Sondentyp: RS41-SGP
SN: V0921427
Produktionsdatum: 2023-3-13
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill: 5h:00m
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 3.6.2025 (00:00Z)
Track wettersonde.net/Tower
Maximale Höhe: 26351m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 4.9 m/s
Landegeschwindigkeit: 10.2m/s
Landestelle: HH-Moorburg, LAT, LON: 53.50075,9.89852 Google Maps
Status: GEBORGEN am 3.6.2026, 03:53UT
Methode: Decodierung des Sondensignals mit TTGO (RDZsonde)
Die Nachtsonde aus Bergen macht es spannend. Zunächst platzt der Ballon in nur 26km Höhe. Dann sieht es so aus, als ob sie einen exzellenten Fallschirm erwischt hat: Bereits in 15km Höhe ist die Sinkgeschwindigkeit auf 4.5m/s abgesunken. Entsprechend weist die Vorhersage von wettersonde.net auf einen Landepunkt nördlich von Kaltenkirchen hin. Allerdings schwankt die Sinkrate ein wenig, so dass auch Landestellen bei Pinneberg oder Eidelstedt angezeigt werden. Und dann fällt die Sonde plötzlich wie ein Stein vom Himmel und schafft noch nicht einmal über die Elbe. Sie schlägt mit über 10m/s am Moorburger Elbdeich auf. Das Gelände sieht nach Satellitenbild nach einer Wiese oder Weide aus.
Ich beschließe eine Spontantour. Wie kommt man hin? Mit S-Bahn nach Harburg und dann mit dem Bus? Von der Haltestelle "Moorburg-Alter Deich" wäre die Landestelle fußläufig zu erreichen. Allerdings fahren die Busse erst etwas später. Wenn man mit der S-Bahn nach Neuwiedenthal fährt und von dort das Faltrad benutzt, müsste man noch knapp vor dem Killtimer vor Ort sein.
Eine böse Überraschung ist ein ordentlicher Landregen, als ich die Straße Richtung S-Bahn-Schacht überquere. Ich überlege kurz, ob das mit dem Bus nicht doch besser wäre. In der S-Bahn sehe ich mir das Sat24-Regenradar an. Danach soll das Regengebiet rasch nordostwärts abziehen. Als die S-Bahn am Hauptbahnhof den Tunnel verlässt, ist die Sonne schon über dem Horizont. Dennoch ist die Stadt wegen der pechschwarzen Wolken noch nächtlich beleuchtet. In Neuwiedenthal merkt man dann, dass es schon Tag ist. Allerdings laufen die Leute noch mit Regenschirmen herum. Aber das ist übertrieben, es nieselt nur noch auf den ersten wenigen hundert Metern der Radfahrt.
Die Fahrt geht zunächst durch noch verschlafene Wohngebiete und dann an einer Landstraße nordwärts. Es ist noch kaum Verkehr. Baustellen schaffen die übliche Verwirrung. Irgendwann erreiche ich den Moorburger Deich. Auf der Deichkrone ist es zwar nett gepflastert, aber die Rillen zwischen den Steinen verlaufen in Fahrtrichtung. Das ist ziemlich unsicher für meine schmalen Reifen und zwingt zum Langsamfahren und phasenweise zum Schieben. Irgendwann fängt der TTGO an zu blinken und verrät mir die Position. Die liegt sehr in der Nähe der Extrapolationslösung. Kurz darauf habe ich einen guten Überblick über die Wiesen und Weiden der anderen Deichseite. Und exakt als ich am Ziel mein Rad an ein Gatter stelle, waltet der Killtimer seines Amtes.
Die Fläche ist eine Weide. Glücklicherweise befinden sich die Rinder auf der gegenüberliegenden Koppel. So muss ich mich nur entspannt unter dem Elektrozaun hindurch rollen lassen und sehe schon von Weitem die Sonde.
Der Fallschirm versteckt sich in einer Bodenmulde.
Der Ballonrest ist groß, und die Schirmleinen sind darin verwickelt. Die beträchtliche Landgeschwindigkeit ist somit nicht weiter verwunderlich.
Nachdem alles geborgen ist, erwäge ich kurz eine Rückfahrt mit dem Bus. Hier gibt es Verbindungen durch den Elbtunnel ins heimische Altona oder auch nach Harburg. Dann sehe ich die Blechlawine des beginnenden Berufsverkehrs. Eine Baustellenampel verursacht auf der fraglichen Busroute kilometerlangen Stopp-and-Go-Verkehr - ich fahre auf dem Radweg dran vorbei. Auf der Autobahn sieht es nicht besser aus, und die halbseitige Sperrung hinter dem Elbtunnel dürfte es auf der anderen Elbseite eher noch weiter verschlimmern. Also fahre ich auf meiner Anfahrtsroute zurück und komme gut voran - wenn man von typischer Ignoranz der Baustellenbetreiber gegenüber Radfahrern absieht. Da wird man auf einen benutzungspflichtigen Radweg auf der rechten Straßenseite gezwungen, und 100m weiter sieht es dann so aus...
Ein Grund für diese Sperrung ist nicht (mehr) erkennbar. Also Rad um das Hindernis herumtragen und weiterfahren.
Die S-Bahn bringt mich glatt nach Hause, wo erst einmal Brötchen und Kaffee vor dem Aufbruch die Lebensgeister wecken.
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