Freitag, 29. September 2023

Baumschule, höherer Zweig

Normalerweise startet Meppen an jedem Vormittag 3 Radiosonden. Am 29.9.2023 sind es aber vier, offenbar ist ein Nachstart erforderlich. Nur eine schafft es über die Elbe und landet südlich von Pinneberg bei Waldenau-Datum. 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
 
V3410031
Produktionsdatum:
2022-08-21
Frequenz:
405.1 MHz
Timerkill:
keiner
Startstation:
Meppen (WMOID:10304)
Flugdatum:
29.9.2023 8:00Z
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.35 m/s
Maximale Höhe:
24902m
Landegeschwindigkeit:
2.8 m/s
Track  wettersonde
Landestelle: Waldenau-Datum ,
LAT, LON 
53.62489,9.79705 Google Maps
Status:
Landung auf Baumschulgelände. Schirm in Eiche 8-10m hoch. Geborgen am 29.8.2023, 12:12UT, gemeinsam mit Sven (DL1YT).

Methode: GPS der gelandeten Sonde auf wettersonde.net; danke Kurt für die schönen Daten. Sonde sendete noch (TTGO Decodierung).


Die Landestelle ist eine der in dieser Gegend verbreiteten Baumschulen. Die sind oft abgezäunt. Auf Whatsapp entspinnt sich folgender Dialog:


Eigentlich hat diese kurze Diskussion auf Whatapp das Szenario komplett umrissen und man könnte den Bericht an dieser Stelle beenden.

Sven ist einer der wenigen Sondenjäger der Region, mit dem man sich nicht über die Gruppe abstimmen kann, daher sind seine Pläne gerne Objekt der Spekulation. Die Landestelle der Sonde ist allerdings  exakt bekannt. Kurts Antenne in Uetersen hat sie nach der Landung in wettersonde.net eingespeist. Plötzlich verschiebt sich die Position auf der Karte und die Sonde verstummt reichlich früh!


 

Mit miesem Pessimismus setze ich mich in die S-Bahn und fahre nach Thesdorf und dann mit dem Faltrad die 3km zur Landestelle. Die Sonde sendet noch, offenbar ist sie einfach von einem der Bäume gefallen und daher nicht mehr von Kurt zu empfangen. Und wer steht dort am Zaun der Baumschule? Sven! Den erkenne ich wegen total veränderter Frisur erst einmal gar nicht. Er telefoniert gerade mit dem Baumschulinhaber, und der gibt uns das GO und verrät uns, wie wir Gelände auf das Gelände kommen können.

Der Rest ist einfach, denn die Sonde liegt auf dem Boden.




 


 

Sven hat schon vor meinem Eintreffen den Schirm in einer Knickeiche am Straßenrand entdeckt:




Wir überschätzen zunächst die Höhe, aber die Bergung mit meiner 13m-Stange gelingt beim ersten Versuch.



Während ich meine Sachen verpacke, trägt Sven unsere Bergung bei Radiosondy ein. So bleibt noch Zeit für den in so einer Situation obligatorische netten Sondenjäger-Klönsnack.


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Sonntag, 17. September 2023

Von Live-Landungen und Sondenabschneidern

 

Am 6.9.2023 war Sondenjäger Steve auf dem Weg zu einer Saseler Radiosonde. Er hatte Glück, denn er konnte die Sonde landen sehen! Er war sogar in der Lage, das Ereignis mit seinem Handy festzuhalten. Man sieht den Fallschirm - einen kleinen weißen Fleck in der Bildmitte - in einem Wald verschwinden. Leider hatte er keinen TTGO dabei, und in der Gegend der Landestelle konnte er die Sonde im Wald nicht entdecken. Wir versuchten, ihm mit einer Ad-Hoc-Prediction zu helfen, aber er konnte die Sonde im Kiefernwald nicht entdecken.

