Donnerstag, 23. November 2017

Von Norderney nach Eidelstedt

N3340244 war die Mitternachtssonde aus Norderney vom 22.11.2017. Da der Ballon  ungewöhnlicherweise bereits in 23000 Metern platzte, verschob sich die Landeregion aus Ostholstein mitten in die Hansestadt Hamburg, und zwar nach Eidelstedt. Da die Stelle nur wenige Kilometer von meinem Balkon in Altona entfernt lag, konnte ich die Koordinaten bis 37m über Grund verfolgen. Die Prediction lag deutlich woanders als die aus Bremen, die aber die Sonde bereits in 422m über Grund verloren hatten.

Meine Vorhersage lag genau auf der Straße "Spanische Furt". Da aber in Flugrichtung hohe Bäume in Google Earth erkennbar waren, vermutete ich die Sonde genau dort. Die vermutete Landestelle lag auf der Grenze von einem Waldgelände zu einem Gebiet mit Einzelhausbebauung. Ich beschloss, sofort mit dem Nachtbus aufzubrechen. Kurz vor 4:00 war ich vor Ort. Da es nieselte, habe ich im Bushäuschen sofort einen Empfangsversuch aus 300m Entfernung gemacht und konnte die Landeposition der Sonde ermitteln.  Die Sonde war offensichtlich dort, wo ich sie vermutet hatte. Die GPS-Höhen deuteten auf 20-25m über Grund hin. Offenbar eine Baumlandung.

Es zeigte sich, dass das Wäldchen hoch eingezäunt war - ein Gelände, das den Wasserwerken gehört. Auf der Sondenposition war eine Eiche, und im Baum war auf den ersten Blick im Dunkeln im Licht meiner extrem hellen Taschenlampe nichts erkennbar.  Im Schein der Lampe leuchtete dann die Schnur auf, die nach Nordosten in luftiger Höhe in einem anderen Baum verschwand. In dem und in den umliegenden Bäumen konnte ich nichts erkennen. Meine Höffnung die Dinge von einem womöglich erreichbaren Fallschirm aufziehen zu können, erfüllte sich nicht. Mit der Lampe konnte ich auch die Sonde in der Eiche lokalieren - ca. 20m hoch. Da ich nicht unnötig lange mit Lampen zwischen Wohnhäusern herumfunzeln wollte, habe ich dann die Rückreise angetreten.

Am Spätnachmittag war ich wieder da und konnte die Sache erstmals bei Lichte besehen. Das Supertele meiner Bridge-Kamera hatte auch keine Probleme, die unerreichbare Sonde abzubilden...

Im Fernglas konnte man sehen, dass die Schnur nicht IM Nachbarbaum verschwand, sondern ÜBER diesen hinweg verlief. Dann konnte ich 40m weiter auch Fallschirm und Ballonrest sehen.

Der Baun war frei zugänglich. Ich hoffte, dass wenn man an dieser Schnur zieht, man die im Geäst eingeklemmte Sonde freiziehen könnte, und dass sie dann ev. wesentlich niedriger hängen würde. Es gelang mir mit der 15m-Stange, den Fallschirm zu bergen, aber der Abroller am Ballonrest hängt leider sehr fest. Die Sonde ist nicht heruntergekommen, hängt jetzt aber an der Schnur. Außer einem durch die Bergung ziemlich zerfetzten Schirm und Teilen des Ballonrests war da diesmal nichts zu holen. Die freundliche Besitzerin des Sondengrundstücks habe ich auf die Situation aufmerksam gemacht und davon überzeugt, dass eine Sondenlandung kein Grund ist, die Polizei zu rufen.





  

Donnerstag, 16. November 2017

Suche nach zwei kalten Sonden

Am 10.11. und am 12.11.2017 landeten die Norderney-Sonden im  Bereich Harsefeld. Ich konnte beide Sonden nicht zeitnah jagen. Also habe ich am 15.11.2017 eine kleine Expedition zu den Landestellen. N3330378 landete in einem Wäldchen zwischen Beckdorf und Goldbeck. Ich fuhr mit dem Regionalzug nach Apensen und von dort mit dem Rad zur Landestelle. Ich kam ziemlich genau bei Sonnenuntergang dort an. Das Wäldchen entpuppte sich als Urwäldchen. Ich habe es kreuz und quer durchstreift und konnte N3330378 nicht entdecken. Es war auch bald komplett dunkel.

Weiter ging es zur Landestelle von N3330420 bei Ahrensmoor-Nord. Hier lag die Bremer Vorhersage auf einem Feld, welches sich vor Ort als abgeerntetes Maisfeld präsentierte. Dort war aber im Schein meiner sehr starken Taschenlampe nichts zu finden. In Flugrichtung befand sich ein Wald, und in der Verlängerung der Flugbahn entdeckte ich die Sonde ca. 8m hoch in einer Eiche. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wo Fallschirm und Ballonrest sich befanden.

Im Dunkeln ist das Bergen einer Sonde mit einer 10m GFK-Stange etwas schwierig. Oktopus müsste man sein, um gleichzeitig Stange, Schnur, Lampe bedienen zu können. Ans Fotografieren habe ich nicht gedacht. Aber im vierten Anlauf gelang es, und ich hatte die Sonde abgepflückt. Der Temperatursensor hat dabei eine Beschädigung davongetragen.

