Sonntag, 30. August 2026

Mal wieder in Unterlüss

Die Gegend um Unterlüss eignet sich ziemlich für Kaltsondenjagden. Riesige Kiefernwälder sind hinreichend abschreckend für lokale Kollegen. Die Südheide ist einigermaßen schnell mit dem Metronom erreichbar - wozu gibt es das Deutschlandticket. Im Sommer kam es allerdings zu wochenlangen Streckensperrungen. Auch ist das Gelände derart weitläufig, dass man mit einer Tour nicht alle infrage kommenden Sonden absammeln kann. Zuletzt war ich im April 2026 vor Ort. Seither hat sich allerhand angesammelt. Zuletzt ging am 24.8. eine Sonde südlich von Unterlüss nieder, so dass ich 5 Tage später mich auf den Weg mache. 

Die Kaltsondenjagd in der Gegend wird durch den db0dan-SDR heute einigermaßen erleichtert. Wenn man das Signal selber mitschneidet, kann man die Sonden bis fast zur Grasnarbe decodieren. Wenn nicht, speist der SDR inzwischen seine Daten in wettersonde.net ein. 

Hängt die Sonde im Baum, kann man über den SDR das Signal auch nach der Landung erfassen. An der Signalstärke nach der Landung kann man die Höhe über dem Boden ganz gut abschätzen. 

 Bei der Sonde vom 24.8. lauten meine Notizen: "kein Signal nach der Landung". Das bedeutet, dass ich die Sonde auf dem Boden erwarte. Ferner habe ich nur die letzte Position vermerkt, "maximale weitere Flugstrecke 4 Meter". 

Die Anreise erfolgt für 2026er-Öffi-Verhältnisse erfreulich glatt. Am Bahnhof angekommen, trage ich das Rad die steile Treppe herab - Barrierefreiheit gibt es hier nicht. Ich will gerade losfahren, da bemerke ich, dass eine junge Mutter an der Treppe struggelt. Sie kann unmöglich ihr Kind tragen und ihren über 20kg schweren Kinderwagen die Treppe herunter asten. 

Danach geht es los. Entlang der mir gut bekannten Brandschneise führt ein wunderbarer Radweg direkt Richtung Sonde Nr.1.

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V1220834
Produktionsdatum: 2023-3-21
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 24.8.2024 (12:00Z)
Track
wettersonde.net/Tower

Maximale Höhe:
 34217m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.33 m/s

Landegeschwindigkeit:
 7.9m/s

Landestelle: Unterlüß, 
LAT, LON: 
52.79324,10.3115 Google Maps
Status:
geborgen am 29.8.2026, 12:21
Methode:
 Extrapolation aus Tower-Daten

Die Situation vor Ort ist wie erwartet. Die Sonde liegt exakt an der letzten Position am Boden.



 

Der Schirm hängt ca. 16m hoch im Baum. Ich versuche noch, mit Tape und Zweigen meine Teleskopstange zu verlängern, aber selbst so kann ich nur die äußersten Latexfetzen anstupsen, aber nichts einhaken.



 

 

Das ist ärgerlich. Sonde und fast die gesamte Schnur kann ich aber einstecken. 

Nur 800m entfernt gibt es die Landestelle von V1030753, einer Sasel-Sonde aus dem letzten November. Die Landestelle ist aus Tower-Daten auf wenige Meter genau bekannt und liegt auf einem Forstacker. Da der Acker seit der Landung mindestens einmal bestellt wurde, sind die Chancen vermindert, aber wo ich schon mal vor Ort bin... Der Acker erweist sich als begehbares Raps-Stoppelfeld. Irgendwelche Reste des Gespanns liegen dort nicht herum.  

Zurück geht es nach Unterlüss. Nicht weit weg befindet sich  die Landestelle von U3250253  . Die hatte ich schon im April besucht. Ich konnte den bodennah verhakten Fallschirm entfernen, aber die Sonde hing hoch im Baum. Leider tut sie das heute immer noch. 

