Samstag, 9. Dezember 2017

Jagd im Dunkeln

N3340158 war die 12Z-Radiosonde aus Norderney vom 8.12.2017. Sie landete bei Quickborn. Ich konnte jobbedingt die Landung nicht durch eigenen Empfang verfolgen. Die Bremer verloren die Sonde in 656m GPS-Höhe. Erst deutlich nach 19:00 war ich zuhause, konnte meinen Sondenjägerrucksack schultern und das Rad aus dem Keller holen. Die AKN brachte mich nach Tanneneck, und das Rad an den Rand der freien Fläche, auf der laut Bremer Prognose die Sonde liegen soll. Von dort aus hatte ich Empfang. 8-9 Stunden nach dem Start war das durchaus nicht selbstverständlich. Die Koordinaten lagen ca. 200m von der Bremer Vorhersage entfernt, und zwar dichter an meiner Position auf der Friedrichsgaber Straße. Also Rad abschließen, Rechner und Antenne einpacken und im Schein der starken Taschenlampe die 270 Meter in Angriff genommen. Ich musste einen Weidezaun umgehen und einen zweiten überklettern und hielt dann im Dunkeln bei beginnendem Schneetreiben auf die Position zu. Dann sah ich die RS41 vor mir auf der Weide liegen.

Die Schnur verlief von dort aus über zwei weitere Zäune, und auf der anderen Seite sah man den im Wind aufgeblähten Schirm . Ich hatte keine Lust zu weiteren Zaunklettereien, und so holte ich die Leine ein und kam so an Schirm und den ziemlich großen Ballonrest.

Nach dem Aufrollen der Schnur ging es zurück um Rad und dann in beginnendem Schneetreiben bei recht eisigem Wind zurück nach Tanneneck. Problemlose Sondenbergung als Abschluss einer etwas stressigen Woche, was will man mehr?

Das war meine Sonde Nr. 99.

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Dienstag, 28. November 2017

Die Sonde unter dem Strommast

N3340191 war die Mittagssonde aus Norderney vom 27.11.2017. Ich konnte die allerletzte Phase der Landung im Raum Norderstedt mitschneiden. Die Endphase  war sehr erstaunlich, weil die Sonde 40m über Grund praktisch zu sinken aufhörte, dann noch mal nach oben schnellte, um dann unvermittelt zu verstummen.

Endphase des Landeanflugs, eigener Empfang. Von den Höhenwerten muss man immer ca. 75m abziehen.


Eine Prediction zeigte die Landestelle bei Norderstedt-Harckshorn, und zwar in einem Gebiet, in dem es Kiesgruben und Tümpel gab und Überlandleitungen. Es war ziemlich deutlich, dass  N3340191 kaum anders konnte, als in einer Stromleitung zu hängen.

André meinte per Whatsapp, dass er um 19:00 einen Termin bei Quickborn hätte. Auf dem Weg würde er dort vorbeifahren. Allerdings würde er ohne Rechner und  und Antenne direkt von der Arbeit aus aufschlagen. Ich schrieb, ich würde dazustoßen und alles mitbringen. Mit einer Sondenbergung rechnete ich nicht, aber zumindest würde man die Koordinaten sichern können, so lange die RS41 noch sendete. Mein Weg führte mit U-Bahn und Bus zur Station Harckesheyde Ost, von da aus waren es nur noch 800m zu Fuß zur Landestelle. Auf dem Weg konnte ich einen Empfangsversuch machen und dabei die Sondenposition in Erfahrung bringen. Sehr zu meinem Erstaunen war die Höhe über Grund überschlagsmäßig bei 0 Metern. André traf ich am abgemachten Treffpunkt 120m von der Sondenposition entfernt. Die Sonde selbst lag in einem unübersichtlichen Gelände (Kiesgruben? Kleingewässer?) direkt bei einem Hochspannungsmast. Wir fanden die losgerissene Sonde direkt auf dem Sockel des Mastes. Irgendwelche Spuren des Fallschirms konnten wir im Dunkeln nicht erkennen.




Ich vermute, die Sonde ist in die Hochspannungsleitung geknallt, einmal kurz gependelt hat und an der Schnur hochgeschnellt ist. Dann ist die Schur zerrissen und die Sonde zu Boden gestürzt. Das erklärt jedenfalls die Kurve und den Befund vor Ort.