 Sondentyp: RS41-SGP
SN:
V0941319
Produktionsdatum: 2023-03-02
Frequenz: 402.7 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Sasel
(WMOID:10141)
Flugdatum: 06.09.2023 12:00Z
Track
wettersonde.net

Maximale Höhe:
28258m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 5.40m/s

Landegeschwindigkeit:
7.3m/s

Landestelle: Besenthal
LAT, LON:
53.509019,10.726645, Google Maps
Status:
Nicht geborgen, keine Sonde am Schnurende
. Waldlandung von Steve gefilmt.
Methode:
Extrapolation nach wettersonde.net - Daten

 

10 Tage später habe ich endlich eine neue Starterbatterie in mein Auto eingebaut und will eine längere Rundfahrt unternehmen, um dem guten Stück etwas Ladung zu verpassen. Warum nicht eine Sondenjagd im Raum Gudow unternehmen? Neben Steves Exemplar kann man gleich bei Sarnekow die Schleswiger Sonde T335041 (12Z-Sonde vom 16.7.2022) kontrollieren. Die hatte ich am 3 Monate nach dem Flug lokalisiert. Im März hatte ich sie bei einer Kontrolle fast nicht mehr wiedergefunden, weil sie sich in einer Astgabel versteckte. 

Ich stelle mein Auto auf dem Parkplatz in Sarnekow ab und mache mich auf den Weg durch den Wald zur Landestelle. Glücklicherweise hatte ich mir bei der letzten Kontrolle auch die Position, von der aus man die Sonde sehen konnte, abgespeichert. Inzwischen liegt sie nicht mehr in der Astgabel, sondern hängt offenbar an einem ziemlich zerrotteten Schnurstück. Man sieht nur noch den obersten Teil der Box über den Ast ragen. Ohne die Vorarbeit hätte ich keine Chance. Ob die Sonde herunterfällt, wenn die Schnur ganz verrottet ist, ist unklar. 

Nun geht es nach Besenthal. Von dort aus kann man nur zu Fuß in den Wald gelangen. Links vom Weg habe ich kurz vor Weihnachten 2019 P231021 eingesammelt. Dann bin ich damals weitergeradelt und konnte in Steves Wald gleich rechterhand des Weges einen langjährigen Baumhänger N2230327 vom Boden auflesen. Den hatte ich am Flugtag loklisiert und auf dem Rückweg eine unerwartete Nahbegegnung mit einer Rotte Wildschweine gehabt. 

Dieses Mal muss ich nicht weit in den Wald vordringen, denn die vorhergesagte Landestelle liegt nicht weit vom Hauptweg. Der Fallschirm müsste eigentlich schon zu sehen sein - aber genau wie Steve kann ich nichts entdecken. Ich streife fast eine Stunde durch das Landegebiet - nichts! Das ist doch sehr eigenartig. Sehr viel Platz ist zwischen der letzten Position und der Vorhersage doch gar nicht. Tawhiri und Extrpolation liegen dicht beieinander, so falsch kann das alles nicht sein. Man sollte doch auch eine Schnur wahrnehmen. Aber Fehlanzeige! Viel Zeit bleibt auch nicht mehr; die Sonne steht schon niedrig und streift nur noch die hohen Baumwipfel.

Auch ist der Soundlevel recht eindrucksvoll: Lautes Hirschgeröhre. Aus meinen Erfahrungen im Duvenstedter Brook weiß ich, dass die Tiere höchstens 300m entfernt sein dürften. Auf eine überraschende Begegnung mit einem brünftigen Platzhirsch wie damals mit den Wildschweinen kann ich heute gerne verzichten. 

Hier ist es wohl nicht so einfach. Steve hat recht - von der Sonde keine Spur. 

Ich will gerade aufgeben, drehe mich noch einmal um. Da hängt der Schirm hoch in einer Kiefer!



Ich brauche weitere 20 Minuten, bis ich die Fortsetzung der Schnur über ein paar Baumwipfel mit dem Fernglas erspähe. Da! An dem Baum da hinten verläuft die Schnur steil nach unten - tatsächlich bis zum Boden. Aber dort....




...findet sich leider nur ein loses Schnurende.