Direkt unter der Sonde sitzt ein junger Mann und massiert seine Füße. Mit meiner Frage, ob er wegen der Sonde hier ist, kann er nichts anfangen. Er macht eher den Eindruck, dass er nicht angesprochen werden möchte. Auf dem Pfad bewegen sich im Übrigen inzwischen ganze Scharen von Menschen, zum Teil mit Rucksäcken, Spezialschuhen und Trinkblasen versehen. 2 Mädels blicken auf ein Handydisplay und rufen sich zu "Das ist erstaunlich, die sind ja HINTER uns!" Hier findet offenbar irgendeine Form von organisiertem Kampfwandern statt. Eine Google-Recherche nach der Rückkehr liefert die Erklärung: Es handelt sich um den "Ultramarsch Südheide". Teilnehmer haben die Wahl zwischen Strecken von 60, 75 oder 120km, letztere soll in 26 Stunden zurückgelegt werden. Keine Gnade für die Wade. Ist das gesund?

Ich habe andere marternde Probleme, nämlich die Qual der Wahl zwischen mehreren Kaltsonden. Am nächsten gelegen ist V0921426, auch eine Bergener Sonde aus dem Juni. Der Weg zu ihrer Landestelle führt über den Weg "Siedenholzbahn", der wieder mit einer schönen Radfahrspur versehen ist. Rechts neben ziemlich zerfallenen Hofgebäuden geht es in den Wald. 

Die Sonde hatte ich nicht mitgeschnitten, sondern muss mich auf die Daten in wettersonde.net verlassen. Die kommen auch vom Web-SDR auf dem Turm im Wendland. Offenbar kann die Sonde nicht hoch im Baum hängen, denn es gab nach der Landung keine Decodierung. 

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V0921426
Produktionsdatum: 2023-2-28
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 2.6.2024 (0:00Z)
Track
wettersonde.net/Tower

Maximale Höhe:
 36468m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.94 m/s

Landegeschwindigkeit:
 7.0m/s

Landestelle: Unterlüß, 
LAT, LON: 
52.81159,10.24266 Google Maps 
Status:
geborgen am 29.8.2026, 15:42
Methode:
 Extrapolation aus Wettersonde.net-Daten (db0dan)
 

 

 Ich schlage mich also durch den Wald und werde nicht enttäuscht. Unmittelbar an der Extrapolationslösung hängt die Sonde 3 Meter hoch am Baum. 




 

Die ziemlich lädierte Schnur verschwindet im Baum. Ich fahnde länglich, aber erfolglos nach Ballonrest und Schirm. Die Schnur lässt sich abziehen und mitnehmen. 

Zurück in Unterlüss wird klar, dass man in absehbarer Zeit wiederkommen muss, da es in der Region mehrere weitere Kandidaten gibt. Zurück geht es über Uelzen nach Hamburg. Im Zug bekomme ich als Passivraucher meine Jahresdosis Hanf verpasst, die Herren sind schon reichlich zugelötet. Ansonsten läuft öffitechnisch alles einigermaßen glatt, außer dass der RE3 heute in Harburg endet. Die S-Bahn wird mich rasch nach Hause bringen. Aber so leicht ist das Leben in ÖPNV-Land 2026 nicht.

Chaos auf dem rappelvollen S-Bahnsteig. "Technische Störungen auf der Strecke". Die Durchsagen sind auch für einen Kenner des S-Bahnsystems inhaltlich unverständlich. Offenbar fährt derzeit nur ein Pendelzug zwischen irgendwo und Wilhelmsburg. Der wird soll laut Display wahlweise "sofort", in 2 Minuten, in 10 Minuten angekündigt oder soll sogar in einer Minute in Gegenrichtung verkehren. Immer mehr sieht es danach aus, dass in Wahrheit gar keine S-Bahnen fahren.