Die Bergung hat viel mehr Zeit gefressen, als ich eingeplant hatte. Der letzten Zug in Harsefeld um 20:11 war nicht mehr erreichbar. Also musste ich weitere 15km zur S-Bahn-Station Buxtehude  radeln, was aber kein Problem war. Insgesamt hatte ich 30km zurückgelegt.





Dienstag, 31. Oktober 2017

Sonde an der Stromleitung

Am 31.10. nutzte ich den Feiertag, um ein paar Sondenlandeplätze zu besuchen. Vor allem solche, bei denen die Sonde sehr hoch oben hing. Denn ein paar Tage vorher hatte der zweite Herbststurm der Saison über Norddeutschland gewütet. Es war gar nicht so einfach, nach Horneburg zu kommen. Der Zugverkehr dort ist immer noch unterbrochen. Aber der nette Busfahrer des Ersatzverkehrs erlaubte mir, mein Rad mitzunehmen. Das sparte mir 8km.

5km entfernt war die Meppener Sonde vom 31.7.2017 bei Helmste, die ich nun zum dritten Mal besuchte. Gleich nach der Landung konnte ich sie mit Sonden-GPS und Peilung in einem Baum verorten. Nach dem ersten Herbssturm Anfang des Monats hing sie noch am Baum, aber meine 15m Teleskopstange reichte gerade eben icht aus. Jetzt war sie weg, lag aber auch leider nicht am Fuß des Baums.

Nach diesem erfolglosen Besuch habe ich ein paar Landestellen vom zweiten Manöversondenschwall vom 27.9.2017 aufgesucht.

Damals hatte ich keine Möglichkeit, die Sonden zu verfolgen, konnte aber von Hamburg aus die Landephasen mitschneiden. Nach jeder Landung habe ich eine Habhub-Prediction gemacht und die vermuteten Landekoordinaten an André Wulff gewhattsappt. Der hatte Urlaub und konnte daher vor Ort sein. Eine der Sonden hat er auch tatsächlich eingesammelt, eine war unerreichbar im Maisfeld und zwei konnte er aus Zeitmangel nicht mehr aufsuchen. Eine konnte er in einer Hochspannungsleitung lokalisieren und auch sehr gute Koordinaten des Sonden-GPS sichern.

Foto: André Wulff, 27.9.2017


Einen Tag später hatte ich eine Nachsuche gemacht, die ziemlich erfolglos war. Ich habe das besagte Maisfeld auf den Kopf gestellt - ohne Erfolg, und leider war wohl auch die eine Sonde, die André nicht versucht hatte, in einem Maisfeld. Das war doof, denn bei der Sonde hatte ich keine sehr gute Prediction. Die Sonde in der Stromleitung konnte damals ich wegen Nebels nicht sehen.

Zurück zum 31.10.2017. Nach dem erfolglosen Abenteuer in Helmste habe ich die 15 Kilometer zu dem Sondenschwall-Landegebiet bei Fredenbeck  drangehängt. Eine Sonde, die weder André noch ich bisher versucht hatten, konnte ich nicht finden, habe aber auch nicht intensiv gesucht. Mein Hauptziel war nämlich die Stromleitungs-DFM, die ich unbedingt noch bei etwas Tageslicht erreichen wollte. Bei der ging ich davon aus, dass sie nicht mehr oben hängen würde. Und die Koordinaten waren ja bekannt. Vielleicht konnte man sie direkt unter André's GPS-Position einsammeln. André hatte mir zudem erzählt, dass sie NICHT über einem Maisfeld baumelte. Einen Versuch war das wert!

Ich hatte noch Koordinaten in meinem Handy. Merkwürdig: Die Stelle war eindeutig auf einem Maisfeld, und zwar dicht an einem der Masten. Sah überhaupt nicht so aus wie auf Andrés Bild. Nahe der Leitung, aber nicht AUF der Leitung. Ein schmaler Streifen des Feldes war sogar noch nicht geerentet. Auf der anderen Seite war ein freies Feld ohne Mais! Langsam bekam ich Zweifel an den Koordinaten: Ich habe mir dann Andrés Whatsapp-Nachricht mit den Koordinaten noch einmal herausgesucht. Und die in Locus eingegeben. Ooops, meine Koordinaten waren offenbar falsch (vielleicht waren es irgendwelche Prediction-Koordinaten von damals). Die Sonde lag, genau wie André es beschrieben hatte, auf einem freien Feld hinter dem Maisfeld, 150m von meiner Position, und laut Open Streetmap EXAKT auf der Leitung.

Also nichts wie hin! Ich konnte in dem Bewuchs die Sonde nicht sehen, und es wurde bereits schnell dunkel. Ich bin aber dennoch stur nach Koordinaten zu Andrés Position gelaufen. Und als das Handy-GPS eine Distanz von "0" anzeigte, lag eine DFM direkt vor meinem linken Fuß....





... direkt unter den Stromleitungen. An dem Ding hing noch eine ca. 2m lange Schnur. Von dem Ballonrest und dem Fallschirm und sonstigen Resten fehlte jede Spur. Auch der Begleitzettel fehlte.

Im Dunkeln konnte ich dann zum Rad zurücklaufen und nach Brest-Aspe radeln. Von dort brachte mich der Regionalzug nach Buxtehude, von wo die S-Bahn nach Hause fuhr.

André danke ich für die Koordinaten.  Diesmal konnte ich von seinen vor Ort ermittelten Korrdinaten profitieren, neulich er von meinen (bei dem 2. Meppener Tandem). Beide waren wir jeweils unverrichteter Dinge abgerückt, aber manchmal ist eben die Sicherung von Informationen wertvoller als die eigene Bergung einer Sonde. 

