Donnerstag, 19. März 2026

Sasel-Sonde: Der Fallschirm fehlt

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 V2940382

Produktionsdatum: 2023-07-20
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Sasel
(WMOID:10141)
Flugdatum: 18.3.2026 (12:00Z)
Track
Wettersonde.net und Sondehub
Maximale Höhe:
24057m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.89m/s

Landegeschwindigkeit:
 15.6m/s

Landestelle: Buxtehude (Heitmannshausen)  
LAT, LON: 
53.47426,9.660998 Google Maps
Status:
 
Geborgen am 18.3.2026, 14:51UT
Methode: Extrapolation nach Sondehub-Daten

Seit einiger Zeit fallen Sasel-Sonden wie Steine vom Himmel. Ich habe bisher die Ballonreste und Fallschirme dieser Exemplare nicht in die Hände bekommen. Ich weiß aber, dass an der Sasel-Sonde vom 4.3. überhaupt kein Fallschirm vorhanden war. Den Abroller habe ich aber nicht aus dem Baum bergen können, sondern nur aus der Ferne gesehen. Ich hatte den Eindruck, dass weder Fallschirm noch Ballonrest vorhanden waren und ging von einem Hakenbruch aus. Bei der Sonde vom 4.2. konnte ich bei Bargteheide nur die Sonde, aber nicht den Abroller bergen - und letzteren im weißen Schnee auch nicht entdecken. Vielleicht muss ich da noch einmal nachschauen. 

Am 18.3. startet Sasel eine weitere Sonde. Wieder stürzt sie nach Platzen des Ballons ab und schlägt mit fast 16m/s im Bereich Buxtehude auf. Ich schnappe mir das Faltrad und fahre hin.

Die Landestelle liegt 2km vom Bahnhof entfernt in Heitmannshausen. Das Faltrad bringt mich rasch hin. Reihenhaussiedlung. Zu meinem Missfallen gibt es keinen Empfang mit dem TTGO.  Aber die Sonde liegt unweit der Vorhersageposition mitten auf dem öffentlich zugänglichen Fußweg, der an den Eingängen der Reihenhäuser entlang führt. Offenbar hat sie sich beim Aufschlag auf den Gehwegplatten abgeschaltet. Am nächstgelegenen Eingang reagiert keiner auf mein Klingeln. Sonde, Ballonrest und Abroller lassen sich jedenfalls leicht bergen. 

 




Es handelt sich um einen ganz normalen Startautomaten-Ballon mit dem entsprechenden Ventil. Der Abroller sieht intakt aus, der kleine Ballonrest ist vorhanden, aber es fehlt der Fallschirm. Ein Hakenbruch ist es in diesem Fall also nicht. Offenbar fliegt Sasel jetzt ohne Schirm!

Ansonsten ist jetzt auch in Sasel die Ära der gelben DWD-Label zuende gegangen - hier gibt es erstmals den modernen blauen Aufkleber mit dem QR-Code für die Entsorgungshinweise.



   
 

 

Hab mal in Sondehub und Radiosondy gecheckt, seit wann Sasel ohne Fallschirm arbeitet. Am 14.6.2025 flog Sasel eine ganz normale Automatenstart-Sonde. Das war am Tag der offenen Tür, ich habs gefilmt, der Schirm ist durch die Ballonhülle erkennbar. Am 25.6.25 ist die Sonde mit 5m/s gelandet - also mit Schirm. Und seither haben wir diese hohen Landegeschwindigkeiten. Am 4.7. sieht man einen ersten Fundbericht in Sondehub, dass kein Fallschirm vorhanden war. Die Sonde am 30.7. ist in meinem Heimatort gelandet - die Sonde- aber nicht der Ballon - wurde mir von Anwohner übergeben. So hab ich das nicht bemerkt. Am 13.8. wieder ein expliziter Fundbericht in RS ohne Fallschirm. Für eine DWD-Station mit Startautomaten ist das sehr ungewöhnlich.

Übersicht über alle Sondenfunde hier
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Donnerstag, 5. März 2026

Hakenbruch am Sülzbrack

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
V3010161
Produktionsdatum: 2023-07-24
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Sasel
(WMOID:10141)
Flugdatum: 4.3.2026 (12:00Z)
Track
Wettersonde.net
Maximale Höhe:
25018m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.96m/s

Landegeschwindigkeit:
 12.6m/s

Landestelle: Zollenspieker (Sülzbrack)  
LAT, LON: 
53.40363,10.17591 Google Maps
Status:
 
Geborgen am 4.3.2026, 14:30UT
Methode: Decodierung nach der Landung mit TTGO (RDZsonde)

Diese Sonde fällt  aus 25km Höhe wie ein Stein vom Himmel. Bei Sonnenuntergang erreiche ich die Busstation Sülzbrack am Zollenspieker, dem südlichsten Punkt der Vier-und Marschlande und eile die gleichnamige Straße nordwärts zur Landestelle. Der TTGO empfängt das Sondensignal schon aus großer Entfernung, danach soll sich de Sonde 15m über dem Boden in einem Baum befinden. Der Fallschirm sollte direkt an der Straße liegen - ich kann aber nichts erkennen. Von einer Wiese kann ich die Sonde tatsächlich immer Schummerlicht am Baum hängen sehen - zu meiner großen Erleichterung in nur 6m Höhe. 



 Ich kann sie mit der Teleskopstange problemlos bergen. 

 



 

Von dem Fallschirm fehlt aber jede Spur. Ich entschließe mich an der Schnur zu ziehen. Es gibt fast keinen Widerstand. Irgendwann höre ich ein leises Klötern und sehe hoch in den Bäumen die Spule des Abrollers - jede Art von Ballonrest oder Schirm fehlen. Da ist klar, was passiert ist: Nach Hakenbruch am Abroller hat sich die Sonde vom Ballon getrennt. Das erklärt die hohe Einschlaggeschwindigkeit. 

Derartige Fälle hatten wir vor ein paar Jahren bei Ballons aus Norderney.  Ich bin auch sicher, dass V2950964, eine Saseler Sonde vom 4.2.2026, ein ähnlicher Kandidat war. Hier war die Einschlaggeschwindigkeit noch höher, und auch hier konnte ich keinen Fallschirm finden. Ich schob das damals auf den Schnee, aber der Grund dürfte auch hier Hakenbruch gewesen sein.

Ich kann die Spule an der Schnur ohne viel Gewalt durch mehrere Bäume ziehen. Aber leider verhakt sie sich hoch im letzten Baum, und die Schnur reißt. So berge ich zwar am Ende die Sonde und praktisch die gesamte Schnur, kann aber leider den Schaden am Abroller nicht begutachten. 

Nach erfolgter Bergung wandere ich zurück zur Busstation, wo ich alsbald die Heimreise antreten kann. 

Nachtrag: Ich glaube derzeit nicht mehr an einen Hakenbruch. Meine letzten 3 Saselsonden hatten alle keinen Fallschirm. Bei V2940382 habe ich den Abroller in die Hände bekommen - der sah intakt aus, aber es fehlt der Fallschirm. Bei V2950964 habe ich den Abroller gestern hoch im Baum mit dem Feldstecher inspiziert: Ballonrest war dran, alles sah intakt aus. Offenbar startet Sasel gerade fallschirmlose Ballons, was sie und andere DWD-Stationen bisher nie taten. Oder es ist bei dieser Serie der Fallschirm aufgrund eines Fertigungsfehlers nicht mit dem Abroller verknotet und geht beim Platzen des Ballons verloren. 

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