Also guckt man, ob man mit den Regionalzügen weiter kommt. Der nächste fährt in 5 Minuten auf Gleis 3. Ich bin natürlich nicht der einzige, der diese Idee hat. Auf dem Bahnsteig herrschen bereits indische Verhältnisse. Ich entdecke auf der App, das 2 Minuten später ein weiterer Zug auf Gleis 2 fährt und wechsel den Bahnsteig. Inzwischen läuft der  Zug auf Gleis 3 ein, was die wenigen an Gleis 2 wartenden Fahrgäste zu einem Sprint auf den anderen Bahnsteig  motiviert. Das scheint mir nicht schlau zu sein. Mittlerweile läuft der fast leere Zug auf meinem Gleis ein. Eine Handvoll Fahrgäste steigen mit mir ein, während sich drüben die Masse Mensch in den anderen Zug quetscht. Mein Zug fährt als erster ab. 

Am Hauptbahnhof steige ich in eine fast leere S-Bahn. Daraus ist zu folgern, dass die Volksmassen vom S-Bahnsteig in Harburg noch unterwegs sind. In jedem Fall bin ich froh, als ich zuhause ankomme. 

 

Sonntag, 26. Juli 2026

Drive-In am Sportweg

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V0921502
Produktionsdatum: 2023-2-28
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 25.7.2026 (12:00Z)
Track
wettersonde.net/Tower

Maximale Höhe:
 
32478m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.62 m/s

Landegeschwindigkeit:
 10.3m/s

Landestelle: Holdenstedt bei Uelzen, 
LAT, LON: 
52.93699,10.50731 Google Maps
Status: Geborgen am 25.7.2026, 16:20UT

Methode:
 Extrapolation aus Tower-Daten (Web-SDR db0dan)

Die Mittagssonde aus Bergen landet unweit von Uelzen im Wald. Ich bemerke das erst nach der Landung. Auf der Tower-Seite des Web-SDR gibt es unter "Files" die decodierten Sondenfiles der letzten Stunden. Der Web-SDR streamt auch nach wettersonde.net, aber in den Archivfiles direkt an der Quelle findet man meistens noch niedrigere Positionen. So ist es auch heute. Ich gucke auf das Wasserfalldiagramm der Seite. Von dem Sondensignal ist dort nichts zu sehen. Im Raum Uelzen bedeutet das: Sonde am Boden. Das ist auch angesichts der Tatsache, dass die Sonde mit 10m/s eingeschlagen ist, plausibel. Die letzte Position liegt nur wenige Meter über dem Boden; diese Sonde kann laut kurzer Überschlagsrechnung nur ca. 3m weit geflogen sein. 

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es im Umkreis noch zwei weitere Kaltsonden gibt: Eine Manöversonde mit Tower-Empfang nach der Landung vom 13.7., und einen Baumlander von 2025, der allmählich am Boden liegen sollte. Es ist noch lange hell, also spricht nichts gegen eine spontane Radtour. Für die aktuelle Sonde werde ich erst unmittelbar nach dem Killtimer auftauchen können.

Die Anreise ist angenehm, und der Zug ist erstaunlich leer. In Uelzen wird das Rad aufgeklappt und los geht es. Die Landeposition befindet sich direkt am Weg. Da er an einem Sportplatz vorbeiführt, heißt er Sportweg. Er ist sogar bis in den Wald hinein asphaltiert.

Ich erwarte eine leichte Drive-In-Situation. Das trifft auch im Wesentlichen zu, aber das Unterholz am Wegrand ist etwas dicht. Auch ist von der Sonde zunächst nichts zu sehen. Dafür hängt  gleich linkerhand jede Menge Latex vom Baum.

 

 

 


Die Sonde? Wo ist sie denn? Sie sollte nach aller Logik am Boden liegen. Tut sie auch, aber sie versteckt sich ein wenig. 



 

Von der anderen Seite sieht es schon viel besser aus....






Der Abstand zwischen Schirm und Sonde beträgt nur wenige Meter, aber die Schnur verläuft über mehrere hohe Baumwipfel     und ist im Geäst verhakt. Ich muss sie erst einmal durch kreative Schnurmanöver befreien, um das Gespann komplett bergen zu können. 