Montag, 23. Oktober 2017

Schleswiger Sonde in Sandesneben



N3540572 war die Mittagssonde aus Schleswig. Ich sah im Netz, dass die Sonde gerade landete, und hielt aus einem Laborfenster mal eben schnell eine Antenne heraus. Ich konnte so die Landephase mitschneiden. Die Höhe über Grund der letzten Position betrug nur 116m. Eine schnelle Habhub-Prediction wich nicht sehr stark von der Bremer Prediction ab, aber die Bremer hatten die Sonde in über 1000m Höhe verloren. Offenbar waren die Wettermodelle sehr stabil, so dass ich mit einer hohen Genauigkeit der Vorhersage rechnete. Ich versprühte die Koordinaten über unseren Whatsapp-Verteiler. Andre meinte, er würde heute nicht dazu kommen, und Jürgen war krank. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass in Sandesneben, wo die Sonde gelandet war, eine Bushaltestelle war, die alle Stunde bedient wurde. Also bin ich ohne Umweg über meine Wohnung direkt dort hingefahen. Da alle Verkehrsmittel hinreichend Verspätung hatte, erwischte ich alle Anschlüsse und stand kurz vor 18:00 neben der Schule in Sandesneben.
 
Ich beschloss, sofort vor Ort einen Empfangsversuch zu riskieren, da die Landestelle nur 700m entfernt lag. Die Empfangsqualität war hervorragend, und die GPS-Koordinaten lagen keine 10 Meter neben der Vorhersage.
 
Mehr musste ich nicht wissen. Über einen sehr matschigen Feldweg – ich hatte keine Gumistiefel – gelangte ich zur Sonde. Der Fallschirm war auf einem kleinen Hügel links vom Weg gut aus der Ferne sichtbar. Der Fallschirm hatte gut funktioniert, aber der Ballonrest war mehr oder minder vollständig, was gut zur Landegeschwindigkeit von ca. 7m/s passte.






rechtes i: Prediction, linkes i: Sonden-GPS, Kreise: Handy GPS
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Dienstag, 17. Oktober 2017

Tandems aus Meppen

Update am 21.7.2017: Andre Wulff hat das 9Z-Gespann (17051356 & M1613447) nach meinen Koordinaten aus dem Maisfeld geborgen.

Foto: André Wulff

Foto: André Wulff

Foto: André Wulff


Dann war mein zusätzlicher Trip nach Bockhorst nicht vergebens!

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Seit einiger Zeit startet Meppen wieder mal Tandems aus DFM09 und RS92-Sonden. Das hat für mich einen etwas emotionalen Hintergrund. Der Wetterballon, mit dem bei mir alles anfing, war ein eben solches Meppen-Tandem vor etwas mehr als einem Jahr. Und da ich damals Null Ahnung hatte, ging die SGP-Komponente verloren.

Am 17.7.2017 flogen gleich 3 solche Tandems im Rand meines Aktivitätsgebietes ein. Allerdings konnte ich nur eines bergen. Die Sonden landeten im Raum Bremervörde. Der HVV endet in Kutenholz, und genau diese Regionalbahn-Station war mein Ziel am Spätnachmittag. Der Drahtesel brachte mich zur Landestelle des Tandems 17051166 & M1613427 bei Fehrenbruch. Auf dem Landwirtschaftsweg passierte mich ein Auto, hielt exakt an der auf der Bremer Seite festgesetzten Position an. Die Insassen verloren keine Zeit, aus dem Fahrzeug zu springen und einen Weg raufzulaufen! Sondenjägerkonkurrenz? Zwei Traktoren standen ebenfalls an der Stelle, ich fragte die Arbeiter, die da was am Weg reparierten, ob die beiden nach dem Wetterballon fahndeten. "Nein, das sind Imker". Tatsächlich habe ich auch noch mit ihnen gesprochen.

Ich hielt eine Antenne in die Luft, und die DFM-Position war auf der gegenüberliegenden Seite des Fahrwegs. Das Maisfeld war glückicherweise abgeerntet, und so fiel ziemlich schnell der Fallschirm auf.





Eindrucksvoll wie immer die Meppenpappe. Die Begleitzettel jeder Sonde hatte beide aufgedruckte Seriennummern, wobei die andere jeweils handschriftlich getrichen worden war. Die Befestigung des Begleitzettels der SGP-Sonde war supersorgfältig vorgenommen worden. Ich kannte das bisher, dass der Zettel entweder an den Sondenboden mit Tape gebappt wurde (wodurch er nach der Landung naß wird und auch kaum unzerstört entnommen werden kann). Manche Bergener Startteams und eigentlich grundsätzlich alle in Meppen verkleben die Nachricht in einen kleinen Umschlag aus Plastikfolie. Im vorliegenden Fall gab es was neues: Der Plastikumschag war offenkundig mit einem Folienschweißgerät verschlossen worden. WOW!