Nach der Bergung setzte mich André am Bahnhof Norderstedt Mitte ab. Ich setzte mich in die U-Bahn und fuhr glücklich nach Hause - endlich mal eine stressfreie, unkomplizierte und schnelle Sondenbergung. Nach 2 Stationen war es aus mit dem wohligen Gefühl, denn ich stellte fest, dass mein Handy nicht da war. Irgendwie war es mir wohl aus der Tasche gefallen. Lag es in Andrés Auto? Anrufen konnte ich ihn jetzt ja nicht. Lag es womöglich noch bei der Sondenposition? Dort hatte ich es zuletzt bewusst wahrgenommen - beim Fotografieren der Beute. Was half es? U-Turn auf der U-Bahn und hin. Natürlich fuhren kaum noch Busse in die Gegend, also 4km Fußmarsch. Da lag das Handy am Sockel des Masts. Gottseidank ist das Handy outdoortauglich und wasserdicht. Uff. Auf dem Rückweg hatte ich das Glück, das letzte Stück doch per Bus zurückzulegen.


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Donnerstag, 23. November 2017

Nur eine Sonde geborgen...

Sondentyp: RS92-SGPD & DFM09
SN:  M1553177 & 617150
 Frequenz: 405.1 & 402.87 MHz
Startstation: Meppen (WMOID:10304)
Flugdatum: 23.11.2017 9Z
Track  Bremen (RS92)  
Landestelle DFM09 LAT LON: 53.985033  9.9145667  Google maps
Landestelle RS92 LAT LON: 53.984508 9.9145  Google maps
Funddatum 23.11.2017 nachmittags (DFM09)
Funddatum 2.12.2017 vormittags (RS92)
Gefunden durch Peilung der RS92

23.11.2017
Das heutige Meppen-Tandem (M1553177&DFM09-617150) habe ich nur teilweise geborgen, und Murphy war eindeutig mit von der Partie. Es ist immer falsch, unter Zeitdruck eine Sondenjagd zu beginnen. Aber wenn Meppen mal wieder ein SGP-DFM-Tandem loschickt, eist man sich los, sitzt in der AKN und fährt hin. Jobbedingt hatte ich im Flug keinen eigenen Empfang, und ich war auch erst kurz vor 16:00 im Landegebiet nahe Wiemersdorf bei Bad Bramstedt. Auf dem Feld, wo die Sonde laut Bremer Prognose sein sollte: NIX. Also Empfang raus: Die DFM war tot. Die SGP sendete, aber Zilog tat mir nicht den Gefallen, GPS-Koordinaten auszuspucken. Also war klassische Peilung angesagt. Die ging erstaunlich gut und wies weiter den Weg, auf dem ich gekommen war. Der war rechts und links von Knicks flankiert. Das Signal wurde lauter, dann war es plötzlich 90 Grad rechts zur Richtung des Weges. Dort sah man eine Schnur und daran etwas Weißes auf der anderen Seite des Knicks. Ein paar Meter weiter, aber auf der linken Seite des Weges, hing ein im Sturm aufgeblähter roter Schirm inklusive Meppenpappe und DFM-Abroller im Gestrüpp
.


In dem Augenblick kam ein Typ mit einem SUV vorbeigefahren: Hält an, kurbelt das Fenster runter  und fragt: "Darf ich Sie fragen, was Sie hier zu suchen haben?". Die Frage an sich war schon erstaunlich, weil ich mich auf einem öffentlichen Weg befand. Das konnte nur ein Jäger sein - kenn diesen Typus vom Astrohobby her.  Aber ich pflege auf diese Leute deeskalierend einzuwirken."Danke für die Nachfrage, sehen Sie den Fallschirm dort?" "Ja, was ist das?". "Das ist ein Wetterballon." "Und den suchen Sie?" "Jetzt nicht mehr, ich habe ihn ja  gefunden". "Wie geht denn das?" <Erklärbär follows>. "Ach so, ich dachte nämlich, Sie seien einer von diesen selbsternannten Fledermauszählern, die hier nachts rumlaufen. Die stören beim Wildschweinschießen" (Na klar, sofort richtig einsortiert). Ich habe ihm lieber nicht erzählt, dass "Fledermauszählen" Ende November ziemlich wenig Erfolgserlebnisse verschafft (zumindest dort), dass ich zuhause einen Batdetektor im Schrank hab, und mich zum Sondenjäger natürlich auch keiner ernannt hat, ich mir aber trotzdem erlaube, in seinem Revier DFMs zu wildern.