Was ist da los?  Mögliche Erklärungen: A)  🙈Sondenabschneider 😖, aber solche Kandidaten sind in unserer Gegend bisher nicht aktiv. B) Wildschwein hat die Schnur zerrissen und die Sonde weggetragen, allerdings kann ich keine herumliegende Trümmer finden. C) Eine straff gespannte Schnur zwischen zwei Bäumen kann auch mal durchreißen, und die Sonde hängt vielleicht doch noch an einem kurzen Schnurstück in einem der Nachbarbäume.  Ich kann sie mit dem Fernglas nicht entdecken. Allerdings ist die Beleuchtung der z.T. dicht benadelten Kiefern nicht mehr optimal. Aber zu 90% ist die Sonde weg. Am meisten hätte ich sie Steve gegönnt, denn Live-Landungen sind seltene Vorkommnisse, und da möchte man die Sonde doch auch gerne in der Hand halten können.
Ich versuche noch etwas Schnur zu bergen, aber leider reißt die Schnur relativ weit unten. Der Rest federt nach oben und wickelt sich um einen Ast.

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Montag, 4. September 2023

Urban Rescue in Bergedorf

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
U3350233
Produktionsdatum: 2022-08-19
Frequenz: 402.5 MHz
Timerkill:
keiner

Startstation:
Schleswig (WMOID:10035)
Flugdatum: 03.09.2023 12:00Z
Track
radiosondy.info

Maximale Höhe:
31969m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit
: 4.84m/s

Landegeschwindigkeit:
4.5m/s

Landestelle: Hamburg-Bergedorf,
LAT, LON:
53.49089,10.22275, Google Maps
Status:
geborgen am 4.9.2023,16
:05 UT. Baumlandung auf dem Gelände eines Altenheims.
Methode:
Decodierung des Sondensignals mit TTGO. Stangenbergung von Sonde und Schirm.

Diese Sonde schwebt am Sonntag in den Hamburger Raum ein. Eine Weile sieht es so aus, als würde sie es über die Elbe schaffen, und "Team Seevetal" steht für diesen Fall schon in den Startlöchern. Als sie am Ende mitten in Hamburg-Bergedorf niedergeht. Die Landevorhersage liegt exakt auf der Grenze mehrerer Stadtgrundstücke. Eines ist das Gelände eines Altenheims, die anderen sind Privatgrundstücke. Offenbar ist niemand hinter der Sonde her. Bei einer Landung im Wohngebiet ist Zeit ein wesentlicher Faktor, und man wird mit den Grundeigentümern sprechen müssen. Als sich nach mehr als einer Stunde niemand auf den Weg macht, schwinge ich mich auf das Faltrad. Da die S-Bahnstation Königstraße seit 8 Wochen gesperrt ist, fahre ich zum Bahnhof Altona und springe in die S-Bahn. Vom Bahnhof Bergedorf geht es für norddeutsche Verhältnisse stramm bergauf - wozu heißt der Stadtteil BERGEdorf - aber weit ist es nicht.

Dies Sonde sendet noch und verrät mir brav ihre GPS-Koordinaten. 



 

Die Position liegt wenige Meter über dem Boden und offenbar auf dem frei zugänglichen Altenheim-Gelände. Direkt am Südrand des Areals befindet sich eine Bank für die Bewohner. Direkt dort soll sich die Sonde befinden. Es ist aber nichts zu sehen! Aus einiger Distanz sehe ich sie dann aber die RS41 an einem Baum hängen. 





Bevor ich mich mit einer Stange an dem Baum zu schaffen mache, gehe ich erst einmal durch den Haupteingang in das Gebäude. Im Eingangsbereich stoße ich auf eine Bewohnerin und ihren Familienbesuch. Die beiden verraten mir, wo man eine "offizielle" Person finden kann. Die nette Dame gibt mir sofort das ersehnte "Go" und bedankt sich sogar herzlich dafür, dass ich überhaupt frage. Eigentlich habe ich mich ja zu bedanken. 

Die Sonde hängt keine 5m über dem Boden, ist aber direkt von unten durch die Blätter kaum zu erkennen. Ich finde eine Position, von der aus man die Stange durch eine winzige Astlücke  fädeln und die Sonde einhaken und zu Boden bringen kann. Leider kann ich drüben auf Seite der Privatgrundstücke von dem weiteren Schnurverlauf und dem Fallschirm nichts erkennen. Ich lasse solche Dinge ungern in der Natur zurück.

