Sonntag, 27. September 2020

Eine Sonde aus !!LINDENBERG!!

Sondentyp: RS41-SGP
SN:S0430231

Frequenz: 405.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Lindenberg (WMOID:10393)
Flugdatum: 27.09.2020 00:00Z
Track wetterson.de
Landestelle: Kusselbode, LAT, LON: 52.923161,11.003476, Google Maps
Status: geborgen am 27.09.2020 um 7:30 UT
Methode:GPS-Decodierung mit TTGO

 

Bis gestern abend hätte ich jeden Bericht über eine Bergung einer Sonde aus LINDENBERG im HVV-Bereich für reines Sondenanglerlatein gehalten. Lindenberg liegt immerhin östlich von Berlin, 30km von der polnischen Grenze. Schließlich leben wir in der Westwindzone. Punkt und Ende der Durchsage.  Jetzt sitze ich hier und schreibe genau  so einen Bericht. Ausgerechnet meine Radiosonde Nr. 300 kommt aus tatsächlich Lindenberg. Und sie wurde nicht bei einer Berlinreise eingsackt. Die Anfahrt erfolgte vielmehr mit HVV-Karte und Faltrad ohne Zuzahlung.

Im HVV-Bereich liegt die heutige Landestelle erst seit Dezember. Damals wurde der HVV-Bereich in Niedersachsen erweitert. Wobei die zwei äußeren neuen Tarifringe Mogelpackungen sind. Eine HVV-Fahrkarte dorthin kann man gar nicht kaufen. Da steht: "HVV-Tarif gilt nur für Zeitkarten". Jetzt möchte man meinen, dass ein Inhaber einer Monatskarte da fahren darf - eventuell nach Zuzahlung. Weit gefehlt: Wenn man sich darauf beruft, ist man Schwarzfahrer. Ich müsste mir ein Bahnticket kaufen. ABER: Am Wochenende gilt meine Abokarte im gesamten HVV-Bereich, auch in diesen Fake-Zonen. Denn HVV Gesamtbereich ist HVV Gesamtbereich, Fake hin oder her.

Also könnte ich am Wochenende gratis bis Cuxhaven, also an die Nordsee fahren. Der andere Extrempunkt meines neugeschaffenenen Aktionsradius war mir nicht geläufig. Befindet sich SCHNEGA überhaupt noch in den alten Bundesländern? Recherche auf der Karte ergab: Ja, aber nur ganz knapp. Tatsächlich ist der Dom von Magdeburg vom Bahnhof Schnega aus gesehen ein paar Meter dichter als der Hamburger Michel. Danach hatte ich Schnega auch schon vergessen. 

Lindenberg ist natürlich ein legendärer Aufstiegsort. Hier begann in Deutschland 1905 die ernsthafte Aerologie, und man war seither immer an der Front der Forschung. Diese Tradition setzt sich fort. Man startet nicht einfach nur normale Routine-Radiosonden, sondern stellt regelmäßig Vergleiche verschiedener Sondentypen im Rahmen von Tandemflügen an. Ozonsonden bereichern die Ausbeute der Sondenjäger im Raum Berlin und in Polen. Die ganz heftigen Spezialsensoren (das Gespann wird in Polen "Kuh" genannt) holt sich allerdings der Bergungstrupp des DWD selber zurück - die betreiben Radiosondenjagd professionell. 

Am Morgen des 27.9. gucke ich auf wetterson.de und bemerke sofort, dass Ungewöhnliches stattfindet. Die Sonde aus Greifswald fällt gerade vor Fehmarn in die Ostsee. Greifswalder Sonden in Schleswig-Holstein? Seit ich die Dinge verfolge, habe ich noch nie eine derartig heftige Ostwindwetterlage in der Hochatmosphäre gesehen. Aber woher kommt denn dieser Vogel da im Süden? Aus...LINDENBERG??? Ja, kein Irrtum möglich. Zwar keine Kuh, keine Ozonsonde und kein Tandem, sondern eine normale RS41. Aber eine aus Lindenberg. Sie hat einen Megafallschirm abbekommen und schwebt mit 1-2m/s Sinkgeschwindigkeit ein. So macht sie richtig Strecke. Wo ist die Landeregion denn? An der Bahnstrecke Uelzen-Magdeburg. Da lese ich den Namen SCHNEGA. Das hast Du doch schon mal gehört? Genau, das merkwürdige Kaff in der Fakezone am Rande der HVV-Erdscheibe. Aber heute ist doch Sonntag, da.... Soll ich? Wenn ein lokaler Sondenjäger das Ding einträgt, während ich im Zug sitze, suche ich mir eben eine Bergener Kaltsonde bei Lüneburg, man hat ja Auswahl. 

