel quietschblau war. Das schreit nach einer Sichtung am Himmel. RS41Tracker spuckte brav Azimut und Höhenwinkel aus (110 Grad, 55 Grad). Ein Blick vom Balkon aus in die fragliche Himmelsrichtung zeigte rasch einen freisichtigen hellen Lichtpunkt, ca. -7. Größe. Ich hatte plötzlich die Idee, dass man das Ding doch mal fotografieren könnte. Da die Sonde aber schon fast 30km Höhe anstrebte, musste alles recht schnell gehen. Ein seriöses Foto auf einer Fernrohrmontierung war nicht so schnell hinzukriegen. So hängte ich eine DSLR an meinen Pentax 75mm SDHF Refraktor, der mit Reducer auf 366mm Brennweite kommt. Der Rest war Ballern aus freier Hand. Das war nicht so einfach, weil die aufgehende Sonne von vorne gut blendete. Aber irgendwann hatte ich zwei Fotos im Kasten; im 100% Crop erkennt man, dass der Ballon kein Punkt, sondern eine Scheibe war. So spontan war nicht mehr drin.









Da sich der Ballon entfernte, wurde er immer lichtschwächer. Plötzlich sah ich den Ballon nicht mehr, und ein Blick auf den RS41-Tracker zeigte eine hohe Absturzgeschwindigkeit. Der war geplatzt. Die Landestelle würde weit entfernt sein - außerhalb meiner Reichweite.

Also Kaffee kochen und frühstücken. Danach ein Blick auf wetterson.de .  P2940845 war wie ein Stein abgestürzt und bei Testorf im Wendland gelandet. Eine Tawhiri-Prediction zeigte eine Landestelle unweit einer Straße auf freiem Feld. Zwar viel dichter dran als erwartet, aber immer noch viel zu weit weg für mich. Ich zoome aus der Karte heraus und sehe den Namen des Nachbardorfes. Der kommt mir bekannt vor.... Dort warst Du doch schon mal... Genau. Da wohnt ein Astrovereinsfreund von mir, der Rainer. Schnell mal eine Whatsapp geschrieben mit zwei Screenshots der Landestellenkarten.

Nicht viel später ein Whatsapp-Beep. Fotos einer RS41 von Rainer!!! Der hatte sich doch glatt sofort ins Auto gesetzt und war völlig perplex, dass die Tawhiri-Prediction exakt stimmte und er gar nicht groß suchen musste.



(Fotos Rainer Malitz)






Rainers zweite Sonde - letztes Jahren haben ihm Bauern eine Manöver-DFM gebracht, weil bekannt ist, dass er sich für all solche Sachen interessiert.

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Mittwoch, 13. März 2019

Marsch durch die Marsch bei Schietwetter

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P3030800
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 13.03.2019 12:00Z
Track Bremen und Polen (MIX)
Landestelle Westerhorn bei Elmshorn, LAT LON: 53.87228, 9.68189  Google Maps
Status: Gefunden am 13.3.2019, 15:44 UT


Die Mitternachtssonde aus Norderney sollte eigentlich bis weit nach Mecklenburg fliegen. Daraus wurde nichts, da der Ballon platzte schon in 25km Höhe, und der Abstieg war anfänglich recht schnell.  Ich beschloss, gar nicht erst nach Hause zu fahren, sondern gleich von der Arbeit aus in den Regionalzug zu springen, der mich schnell nach Dauenhof bringen würde. Dies ist die letzte Tankstelle vor der Wüste bzw. die letzte Haltestelle des HVV. Von da aus wären es nur 3km, die man auch ohne Rad zu Fuß zurücklegen konnte. Eine Yagi und einen RTL-Stick habe ich eh auf Arbeit deponiert und kam mit. Allerdings bedeutete das auch, dass ich keine sinnvollen Klamotten zum Draußen-Spielen dabei hatte. Beim Blick aus dem Zugfenster hatte ich immer mehr den Eindruck, dass das alles keine so richtig gute Idee war. Denn die Äcker waren extrem aufgeweicht, und es regenete Bindfäden. Regenklamotten und Gummistiefel hatte ich jetzt nicht dabei.

In Dauenhof angekommen, musste ich erst einmal in einem Bushäuschen Zuflucht nehmen, so stark war der Regen. Ein Sturmtief war im Anmarsch, es war empfindlich kalt. Ein Blick auf die Radarprognose von SAT24 zeigte aber, dass eine Aufklarungsphase die starken Schauer kurzfristig unterbrechen würde. Als der Regen nachließ, stratzte ich zügig los und erreichte relativ schnell das Landegebiet der Sonde. Die Sonde sollte rechts vom Weg liegen, aber da sah man nur Gänse und unglaublich viele Rehe. Links war am Rand eines Grabens etwas Weißes zu sehen, aber ich war nicht sicher. Das gesamte Gelände war engmaschig  von breiten Gräben durchzogen. Um mir ein Bild zu machen, wurde rasch das Notebook und der SDR-Stick herausgeholt. Das Sondensignal war aus 200m Distanz laut und deutlich und ließ sich gut decodieren. Jetzt wusste ich, dass das Weiße eindeutig der Fallschirm war. Immerhin lag alles auf einer nassen Wiese und nicht auf einem umgepflügten Marschacker - der wäre nämlich in meinem Aufzug kaum begehbar gewesen. Die Wiese mit dem Fallschirm war über einen Aufgang vom Weg aus zugänglich, aber die Sonde lag laut Karte hinter einem weiteren Graben. Der sich vor Ort als tief und breit erwies. Die Schnur war straff gespannt.





Die Idee, die Sonde an der Schnur über die Wiese zu ziehen, scheiterte im Ansatz. Die Sonde war irgendwie drüben verhakt.

Immerhin war jetzt zu erkennen, wie man auf die Wiese gelangen konnte: 500m den Weg zurück gab es einen Aufgang, und dann musste man durch einen schlauchförmigen Zwischenraum zwischen zwei Gräben die Strecke zurück laufen. Also beförderte ich Ballonrest und Schirm auf die andere Seite und machte mich auf den Weg. Es war ziemliches Gestake; mit Halbschuhen musste man teilweise hochkonzentriert von Graspulken zu Graspulken springen.
Die Sonde lag in einer großen Pfütze, und der Schnurmast hatte ich in den Matsch gebohrt - daher war sie verhakt und konnte nicht an der Schnur über die an sich flache Wiese gezogen werden. Ansonsten war die Sonde komplett intakt.






Weiterstaken zum Schirm, Schnur aufrollen. Endlich nach einer Serie von Misserfolgen mal wieder eine Sondenbergung.

Jetzt galt es aber, sehr rasch den Heimweg anzutreten, denn die kurze Trockenperiode war eindeutig zuende. Da der Regen im Sturm fast waagerecht fiel, bot der Windschatten eines Trafohäuschens für einen heftigen Schauer einen effektiven Regenschutz. In der nächsten Regenpause konnte ich ein Bushäuschen im nahen Dorf erreichen und dort den nächsten Wolkenbruch  aussitzen. Der hörte nicht auf, sondern  ging dann in allgemeinen eiskalten Pieselregen mit Schauereinlagen über. Es half nichts, aber wollte ich den nächsten Zug erreichen, musste ich da durch. Aber am Ende freute ich mich über einen  gut geheizten Zug, der heimwärts fuhr. Dort erwies sich dann der Sondenjäger als Warmduscher, und die Welt war wieder in Ordnung.


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