Montag, 7. September 2020

Heimatgemeinde knapp verfehlt

 

Sondentyp: RS41-SGP  
SN:  R2810059
Frequenz: 402.5 MHz 
Startstation: Schleswig (WMOID:10035)  
Flugdatum: 07.09.2020 12Z
Timerkill: Keiner
Track  wetterson.de
Landestelle  Hoisdorf,  LAT LON: 53.658108,10.304451 Google maps 
Status: geborgen am 07.09.2020, 13:24 UT 
Methode: GPS-Decodierung mit TTGO 
 
Ich habe an diesem Tag in meinem Elternhaus in Schmalenbeck (Gemeinde Großhansdorf) zu tun. Eigentlich will ich etwas später hinfahren, aber als die Predictions dieser Radiosonde Landeplätze in und um Großhansdorf auswirft, ist etwas Eile angebracht. Aus Corona-Gründen fahre ich jetzt meistens nicht mit der U-Bahn nach Schmalenbeck, sondern mit dem wesentlich schnelleren Regionalzug in meine Geburtsstadt Ahrensburg und von dort aus mit dem Faltrad. 
 
Als ich in Ahrensburg aussteige, ist die Sonde noch in der Luft, mit Predictions nahe des U-Bahnhofs Großhansdorf. Am Ende liegt die Landestelle knapp in der Nachbargemeinde Hoisdorf. Also am Manhagen vorbei, am Bahnhof Großhansdorf vorbei, über die Autobahnbrücke. Ein Navi braucht das nicht. Gleich rechts in die Kastanienallee einbiegen. Ich habe irrtümlich die Landestelle 150m die Kastanienallee herunter vermutet, halte aber an der Abzweigung an.
 
Vielleicht sollte man langsam den eingeschalteten TTGO zu Rate ziehen. Bingo, der liefert Koordinaten. Wie schön das ist, sie mit einem Klick in Locus einzuspeisen. WAS? Die Sonde liegt danach exakt AUF meiner derzeitigen Position. DAS kann nicht sein, ist da was faul?. Also nochmal, gleiches Resultat. Reinzoomen. Jetzt sieht man, dass beide Markierungen nicht exakt aufeinanderliegen. "Distanz 12 Meter", meint Locus. Wenn das so ist, sollte man vielleicht vom Rad absteigen und sich  doch mal in der Gegend umschauen. Schnüre? Schirme? Sonden? Auf den ersten Blick ist da nichts. Aber das Ding da vorne auf dem Gehweg, neben dem  Verkehrsschild,  sieht doch verdächtig nach einer RS41 aus....
 

Jetzt erkenne ich auch die Schnur. Sie verschwindet über ein Hausdach.


Obwohl die Sonde ja auf öffentlichem Gelände liegt, versuche ich die Bewohner zu kontakten, aber dort antwortet auf mein Klingeln nur der Hund. Die Bergung der Sonde ist natürlich einfach: Ich ziehe an der Schnur und kappe sie. Und sie flutscht über das Haus. Der Fallschirm hängt hoch in einer Buche an der Hosidorfer Landstraße/Achtern Diek. Der Baumstamm steht auf Privatgrund, das Gelumpe hängt über dem Gehweg und ist durch das Laub kaum auszumachen. 


 

Viel Hoffnung bezüglich einer Stangenbergung habe ich nicht - zu hoch. Aber ein Versuch ist es wert. Wieder klingel ich an der Tür, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Auch auch hier ist keiner da. Also auf dem Gehweg die Stange klarmachen und erst einmal die Schnur erangeln. Ein Versuch mit Seilmanövern ist ermutigend. Ich kann die Schnur ganz oben aushaken und dann den offenkundig großen Ballonrest und den Schirm langsam und zäh ablassen. Jetzt ist der Kram nur noch 8 Meter hoch und liegt aber auf dem dichten Blattwerk auf. Inzwischen biegt der Besitzer des Grundstücks auf seine Einfahrt ein. Kommt natürlich auf ein freundlichen Schwätzchen vorbei und wünscht mir viel Glück. Beim 1 Versuch befördere ich sehr viel Latex, beim zweiten noch viel viel mehr Latex und beim dritten den Schirm zu Boden. Dann noch die Schnur aufgewickelt, und wieder einmal hat man ein Gespann komplett aus der Umwelt entfernt. Und nun rasch nach Schmalenbeck. Yeah.

Erst danach seh ich, dass mir Bernd mir in letzter Minute eine perfekte Prediction geschickt hat - allerdings liegt die Sonde danach auf dem Hausdach. Der Abstand von der Realität sind nur 14 Meter.
 


 
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