Die Sonde ist immer noch unterwegs. Sie segelt auf das kleine Dorf Kussebode zu. Dies liegt noch in Niedersachsen, einen Kilometer südlich beginnt Sachsen-Anhalt. In 383m Höhe verliert sich die Spur auf der Bremer Seite. Die Prediction ist wegen der großen Endhöhe und der extrem langsamen Sinkgeschwindigkeit sehr ungenau - man ist dank der Freunde in Uetersen, am Koog und in Oldesloe ja inzwischen derart  verwöhnt mit Endpositionen auf Baumwipfelhöhe. Sie liegt in ziemlichem Gestrüpp knapp südlich des Dorfes. Die Windrichtung im Modell ist offenbar fragwürdig; ich würde sie etwas weiter nördlich, im Dorf oder vielleicht am nördlichen Dorfrand vermuten. Alles sehr unsicher. Wenn es im Dorf ist, sollte man zeitig auftauchen,  bevor der Landmann am Sonntag seinen Hof fegt. Angesichts der langen Flugzeit ist auch die Frage, wie lange die Sonde noch sendet.

Laut HVV-App muss ich hier um 6:33 in die S-Bahn steigen, dann am Hauptbahnhof in den Regionalzug springen und in Uelzen nach Magdeburg umsteigen. Dann wäre ich um 8:24 in Schnega. Von dort aus sind es 12 Kilometer mit dem Rad. Da ist noch Zeit für ein Frühstück und eine starke Tasse Kaffee.

Die Anreise erfolgt problemlos. Das ist also Schnega.

 



 

Der Himmel ist dunkel, aber es bleibt trocken. Das Gelände ist hügelig, ich muss alle Gänge des Faltrades benutzen. Schwärme von Wachholderdrosseln künden davon, dass es Herbst wird; genau wie die Radiosonde sind es Reisende aus dem Osten. Das Sondenjägerherz geht beim Anblick von Mais-Stoppelfeldern auf. Auf halber Strecke passiere ich Bergen - nein, es handelt sich um Bergen/Dumme. Ich nähere mich dem Ziel von Norden. Ein Blick auf den TTGO - ja, sie sendet noch und liegt nördlich des Dorfes, offenbar auf freier Fläche. Vielleicht kann ich, wenn ich mich beeile, die Sonde schnell einsacken und dann noch den nächsten Zug zurück erwischen? Aber nein, so einfach macht es einem eine Lindenberger Sonde natürlich nicht. Ich hänge erstmal das Faltrad ans Ortseingangsschild und benutze dann eine auf dem Weg erspähte sehr breite Treckerspur in ein ... undurchdringliches Maisfeld. Natürlich ist es als einziges weit und breit nicht abgeerntet. Und natürlich bringt mich die Treckerspur nicht weit genug, ich muss ich in den Urwald.  Wäre sie ein paar Meter kürzer geflogen, läge sie auf dem Stoppelfeld.

Die Treckerspuren im Urwald sind eigentlich breit genug, aber mit mannshohem Unkraut zugewuchert. Dann stehe ich, bereits ziemlich durchnässt und komplett verdreckt, 5 Meter von der GPS-Position entfernt und sehe ...nichts. 5 Minuten Suche in 3 Metern Umkreis - da ist die Schnur, hoch über mir, und die Sonde ist dann rasch entdeckt.


Ich habe keine Lust, mich 50m durchs Maisfeld zum Fallschirm vorzukämpfen. Er liegt offenbar obenauf und lässt sich per Schnurzug leicht zu mir befördern. Den Bauern wird die restlose Beseitigung freuen. Wegen der extrem niedrigen Landegeschwindigkeit rechne ich mit einem intakten Ballon, also einem Floater. Aber der Ballon ist normal geplatzt; es ist fast nur der Hals vorhanden.

Als ich fast schon wieder aus dem Mais heraus bin, merke ich, dass der Rucksack offen ist. Und es fehlt die kleine Tasche mit dem Werkzeug und meine Fleecejacke - sie sind hoffentlich beim Aufsetzen des Rucksacks herausgepurzelt und nicht irgendwo auf dem kaum zu rekonstruierenden Weg. Also wieder zurück zur Sondenposition. Es ist ganz schön schwierig, irgend etwas im Maisfeld zu finden. Auch wenn sich die Sachen am Ende sehr exakt auf der Sondenposition anfinden, muss ich trotz GPS etwas suchen. Jetzt ist meine Hose total durchnässt und ziemlich verdreckt. Beim Fahrrad wird alles sortiert, notdürftig gereinigt und trockengerubbelt und der seltene Fund ansatzweise dokumentiert:



Lindenberg startet noch von Hand: der legendäre Knoten...

