Sondentyp: RS41-SGP
SN: X0534012
Produktionsdatum:2025-1-29
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum:11.2.2026 12:00UT
Track wettersonde.net
Maximale Höhe: 28481m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.28 m/s
Landegeschwindigkeit: 4.3m/s
Fundstelle: Schenefeld LAT, LON: 53.61147,9.83252 Google Maps
Status: Geborgen am 11.2.2026, 16:23 UT
Methode: GPS Position nach der Landung decodiert mit TTGO (RDZsonde). Komplexe Stangenbergung vom Straßenrand aus
Diese Sonde erwarten wir "irgendwo zwischen Fuhlsbüttel und Trittau". Der Ballon platzt dann aber unterhalb der 30000m-Marke. Ich kann die Landung durch ein Bürofenster in Flottbek mit dem TTGO mitschneiden. Sondehub hat die Sonde noch niedriger, bis in 167m GPS-Höhe. Eine Extrapolation ist schnell gerechnet. Danach liegt die Sonde direkt neben der Straße "Kameruner Weg". Open Streetmap zeigt das Gelände wie eine Apfelplantage/Baumschule an, aber die Satellitendarstellung lässt einen gewöhnlichen Acker erkennen. Das sollte also leicht werden.
Etwas später am Tag breche ich von Altona aus ins Landegebiet aus. Die Anreise ist einfach. Der Schnee und das Glatteis sind weggeschmolzen, so dass eine Anfahrt mit dem Faltrad erfolgt. Vom S-Bahnhof Krupunder sind es nur 3.5km. Der TTGO kann die Sonde direkt am Straßenrand auf freier Fläche lokalisieren, nur 20 Meter von der Straße entfernt. Die Augenscheinnahme ist ernüchternd: Alles sieht sofort sehr viel komplizierter aus als erwartet.
Die Gelände auf beiden Seiten der Straße sind mit hohen Maschendrahtzäunen versperrt. Die Gatter sind extra mit Zäunen gesichert. Da will jemand eindeutig das Betreten durch Passanten verhindern. Der matschige Fußweg verläuft parallel zur Straße direkt am Zaun entlang. Drüben liegt unübersehbar der Fallschirm und ein großer Ballonrest.
Die Schnur verläuft über einen Baumwipfel in luftiger Höhe über die Straße. Drüben befindet sich ein aus dichtem Dornengestrüpp bestehender Knick und dahinter...ein weiterer Zaun! Durch das Gestrüpp kann ich die Sonde unweit des Zauns auf dem Acker am Boden liegen sehen, auch nur ein paar Meter auf dem abgesperrten Gelände.
Es ist kein Problem, auf dem Fußweg stehend, die Schnur einzuhaken und den Schirm über den Zaun zu ziehen. Aber wie komme ich an die Sonde heran?
Es gelingt, die Sonde durch Schnurzug an den Zaun heranziehen und sogar auch den Zaun hoch befördern. Die Aktion ist kompliziert, weil selbst der Fußweg von der Straße durch Dornengesträuch getrennt ist und man den Fortschritt jedes Mal drüben kontrollieren muss. Ein Knoten im Zaun verhindert, dass die Sonde drüben wieder auf den Acker fällt. Man könnte die Sonde ohne weiteres durch die großen Maschen greifen, aber es ist schwierig, überhaupt durch das Dornengestrüpp an den Zaun zu gelangen. Wo kein Rotdorn wächst, wird das Volumen durch Brombeeren aufgefüllt.
Vielleicht ist es besser, die Sonde mit der Stange an der Schnur über das Gestrüpp zu heben und dann von der Straße aus abzupflücken? Das erweist sich als schlechte Idee, zumal wenig Platz zwischen Gestrüpp und Fahrbahn ist und der schmale Kameruner Weg offenbar Ortskundigen als viel befahrener Schleichweg im Berufsverkehr dient. Leider verhakt sich bei den Manövern die Sonde im Geäst.
Also muss ich mich doch durch die stacheligen Sträucher auf die Krone des Knickwalls quetschen. Mit der Stange kann ich im 5. Versuch die Sonde aus dem Busch zerren.
Jetzt muss ich mich zwischen den Dornen um 180 Grad drehen, wieder durch das Gebüsch kämpfen und beim Sprung auf die Straße auf den Verkehr achten. Aber ich habe die Sonde.
Bei beginnendem Nieselregen kann ich im Dunkeln schnell den Bahnhof Krupunder erreichen und die Heimfahrt antreten.
Übersicht über alle Sondenfunde hier
Karte aller Sondenfunde hier