Ich fuhr dann noch zum 9Z-Gespann bei Bockhorst. Leider lag es nicht auf der Position der Bremer Prognose. Auch im weiteren Umfeld war nichts zu sehen. Ich habe dann auch hier meine Antenne in die Luft gehalten und zu meinem größten Erstaunen meldete sich noch die SGP. Zilog tat, aber leider hatte ich dank Internet-Funkloch keine allzu aktuellen Rinex-Daten. Nach erfolglosen Rumsuchen im undurchdringlichen Maisfeld verlegte ich mich auf Körperpeilung im Nahfeld. Die Sicht im Mais war zero, und außerdem verstumte die Sonde bei Frame 34000, so dass ich nur eine grobe Richtung hatte. Auch wurde es dunkel, und ich musste dringend weg und habe daher die Suche abgebrochen. Mit letzter Not habe ich dann die 15km nach Kutenholz zurückgehechelt und den letzten Zug noch erwischt. Im Zug habe ich dann gesehen, dass mit neuen Rinexdaten die Koordinaten ca. 40m tiefer im Maisfeld lagen.

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Sonntag, 15. Oktober 2017

Sonde im Nebel

Ich hatte eigentlich am Tag vorher schon eher mit einer erreichbaren Landung aus Norderney gerechnet. Aber die Mittagssonde fiel ziemlich schnell vom Himmel. An dem Tag hätte ich eh nichts machen können, und somit hat mich das nicht sehr geärgert. Erstaunt war ich dann aber, dass ich nachts um 3:00 von einem piependen Handy vom Bremer Alarm geweckt wurde. Ein kurzer Blick auf Wetterson.de zeigte, dass die Nachtsonde N3330860 im Raum Buxtehude landen würde. Ihr Fallschirm hatte viel besser funktioniert als erwartet, und dadurch war sie viel weiter nach Osten geflogen.

Aber wie komm ich da hin? Der tiefere Sinn der Bahn ist derzeit die Förderung der Bauwirtschaft. Die S-Bahn nach Buxtehude ist von einem Schienenersatzverkehr unterbrochen (und ca. 5 Linien im Hamburger Raum, zum Teil wochenlang auch in der Woche). Es wurde deutlich, dass ich wohl den Metronom nach Cuxhaven nehmen musste. Überflüssig zu sagen, dass auch diese Strecke in einem Schienenersatzverkehr endet. Aber erst hinter Buxtehude.  Dort trudelte ich kurz vor 9:00 ein. Mit dem Rad ging es durch die neblige Landschaft nach Klein Nindorf. Noch dichter an der Landestelle lag der Bahnhof Apensen, aber dorthin wäre ein Zug erst in einer Stunde gefahren. Also fuhr ich ein paar Kilometer mehr, direkt von Buxtehude aus.

Auf den Feldern waren Bauern unterwegs. Man hörte die Trecker und sogar ihre Stimmen, aber man sah sie nicht. Es war extrem neblig. Im Nebel glaubte ich eine weiße Struktur zu erkennen. Bevor ich irgendwas anderes probierte, wurde kurz mal nachgeguckt: Das war tatsächlich der Fallschirm der Sonde.



Die Bergung war dann sehr einfach.Ich musste in keiner Weise meine Empfangsausrüstung auspacken. Einen Ballonrest gab es praktisch nicht:







i=Bremer Prediction, Kreise = Fundort



 





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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Erfolg im dritten Anlauf

N0720273 war eine RS41-Radiosonde aus Schleswig. Sie flog um 0 Uhr UT am 7.10.2017, zwei Tage nach dem Sturm Xavier. Ich konnte die Sonde von meinem Balkon aus bis in eine Höhe von 260m über Grund verfolgen. Danach rechnete ich wie üblich eine Landevorhersage und kam auf ein freies Feld südlich von Bröthen. Die Gegend kenn ich ganz gut.

Vor fast 40 Jahren habe ich Vogelstimmen auf Tonband aufgenommen. Das Nervigste dabei ist Motorbrummen von Autos im Hintergrund. Wo gab es derartige Störgeräusche gar nicht? Genau! Am Ende der Welt, dort, wo der Westen auf den Osten stieß. Die Gegend um Bröthen kannte ich daher gut, auch hatte ich damals schon wenige Meter von der Landestelle entfernt gestanden.  Allerdings lag die Stelle wenige Meter jenseits des damaligen DDR-Metallgitterzauns, und wäre daher damals komplett unzugänglich gewesen. Im Gegensatz zu heute. Dachte ich...

Also guckte ich mir eine Verbindung nach Büchen heraus, um die Sonde noch sendend antreffen zu können. Sorgfalt war angebracht, denn der Orkan Xavier hatte ein paar Tage vorher diverse Bahnstrecken unterbrochen. Aber: Sowohl die Webseiten als auch die Apps von Bahn und HVV behaupteten, der Zug würde fahren. Also kaufte ich mir eine Ergänzungskarte und eine Fahrradkarte und stand um 6 Uhr morgens am Hauptbahnhof.

Am Gleis standen diverse Leute gestikulierend herum und klickerten auf ihren Handys. Einer hatte vom Reisezentrum ebenfalls erfahren: Züge nach Berlin fahren nicht, aber Rostock, Schwarzenbek, Büchen - kein Problem. Aber die große Anzeigetafel hatte andere Nachrichten. Es fahren keine Züge nach Büchen, und es gibt auch keinen Ersatzverkehr... Es würden auch heute und auch morgen keine Züge fahren.  Unverrichteter Dinge musste mich nach Hause begeben. Ich hätte den Samstag morgen lieber im Bett faulenzen sollen. Wie üblich versprühte ich meine Prediction an Andre und Jürgen.