 






Da die Züge in Schnega nur alle zwei Stunden fahren, kann ich mir Zeit lassen. Rehe auf den Feldern und Schwärme von Stieglitzen. Die Krähen sitzen wie die Geier auf den Eichen und mästen sich an den breitgefahrenen Eicheln auf der Fahrbahn. Als ich am Bahnhof ankomme, fängt es an zu regnen, aber ich kann mich gut neben dem (Fake)-HVV-Fahrkartenautomaten unterstellen. Angesichts des immer ungemütlicheren Wetters verzichte ich aber auf die angedachte Kaltsondenaktion  bei Lüneburg. Die Kontrolleurin im Zug inspiziert meine HVV-Proficard genau von allen Seiten. Ihr ist bekannt, dass sowas hier gilt, ist aber neugierig - denn "sowas hab ich real noch nie gesehen"....

 

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Freitag, 25. September 2020

Am Bredenbecker Teich

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN: R2330669
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 25.9.2020 6Z
Timerkill: 5:00h
Track  Bremen und Radiosondy
Landestelle Bredenbecker Teich bei Ahrensburg, LAT LON: 53.67317,10.19588  Google Maps
Status:
geborgen am 25.09.2020, 14:08 UT
Methode:
Tawhiri-Prediction auf Basis von Radiosondy.Info Daten
 

Am 25.9. landeten allerlei Bergener Sonden im Raum Hamburg. Die 6Z Sonde verschlug es in meine Heimat. Die Sonde landete am Bredenbecker Teich westlich von Ahrensburg. Unmittelbar machen konnte ich jobbedingt nichts. Das Ziel der Mittagssonde lag im Raum Kaltenkirchen, wo Kurt und Hein aus Uetersen schon  lauerten. Ich selber musste nach der Arbeit in Schmalenbeck nach dem Rechten schauen. Dazu fahre ich immer mit dem Regionalzug nach Ahrensburg, und von dort aus mit dem Rad. Das geht schneller als mit der U-Bahn, und außerdem ist der Regionalzug mit weniger Covioten bevölkert. In jedem Fall war natürlich ein Schlenker von Ahrensburg zur Landestelle angesagt. Ich fand die Sonde nur wenige Meter neben der Prediction auf einem umgepflügten Acker vor





 

 

Zeitgleich waren Hein und Kurt bei der 12Z-Sonde erfolgreich, und wir schickten unsere Bilder herum. Beide Bilderserien zeigen fast exakt die gleiche Szene:  Auf den ersten Blick war nicht auszumachen, dass es sich um zwei verschiedene Landungen handelte. Umgepflügter Acker im Sonnenschein, roter Fallschirm, Sonde. Man musste zweimal hingucken, dann sah man Unterschiede (in Kaltenkirchen war mehr Ballonrest mitgekommen, und die Sonde lag auf dem Rücken). 

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Mittwoch, 23. September 2020

Nächtliche Radtour

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN: R2330669
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 23.9.2020 0Z
Timerkill: 5:00h
Track  Bremen und Radiosondy
Landestelle Vögelsen bei Bardowick, LAT LON: 53.267258,10.345048  Google Maps

Status: geborgen am 23.09.2020, 3:43 UT
Methode: Decodierung des GPS-Signals (TTGO)
 

Dies ist die dritte Radiosonde dieses Jahr, die ich in der Umgebung des Dorfes Vögelsen im Jahr 2020 gefunden habe; eine vierte liegt noch im Maisfeld. Wetterson.de hatte gerade sein Serversystem umgestellt, und so gab es keine Information zum Killtimer-Status. Ich hatte die Nacht über Mars fotografiert und war daher noch wach und konnte diese Information durch eigenen Empfang in Erfahrung bringen. Die Predictions litten unter falschen Winddaten. Wenn man die wetterson.de Daten nahm, lag die Landestelle im Wald, aber die Daten aus radiosondy.info gingen etwas tiefer und zeigten eindeutig, dass die Sonde auf freiem Feld lag. 

Ich bin mit der ersten S-Bahn losgefahren, war um 5:15 MESZ in Bardowick und stand 15 Minuten später mit dem Faltrad am Rand des Feldes - das glücklicherweise kein Maisfeld war. Es blieben noch 15 Minuten bis zum Killtimer, als ich die Position mit dem TTGO gesichert hatte. Die Bergung an sich war dann problemlos.






Auch wenn man sich in der Mitte von Nirgendwo am frühen Morgen befindet, ist man bei Anbruch der Dämmerung nicht allein. Aufpassen muss man im Schein der Fahrradlampe auf die große Anzahl gut getarnter, weil dunkel gekleideter Jogger auf Straßen und Radwegen. Ich hatte mein Rad etwas nördlich der Landestelle an ein Verkehrsschild gekettet, dort wo ein asphaltierter Fahrweg in die Hauptstraße einmündete. Als ich meine Beute gerade in die Fahrradtasche stecken wollte, kam ein Auto den Fahrweg heruntergefahren und bog mit Tempo 80 und leicht quietschenden Reifen in die Hauptstraße ein - irgendeinen Blick auf die durchaus gut frequentierte Vorfahrtstraße kann der todesmutige Fahrer aufgrund der Knickhecken nicht geworfen haben. Die Szene erinnerte an eine Verfolgungsjagd, aber ohne Verfolger. Dagegen war mein eben gewonnenes Wettrennen mit dem Killtimer doch wunderbar entschleunigt.