 


 

Jetzt gilt es ein beiden nahen Kaltsonden zu suchen. In beiden Fällen gibt es exakte Landepositionen - Tower sei Dank. 

Die erste ist U3160301. Die hängt seit März 2025 hoch in einer Kiefer im Wald am nahen Königsberg. Sie war eine der ersten Sonden, die ich mit dem Zilog-Decoder aus dem Tower-Signal decodiert hatte. Sowohl die GPS-Höhe als auch die Signalstärke ließen auf eine Position hoch im Baum schließen. Ich habe sie im Februar 2026 schon mal besucht, in der Erwartung, dass sie inzwischen vom Baum gefallen sein sollte. Am Boden lag sie nicht. Die Lokalisation erforderte damals etwas Fernglasakrobatik. 

Heute finde ich einen erheblich besseren Zugang. Wieder liegt am Boden keine Sonde, wieder muss ich mit dem Fernglas den Wipfel absuchen. Die Sonde hängt immer noch hoch im Baum, aber wohl nicht mehr lange. Die Schnur ist schon sehr verrottet. Hier lohnt heute kein langer Aufenthalt. Lieber fahre ich zu der zweiten Kaltsonde, die nur 3km entfernt liegen sollte - wenn sie noch da ist. 

Es ist eine Manöversonde vom Truppenübungsplatz Bergen, die vor 12 Tagen nahe am Elbe-Seitenkanal heruntergekommen ist. Der Tower hatte sogar Post-Landing-Positionen an wettersonde.net gestreamt, und ich hatte die Landephase zusätzlich per Zilog mitgeschnitten. Das Signal nach der Landung war relativ schwach, aber decodierbar. Google-Maps zeigte an der Stelle einen Knick, der aber offenbar genau an der Sondenposition durch einen Feldaufgang durchbrochen war.  

Sondentyp: DFM17
SN: 
21(321)063207
Produktionsdatum: 17.11.2021
Frequenz:
403.81 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Truppenübungsplatz Bergen
 (WMOID:-)
Flugdatum:13.07.2026 11:50L
Track : wettersonde.net/TWR
Maximale Höhe: 18303m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.27
m/s 
Landegeschwindigkeit: 3.1 m/s
Landestelle: Uelzen, LAT, LON: 
52.94502,10.59528, Google Maps
Status: Geborgen am 25.7.2026, 18:30 UT
Methode: Empfang des Sondensignals nach der Landung via Web-SDR (db0dan)

 

Da ist es natürlich möglich, dass die Sonde bereits vom Landwirt entsorgt ist. Aber Nachgucken kostet nichts. Nach wenigen Kilometern zweigt links der Feldweg ab, der direkt zur Landestelle führt. Der ist ziemlich zugewuchert und mit dem Rad nur durch Schieben zu bewältigen. Am Ende des Weges vorne kommt der besagte Feldaufgang in Sicht.  Nach der Vegetation zu urteilen, ist hier in den letzten Wochen kein Trecker gefahren. Und da liegt auch schon gut sichtbar die Schnur, die quer über den Weg verläuft! Die Sonde wird an der erwarteten Stelle abgegriffen, und die Schnur weist den Weg zum Fallschirm im benachbarten Haferfeld. 





 

Nach dieser einfachen Bergung geht im Abendlicht zurück nach Uelzen. Dort entdecke ich, dass dort einige Metronom-Linien Richtung Süden von DB-Regio übernommen wurden. Die haben das Wagenmaterial übernommen und natürlich als erstes die Gepäck-Gestelle durch Sitze ersetzt. Das dürfte die allgemeine Rollenkoffer-Krise in den Regionalzügen weiter verschärfen. Mein Zug nach Hamburg wird noch von Metronom betrieben. Mein Faltrad verschwindet unter dem hier noch vorhandenen Gepäckgestell. Dafür endet der Zug mal wieder Metronom-typisch außerplanmäßig in Hamburg Harburg. Aber dieses Problem ist mit der S-Bahn zu bewältigen. 

Übersicht über alle Sondenfunde hier
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Donnerstag, 23. Juli 2026

Auf Feuchtwiesen bei Itzehoe...

