Dienstag, 31. Oktober 2017

Sonde an der Stromleitung

Am 31.10. nutzte ich den Feiertag, um ein paar Sondenlandeplätze zu besuchen. Vor allem solche, bei denen die Sonde sehr hoch oben hing. Denn ein paar Tage vorher hatte der zweite Herbststurm der Saison über Norddeutschland gewütet. Es war gar nicht so einfach, nach Horneburg zu kommen. Der Zugverkehr dort ist immer noch unterbrochen. Aber der nette Busfahrer des Ersatzverkehrs erlaubte mir, mein Rad mitzunehmen. Das sparte mir 8km.

5km entfernt war die Meppener Sonde vom 31.7.2017 bei Helmste, die ich nun zum dritten Mal besuchte. Gleich nach der Landung konnte ich sie mit Sonden-GPS und Peilung in einem Baum verorten. Nach dem ersten Herbssturm Anfang des Monats hing sie noch am Baum, aber meine 15m Teleskopstange reichte gerade eben nicht aus. Jetzt war sie weg, lag aber auch leider nicht am Fuß des Baums.

Nach diesem erfolglosen Besuch habe ich ein paar Landestellen vom zweiten Manöversondenschwall vom 27.9.2017 aufgesucht.

Damals hatte ich keine Möglichkeit, die Sonden zu verfolgen, konnte aber von Hamburg aus die Landephasen mitschneiden. Nach jeder Landung habe ich eine Habhub-Prediction gemacht und die vermuteten Landekoordinaten an André Wulff gewhattsappt. Der hatte Urlaub und konnte daher vor Ort sein. Eine der Sonden hat er auch tatsächlich eingesammelt, eine war unerreichbar im Maisfeld und zwei konnte er aus Zeitmangel nicht mehr aufsuchen. Eine konnte er in einer Hochspannungsleitung lokalisieren und auch sehr gute Koordinaten des Sonden-GPS sichern.

Foto: André Wulff, 27.9.2017


Einen Tag später hatte ich eine Nachsuche gemacht, die ziemlich erfolglos war. Ich habe das besagte Maisfeld auf den Kopf gestellt - ohne Erfolg, und leider war wohl auch die eine Sonde, die André nicht versucht hatte, in einem Maisfeld. Das war doof, denn bei der Sonde hatte ich keine sehr gute Prediction. Die Sonde in der Stromleitung konnte damals ich wegen Nebels nicht sehen.

Zurück zum 31.10.2017. Nach dem erfolglosen Abenteuer in Helmste habe ich die 15 Kilometer zu dem Sondenschwall-Landegebiet bei Fredenbeck  drangehängt. Eine Sonde, die weder André noch ich bisher versucht hatten, konnte ich nicht finden, habe aber auch nicht intensiv gesucht. Mein Hauptziel war nämlich die Stromleitungs-DFM, die ich unbedingt noch bei etwas Tageslicht erreichen wollte. Bei der ging ich davon aus, dass sie nicht mehr oben hängen würde. Und die Koordinaten waren ja bekannt. Vielleicht konnte man sie direkt unter André's GPS-Position einsammeln. André hatte mir zudem erzählt, dass sie NICHT über einem Maisfeld baumelte. Einen Versuch war das wert!

Ich hatte noch Koordinaten in meinem Handy. Merkwürdig: Die Stelle war eindeutig auf einem Maisfeld, und zwar dicht an einem der Masten. Sah überhaupt nicht so aus wie auf Andrés Bild. Nahe der Leitung, aber nicht AUF der Leitung. Ein schmaler Streifen des Feldes war sogar noch nicht geerentet. Auf der anderen Seite war ein freies Feld ohne Mais! Langsam bekam ich Zweifel an den Koordinaten: Ich habe mir dann Andrés Whatsapp-Nachricht mit den Koordinaten noch einmal herausgesucht. Und die in Locus eingegeben. Ooops, meine Koordinaten waren offenbar falsch (vielleicht waren es irgendwelche Prediction-Koordinaten von damals). Die Sonde lag, genau wie André es beschrieben hatte, auf einem freien Feld hinter dem Maisfeld, 150m von meiner Position, und laut Open Streetmap EXAKT auf der Leitung.

Also nichts wie hin! Ich konnte in dem Bewuchs die Sonde nicht sehen, und es wurde bereits schnell dunkel. Ich bin aber dennoch stur nach Koordinaten zu Andrés Position gelaufen. Und als das Handy-GPS eine Distanz von "0" anzeigte, lag eine DFM direkt vor meinem linken Fuß....





... direkt unter den Stromleitungen. An dem Ding hing noch eine ca. 2m lange Schnur. Von dem Ballonrest und dem Fallschirm und sonstigen Resten fehlte jede Spur. Auch der Begleitzettel fehlte.

Im Dunkeln konnte ich dann zum Rad zurücklaufen und nach Brest-Aspe radeln. Von dort brachte mich der Regionalzug nach Buxtehude, von wo die S-Bahn nach Hause fuhr.

André danke ich für die Koordinaten.  Diesmal konnte ich von seinen vor Ort ermittelten Korrdinaten profitieren, neulich er von meinen (bei dem 2. Meppener Tandem). Beide waren wir jeweils unverrichteter Dinge abgerückt, aber manchmal ist eben die Sicherung von Informationen wertvoller als die eigene Bergung einer Sonde. 

Übersicht über alle Radiosondenfunde hier

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