Egal, ich genoss danach erst recht die Fahrt durch die Morgendämmerung auf dem Weg nach Bardowick zum Zug. Das Frühstück und der starke Kaffee zuhause lockten.

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Samstag, 19. September 2020

Auf Drogensuche?

 

Am 15.9.2020 landeten allerlei weiße Boxen im Raum Lüneburg. Ich hatte allerdings jobbedingt keine Zeit zur Sondenjagd. So musste eine Kaltsondensuche am Samstag heute reichen. In aller Frühe habe ich die Predictions noch mal kritisch überprüft und allerlei Best Guess - Koordinaten in Locus auf dem Handy gespeichert. Dazu noch ein paar Koordinaten aus der letzten Flugphase, damit ich mich im Gelände gut orientieren kann. Drei Sonden sind im Pott. Bei einer habe ich nicht viel Hoffnung, bei der anderen ist die Landestelle nach Verfolgung der letzten Flugbahn auch mehr ins Dorf gerückt, und am aussichtsreichsten erscheint immer noch R2330435 im Wald bei Bavendorf. Die Prediction schätze ich auf 20m genau, und die die entlegene Landestelle lässt einen Zufallsfund unwahrscheinlich erscheinen. Also drei Eisen im Feuer, und ein richtig gutes.

Sondentyp: RS41-SGP
SN: R2330435
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 15.9.2020 12Z
Timerkill: 5:00h
Track  Bremen und Radiosondy
Landestelle Bavendorf, LAT LON: 53.18889,10.65199  Google Maps
Status: geborgen am 19.09.2020, 7:35 UT
Methode: Korrigierte Tawhiri Prediction auf Basis von Radiosondy.Info-Daten
 
Also rein in den Regionalzug nach Lüneburg, und von da aus mit dem Bus bis Bavendorf. Faltrad aufklappen, Tasche einhängen, Locus starten und los. Nach 900m führt ein  schmaler Weg in den Wald. 500m teilweise Radeln, teilweise Schieben, schon bin ich in unmittelbarer Nähe der Landestelle. Das Rad wird an einen Baum gekettet. Der Weg endet an einer Lichtung, aber von da aus kommt man schlecht in den Wald. Also ein paar Schritte zurück und dann die wenigen Meter zur Prediction. Ich muss nicht wirklich suchen. Die Sonde hängt gut sichtbar in 20 Zentimetern Höhe an einer Birke. Senkrecht nach oben verschwindet die Schnur in Baumkronen. Schwieriger wird das Sichten von Schirm und Ballonrest in den Laubdächern. Dann sehe ich ihn, gar nicht so hoch. Die Richtung passt nicht zum Verlauf der Schnüre weiter unten. Ich kann die Sachen per Schnurzug lösen, und danach zieht es aber heftig an der Sondenschnur. Ich muss die Sonde festhalten, damit sie nicht nach oben entschwindet! Daher habe ich kein Foto der Sonde in Situ. Ich knappe die Schnur, und auf der anderen Seite sausen Ballonrest und Schirm nach unten. Sie bleiben in 5 Metern Höhe im Geäst hängen und sind dort eine leichte Beute für die Teleskopstange.


 






Sondentyp: RS41-SGP
SN: R2330423
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 15.9.2020 0Z
Timerkill: 5:00h
Track  Bremen und Radiosondy
Landestelle Dumstorf LAT LON: 53.17586,10.68872  Google Maps
Status: Verloren, leere Finderbriefhülle gefunden am 19.09.2020, 9:08 UT
Methode: Korrigierte Tawhiri Prediction auf Basis von Radiosondy.Info-Daten

Weiter geht es nach Dumstorf. Die Tawhiri-Prediction dort sieht die Sonde auf einem Acker. Aber meine Untersuchung der Flugrichtung heute morgen ließ eine Landung im Dorf wahrscheinlicher werden. Dort gibt es hohe Bäume, in denen Teile des Gespanns vielleicht noch aufzufinden sein könnten. Auf dem Acker liegt nichts. Ich untersuche eine kleine Sackgasse, die mitten durch die "heiße" Gegend führt. Das eigentliche Landegebiet ist aber das Gelände eines ziemlich altehrwürdigen riesigen Bauernhofes. Als ich gerade aufgeben will, kommt ein älterer Mann mit dem Auto angefahren und fragt freundlich, was ich hier mache. Schon klar, ein Ortsfremder, dazu noch auf so einem komischen Rad, das ist der Blickfang. Ich erklär ihm die Sache und er bietet mir an, dass ich doch das recht große Hofgelände absuchen könne. 