Auf der anderen Seite des Knickwalls war rasch die DFM gefunden, die sich im Gestrüpp verhakt hatte und deren Schnüre wie ein Flitzebogen unter Spannung standen.



Leider war die Schnur zur SGP bereits zerrissen und die Fortsetzung nirgends sichtbar. Auch war es dunkel und ich musste sofort weg, da ich einen Termin in der Stadt halten musste. Für eine Wiederaufnahme der Peilung war keine Zeit. Also noch rasch den Schirm zusammengerafft. Der Plan war, eine 8 km entfernte Bahnstation zu erreichen, die eine schnellere Rückreiseverbindung bot. Jetzt aber begann es wie aus Kübeln zu schütten. Also beschloss ich, schnell auf dem Weg zurückzukehren, auf dem ich gekommen war, denn der war nur 3.5km lang. Was dazu führte, dass ich zu meinem Termin in Hamburg in leicht abgerissenem Zustand ca. 10 Minuten zu spät erschien.

Nervig: Das ist mein zweites Meppener Tandem, bei dem die SGP fehlt. Die SGP muss ich noch mal bei Tageslicht suchen, die liegt da bestimmt noch irgendwo rum. Und zwar ziemlich versteckt im Dornengestrüpp des Knicks.

Nachtrag 2.12.2017: Fund der SGP M1553177
Ich bin am Samstagmorgen wieder mit der AKN nach Wiemersdorf und dann mit dem Rad zur Landestelle gereist, um die verlorene SGP doch noch zu finden. Ich wusste aus meinen Peilversuchen vom 23.11., dass die Sonde östlich des Weges liegen musste. Ich vermutete sie irgendwie tief unten im Gestrüpp oder im Knickgraben, denn ich hatte ja damals keine GPS-Koordinaten dekodieren können.

Umso erstaunter war ich, als ich vor Ort - jetzt bei Tageslicht - einen weißen Fleck  40m von der DFM-Position und 20m vom Knickwall entfernt auf dem abgeernteten Maisfeld liegen sah. Es war die SGPD.


Und die war in einem sehr sehr schlechten Zustand: Sensorarm und Befestigungsmast waren weggerissen, und die GPS-Antenne total deformiert und die zentrale Achse der Helix gebrochen. Im Gehäuse ein dicker Riss.



Da ist natürlich leicht erklärbar, warum die Dekodierung per Zilog scheiterte. Die SGP war irgendwie abgerissen und ist dann sehr hart aufgekommen. Mit einer zerstörten GPS-Antenne  und einem weggerissenen Sensorarm konnte die Sonde nur noch senden, aber keine GPS-Koordinaten und auch keine Temperatur- und Feuchtedaten mehr gewinnen.


Bei der DFM gab es keinen Begleitzettel, und der Begleitzettel der SGPD wies diesmal die DFM09 nicht aus - anders als bei den vorigen Sonden.

 Nachdem die Sondenbergung keine 5 Minuten gedauert hatte, bin ich nach Großenaspe weitergeradelt und war zur Mittagszeit wieder in Hamburg.


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Donnerstag, 16. November 2017

Suche nach zwei kalten Sonden

Am 10.11. und am 12.11.2017 landeten die Norderney-Sonden im  Bereich Harsefeld. Ich konnte beide Sonden nicht zeitnah jagen. Also habe ich am 15.11.2017 eine kleine Expedition zu den Landestellen. N3330378 landete in einem Wäldchen zwischen Beckdorf und Goldbeck. Ich fuhr mit dem Regionalzug nach Apensen und von dort mit dem Rad zur Landestelle. Ich kam ziemlich genau bei Sonnenuntergang dort an. Das Wäldchen entpuppte sich als Urwäldchen. Ich habe es kreuz und quer durchstreift und konnte N3330378 nicht entdecken. Es war auch bald komplett dunkel.