Während ich meine Sache einpacke, kommt ein Bewohner mit einem Rollator des Weges, setzt sich auf einen Gartensessel. Er stellt sehr interessierte Fragen und findet das Ganze offenbar sehr spannend. Am Ausgang des Geländes stoße ich wieder auf die Bewohnerin und ihren Besuch: "Na? Waren Sie erfolgreich?". Wieder musste ich meine "Beute" vorzeigen und ausführlich Fragen zu dem ganzen Themenkomplex beantworten.

Bevor ich Bergedorf verlasse, fahre ich noch einmal die Parallelstraße ab auf der Suche nach Fallschirm und Ballonrest. Eigentlich kommen aufgrund der Flugrichtung nur zwei Häuser infrage, aber man kann von der Straße die Hintergärten nicht einsehen. Da sehe ich durch den schmalen Spalt zwischen den beiden Häusern den Fallschirm in erreichbarer Bodenhöhe herunterhängen. Gleichzeitig bemerke ich, wie die Bewohner gerade heimkommen. Ich spreche sie  an, und sie lassen mich in ihren Hintergarten.

Nach einigen anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten entdecke ich den Fallschirm und den winzigen Ballonrest. Er hängt nicht wie zunächst vermutet an einem Baum, sondern am Dach des Hauses. 

 


Der Schirm ist eine leichte Beute für die Teleskopstange, und die Schnur kann ich auch komplett einziehen. Den Bewohnern danke ich für die Fotos der Bergungsaktion.

Leider verhakt sich der letzte Zentimeter der Schnur hoch oben an der Regenrinne und will nicht gewaltlos herunterkommen. Und Gewalt mag ich auf fremden Grund nicht anwenden. Ich bin ja recht sicher, dass der letzte Schnurrest sowieso alsbald mürbe wird, und sonst wird sich die Dachreinigungsfirma, die sich regelmäßig um die Rinne kümmert, der Sache annehmen. Auch hier sind die Inhaber wieder sehr interessiert und bekommen alles gründlich erklärt. 



 

 

Zurück geht es steil bergab  zum Bahnhof und heimwärts nach Altona.

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Freitag, 1. September 2023

Stacheln und Dornen

 

Sondentyp: RS41-SGP
SN:
U1310142
Produktionsdatum: 2022-03-28

Frequenz: 405.7 MHz
Timerkill: 5 Stunden
Startstation:
Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 31.8.2023 00:00Z
Track radiosondy
Maximale Höhe: 3
6733m
Durchschnittliche Aufstiegsgeschwindigkeit: 5.04 m/s 
Landegeschwindigkeit: 5.5 m/s
Landestelle:Oststeinbek,
LAT, LON:
53.557843,10.173281 Google Maps
Status:
Geborgen am 31.8.2023 16:39UT
Methode: Extrapolation nach wettersonde.net-Daten.  

 Diese Sonde landete nachts zwischen Barsbüttel und Oststeinbek. Ich war in Schmalenbeck und erwog kurzfristig, ob ich am Morgen schnell mit dem Auto hinfahren würde, habe das dann aber mangels Zeit verworfen. So konnte ich am Spätnachmittag von Altona aus starten. 

Die Anreise mit Öffis ist wegen der weiterhin bestehenden Disfunktionalität des ÖPNV anstrengender als normal, da die U2 nach Billstedt längerfristig unterbrochen ist. So fahre ich vom Regionalbahnhof Tonndorf aus mit dem Faltrad ins Landegebiet. Die Tawhiri-Prediction ist wieder mal unplausibel, und die Extrapolationslösung liegt exakt auf der Grenze zwischen dem Gelände einer Autoverwertungsfirma und der Feldmark. Ich hoffe, dass die Sonde etwas kürzer geflogen ist und sie daher auf dem Acker liegt.