Da laufen ein Hund, ein paar Schafe und ein Esel herum. Ich gucke vor allem in die Wipfel der Bäume am Eingang, denn sie stehen genau auf der Prediction. Da der Besitzer das Ding noch nicht gefunden hat, kann es - wenn überhaupt - nur dort sein. Wenn es nicht noch ein paar Meter vorher auf der Straße gelandet ist und von jemand anderem weggeräumt wurde. In der fraglichen Richtung ist eine Baustelle, die Bauarbeiter haben aber auch nichts gesehen. Irgendwann verabschiede ich mich von dem freundlichen Hofbesitzer. Und zwei Meter vor dem Ausgang liegt das da auf der Straße....

 

 

Klar, was das ist: Bundeswehr-typischer Umschlag für den Begleitbrief. Ich schick das kommentarlos über Whatsapp an die anderen, und sofort kommt von dem sehr erfahrenen Sondensucher Harry die rhetorische Frage: "Bist Du auf Drogensuche?" Als ob die Sondensucht nicht schon schlimm genug ist...

Na, da ist wohl nichts mehr zu finden. Jemand hat das Ding auf der Straße aufgelesen, alles mitgenommen, den Zettel eingesteckt und die Hülle verloren. Also rasch in die Pedale getreten und zur B216 geradelt. Dort fährt nämlich gleich der Bus nach Lüneburg. Von da aus habe ich noch was vor. 

Am ZOB Lüneburg steige ich in den Bus nach Neu-Häcklingen. Und von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zur nächsten Landestelle, die wirklich alle denkbaren Gemeinheiten auf engstem Raum bietet... 

Sondentyp: RS41-SGP
SN: R2330426
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 15.9.2020 6Z
Timerkill: 5:00h
Track  Bremen und Radiosondy
Landestelle Lüneburg-Häcklingen LAT LON: 53.20705,10.41326  Google Maps
Status: unaufklärbar
Methode: Korrigierte Tawhiri Prediction auf Basis von Radiosondy.Info-Daten


Die letzte Position ist grenzwertig knapp über einer Hochspannungsleitung. Da hängt nichts, und die dürfte sie also noch überquert haben. Die Tawhiri-Prediction liegt auf dem abgesperrten  Randbereich einer autobahnartigen Kraftfahrstraße. Meine eigene Version ist eher exakt auf dem Wanderweg. Ist sie nur 5 bzw.15m kürzer geflogen, kann sie mitten auf der Autobahn gelandet sein. Die Fahrbahn kann man nicht einsehen. Bei einer Landung auf dem gut frequentierten Spazierweg ist sie längst weg. Das Gebiet nördlich davon ist von extrem hoher krautiger Ruderalflora bewachsen, in der ein Gespann ohne weiteres komplett versinken kann. So sehr ich mir die Augen aus dem Kopf sehe, da ist nichts zu finden. Der Weg verläuft durch eine sehr niedrige Unterführung auf die andere Seite der Autobahn. Wenn das Ding sehr kurz geflogen sein sollte, kann sie auch dort herunterkommen sein. Das  Gebüsch ist so dicht, dass man die Sonde hier kaum sichten würde. Kurz gesagt, ein extrem nerviger Landeplatz für eine Kaltsuche nach 4 Tagen. 

Mein letzter Versuch ist eine genaue Inspektion des Geländes von Norden mit dem Fernglas. Hier bietet die Brücke über die Ilmenau an der Roten Schleuse einen etwas erhöhten Aussichtspunkt. Aber da liegt kein roter Klecks auf der Wiese. 

Man darf bei einer Kaltsondenjagd niemals von einem Erfolg ausgehen. Oft kann man aber die Sache klären - die Sonde ist nicht mehr da, irgendwo sind noch ein paar Reste, usw. Hier aber würde ich die Chance, dass die Sonde da noch irgendwo rumoxidiert, auf 30-40% beziffern. Die realistische Wahrscheinlichkeit, dass man sie dort noch finden kann, liegt sicher unter 1%.  Beide Sonden kommen auf meine Liste der hoffnungslosen Fälle.                