Weiter ging es zur Landestelle von N3330420 bei Ahrensmoor-Nord. Hier lag die Bremer Vorhersage auf einem Feld, welches sich vor Ort als abgeerntetes Maisfeld präsentierte. Dort war aber im Schein meiner sehr starken Taschenlampe nichts zu finden. In Flugrichtung befand sich ein Wald, und in der Verlängerung der Flugbahn entdeckte ich die Sonde ca. 8m hoch in einer Eiche. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wo Fallschirm und Ballonrest sich befanden.

Im Dunkeln ist das Bergen einer Sonde mit einer 10m GFK-Stange etwas schwierig. Oktopus müsste man sein, um gleichzeitig Stange, Schnur, Lampe bedienen zu können. Ans Fotografieren habe ich nicht gedacht. Aber im vierten Anlauf gelang es, und ich hatte die Sonde abgepflückt. Der Temperatursensor hat dabei eine Beschädigung davongetragen.

Die Bergung hat viel mehr Zeit gefressen, als ich eingeplant hatte. Der letzten Zug in Harsefeld um 20:11 war nicht mehr erreichbar. Also musste ich weitere 15km zur S-Bahn-Station Buxtehude  radeln, was aber kein Problem war. Insgesamt hatte ich 30km zurückgelegt.

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Dienstag, 31. Oktober 2017

Sonde an der Stromleitung

Am 31.10. nutzte ich den Feiertag, um ein paar Sondenlandeplätze zu besuchen. Vor allem solche, bei denen die Sonde sehr hoch oben hing. Denn ein paar Tage vorher hatte der zweite Herbststurm der Saison über Norddeutschland gewütet. Es war gar nicht so einfach, nach Horneburg zu kommen. Der Zugverkehr dort ist immer noch unterbrochen. Aber der nette Busfahrer des Ersatzverkehrs erlaubte mir, mein Rad mitzunehmen. Das sparte mir 8km.

5km entfernt war die Meppener Sonde vom 31.7.2017 bei Helmste, die ich nun zum dritten Mal besuchte. Gleich nach der Landung konnte ich sie mit Sonden-GPS und Peilung in einem Baum verorten. Nach dem ersten Herbssturm Anfang des Monats hing sie noch am Baum, aber meine 15m Teleskopstange reichte gerade eben nicht aus. Jetzt war sie weg, lag aber auch leider nicht am Fuß des Baums.

Nach diesem erfolglosen Besuch habe ich ein paar Landestellen vom zweiten Manöversondenschwall vom 27.9.2017 aufgesucht.

Damals hatte ich keine Möglichkeit, die Sonden zu verfolgen, konnte aber von Hamburg aus die Landephasen mitschneiden. Nach jeder Landung habe ich eine Habhub-Prediction gemacht und die vermuteten Landekoordinaten an André Wulff gewhattsappt. Der hatte Urlaub und konnte daher vor Ort sein. Eine der Sonden hat er auch tatsächlich eingesammelt, eine war unerreichbar im Maisfeld und zwei konnte er aus Zeitmangel nicht mehr aufsuchen. Eine konnte er in einer Hochspannungsleitung lokalisieren und auch sehr gute Koordinaten des Sonden-GPS sichern.

Foto: André Wulff, 27.9.2017


Einen Tag später hatte ich eine Nachsuche gemacht, die ziemlich erfolglos war. Ich habe das besagte Maisfeld auf den Kopf gestellt - ohne Erfolg, und leider war wohl auch die eine Sonde, die André nicht versucht hatte, in einem Maisfeld. Das war doof, denn bei der Sonde hatte ich keine sehr gute Prediction. Die Sonde in der Stromleitung konnte damals ich wegen Nebels nicht sehen.

Zurück zum 31.10.2017. Nach dem erfolglosen Abenteuer in Helmste habe ich die 15 Kilometer zu dem Sondenschwall-Landegebiet bei Fredenbeck  drangehängt. Eine Sonde, die weder André noch ich bisher versucht hatten, konnte ich nicht finden, habe aber auch nicht intensiv gesucht. Mein Hauptziel war nämlich die Stromleitungs-DFM, die ich unbedingt noch bei etwas Tageslicht erreichen wollte. Bei der ging ich davon aus, dass sie nicht mehr oben hängen würde. Und die Koordinaten waren ja bekannt. Vielleicht konnte man sie direkt unter André's GPS-Position einsammeln. André hatte mir zudem erzählt, dass sie NICHT über einem Maisfeld baumelte. Einen Versuch war das wert!

