Sonntag, 29. Juli 2018

Wettlauf mit dem Killtimer

Endlich fliegen die Sonden mal wieder etwas weiter. Ich konnte vom Altonaer Balkon (einer Aussichtsterrasse mit Elbblick) die Landung der Abendsonde N2220519 praktisch bis zum Einschlag verfolgen. Da der Killtimer auf 5 Stunden eingestellt war, hatte ich genug Zeit, um mit der S-Bahn nach Neu-Wulmstorf zu fahren und die Landestelle bei Aldestorf mit dem Rad zu erreichen. Der Ausflug musste nachts erfolgen. Der Weg von Aldestorf nach Süden war allerdings wesentlich schlechter als gedacht, so dass ich nur langsam vorankam. Das machte mich etwas nervös, denn RS41tracker hatte mir verraten, dass die Sonde um 23:52 MESZ abgeschaltet würde. Der Weg führte an einer Stelle etwa 600m an der Landestelle vorbei. Um 23:41 erreichte ich diesen Punkt. Rechner raus, Antenne raus, SDR raus. Es gelang es mir, von dort aus die Sonde zu empfangen und das GPS zu dekodieren. Danach ging es weiter nach Süden und dann auf einem noch schlechteren Weg in Richtung Sondenposition. Das letzte Stück der 11km langen Anreise per Rad war recht gut, und dieser Weg führte an der Landestelle vorbei.
Ich hatte schon aufgrund der Prediction die Sonde in einem Gebüsch vermutet, und die Landestelle befand sich auch tatächlich dort. Das Gestrüpp und ein Sumpfgebiet - die 10 Meter hohen Bäume waren extrem dicht mit Brombeeren, Weißdorn und Brennnesseln zugewachsen - teilten zwei Koppeln voneinander ab. Ich inspizierte erst einmal die nördliche Koppel -  ein abgeerntetes Getreidefeld - und sah sofort am Rand des Gestrüpps den großen Ballonrest und den kleinen roten Schirm:

Die Schnur ging über die Büsche. Das undurchdringliche Gestrüpp musste ich von der anderen Seite angehen. Dort fand ich die Sonde in Bodennähe:

Sonde abschneiden, wieder zurück auf die andere Seite, dort die Schnur aufrollen. Fertig.

Zurück bin ich dann den besseren und etwas kürzeren Weg nach Neu-Wulmstorf gefahren - er sah auf den Karten schlecht aus. Ich hätte weder den Zug um 0:59 noch den Bus um 1:05 bekommen, und danach fahren Busse nur noch alle Stunde. Also wurde für weitere 4km fest in die Pedale getreten, um die S-Bahn ab Neugraben um 1:29 zu erwischen. Die Züge fahren am Wochenende die ganze Nacht - ab Neugraben alle 20 Minuten, allerdings nicht beliebig weit außerhalb der Stadt.  Da die Strecke bergab ging, war das keinerlei Anstrengung. Um 2:06 war ich bereits wieder zuhause.



Besonders war der kleinrote Fallschirm (zuletzt nutzte Bergen die großen Schirme) und das Fehlen eines Begleitbriefs. Dass sich der Schirm mit dem großen Ballonrest innig verknotet hatte, erklärt die relativ hohe Landegeschwindigkeit von 10m/s.

Ansonsten hatte ich heute erstmals eine improvisiert zusammengebastelte 2-Elemente-Papp-Moxon mit, die wegen ihrer kompakten Bauform besser in den Rucksack passt als jede Yagi und für eine Suche im Gelände ausreichend empfindlich ist und eine recht gute Richtwirkung aufweist.






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