 ...landet am 21.7.2026 die Schleswiger Mittagssonde. 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
 
X3452413
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill:
keiner
Startstation:
Schleswig (WMOID:
10035)
Flugdatum:
21.7.2026 12:00Z
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 4.55 m/s
Maximale Höhe:
 27644m
Landegeschwindigkeit: 4.8m/s
Track  wettersonde
Landestelle: Itzehoe-Wellenkamp ,
LAT, LON  53.91397,9.48727
 Google Maps
Status:
  Geborgen am 22.7.2026, 14:10UT
Methode: Extrapolation aus wettersonde.net-Daten (Danke Bernd für die schöne letzte Position)
 

 

Einen Tag später beschließe ich eine Tour dorthin. Nicht ganz einfach, denn der Zug nach Itzehoe fährt weiter nach Westerland auf Sylt. Und kurz nach Ferienausbruch ist der natürlich rappelvoll. Strategischer Fehler meinerseits, der Bummelzug (RE61) wäre sinnvoller gewesen. Die Bahn verfährt mal wieder nach dem Motto: "Ferienzeit ist Baustellenzeit". Dadurch fährt der Zug je nach Tagesform ab Pinneberg oder Elmshorn und nicht in Hamburg los. Heute ist es Pinneberg. Dadurch ist auch die S-Bahn rappelvoll. 

Durch sinnvolle Wahl des Eingangs (man vermeide die ersten Wagen)  gibt es im RE6 immerhin so viel Platz, dass es möglich ist, Faltrad und Equipment sozialverträglich in eine Ecke zu quetschen. Den Rest des vorhandenen Volumens belegt eine sehr freundliche Lady, die ihren absolut entzückenden Schoßhund in einen großen Kinderwagen transportiert. Gottseidank müssen wir in Itzehoe nicht links, sondern rechts aussteigen. Sie hatte schon Panik geschoben, was wohl passiert, wenn jetzt jemand aussteigen möchte. Erstmals im Leben Bahn fahren...

In Itzehoe wird das Rad aufgefaltet und bestückt, und auf gehts Richtung Wellenkamp zur bestens lokalisierten Landestelle. Bernd hat gestern finale Koordinaten ins Netz gepustet, die eine verlässliche Extrapolationslösung liefern sollten. Ich kette das Rad an einen Straßenbaum, quetsche mich durch den Knick auf die Feuchtwiese. Die ist aufgrund der vergangenen Hitzewetterlage nicht wirklich feucht. Nur einige leicht matschige Gräben erfordern einen beherzten Sprung. 

Noch 50m bis zur Extrapolation. Rechterhand liegt in einiger Entfernung etwas Weißes...

 


 

Die Strecke zur Sonde ist immer noch unwegsam, aber einfach. Denn die Schnur weist den Weg. Zudem stimmt die Extrapolationslösug auf 2 Meter. Danke Bernd für die schönen Koordinaten.

 

 

 

 

 

 

 






Nach der erfolgreichen Bergung muss ich einen guten Rat, den Axel auf Whatsapp gab, beherzigen.


 

X3444129 ist eine Radiosonde aus Norderney. Axel und Anita hatten sie damals lokalisiert. Ich schlage mich mit dem Rad  bis zur Landestelle durch. Das erfordert etwas Schiebung. Auf dem Weg liefert die Vogelwelt mal wieder....


 

Am Ziel liegt unten leider nichts Weißes am Boden, und nach oben kann man kaum gucken, weil das Laub des relativ dichten Unterholzes die Sicht blockiert. An einer Fichte passender Höhe hängt das hier: 

 

Rückfrage bei Axel ergibt, dass diese Markierung nicht von den beiden stammt. Es ist auch nicht unbedingt sicher, dass das Zeichen etwas mit der Sonde zu tun hat, da die Entfernung zu Axel und Anitas  Koordinaten volle 17 Meter beträgt und an der offiziellen Stelle eine passende Fichte steht. Naja, nach dem Laubfall wird sicherlich jemand vorbeigucken, und dann kann man sie hoffentlich aufsammeln oder zumindest mit dem Fernglas lokalisieren. 

