Mittwoch, 3. Juni 2020

Spontane Bergungs-Zusammenrottung (SBZ) mit den Turmbauern

Sondentyp: DFM09
SN:19047541
Frequenz: 402.01 MHz
Startstation: Pinneberg (WMOID:-)
Flugdatum: 03.06.2020 12:49ZL
Track  Radiosondy
Landestelle LAT LON: 53.619267,9.841109  Google maps
Gefunden am 03.06.2020 13:13UT
Methode: GPS-Decodierung der gelandeten Sonde (TTGO)


An den Predictions für den 3.6.2020 fiel auf, dass die Sonden aus Sasel und Pinneberg eine kleine Rund drehen würden, um dann direkt auf ihre Startplätze zurückzufallen. Und gegen 12:30 erhebt sich doch tatsächlich eine Pinneberger DFM09.  Die Funkamateure aus Uetersen haben ja diesen tollen Turm. Der ist in Spuckweite des Startplatzes, und so können sie verfolgen, wie jemand die Sonde aus dem Gebäude zum Startplatz trägt.

Die ruhigen Windverhältnisse und die gute Vorhersagbarkeit der fallschirmlosen Pinneberger Sonden bietet eine Chance, auch als Radfahrer die Landung vielleicht direkt vor Ort verfolgen zu können. Noch während des Fluges sitze ich mit Faltrad in der S-Bahn, die mich in 20 Minuten nach Halstenbek bringt. Noch schnell die erwartete Landestelle auf der Bremer Seite aktualisiert und hin. Leider biege ich in der Hektik erst einmal falsch ab, und somit bin ich für eine Landungsbeobachtung zu spät vor Ort. Ich tröste mich: Diese fallschirmlosen Pinneberger Sonden sind sicher auch nur aus nächster Nähe beim Landen zu  beobachten.

Die Turmbauer aus Uetersen, Kurt und Hein, sind in unserer Whatsappgruppe vernetzt und sind bass erstaunt, dass ich fast schneller als die Sonde in der Landeregion bin. Und das, obwohl sie nicht weit weg wohnen. Sie schreiben "warte auf uns, wir sind auch auf dem Weg". Klar, mach ich das. Ich schreibe ihnen zurück, dass ich mich verfahren habe und es eh noch etwas dauert; man sieht sich bei der Sonde. Dann bin ich aber nur noch 100m von der Landestelle entfernt, und der TTGO meldet brav die Position an mein Handy. Ich kette das Rad an einem Knickbaum an, denn man wird am Feldrand bis zur Sonde gehen müssen. Da entdecke ich, dass es den schmalen Weg, den Open Streetmap anzeigt, und der quer duchs Roggenfeld gehen soll, tatsächlich gibt. Direkt an dessen Ende sollte die Sonde liegen. Da liegt auch schon die Schnur quer über einen Fahrweg. An deren Ende auf einer Feldauffahrt liegt der rote Pinneberger Ballonrest ohne Fallschirm mit dem klassischen DFM-Abroller.






Die DFM lasse ich unberührt senden und ändere auch nichts - Hein und Kurt sollen auch ihren Spaß haben. Da die beiden sich nicht blicken lassen, hole ich noch schnell mein Rad, weil mir sein Standort doch etwas zu öffentlich für mein Baum-Kabelschloss ist.  Kurt und Hein brauchen dann noch ein paar Minuten und kommen dann über abenteuerliche Feldwege angerollt. Wir holen gemeinsam das Ding über eine Ackerfurche aus dem Feld. Für beide ist es die erste DFM09. Kurt wird was zu basteln haben.






Wir klönen lange über Funk, TTGOs, Baumbergungen, Sonden, DFMs... Sie zeigen mir ihre sehr leichte 15m GFK-Stange aus China. So lernt man immer etwas Neues. Eine gelungene Spontane Bergungs-Zusammenrottung (SBZ). 

Als wir uns trennen, kündigen schwarze Wolken ein Gewitter an. Ich erreiche die S-Bahn aber gerade eben noch trocken.



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Karte aller Sondenfunde hier