Ich hatte noch Koordinaten in meinem Handy. Merkwürdig: Die Stelle war eindeutig auf einem Maisfeld, und zwar dicht an einem der Masten. Sah überhaupt nicht so aus wie auf Andrés Bild. Nahe der Leitung, aber nicht AUF der Leitung. Ein schmaler Streifen des Feldes war sogar noch nicht geerentet. Auf der anderen Seite war ein freies Feld ohne Mais! Langsam bekam ich Zweifel an den Koordinaten: Ich habe mir dann Andrés Whatsapp-Nachricht mit den Koordinaten noch einmal herausgesucht. Und die in Locus eingegeben. Ooops, meine Koordinaten waren offenbar falsch (vielleicht waren es irgendwelche Prediction-Koordinaten von damals). Die Sonde lag, genau wie André es beschrieben hatte, auf einem freien Feld hinter dem Maisfeld, 150m von meiner Position, und laut Open Streetmap EXAKT auf der Leitung.

Also nichts wie hin! Ich konnte in dem Bewuchs die Sonde nicht sehen, und es wurde bereits schnell dunkel. Ich bin aber dennoch stur nach Koordinaten zu Andrés Position gelaufen. Und als das Handy-GPS eine Distanz von "0" anzeigte, lag eine DFM direkt vor meinem linken Fuß....





... direkt unter den Stromleitungen. An dem Ding hing noch eine ca. 2m lange Schnur. Von dem Ballonrest und dem Fallschirm und sonstigen Resten fehlte jede Spur. Auch der Begleitzettel fehlte.

Im Dunkeln konnte ich dann zum Rad zurücklaufen und nach Brest-Aspe radeln. Von dort brachte mich der Regionalzug nach Buxtehude, von wo die S-Bahn nach Hause fuhr.

André danke ich für die Koordinaten.  Diesmal konnte ich von seinen vor Ort ermittelten Korrdinaten profitieren, neulich er von meinen (bei dem 2. Meppener Tandem). Beide waren wir jeweils unverrichteter Dinge abgerückt, aber manchmal ist eben die Sicherung von Informationen wertvoller als die eigene Bergung einer Sonde. 

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Montag, 23. Oktober 2017

Schleswiger Sonde in Sandesneben



N3540572 war die Mittagssonde aus Schleswig. Ich sah im Netz, dass die Sonde gerade landete, und hielt aus einem Laborfenster mal eben schnell eine Antenne heraus. Ich konnte so die Landephase mitschneiden. Die Höhe über Grund der letzten Position betrug nur 116m. Eine schnelle Habhub-Prediction wich nicht sehr stark von der Bremer Prediction ab, aber die Bremer hatten die Sonde in über 1000m Höhe verloren. Offenbar waren die Wettermodelle sehr stabil, so dass ich mit einer hohen Genauigkeit der Vorhersage rechnete. Ich versprühte die Koordinaten über unseren Whatsapp-Verteiler. Andre meinte, er würde heute nicht dazu kommen, und Jürgen war krank. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass in Sandesneben, wo die Sonde gelandet war, eine Bushaltestelle war, die alle Stunde bedient wurde. Also bin ich ohne Umweg über meine Wohnung direkt dort hingefahen. Da alle Verkehrsmittel hinreichend Verspätung hatte, erwischte ich alle Anschlüsse und stand kurz vor 18:00 neben der Schule in Sandesneben.
 
Ich beschloss, sofort vor Ort einen Empfangsversuch zu riskieren, da die Landestelle nur 700m entfernt lag. Die Empfangsqualität war hervorragend, und die GPS-Koordinaten lagen keine 10 Meter neben der Vorhersage.
 
