Dienstag, 1. Mai 2018

Bergener Sondenschwall

Am 30.4.2018 hatte ich einen freien Tag. Und an dem Tag flogen die 4 Bergener Sonden in den Hamburger Raum ein. Bergen hatte ja kürzlich auf  RS41 umgestellt, und seither hatte ich keine Bergener Sonde mehr gefunden. Es begann mit der Nachtsonde N1730036. Ohne Timerkill. Ich konnte sie bis in 118m GPS-Höhe (das entspricht 78m über NN) verfolgen und hatte daher eine gute Idee von der Landestelle in Kirchwerder (Grünerdeich). An der Bushaltestelle Teufelsort hatte ich sofort Empfang und somit GPS-Koordinaten. Es war eine Ackerlandung, und der Fallschirm war gut aus der Ferne erkennbar.




Auf der anderen Seite lag die Sonde. Der andere weiße Punkt ist ein Fetzen des Ballonrests






Ein Begleitzettel fehlte. Der Fallschirm war von der kleinen Variante und völlig mit dem Ballonrest verzwirbelt.

Zuhause hatte ich kaum Zeit, die Beute genauer unter die Lupe zu nehmen.


Denn N1340567,  Bergen 6Z, war schon unterwegs. Bremen warf als Landestelle eine ganze Zeitlang den Botanischen Garten aus. Das wäre es gewesen. Die Aktion wäre wegen einer Streckensperrung der S-Bahn in die besagte Richtung stressig geworden.  Sicherheitshalber wurde das Faltrad klargemacht und der Sondenjäger-Rucksack gepackt, da mit einer Landung in nächster Nähe zu rechnen war. Auf dem S-Bahnhof noch schnell ein Blick auf die Bremer Seite. Inzwischen war eindeutig klar: Die Sonde würde die Elbe nicht überqueren. Also rasch umdisponiert: Raus aus den Bahnhof, in die Pedale getreten und hin zum Aussichtspunkt "Altonaer Balkon". Hier hat man einen weiten Blick vom Elbtalrand über den Hafen. Der Empfang war bis zum Einschlag prächtig, und diesmal riß die Verbindung in 78m GPS-Höhe ab. Die Landestelle war auf einer freien Fläche bei Moorburg, die von Straßen durchzogen war. Dass ich das Faltrad dabei hatte, erwies sich als extrem günstig. Minuten später war ich schon am Busbahnhof Altona und in einem Bus, der durch den Elbtunnel nach Moorburg fuhr. Vor Ort war ich natürlich auch sehr mobil, was allerdings dazu führte, dass ich die Sinnlosigkeit meines Tuns schneller erkannte.

Empfang von der Bushalstelle: Keiner. War das der Timerkill? Kann nicht sein, denn der war laut Bremer Seite auf 4:20 Stunden eingestellt, und die waren lange nicht um.

Die freie Fläche war leider das Spülfeld Moorburg-Mitte. Alles komplett unzugänglich, da man auf dem Spülfeld leicht auch mal versinkt. Dieses Schild war noch eines der freundlichen Sorte.

Ein Empfangsversuch am Zaun war doch noch erfolgreich. Das Signal war sehr sehr schwach, aber irgendwann hatte Zilog ein Einsehen. Die Landestelle sah in Google Maps nicht wirklich gut aus.

Also ging es wieder zurück nach Hause. Aber schon erfolgte der Start der 12Z-Sonde N1340567.  Diesmal mit 3:20 Stunden Timerkill. Gegen diese Unsportlichkeit wehrt sich die sondensuchende Zivilbevölkerung mit Empfang aus nächster Nähe mit anschließender Prediction. Leider war die Idee, es aus einer Dachbodenluke zu versuchen,  nicht so gut, da auf den letzten Metern immer noch Dächer im Weg waren. Aber dennoch konnte ich die Telemetrie bis in 201 Meter (also 161m über NN) erfassen (bei den Bremern endete die Spur bei 1200m). Die Prediction lag in der Industriestraße von Wedel. Sehr nah an der Straße, mit Chance in einem der Straßenbäume und nicht auf einem Firmengelände.

Empfangsequipment wurde aus dem Rucksack ausgepackt, denn die Sonde würde bei meinem Erscheinen nicht mehr senden. Obwohl die S-Bahn relativ leer war, war der Ersatzverkehrbus extrem voll. Die Fahrt nach Blankenese dauerte 4mal so lange wie normal. Von dort aus ging es mit einem weiteren Bus zur Station "Industriestraße Nord", die sehr dicht an der Prediction lag.

Vor Ort war Suchen überflüssig. Denn auf der anderen Straßenseite lag mitten auf dem Gehweg komplett unübersehbar DAS DA:

 Und die Leute gingen daran vorbei bzw drumrum, als würde daneben ein Offizieller stehen und sagen "gehen Sie weiter, es gibt hier nix zu sehen". Dieses bedenklich gering ausgeprägte Neugierverhalten war mein Glück: Das Ding lag da, als ich erschien, bereits deutlich mehr als eine Stunde, und zwar komplett unberührt: Diesmal die großer Schirm-Variante, wieder mit viel Ballonrest. Die Schnur verschwand in einem  Baum, querte in luftiger Höhe die Straße und endete an einem frei zugänglichen Rasen am Rande des Parkplatzes eines Betriebs, der diese Autos mit dem Stern verkauft.




 Ich schnitt die Sonde ab und konnte auf der anderen Seite den  Faden komplett aufrollen.

Kaum zuhause, fliegt Bergen 18Z, N1730032. Die vorhergesagte Landestelle lag anfangs in Barmbek und Hamm, verlegte sich dann aber in der Endphase des Fluges in unzugängliche Hafenanlagen, wie meine Prediction, basierend auf Empfang bis 97m GPS-Höhe, zeigte. Eigentlich schade, denn die Sonde hatte keinen Timerkill.

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