Andre fragte mich am Sonntag, ob ich nicht mitkommen wolle. Er würde nach der Sonde gucken. Ich hatte aber keine Zeit, und daher fuhr er dann alleine an die Stelle am alten Zaun. Und meldete sich abends über Whatsapp: Er hatte sie nicht gefunden. Obwohl die Landestelle ihm übersichtlich erschien, konnte er sie nicht entdecken. Und da ich mit André in letzter Zeit oft unterwegs war, wusste ich, dass er ein sehr scharfes Auge hat und jegliche Fremdkörper auf einer Wiese aus großer Entfernung erpäht.

Am selben Tag im Radiosondenforum. Während Andre die Gegend am alten Grenzzaun untersuchte, war, gar nicht weit weg, die Schleswiger Mittagssonde am Schalsee gelandet. Ein gewisser Marco hatte versucht, sie zu finden. Er traf auf einen anderen Sondensucher, den Harry aus Ludwigslust. Leider konnten sie nichts erreichen, weil die Sonde 18m hoch im Baum hing. Das fand ich in sofern tröstlich, als dass ich zur selben Zeit eine Sonde in Heinste vergeblich versucht hatte, aus dem Baum zu bekommen - die war knapp 16m hoch im Baum. Ich fragte daher nach, ob der Harry sich vorher vielleicht die andere Sonde auch geschnappt haben könnte. Und Marco meinte, ihm wäre so, dass Harry erwähnt hätte, er hätte an dem Tag schon eine Sonde geborgen. Das wäre eine plausible Erklärung für Andrés vergebliche Suche gewesen. Allerdings stellte ein anderer Forumsteilnehmer (er heißt ebenfalls Harry), der Kontakt zu Harry hat, klar, dass das wohl ein Missverständnis war. Harry aus Ludwigslust hatte die Sonde nicht.

Langsam fragte ich mich, ob man N0720273 nicht vielleicht doch noch finden konnte. Vielleicht lag sie nicht auf dem Acker, sondern war etwas weiter geflogen und hing in den Bäumen? Also fuhr ich am 11.10. nachmittags hin. Von Büchen aus brachte mich der Drahtesel zur alten Grenze. Von dort aus ging es zu Fuß die paar Meter zur Landestelle. Und ich fand die Landestelle überhaupt nicht so übersichtlich wie André sie eingeschätzt hatte.

Es handelte sich um einen Möhrenacker. Die Hälfte war abgeerntet. Hier hätte N0720273 unbedingt auffallen müssen. Die vorhergesagte Landestelle lag aber auf dem noch nicht abgeerneteten Teil. Die Vegetation war recht flach, aber dicht. Ich kannte das inzwischen soweit, dass ich wusste, dass in sowas Sonden, Fallschirme und Schnüre komplett versinken können, und man sie erst sieht, wenn man unmittelbar davor steht. Mit dem Feldstecher vom Feldrand aus war nichts zu sehen. Aber dennoch vermutetete ich die Sonde auf dem nicht abgeernteten Teil und verwarf meine Idee von der Waldlandung.

So war es dann auch. Ich ging dann eine Treckerspur in den Acker hinein und stand dann unvermittelt vor einem riesigen Ballonrest und einem "originalverpackten" Fallschirm. Aus 20-30m Distanz war dieser massive Gegenstand nicht erkennbar



 
Von da aus musste man nur der Schnur folgen....


 um dann vor der Sonde zu stehen... (Landestelle in Google Maps)







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Montag, 2. Oktober 2017

Mal wieder in Elmenhorst...

Die Radiosonde N3050015 aus Norderney war die erste seit der Umstellung auf RS41, die in die Hamburger Gegend schwebte. Der Fallschirn funktionierte sehr gut. Ich konnte die Sonde bis in 272m Höhe durch eigenen Empfang verfolgen und dann eine Habhub-Prediction rechnen. Die sah die Sonde bei Elmenhorst auf einem Privatgrundstück. Es gab aber in der Landephase eine erkennbare Drift der vorhergesagten Landestelle nach Süden, die vor allem im Vergleich mit der Bremer Seite deutlich wurde. Ich rechnete daher fest damit, dass die Sonde weiter südlich lag, und zwar auf einem auf Google Earth erkennbaren Acker. Ich war mir da so sicher, dass ich diese Meinung sogar auf unserem Whatsapp-Verteiler kundtat.

Wie schon in den vergangegen Tagen haben Andre und ich die Sonde im Autostil eingesackt. Als wir ankamen, sahen wir beide sofort noch aus dem Auto heraus einen weißen Punkt auf dem umgepflügten Acker liegen. Mein Blick durch das Fernglas identifizierte das Teil leider als Plastiktüte. Dann ging ich aber ein wenig auf den Eingang des Ackers zu, und - voila - war der richtige Fallschirm mit allem Drum und Dran nett ausgebreitet zu sehen.


Der Rest war easy - wie André meinte ausgleichende Gerechtigkeit für die Wirrnisse der gestrigen Sondenjagd.












Die Position war exakt 120m südlich meiner Vorhersage. Die intelligente Weise, den gelben Label auf einer RS41 zu befestigen, ist nicht nur in Sasel, sondern auch in Norderney bekannt.



i=prediction, blauer Marker = Position der Sonde



Auf dem Rückweg kamen wir zufällig an der Landestelle der Radiosonde  M2034073 vorbei. Die war damals die erste RS92, die ich per Zilog gefunden hatte, und die erste, bei der ich eine GFK-Stange zur Bergung aus dem Baum eingesetzt hatte.

Die heutige Sondenbergung hatte vom Treffen in Hasselbrook bis zur Rückkehr in Hamburg knapp eineinahalb Stunden gedauert.