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Sonntag, 13. September 2020

Apfelplantage am Morgen

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
S0630544
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 13.09.2020 00:00Z
Track wetterson.de und radiosondy.info
Landestelle: Neuenfelde/Nincop, LAT, LON: 53.51032,9.81217, Google Maps
Status: geborgen am 13.09.2020 um 5:50 UT
Methode:GPS-Decodierung mit TTGO

 

Diese Sonde landet am Sonntagmorgen im bekannte Obstanbaugebiet "Altes Land". Ein superfrüher Aufbruch erscheint nicht sinnvoll, weil man aller Wahrscheinlichkeit beim Apfelbauern nachfragen muss. Denn die Apfelplantagen sind im Allgemeinen abgezäunt. Also sitze ich kurz vor 7:00 im Bus nach Cranz, der von Altona durch den Elbtunnel fährt. Ich ärgere mich umgehend über die Wahl des Verkehrsmittels, denn an Bord sind diverse Helden des "Cornerings", die eindrucksvoll die Wirksamkeit des Alkohol-Verkaufsverbots auf der Schanze und die Einhaltung der Kinnschutzpfllicht in öffentlichen Verkehrsmitteln demonstrieren.  Ich hätte mal doch mit dem etwas langsameren Elbschiff fahren sollen. An der Neuenfelder Kirche verlasse ich den Bus, entfalte das Rad, und ab geht es. Es sind nur 1.8km bis zur Landestelle südlich von Nincop. Der TTGO zeigt schon auf dem Hinweg die Landestelle an - sie liegt keine 20m von der Prediction entfernt. Die Koppeln der Apfelbauern sind schmal und schlauchförmig, aber der Nincoper Moorweg führt direkt an der Landestelle vorbei. Und von diesem führt ein frei zugänglicher Feldweg direkt Richtung Landestelle. Schon aus der Distanz sieht man die Sonde im Apfelbaum hängen. 

 

Ein paar Baumreihen weiter hängen Fallschirm und Ballonrest



Die Bergung ist einfach. Erstaunlich: Wie bei der letzten Sonde ist der Abroller gebrochen, und ich frage mich, wie das alles noch soweit zusammenhielt, dass es zusammen landete. Letztes Mal hatte ich gedacht, dass ich den Abroller beim rabiaten Bergen aus dem Baum abgebrochen habe, hier ist es aber nicht so.



Danach geht es zurück. Dieses Mal radel ich lieber an der der Airbus-Fabrik vorbei zum Anleger Finkenwerder. Das Elbschiff bringt mich über den Fluss, und am Elbhang merkt man mal wieder, dass es in Norddeutschland niemals bergauf geht.

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Donnerstag, 10. September 2020

Der schmale Weg zwischen den Gärten...

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
S0630543
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 10.09.2020 00:00Z
Track wetterson.de und radiosondy.info
Landestelle: HH-Harburg, LAT, LON: 53.437187,9.984298, Google Maps
Status: geborgen am 10.09.2020 um 3:45 UT
Methode:GPS-Decodierung mit TTGO


In letzter Zeit fliegen alle Norderney-Sonden extrem weit, da ihr Fallschirm hervorragend funktioniert. Diese schaffte es unerwarteterweise bis nach Hamburg-Harburg. Ich beschloss, in aller Frühe die Sonde zu suchen. Gegen 5:00 verließ ich, noch im Dunkeln, den Bus. Auf Google-Maps sah das Ganze nach Privatgärten aus, aber auf Open Streetmaps führte ein Weg bis fast exakt zur Sondenposition. Ob man zur Landestelle gelangen konnte, war unklar, aber zumindest würde man auf diese Weise die Position in Erfahrung bringen und dann später am Tag die Besitzer fragen können. 

Es stellte sich heraus, dass der schmale Weg tatsächlich öffentlich war; links und rechts waren die Gärten abgezäunt. Man kam  bis 8m an die TTGO-Position heran, aber die Sonde war nicht zu sehen. Ich mochte auch nicht mit ganz starken Taschenlampen morgens um 5:00 im Wohngebiet herumfunzeln, obwohl die eigentlichen Häuser recht weit weg waren. Klingeln und fragen, wie ich es normalerweise machen würde, ging um die Zeit auch nicht. Ich konnte aber im Schein der Taschenlampe hoch über mir die Schnur aufleuchten sehen. Der Fallschirm lag rechterhand im Garten. Die Schnur ging über einen Baum, aber ihr Ende war nicht zu sehen. Ich konnte die Schnur mit der Stange herunterholen und per Schnurzug den Abroller erbeuten - der Fallschirm blieb im Baum hängen, und ich habe den Abroller abgerissen und dabei beschädigt. Auf der Sondenseite war nichts verknotet oder verdrillt - mein Glück. Ich konnte ich das Objekt der Begierde einen Baum hochziehen, aber leider nicht über eine Fichte hinweg befördern. Per Stange konnte ich jetzt aber auch hier die Schnur ergreifen und somit die Sonde vom Weg aus zu mir befördern. Das Ganze war ein relativ aufwändiges Stangen- und Schnur-Mikado. Da es immer noch dunkel war, habe ich natürlich keine Bilder der Landestelle. 

