Sonntag, 22. April 2018

Stangenmikado in Trittau

N3340428, die Norderneyer Mittagssonde vom 16.2. landete in Trittau. Die Landegeschwindigkeit war sehr niedrig, so dass die von Bremen vorhergsagte Landestelle sehr stark hin und herschwankte. Jürgen war mit mir über Whatsapp in Kontakt und versuchte, die Sonde im Raum Hamfelde bei der Landung zu beobachten. Ich selber konnte an dem Tag nichts unternehmen, konnte sie aber bis 152m Höhe über NN verfolgen und eine Prediction rechnen. Die tatsächliche Landestelle lag am Westrand von Trittau nahe der Straße nach Rausdorf. Über Whatsapp erfuhr auch Harry von der Landung und meine Prediction. Jürgen und Harry schlugen kurz nacheinander an der vorhergesagten Landestelle auf. Sie fanden sofort den schon von weitem sichtbaren Schirm in einem Baum in etwa 13m Höhe über einem Privatgrundstück, und auch die Sonde, die an einem öffentlich zugänglichen Baum nach ihrem Gefühl etwa 20m hoch in einer Astgabel hing.
 

Jürgen hat die Landestelle in den folgenden Monaten mehrfach besucht. War er bisher davon ausgegangen, dass die Sonde sich vom Gespann losgerissen hatte, fand er jetzt eine Stelle, wo die Schnur etwas niedriger verlief. Vielleicht könnte man da mit einer Stange ansetzten.Wir hatten bei GvA-Treffen kurz beschlossen, dass man es bei Gelegenheit mal versuchen sollte.

Ich hatte am 22.4.2018 einen Besuch bei meiner Mutter in Schmalenbeck gemacht. Nur 2000m von ihrem Haus entfernt war eine DFM09 aus Zeven in einem Rapsfeld gelandet. Schon am selben Tag hatte ich die Region aufgesucht, konnte aber in dem Raps nichts entdecken. Also befestigte ich diesmal an meiner 15m Stange mein Handy und nutzte diese Kombi als Videodrohne des kleinen Mannes, um ein paar Bilder von oben zu machen. Leider erfolglos. Gegen 18:00 gab ich auf. Aber da saß ich nun bei Meilsddorf, hatte ein Auto zur Verfügung, eine 15m-Stange dabei. Es waren noch 2 Stunden Tageslicht. Das war doch die Chance, mal kurz in Trittau vorbeizugucken. Ein Anruf bei Jürgen ergab, dass er spontan ebenfalls vor Ort sein würde.

Als ich in die Seitenstraße einbog, war Jürgen schon da. Er hatte sogar im Kofferraum eine Bockleiter dabei und bereits erreicht, dass wir ggf. auch das Privatgrundstück betreten durften. Wir fanden heraus, dass die Schnur inzwischen gerissen war. Auch der Abroller hing nicht mehr am Ballonrest. Man hätte zwar das lose Schnurende relativ leicht ergreifen können, aber damit hätte man die Sonde im Zweifel nur nach oben gezogen. Also musste man das Ganze von der Sondenseite angehen. Die Sonde hing an der Schnur, und wir hatten anfänglich Zweifel, ob 15m Stangenlänge reichen würden. 

Mit dem Supertele der Bridgekamera scheint sie ganz nah und war doch 15m hoch.




Ein schnell ausgeliehenes Brett ergab eine erhöhte Abstellfläche für die Stange auf der Leiter. Das gab uns den entscheidenen letzten Meter. Es war ein ziemliches Mikado, mit der Stange durch das Gewirr der Äste zu manövrieren und die Schnur zu fassen. Zu zweit geht sowas um Klassen besser. Wir mussten einmal komplett neu ansetzen und brauchten etliche Versuche, die Schnur über der Sonde zu haken. Beim ersten Ansatz kriegten wir sie etwa nur einen Meter niedriger, und nun war auch die Geometrie etwas besser. Wir konnten jetzt die Stange auf den Boden stellen, was uns mehr Bewegungsfreiheit gab. Nachdem wir die Schnur erneut gehakt hatten, kam die Sonde endlich herunter. Für Jürgen, der schon mehrere RS92 geborgen hat, war dies die erste RS41. Er stellte ein paar Bilder von der Aktion zur Verfügung:

Foto: Jürgen Wruck


Foto: Jürgen Wruck

 





Einen Versuch, auf ähnliche Weise auch den Schirm zu bergen, mussten wir, weil es zu dunkel wurde, leider abbrechen.



Übersicht über alle Sondenfunde hier
Karte aller Sondenfunde hier