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Sonntag, 1. Oktober 2017

3 Sonden versucht, eine gefunden

Morgens am 1.10. fragte mich André Wulff per Whatsapp, ob ich nicht mitkommen wolle. Er wolle die Radiosonde M3956048 (Bergen 0Z) bei Holtorfsloh bergen. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass die Bergener 6Z-Sonde M3956050 ebenfalls in der Gegend landen würde und auch die kalte 18Z Sonde M3956041 bei Toppenstedt zu finden sein könnte. Beim S-Bahnhof Hasselbrook trafen wir uns, und ab ging es mit Andrés Auto zur 0Z-Sonde. Die sollte auf freiem Feld oder auf einem Knickwall liegen und aller Wahrscheinlichkeit nach noch senden.

Von der Bremer Predict-Position aus hatten wir keinen Empfang (war doch der Timer-Kill aktiv?). Weder auf dem Knickwall noch auf dem freien Feld war eine Sonde erkennbar. Hinter dem Knickwall war allerdings ein undurchdringliches Maisfeld. Jedenfalls konnten wir die Sonde nach längerer Suche nicht finden. Ob sie im Mais lag oder sie andere Abnehmer gefunden hat (laut Prediction sollte sie auffällig auf dem Feld liegen), konnte nicht ermittelt werden.

Die nächste Station unserer Tour war ein Wald bei Evendorf, die Landestelle der 6Z-Sonde. Hier hatten wir einen phantastischen Empfang; denn der Timerkill war nicht aktiviert. Zilog tat, und nach etwas Fahndung im Gestrüpp sahen wir den Faden von einer Fichte herabhängen. Die Sonde lag auf dem Boden, perfekt auf der Zilog-Position. Fallschirm und Ballonrest waren nicht aus dem Wipfel der Fichte zu befreien.







Unsere Suche an der Landestelle der 18Z-Sonde M3956041 bei Toppenstedt - ebenfalls im Wald, war leider erfolglos. Hier mussten wir uns natürlich rein auf die Prediction verlassen. Wir haben die Gegend gründlich abgesucht - nichts. 

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Freitag, 29. September 2017

Drei Sonden auf gleicher Frequenz

André Wulff machte mich per Whatsapp auf einen ungewöhnlichen Testflug aus Pinneberg aufmerksam. "Gerade schweben 3 Sonden aus Pinneberg ein. Ich kann erst ab 19:00. Wollen wir nachher los?"

Ich guckte auf die Bremer Seite. Tatsächlich: Die drei Sonden waren im Halbstundentakt gestartet, machten wegen Flaute kaum Strecke, und es war absehbar, dass sie in erreichbarer Nähe landen würden Ich selber hatte am Morgen erfolglos Sonden gejagt, saß jetzt auf Arbeit und konnte auch frühestens um 19:00 übehaupt los. Erstmal die 3 Sonden verfolgen. Bremen hatte derweil die erste Sonde vorzeitig verloren. Landung laut Vorhersage in einem Teich. Die zweite Sonde war auch schon auf dem Weg nach unten.

Ich hielt aus dem Institutsfenster eine Antenne, und konnte noch gerade verfolgen, wie die Sonde landete. Da die Sonden aber alle auf der gleichen Frequenz sendeten, blieb das Signal gleich stark, und Sondemonitor schaltete einfach auf die nächste Sonde um. Das Geräusch war jetzt weniger knarzig als vorher. Die Landung der zweiten Sonde konnte ich noch verfolgen.
Ich habe dann immer die Daten durch den Zilog-Decoder gejagt und  eine Habhub-Vorhersage gerechnet, und am Ende André zugemailt. Der hatte aber auch schon gemerkt, dass er wohl erst nach Dunkelheitsanbruch vor Ort sein würde, und lieber auf den Ausflug verzichtet. Ich selber war hundemüde und hatte auch keine rechte Meinung.

Aber nächsten Morgen ist André, der Urlaub hat, dann losgefahren. Sonde Nr. 3 (N1223474) war sein erstes Ziel. Sie war auf einem freien Feld südlich von Bargteheide gelandet, und es war eigentlich nur die Frage, wie hoch der Mais dort stehen würde. Und dann erhielt ich folgende Whatsapp:


Ich fragte zurück, ob er die Sonde Nr. 2, N1053062, auch versucht hätte. Die war mitten in Bargteheide niedergegangen. Er schrieb aber zurück, dass die wohl sicher nicht mehr dort liegen würde, und er fuhr zurück nach Hause. Das klang realistisch.

Am Abend guckte ich mir an, wie die Lage in Bargteheide auf Google Earth genau aussah. Die vorhergesagte Landstelle befand sich nicht weit vom Bahnhof, mitten im Ort. Aber mitten im Ort gab es Wiesen. Und auf einer lag die errechnete Landesstelle, aber leider ganz knapp am Rand der Wiese. Ein Knickwall mit hohen Bäumen grenzte das  Feld zu dem Sportplatz einer Schule und zu einem Schulgelände ab. Die Frage war: Wiese, Baum, Sportplatz oder Schule? Letzteres erschien unwahrscheinlich. Ich rechnete mit "Baum", da die Flugrichtung der Sonde genau durch den Knick führte. Andrés Pessimismus, die Sonde hätte bestimmt schon jemand entsorgt,  teilte ich nicht: Pinneberger Gespanne sind mangels Fallschirm nicht sehr auffällig, schon gar nicht im Baum. Die Frage war eher: Würde man rankommen?