Mehr musste ich nicht wissen. Über einen sehr matschigen Feldweg – ich hatte keine Gumistiefel – gelangte ich zur Sonde. Der Fallschirm war auf einem kleinen Hügel links vom Weg gut aus der Ferne sichtbar. Der Fallschirm hatte gut funktioniert, aber der Ballonrest war mehr oder minder vollständig, was gut zur Landegeschwindigkeit von ca. 7m/s passte.






rechtes i: Prediction, linkes i: Sonden-GPS, Kreise: Handy GPS
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Dienstag, 17. Oktober 2017

Tandems aus Meppen


Seit einiger Zeit startet Meppen wieder mal Tandems aus DFM09 und RS92-Sonden. Das hat für mich einen etwas emotionalen Hintergrund. Der Wetterballon, mit dem bei mir alles anfing, war ein eben solches Meppen-Tandem vor etwas mehr als einem Jahr. Und da ich damals Null Ahnung hatte, ging die SGP-Komponente verloren.

Am 17.10.2017 flogen gleich 3 solche Tandems im Rand meines Aktivitätsgebietes ein. Allerdings konnte ich nur eines bergen. Die Sonden landeten im Raum Bremervörde. Der HVV endet in Kutenholz, und genau diese Regionalbahn-Station war mein Ziel am Spätnachmittag. Der Drahtesel brachte mich zur Landestelle des Tandems 17051166 & M1613427 bei Fehrenbruch. Auf dem Landwirtschaftsweg passierte mich ein Auto, hielt exakt an der auf der Bremer Seite festgesetzten Position an. Die Insassen verloren keine Zeit, aus dem Fahrzeug zu springen und einen Weg raufzulaufen! Sondenjägerkonkurrenz? Zwei Traktoren standen ebenfalls an der Stelle, ich fragte die Arbeiter, die da was am Weg reparierten, ob die beiden nach dem Wetterballon fahndeten. "Nein, das sind Imker". Tatsächlich habe ich auch noch mit ihnen gesprochen.

Ich hielt eine Antenne in die Luft, und die DFM-Position war auf der gegenüberliegenden Seite des Fahrwegs. Das Maisfeld war glückicherweise abgeerntet, und so fiel ziemlich schnell der Fallschirm auf.





Eindrucksvoll wie immer die Meppenpappe. Die Begleitzettel jeder Sonde hatte beide aufgedruckte Seriennummern, wobei die andere jeweils handschriftlich getrichen worden war. Die Befestigung des Begleitzettels der SGP-Sonde war supersorgfältig vorgenommen worden. Ich kannte das bisher, dass der Zettel entweder an den Sondenboden mit Tape gebappt wurde (wodurch er nach der Landung naß wird und auch kaum unzerstört entnommen werden kann). Manche Bergener Startteams und eigentlich grundsätzlich alle in Meppen verkleben die Nachricht in einen kleinen Umschlag aus Plastikfolie. Im vorliegenden Fall gab es was neues: Der Plastikumschag war offenkundig mit einem Folienschweißgerät verschlossen worden. WOW!




Ich fuhr dann noch zum 9Z-Gespann bei Bockhorst. Leider lag es nicht auf der Position der Bremer Prognose. Auch im weiteren Umfeld war nichts zu sehen. Ich habe dann auch hier meine Antenne in die Luft gehalten und zu meinem größten Erstaunen meldete sich noch die SGP. Zilog tat, aber leider hatte ich dank Internet-Funkloch keine allzu aktuellen Rinex-Daten. Nach erfolglosen Rumsuchen im undurchdringlichen Maisfeld verlegte ich mich auf Körperpeilung im Nahfeld. Die Sicht im Mais war zero, und außerdem verstumte die Sonde bei Frame 34000, so dass ich nur eine grobe Richtung hatte. Auch wurde es dunkel, und ich musste dringend weg und habe daher die Suche abgebrochen. Mit letzter Not habe ich dann die 15km nach Kutenholz zurückgehechelt und den letzten Zug noch erwischt. Im Zug habe ich dann gesehen, dass mit neuen Rinexdaten die Koordinaten ca. 40m tiefer im Maisfeld lagen.

Update am 21.7.2017: Andre Wulff hat das 9Z-Gespann (17051356 & M1613447) nach meinen Koordinaten aus dem Maisfeld geborgen.

Foto: André Wulff

Foto: André Wulff

Foto: André Wulff


Dann war mein zusätzlicher Trip nach Bockhorst nicht vergebens!


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