 



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Montag, 7. September 2020

Heimatgemeinde knapp verfehlt

 

Sondentyp: RS41-SGP  
SN:  R2810059
Frequenz: 402.5 MHz 
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)  
Flugdatum: 07.09.2020 12Z
Timerkill: Keiner
Track  wetterson.de
Landestelle  Hoisdorf,  LAT LON: 53.658108,10.304451 Google maps 
Status: geborgen am 07.09.2020, 13:24 UT 
Methode: GPS-Decodierung mit TTGO 
 
Ich habe an diesem Tag in meinem Elternhaus in Schmalenbeck (Gemeinde Großhansdorf) zu tun. Eigentlich will ich etwas später hinfahren, aber als die Predictions dieser Radiosonde Landeplätze in und um Großhansdorf auswirft, ist etwas Eile angebracht. Aus Corona-Gründen fahre ich jetzt meistens nicht mit der U-Bahn nach Schmalenbeck, sondern mit dem wesentlich schnelleren Regionalzug in meine Geburtsstadt Ahrensburg und von dort aus mit dem Faltrad. 
 
Als ich in Ahrensburg aussteige, ist die Sonde noch in der Luft, mit Predictions nahe des U-Bahnhofs Großhansdorf. Am Ende liegt die Landestelle knapp in der Nachbargemeinde Hoisdorf. Also am Manhagen vorbei, am Bahnhof Großhansdorf vorbei, über die Autobahnbrücke. Ein Navi braucht das nicht. Gleich rechts in die Kastanienallee einbiegen. Ich habe irrtümlich die Landestelle 150m die Kastanienallee herunter vermutet, halte aber an der Abzweigung an.
 
Vielleicht sollte man langsam den eingeschalteten TTGO zu Rate ziehen. Bingo, der liefert Koordinaten. Wie schön das ist, sie mit einem Klick in Locus einzuspeisen. WAS? Die Sonde liegt danach exakt AUF meiner derzeitigen Position. DAS kann nicht sein, ist da was faul?. Also nochmal, gleiches Resultat. Reinzoomen. Jetzt sieht man, dass beide Markierungen nicht exakt aufeinanderliegen. "Distanz 12 Meter", meint Locus. Wenn das so ist, sollte man vielleicht vom Rad absteigen und sich  doch mal in der Gegend umschauen. Schnüre? Schirme? Sonden? Auf den ersten Blick ist da nichts. Aber das Ding da vorne auf dem Gehweg, neben dem  Verkehrsschild,  sieht doch verdächtig nach einer RS41 aus....
 

Jetzt erkenne ich auch die Schnur. Sie verschwindet über ein Hausdach.


Obwohl die Sonde ja auf öffentlichem Gelände liegt, versuche ich die Bewohner zu kontakten, aber dort antwortet auf mein Klingeln nur der Hund. Die Bergung der Sonde ist natürlich einfach: Ich ziehe an der Schnur und kappe sie. Und sie flutscht über das Haus. Der Fallschirm hängt hoch in einer Buche an der Hosidorfer Landstraße/Achtern Diek. Der Baumstamm steht auf Privatgrund, das Gelumpe hängt über dem Gehweg und ist durch das Laub kaum auszumachen. 


 

Viel Hoffnung bezüglich einer Stangenbergung habe ich nicht - zu hoch. Aber ein Versuch ist es wert. Wieder klingel ich an der Tür, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Auch auch hier ist keiner da. Also auf dem Gehweg die Stange klarmachen und erst einmal die Schnur erangeln. Ein Versuch mit Seilmanövern ist ermutigend. Ich kann die Schnur ganz oben aushaken und dann den offenkundig großen Ballonrest und den Schirm langsam und zäh ablassen. Jetzt ist der Kram nur noch 8 Meter hoch und liegt aber auf dem dichten Blattwerk auf. Inzwischen biegt der Besitzer des Grundstücks auf seine Einfahrt ein. Kommt natürlich auf ein freundlichen Schwätzchen vorbei und wünscht mir viel Glück. Beim 1 Versuch befördere ich sehr viel Latex, beim zweiten noch viel viel mehr Latex und beim dritten den Schirm zu Boden. Dann noch die Schnur aufgewickelt, und wieder einmal hat man ein Gespann komplett aus der Umwelt entfernt. Und nun rasch nach Schmalenbeck. Yeah.

Erst danach seh ich, dass mir Bernd mir in letzter Minute eine perfekte Prediction geschickt hat - allerdings liegt die Sonde danach auf dem Hausdach. Der Abstand von der Realität sind nur 14 Meter.
 