Der Zug brachte mich schnell nach Bargteheide, und vom Bahnhof waren es keine 500m zu Fuß.

Die Wiese war frei zugänglich, dort wurde gerade ein Hund von seinen Besitzern bespaßt. Auf der Wiese selbst lag nichts. In den Bäumen auf den ersten Blick auch nichts. Vor dem Sportplatz war einmal ein Gestrüpp aus Brombeeren und Brennnesseln, dann ein wassergefüllter Graben, dann der Knickwall, dann ein Metallgitterzaun. Bevor ich erforschte, ob man vom Schulgelände aus eventuell auf den Sportplatz gelangen konnte, habe ich die Bäume mit dem Fernglas im Kometensucherstil systematisch abgesucht. Und irgendwann sah ich die Schnur.  Sie hing von einem Baum herunter. Hier sieht man die Sondenposition in Google Maps (es empfiehlt sich, auf Satellitenansicht umzuschalten). Am Ende lag die Landestelle nur 22m neben der Vorhersage.

Die Radiosonde lag auf dem Knickwall, und zwar auf der anderen Seite des Wassergrabens, aber vor dem Metallzaun.

Also wurde erstmal eine Schneise durch die Brennnesseln getrampelt und dann mittels GFK-Stange die Sonde herübergeangelt. Leider riss dabei die Schnur. Erstaunlich war aber: Die Batteriebox fehlte.

Ich scannte die Landestelle noch einmal ab, und am Ende sah ich sie wie ein Boot auf dem Graben schwimmen.

Wieder musste die GFK-Stange dienen, die Schale an "mein" Ufer zu befördern. Der Styroporeinsatz befand sich noch an Ort und Stelle in der Schale, das Lithiumbatterie-Paket blieb allerdings verschwunden. So einen Komplettzerleger habe ich bei einer SGP-Sonde noch nie erlebt. Ein Versuch, doch noch mit der Stange Schnur und Ballonrest zu bergen, war nur sehr bedingt erfolgreich, weil die Schnur wieder riss. Immerhin habe ich einen großen Teil der Schnur mitnehmen können.

Einiges bleibt unklar. Warum startet man 3 Sonden, die gleichzeitig fliegen und auf der gleichen Frequenz senden? Und die mühsam eroberte Batteriebox trägt einen Label, den ich auch noch nie gesehen habe:



Mysteriös, dieser Sondenflug.


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Sonntag, 24. September 2017

Manöversondenschwall

Seit wann wird die Freiheit der Bundesrepublik am Wochenende verteidigt? Ich dachte, dafür haben wir den Hindukusch? Entsprechend erstaunt war ich, als ich auf der Bremer Seite den typischen unentwirrbaren Schwall von Manöversonden sah.

Am Samstag Abend wollte ich zum Sternwarten-Workshop meines Astrovereins nach Handeloh. Ich wusste, dass André Wulff dort auch hinwollte, vorher aber noch eine kalte Radiosonde in der Nähe bergen wollte. Es brauchte nicht viel Überzeugungsarbeit: Statt einer kalten könnte man ganz in der Gegend eine Reihe heißer DFMs einsacken! Und er hatte bisher noch nie eine DFM gefunden.

Andre konnte aber erst um 15:00 los.  Also stellte ich mich an einer naheliegenden Bank mit Elbblick und freier Sicht nach Süden auf und verfolgte, was sich so tat. Wann immer eine Sonde landete, machte ich eine Habhub-Prediction. Allerdings war die Windgeschwindigkeit am Boden so minimal, dass sich deren Ergebnis nicht nennenswert von der letzten Position unterschied.

Es waren immer 2 Sonden in der Luft - eine im Aufstieg, eine im Abstieg. Sie sendeten immer auf  abwechselnden Frequenzen. Einmal kamen sie durcheinander, da war es die gleiche Frequenz. Das war etwas anstrengender, zumal sich die Richtungen von Hamburg aus nicht sehr stark unterschieden.

Um 15:00 holte mich André ab, und auf ging es nach Schneverdingen und von dort aus nach Volkensen. Da war die erste Radiosonde gelandet. Vor Ort ein starkes Signal. Die GPS-Position war rasch ermittelt - und auf ging es in den Mais-Urwald....Ein paar Meter vor der Position meinte André: "Da ist der Fallschirm". Der typische rote Ballon war auch nicht weit.

 Dem Faden folgend, war die Sonde auch nicht schwer zu finden:

Weiter ging es zur nächsten vorermittelten Position. Ich hatte gerade alles zusammengstöpselt und freute mich über den Empfang, da hatte André längst den roten Fallschirm auf freier Wiese entdeckt. Aber da waren ZWEI sehr starke Maxima auf dem Wasserfalldiagramm zu sehen. Es stellte sich heraus, dass der andere Sender eine weitere DFM war, die gerade landete, und zwar in 6km Entfernung bei Zeven. Ich konnte diese Sonde bis in geringe Höhe verfolgen, und wir beschlossen, sie nach dem Ausflug auf die Wiese gleich aus dem Baum zu holen.

Auf der Wiese bot sich folgendes Bild:



André Wulff an der Landestelle

 Nach dieser sehr einfachen Bergung ging es natürlich sofort nach Zeven. Die Landestelle war im Wald, aber dicht an der Straße, und es gab sogar auf der gegenüberliegenden Seite einen tollen Parkplatz! Also ab ins Gestrüpp. Der Nicht-Weg führte uns um einen bombenkraterartigen Teich herum. Es begann das übliche Versteckspiel "Findet die Sonde". Aber irgendwann sah ich unter einem Baum etwas glänzen - eindeutig der Sensor-Arm einer DFM.


