Freitag, 14. Juni 2019

Decodiert trotz Rechnertod

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0630465
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 14.06.2019 0Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen
Landestelle LAT LON: 53.61048,10.10058 Google Maps
Status: GEFUNDEN am 14.06.2019, 6:58Z
Methode:Decodierung des Sonden-GPS

Am 13.6. fuhr ich meinen Laptop herunter. Es kam eine kryptisches Menü diesbezüglich des Bios; danach fuhr der Rechner nicht mehr hoch. Auch die Bioseinstellungen  waren danach  nicht  mehr zugänglich. Ob der Rechner wirklich tot ist, werde ich noch mal feststellen. Offenbar wurde automatisch (!) ein Bios-Update gestartet - wie auch immer - und da ich den Rechner dabei abgeschaltet habe, wurde das Bios wohl geschrottet. Das ist jedenfalls meine derzeitige Theorie....Das plötzliche Fehlen meines bewährten Notebooks beraubte mich weitgehend meiner Radiosonden-Empfangsmöglichkeit.

Am Morgen des 14.6. konnte ich also die Landung der Bergener Nachtsonde nicht mitschneiden, aber es gab sehr gute Daten via Radiosondy von Bernd. Internet hat man ja auch per Handy? Er hatte die Sonde bis 123m Höhe. Die Landeregion war in einem Reihenhauswohngebiet in Farmsen.

Ich bin dann sofort mit einer der ersten Bahnen dort hingefahren. Die letzte Strecke ging es dann zu Fuß. Aus 200m Distanz gab es einen guten Empfang und problemlose Decodierung mit dem Raspberry und dem Programm Sondefinder.



Zwischen Straße und Sonde standen Reihenhauszeilen, es gab aber keinen Durchgang und vor allem keine Durchsicht auf die Hintergärten. Und es war noch sehr früh - ich wollte ja keinen der Besitzer au dem Bett klingeln. Durch eine Hecke sah man ca. 50m von der Landestelle das da:


Die Schnur ging senkrecht nach oben in einen Baum und von dort wieder steil nach unten in einen Hintergarten. Es ist bei Reihenhäusern auch immer sehr schwer abschätzbar, neben welcher "Scheibe" die jeweilige Position liegt. Nach der Erkundung der Lage konnte ich auch die im Licht der aufgehenden Sonne glänzende Schnur von der Straße aus sehen.

Nach einiger Zeit hörte man Lebenszeichen in dem südlichen Haus. Offenbar eine junge Familie beim Frühstück. Also traute ich mich zu klingeln. Den jungen Familienvater habe ich aber wohl zum falschen Zeitpunkt erwischt. Er musste seine Kinder noch kitafertig machen. Danach würde er mich auch nicht in den Garten lassen, weil - Sie verstehen - sich Einbrüche in der Gegend häufen. Als er dann aber die Schnur sah, war er doch von meinen Aussagen ein wenig überzeugter und kletterte sogar auf sein Dach, um mehr Übersicht zu haben. Er war nach der "Luftaufklärung", zu der ich ihm sogar mein Handy auslieh (!) der Meinung, dass das Ding auf der Terrasse seines  Nachbarn liegen könnte - dorthin verschwand die Schnur. Wie sich herausstellte, lag er damit komplett richtig. 

Der Nachbar mit der Terrasse machte nicht auf, aber dessen Nachbar, eine "Scheibe" weiter. Der war extrem positiv und nahm mich gleich in seien Garten mit. Die Schnur hing über seine Veranda und verschwand hinter einer Hecke. Da beide Gärten verbunden und die beiden Nachbarn gute Freund waren, besuchten wir dann gemeinsam die Landestelle. Der eigentliche Besitzer der Landestelle  kam jetzt heraus und fand nach anfänglichem Erstaunen die Sache höchst spannend. Auf seiner Terrasse lag nämlich die RS41:






Behalten wollte er sie nicht, aber die Schur wollten die beiden schon loswerden. Also gingen wir zu den Nachbarn der Nachbarn. Ein schnelles Aufrollen der Schnur beseitigte die letzten Spuren der nächtlichen Landung aus den Gärten. 



Diesmal  war es keine Sondenpirsch, sondern eher "Ansitz". Denn man musste schon ganz schön viel Geduld haben, bis ein hilfsbereiter Nachbar Zugang zur Landestelle gewährte. 


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