Das Firmengelände ist offenbar kein Schrottplatz mehr, sondern ein Stellplatz, wo man seinen Wohnwagen oder Boote sicher einlagern kann. Es ist rundrum extrem abgezäunt. Es ist bereits geschlossen, so dass man niemanden fragen kann und nicht aufs Gelände kommt. Das ist schade, denn der Fallschirm dürfte garantiert dort liegen. 


 

     

So muss man das ganze von der Ackerseite aus angehen, wo ich die Sonde ohnehin vermute. Ich fahre zurück, biege auf einen Feldweg ab, kette mein Rad an eine Sitzbank und wandere über ein Stoppelfeld zur Landestelle. Auf dem Acker liegt sie nicht. Unmittelbar davor auf der Ackerseite ein Knick - darin hängt sie nicht.  Dahinter kommt Richtung Caravanlager ein hoher, mit Schlehdorn und Brombeeren bepflanzter Knickwall mit extrem dichter Vegetation, der wohl den Zugang zum Gelände absperren soll.



 

 


Auf der Krone des Knickwalls ahnt man zeitweise einen hohen Sicherheitszaun mit NATO-Draht. Ich kann mir kein Bild machen, ob die Sonde eventuell irgendwo in dem dicht belaubten Dornengestrüpp hängt. Viel weiter kann sie nicht geflogen sein. Drüben dürften nur Fallschirm und Schnur gelandet sein, aber der Blick  ist komplett versperrt. 

An einer Stelle ist das Dornengebüsch etwas weniger dicht. Ich kann mich durchzwingen und die Böschung erklimmen. Hier hat man einen Blick über den Zaun auf das Gelände - und da ist die Schnur! 



 

 

Der Fallschirm muss zwischen irgendwelchen Wohnwagen liegen, aber die Sonde befindet sich offenbar in dem besagten Dornengestrüpp, und zwar auf der Ackerseite - fast exakt auf der Prediction. Zumindest habe ich jetzt eine präzise Idee, wo die Sonde ist und weiß auch, dass man, wenn man die Dornen nicht scheut, an die Sonde herankommen könnte

An der Stelle sind die Brombeeren abgestorben, und man kommt dicht an die vermutete Sondenposition heran. Die Sonde muss irgendwo in diesem Gesträuch verborgen sein. Und da kann ich in einer Astlücke einen 10cm langen Abschnitt der senkrecht nach unten verlaufenden Schnur erkennen. An deren Ende die Sonde in Pflückhöhe hängen sollte. Allerdings ist da jede Menge Gesträuch dazwischen, das Zugang und Sicht blockiert. Ich quetsche mich durch die stacheligen Brombeer-Totäste - und sehe die Sonde! 

 



Sie ist von einem großen Latexklumpen eingehüllt. Mikadoartig schlängelt der Arm an den stachelig-dornigen Ästen vorbei und kann das Objekt der Begierde greifen. Ein paar Meter Schnur kommen auch nach. Der Rest ist aber komplett in den Dornen fixiert. Gewaltsames Ziehen ist sinnlos, da keine Aussicht besteht, durch Schnurzug an den Schirm heranzukommen. An den Fallschirm ist kein Herankommen. Die Mitarbeiter der Firma dürften es irgendwann entdecken und kein Problem haben, das Zeug zu entsorgen. Also schneide ich die Sonde ab und quäle mich rückwärts auf den Acker zurück. Dass keine Sonde mehr an der Schnur hängt, dürfte diesen Job erleichtern.

Die Rückfahrt geht problemlos vonstatten. Mitten auf einer Busspur liegt einer dieser füchterlichen E-Roller. Ich rolle ihn auf den Wegrand, wodurch er wie wild zu piepen anfängt. Ich fahre weiter. In einem Gebüsch erspähe ich drei weitere E-Roller und eines dieser schrecklichen Miet-Bikes. Die Dinger sind definitiv auf Nicht-Reparierbarkeit und Wegschmiss konstruiert, und die meisten landen irgendwann an einem Platz, wo sie niemand abholen wird. Sie müssen den Profit in einem halben Jahr einspielen, und der Rest interessiert den Betreiber nicht.


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