Fallschirm und Ballonrest hingen leider hoch im Baum, und es gelang uns nicht, sie zu bergen. Die Schnur riss aber relativ weit oben, so dass wir zumindest eine Menge Schnur aus der Natur entfernt haben.

Wir fuhren dann noch an der Landstelle der Bergener 12Z-Sonde M3953462 vorbei. Leider erfolglos. Offenbar war M3953462, obwohl von der Bremer Seite nicht so ausgezeichnet, auch mit einem Timer-Kill versehen. Und so konnten wir vor Ort nichts empfangen, zumal die Nachfolgesonde schon in der Luft war und auf der gleichen Frequenz sendete. Wir haben an zwei infrage kommenden Landepositionen die Gegend  recht gründlich abgesucht, aber hier ist eine Maisfeldlandung sehr wahrscheinlich.

Auf dem Weg zu unserem Workshop in Handeloh kamen wir noch an der Position einer weiteren DFM09 direkt am Straßenrand vorbei. Da die schon am Vormittag gelandet war, haben wir einen Funkempfang nicht erst versucht. Die haben wir auch nicht gefunden, weil es schon dämmerte und wir  auch keine Zeit hatten für eine längere Suche. Auffällig in der Gegend rumliegen tat aber keine Sonde. Hier grenzten Maisfelder und abgeerntete Felder aneinander, und ich vermute, dass  auch diese Sonde wohl im Mais liegt.

Nachtrag 23.9.
Im Landegebiet war auch Jan und Matthias (Bremer Seite) am 23.9. aktiv. Sie fanden die Sonde 502661 in Frankenbostel. Offenbar waren sie außerdem während der Landung auf dem Parkplatz direkt an der Landestelle von 500199. Die haben wir also nur bergen können, weil sie sofort danach wegfahren mussten, da auch sie noch einen weiteren Termin hatten. Sie müssten eigentlich einen sehr interessanten Anblick gehabt haben, denn die Sonde flog direkt über ihre Köpfe, um dann in 80m entfernt im Wald zu verschwinden! 

Sonden-Nachlese am 25.9.
Ich hatte noch die zuletzt flüchtig inspizierte Landestelle bei Lauenbrück auf der Liste, und eine weitere bei Riepe, die wir am 23.9. nicht mehr geschafft hatten. Also ging es mit der Regionalbahn Metronom nach Lauenbrück, und alles weitere wurde wie üblich per Fahrrad erledigt. Vorher hatte ich mir noch einmal die Bahnen der Sonden bei der Landephase angegeguckt und war recht sicher, dass man beide noch finden müsste, selbst in einem Maisfeld.


Die Sonde bei Lauenbrück, an der wir auf der Fahrt am 23.9. schon vorbeigefahren waren, war das erste Ziel. Sie war diejenige, deren Empfang durch eine weitere mit gleicher Frequenz gestört war. Daher hatte ich die Sonde nur bis in eine Höhe von 482m verfolgen können. Bei der geringen Windgeschwindigkeit war das aber schon völlig ausreichend.  Wie vor zwei Tagen schon erkundet, grenzt hier  ein Maisfeld an einen abgeernteten Kartoffelacker. Die Prediction lag ganz deutlich nicht im Mais, sondern  auf dem Kartoffelacker. Mit dem Fernglas war - wie schon zwei Tage vorher, nichts zu erkennen. Also bin ich hingestiefelt, und am Ende fand ich 60m nördlich der Vorhersagespositon DFM Nr. 503030, Ballonrest und Fallschirm


 Beide Teile lagen in der Rinne, die der Kartoffelernter hinterlassen hatte. Daher war von der Straße aus mit dem Fernglas nichts zu sehen, obwohl die Straße erhöht lag.

Weiter ging es zur zweiten vorermittelten Radiosonde, die bei Riepe lag, etwas mehr als 5 Fahrradkilometer entfernt. Kurz vor dem Ziel bot eine Eisenbahnbrücke einen Blick von erhöhter Position. Erste Erleichterung: Abgeerntetes Feld und kein Mais! Zweite Erleichterung: Schon aus der Ferne lag exakt auf der vorhergesagten Stelle ein weißer Fleck und ein roter Klecks.




Die Sonde war in einem recht schlechten Zustand. Der Sensorarm war abgerissen und lag neben dem Fallschirm.

Hier eine Übersicht über die an diesem Wochende gefundenen Sonden:

Sondenkennung Flugdatum
Startzeit (UT) Landezeit (UT) Landeort
503037 23.9.2017
6:00 7:50 Riepe bei Lauenbrück
503030 23.9.2017
7:00 8:42 Lauenbrück
617925 23.9.2017
9:00 10:45 Volkensen bei Schneverdingen
502449 23.9.2017
10:00 11:45 Nindorf bei Schneverdingen
500199 23.9.2017
13:00 14:58 Zeven (Aspe)























Hinzu kommt die von Matthias geborgene 502661, eine um 12:00Z gestartete Sonde. Da die Starts offenbar im Stundentakt erfolgten, fehlen die 8:00Z und die 11:00Z Sonden - sofern es nicht am Morgen noch ein paar Starts gab,


















Übersicht über alle Radiosondenfunde hier