 
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Sonntag, 6. September 2020

Kein Schwan

 Sondentyp: RS41-SGP

SN:S0630562
Frequenz: 404.1 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Norderney (WMOID:10113)
Flugdatum: 06.09.2020 11:04Z
Track wetterson.de und radiosondy.info
Landestelle: Oldendorf, LAT, LON: 53.5759055,9.2328623, Google Maps
Status: geborgen am 06.09.2020 um 5:09 UT
Methode:Tawhiri-Prediction aus Radiosondy-Daten (danke Kurt für die schönen Daten)


Ich hatte dringend mal das Bedürftnis nach einer Radtour; das Ziel war eigentlich egal. Ruhig etwas weiter weg, denn am Wochenende kann man die Abokarte im Gesamtbereich des HVV verwenden. In Ermangelung aktueller Sonden wollte ich S1650017 mal einen Besuch abstatten. Diese Sonde war am 10.7. geflogen und im Wald bei Sauensiek gelandet. Uetersen konnte die Sonde noch nach der Landung klar empfangen. Die GPS-Koordinaten deuteten dann auch auf eine Höhe von 20-30m über Grund hin. Irgendwie hatte da noch niemand nachgeschaut. Ich selber hatte es eigentlich am 28.7. vor, weil da bei Neeze eine Meppener Sonde gelandet war. Bevor ich nach der Bergung nach Sauensiek weiterradeln konnte, landete unerwartet eine weitere Meppener Sonde bei Grauen, und die habe ich dann vorgezogen. 

Das Wetter war herbstlich-sonnig mit Kumuluswolken und kleineren Schauerköpfen. Südlich von Himmelpforten war da noch in der Nacht eine  Norderney-Sonde gelandet, aber für die gab es bestimmt schon andere Interessenten. Um 11:45 lief der Zug in Buxtehude ein. Da  auf wiederholte Rückfrage noch niemand Interesse angemeldet hatte, beschloss ich, die Landestelle zu besuchen und stieg nicht Richtung Bremerhaven bzw. Sauensiek um. In Himmelpforten wurde das Faltrad gesattelt. Von da waren es 8km bis Oldendorf, wo die Sonde auf einer Wiese liegen würde - jedenfalls sah es danach laut Google Maps Satellitenansicht aus. Die Schauerköpfe machten den Himmelsanblick unwirklich. Ich hatte aber Glück, dass ich bis auf etwas Nieseln nichts abbekommen habe. Aus 300m Distanz lag da ein weißes Objekt auf der Wiese. Das war mir etwas zu groß und bewegte sich etwas. Oft rasten Schwäne auf solchen Wiesen, und ich war sehr sicher. Ein Blick durch das Fernglas: Kein Schwan....



 

Der Rest war einfach - allerdings war das Gras ziemlich nass, und ich hatte keine Gummistiefel mit.  





Jetzt musste ich in die Pedale treten, um die Bahn in Himmelpforten zu erwischen. Die fährt nämlich nur alle Stunde. In Buxtehude stieg ich um, und ab Apensen kann ich auf vertrauter Straße nach Sauensiek radeln. Gleich hinter dem Bahnübergang der Moorbahn wird  das Rad an ein Verkehrsschild angeschlossen. Die Sondenlandestelle konnte ich auf Wegen erreichen, dabei musste eine eingezäunte Schonung umgangen werden. Die GPS-Position war ja exakt bekannt.  

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
  S1650017
Frequenz:
404.5 MHz
Timerkill:
keiner 
Startstation: Meppen (WMOID:10304)
Flugdatum:
10.07.2020 12:00Z 
Track Bremen/Polen
Landestelle: Sausensiek,
LAT, LON: 53.3817,9.57926, Google Maps
Methode:
Sonde war nach der Landung in Radiosondy sichtbar; danke Kurt
Status:
Baumlander, 25-30m hoch, von unten sichtbar, in Lärche

Ich brauchte etwas, um die Sonde zu erblicken, die an einem 2m langen Schnurstück im Wind pendelte. Ein Foto konnte ich nicht machen, da ich meine "richtige" Kamera mit ihrem Telezoom nicht dabei hatte. 20m weiter entdeckte ich Fallschirm und Ballonrest in ähnlicher Höhe; darüber kommt man also auch nicht an die Sonde heran. 
 

 
 
Da muss man wohl abwarten, bis die Sonde herunterfällt, z.B. nach den Herbststürmen. Immerhin ist die Lage und der Zugang erkundet. Und da die Gegend ein Sondenmagnet ist, wird sich schon eine Gelegenheit ergeben, nach den Herbststürmen die Lage zu checken. 

Ich hatte kaum das Rad erreicht, als es zu schütten begann. Ich habe mich zunächst untergestellt und dann den frisch erworbenen Poncho ausprobiert. Dicht hält er, er hält auch die Nässe von Hose und Schuhen ab. Das war nach der Rückkehr nach Apensen sicher. Die Kombinierbarkeit mit enem Fahrradhelm ist begrenzt. Das Unterstellen hatte allerdings dazu geführt, dass ich den Zug nicht mehr erwischt habe und in Apensen 45 Minuten warten musste.

Übersicht über alle Sondenfunde hier
Karte aller Sondenfunde hier