Auf dem Rückweg sind die Züge fast leer. Dennoch kann man auch in so einer Lage Gruppenkuscheln erzwingen, indem man kollektiv den letzten Wagen der S-Bahn entert - am besten durch die letzte Tür. Neu ist eine Dame, die offenbar meint, dass ich gefälligst  an dieser Aktion beteiligen müsse, als ich sie bitte, mich vorbeizulassen, damit ich weiter vorne einsteigen könne. 

 

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Dienstag, 14. Juli 2026

Endlich am Boden!

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
 
W1917532
Frequenz: 402.5 MHz
Produktionsdatum: 6.5.2024
Timerkill:
keiner
Startstation:
Schleswig (WMOID:
10035)
Flugdatum:
16.1.2025 00:00Z
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 4.78 m/s
Maximale Höhe:
 31845m
Landegeschwindigkeit: 2.3m/s
Track  wettersonde und sondehub
Landestelle: Reinbek,
LAT, LON  
53.50236,10.23783 Google Maps
Status:
  Geborgen am 14.7.2026, 9:58UT
Methode: Empfang nach der Landung per TTGO

16.1.2025: Diese Nachtsonde aus Schleswig landet im Wald bei Reinbek. Bereits aus der fahrenden S-Bahn habe ich Empfang mit dem TTGO. Vom Bahnhof geht es dann zu Fuß zur Landestelle im waldigen Billetal. Schon aus der Distanz ist der Fallschirm gut zu sehen.

 

 



Damals werden für kurze Zeit testweise blaue Schirme verwendet. Dies ist der erste Schirm dieser Art, den ich zu Gesicht bekomme. Ran komme ich nicht - denn er hängt ca. 17m hoch im Baum über umgestürzten Bäumen und sumpfigem Gelände. 

Auf der anderen Seite des Weges hängt die Sonde in einer Lärche - 30m hoch. 


 

Am 2.2.2025 bin ich wieder da. Der Schirm ist jetzt weiter herabgesackt. Von matschigen Boden aus kann ich ihn mit der Stange bergen. Die Sonde pendelt dabei auf die andere Seite der Lärche und hängt immer noch in gleicher unerreichbarer Höhe an langer Schnur. Ungünstig ist, dass sie direkt über einem von Hunde-Spaziergängern extrem frequentierten Wanderweg baumelt. Irgendwann wird sie herunterfallen, aber dann eventuell Passanten vor die Füße. 

Daher bin ich in den kommenden 18 Monaten immer mal wieder vor Ort, vor allem nach Stürmen. Immer nach dem gleichen Schema: Schritt 1: Vom Bahnhof Reinbek die kurze Strecke bis zum Baum. Schritt 2: Nö, da liegt sie nicht. Schritt 3: Mit dem Fernglas checken, ob sie noch oben hängt - was im Sommer aufgrund von Laub anderer Bäume kompliziert ist. Schritt 4: Nach erfolgter Sichtung wieder zurückradeln. 

Ab Mai 2026 gelingt es mir nicht mal mehr, die Sonde zu sichten - zu dicht ist das Laub. Am 16.6.26 kann ich im Fernglas an den fraglichen Zweigen nur noch isolierte Schnurstücke erkennen und bin daher fast sicher, dass die Sonde nicht mehr oben hängt. Unten liegt sie auch nicht (mehr?). Meine Zuversicht, das Ding irgendwann mal in den Händen halten zu können, schwindet deutlich. 

Nach einigen heftigen Sommerunwettern frage ich mich am 14.7.2026, ob ein Check der Sonde einen Sinn macht. Etwas Zeit ist vorhanden, aber viel Chancen habe ich ja nicht. Am Ende siegt die Neugier, und die hilft häufig. Denn dieses Mal sehe ich  schon von Weitem neben dem Baumstamm eine RS41 am Boden liegen. 




 

 

 

 

 

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