Dienstag, 9. Juni 2026

Blitzaktion gegen den Killtimer

Sondentyp: RS41-SGP
SN: 
V1210359
Produktionsdatum: 2023-3-20
Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill:
5h:00m

Startstation:
Bergen
(WMOID:
10238)
Flugdatum: 9.6.2025 (00:00Z)
Track
wettersonde.net

Maximale Höhe:
 36059m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.03 m/s

Landegeschwindigkeit:
 6.1m/s

Landestelle: Steinhorst, 
LAT, LON: 
53.73036,10.48416 Google Maps
Status: GEBORGEN am 9.6.2026, 03:27UT 
 

Methode:
 Decodierung des Sondensignals mit TTGO (RDZsonde)

 

Die Nacht auf den 9.6. verbringe ich in Schmalenbeck. Da landet die Bergener Sonde gar nicht weit weg, in Steinhorst. Ich will mich umdrehen und schlafen - da wird schon jemand die Sonde einsammeln. Bernds Empfangsstation ist in Spuckweite, deshalb sollte es im Netz sehr präzise Landekoordinaten geben, wahrscheinlich sogar Empfang nach der Landung. Da bemerke ich, dass auf der Karte in wettersonde.net Bernds Empfänger nicht markiert ist. Später am Tag erfahre ich, dass sein System durch das letzte Gewitter ausgeknockt wurde und er auch gerade woanders weilt.  

Wozu gibt es aber Redundanz! Der Tower in Zernien wird es richten! Der ist zwar viel weiter weg, aber eben auch mehr als 200m hoch. Um noch ein paar Frames mehr zu erwischen als das Ding ohnehin nach wettersonde.net streamt, starte ich also den Web-SDR. Aber nein! Der ist auch down. Das passiert manchmal. Dann sorgt Frank zeitnah für einen Reboot - und der tut dann so richtig gut. Er tut das auch später am Vormittag. Jetzt aber ist guter Rat teuer: Die Sonde verschwindet auf den üblichen Internetseiten in 700m Höhe. Auch bläst ein starker Wind von über 40kmh - die Landevorhersage dürfte dementsprechend ungenau sein. 

Auch das wäre noch kein Problem - irgendwer könnte vielleicht auf dem Weg zur Arbeit vorbeikommen und einen TTGO aus dem Autofenster halten. Aber auch das funktioniert heute nicht. Bergen ist eine Bundeswehrstation...Bis dahin hätte dieser §$%&!?/ Killtimer längst zugeschlagen. 

Ich bin in Schmalenbeck nur 25km entfernt. Ich beschließe vorbeizugucken. Ich habe nach hinten heraus nicht viel Zeit, aber zumindest könnte ich vor 5:46 vor Ort sein und zumindest ein paar Koordinaten sichern. 

Also geht es in der Dämmerung über die noch leere Autobahn und ein paar Landstraßen nach Steinhorst. Die Tawhiri-Prediction liegt im Wald, aber auch Fischteiche und Koppeln kämen infrage - genau ist das ja alles heute nicht. Eine schmale Straße führt östlich am Waldrand vorbei. Da vorne kommt eine strategisch günstige Stelle, wo man parken und später auch wenden kann. Ich halte den TTGO aus dem Fenster. Und ja, die Sonde befindet sich nur 80m entfernt an zwischen zwei Fischteichen. Ein Segen nicht im Wald. 

 


 

 

Erst bei dichter Annäherung kann ich die Schnur an einigen Stellen auf den langen Halmen liegend erkennen. An der Landestelle angekommen finde ich die Sonde gut getarnt im tiefen Gras.

 


 

Wo ist der Fallschirm? Unsichtbar im Fischteich! Die Bergung per Schnurzug ist wegen der Treibanker-Eigenschaften des Schirms etwas anstrengend. Der Schirm ist mit allerhand Lemna- und/oder Spirodela-Zeugs bedeckt. 

 


 
 

Diese Sonde wäre im Kaltsondenstil kaum zu erbeuten gewesen. So bin ich sehr froh, die Sonde nicht nur lokalisiert, sondern auch derart einfach geborgen zu haben. 

Auf der Autobahn beginnt zaghaft der Berufsverkehr. Ich frühstücke kurz und fahre mit der U-Bahn nach Hamburg. 

Übersicht über alle Sondenfunde hier
Karte aller Sondenfunde hier
 

 


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