Sondentyp: RS41-SGP
SN: W1120540
Frequenzen: 404.5 MHz
Timerkill: keiner
Startstation: Meppen (WMOID:10304)
Produktionsdatum: 2024-03-12
Flugdatum: 8.9.2026 10:00Z
Track wettersonde.net und Sondehub
Maximale Höhe: 25282m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.9m/s
Landegeschwindigkeit: 2.7m/s
Landestelle: Deinste LAT, LON: 53.53897,9.495491 Google Maps
Status: Geborgen am 14.9.2026, 15:48UT
Methode: Extrapolation aus Sondehub-Daten
Die Meppener Sonden vom 8.9. wurden alle von Mitgliedern unserer Gruppe geborgen. Nr. 1 am frühen Morgen von Klaus zwischen Krempe und Kremperheide bei Itzehoe. Nr. 2 von mir im Wohngebiet nördlich Hausbruch. Bis auf eine. Meppen 3 ging bei Deinste am Rand des Feener Moors nieder. Womöglich eine feucht-fröhliche Sache, wobei laut Google Earth ein paar Bäume die Sonde vor dem eigentlichen Moor aufgehalten haben könnten. Sehr niedrige finale Positionen lieferte auf Sondehub die Station "Mobil DZTTGO". Klingt nach jemandem, der hinter den Sonden mobil hinterherfährt. Ich erinnere aber, das ich schon mal eine Sonde nach den Daten des Kollegen auf einer Wiese einsammeln konnte. Offenbar wohnt der in der Gegend und speist Daten ein, ohne selber die Sonden zu bergen. Danke schon mal im Voraus für die schönen Daten.
Diese Sonde ist durchaus reizvoll. Spannend ist, ob man da überhaupt rankommt. Da aber unweit eine Bergener Sonde seit eineinhalb Jahren an einer Fichte abhängt und dringend mal heruntergefallen sein könnte, hätte man bei einer Radtour gleich zwei Eisen im Feuer. Ich habe allerdings erstmal keine Zeit für eine Tour dorthin.
Am 14.9. bin ich wieder in Hamburg. Die Sonde ist immer noch nicht in Radiosondy eingetragen. Also geht werden Teleskopstange und Faltrad gegriffen, und ab geht es in die S-Bahn. Von Horneburg führen bekannte Wege zur Landestelle des Baumlanders U3260237. Diese Sonde vom April 2025 hatte ich am Tag nach der Landung hoch in einer Fichte im Rustjer Forst lokalisiert, den Fallschirm geborgen und danach noch ein paarmal besucht. Im Sommer gab es einige Sturmereignisse, so dass es Sinn macht, da noch einmal vorbeizugucken. Aber die Sonde tut mir den Gefallen nicht - sie hängt hartnäckig oben.
Weiter geht es, wieder zurück zur Straße. Auf ihr erreiche ich das mir ebenfalls gut bekannte Dorf Helmste. Dort hing einst eine Meppener Sonde im Baum, die ich mit einer 15-Meter Stange von unten anstupsen, aber nicht einhaken konnte. Später hing sie nicht mehr im Baum, lag aber auch nicht unten. Hoffentlich geht es mir diesmal nicht auch so.
Hinter dem Dorf geht es zum Zuckerberg. Ein 28m hoher Bergriese, der noch auf seine Erstbesteigung mit Sauerstoff wartet.
Gleich dahinter gibt es eine Gelegenheit, das Fahrrad anzuschließen. Dort liegt schon ein weiteres Rad im Gras. Den Besitzer sehe ich auf einer umliegenden Koppel. Mit meiner Frage, ob er wegen der Radiosonde da wäre, kann er nichts anfangen. Er ist checkt die Elektrozäune und sieht bei den Pferden nach dem Rechten. Ich erkläre ihm meine Anwesenheit, er wünscht mir Glück, und ich stapfe los. Glücklicherweise kann ich direkt am Rand der Pferdekoppeln entlanglaufen und so direkt zur Landestelle gelangen. Für die Pferde ist das offenbar eine willkommene Abwechselung.
Aus einiger Distanz kann ich die Lage an der Landestelle gut überblicken. Einige nicht allzu hohe Birken, Kiefern und Fichten stehen direkt am Rand der Koppel. Ich brauche kein Fernglas - da hängt die Sonde. Sie ist tatsächlich gleich nach der letzten Position am ersten Hindernis hängen geblieben.
Die Höhe macht aus der Nähe einen stangentechnisch beherrschbaren Eindruck, vielleicht 8-10m. Ich zerre wenn möglich nicht an den Sachen, bevor ich nicht die Lage des Gespanns verstanden habe. In diesem Fall noch weniger, weil ganz in der Nähe und in Flugrichtung diese nette Leitung verläuft.
Nein, in der Leitung stecken Ballon und Schirm nicht. Die Suche erweist sich als komplizierter als die nach der schon Weitem gesichtete Sonde. Erst nach längerem Herumirren entdecke ich sie in einem anderen Baum, noch niedriger.
Dennoch ist die Lage ein wenig diffizil: Ich möchte nicht an dem Fallschirm ziehen, weil ich damit womöglich die Sonde in unerreichbare Höhen befördere. Umgekehrt lieber auch nicht. Also wird das Rasierklingen-Schneidetool an der Stangenspitze befestigt und die Schnur gleich am Abroller gekappt. Danach wird das Tool gegen den Haken ausgetauscht und der Fallschirm zu Boden befördert. Meppen-typisch ist die Schnur mal wieder nicht komplett abgerollt.
Jetzt geht es zurück zu dem Baum, in dem die Sonde unverändert hängt. Sie lässt sich ziemlich einfach einhaken und herunterziehen.
Jetzt wird es Zeit, die Ausrüstung zusammenzupacken und zurück zu wandern. Beim Befestigen der Stange am Rad werde ich von den Pferden, die mich schon auf dem Weg begleitet hatten, neugierig beäugt.
Der schnellste Weg zur Bahn führt nach Agathenburg: 6 km, überwiegend bergab. Unterwegs beobachte ich eine Wolke von Finkenvögeln und Staren, die offenbar schon in Zuglaune sind und sich in den Büschen ein Nachtquartier suchen wollen. Umkreist werden sie von einigen Falken, die auch gerne auch ein Abendbrot hätten, und versuchen, durch synchrone und unvorhersehbare Flugmanöver dem Zugriff zu entziehen.
Gemütlich radel ich Richtung Bahn. Dass ich den Zug verpasse, ist egal. Der nächste fährt in 15 Minuten. Nein. Natürlich wissen die Apps nicht, dass es eine größere Schrankenstörung im Bereich Stade gibt. So muss ich noch etwas warten - was mir ein Zeitfenster gibt, in die neueste Folge von "Astro&Co" auf Youtube hereinzuhören, heute über den immer noch nicht explodierenden T CrB. Dann kommt schon die S-Bahn. Den Rest des Vortrags muss ich mir mangels Kopfhörer zuhause hören.
Übersicht über alle Sondenfunde hier
Karte aller Sondenfunde hier








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