Montag, 10. Juni 2019

Der Fall der verschwundenen Sonde

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0521007
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 10.06.2019 0Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/eigene Daten
vermutliche Landestelle LAT LON: 53.55739,9.98298 Google Maps
Status: GEFUNDEN am 10.06.2019 03:25Z, LAT LON 53.557933, 9.985819, Google Maps
Methode: Prediction auf Basis eigener Daten

Am Pfingstmontag weckte mich das Gebimmel einer Pushnachricht von Wetterson.de. Die Bergener Nachtsonde war im Landeanflug auf die Hamburger Innenstadt. Also rasch vom Balkon aus den Landeanflug bis in eine Höhe von 76m mitgeschnitten.




Die Sonde landete um 3:32 MESZ nur 3km von meinem Wohnort entfernt auf dem Gorch-Fock-Wall. Das ist eine viel befahrene Ringstraße (Ring 1). Bei einer Landung mitten in der Stadt ist Eile geboten. Also rein in die S-Bahn, Umsteigen am Jungfernstieg und dann eine Station weiter zum Gänsemarkt. Von da aus waren es nur ein paar Meter. Um 4:15 war ich vor Ort. Ich hätte besser mit dem Rad fahren sollen. Es begann gerade zu dämmern und wurde im Verlauf der Suche immer heller.

Ein Empfangsversuch war erfolglos. Da sendete nichts mehr. Der Gorch Fock-Wall ist vierspurig. Relativ wenige Autos rasen über die Ringstraße mit beträchtlich überhöhter Geschwindigkeit. In der Mitte ein Grünstreifen mit Straßenbäumen. Die Prediction befand sich genau auf diesem Grünstreifen, genau gegenüber von Finanzbehörde und Staatsanwaltschaft. Und exakt an der erwarteten Stelle hing im Baum ein riesiger Ballonrest und ein roter Fallschirm.



"Stromaufwärts" musste die Sonde liegen. Die Sonde war in der Endphase fast exakt dem Straßenverlauf des Gorch-Fock-Walls gefolgt. Die Landestelle war damit auf ein paar Meter einzugrenzen. Die letzte Position war nur 40m vom Fallschirm entfernt, und wenn man bedenkt, dass eine Sondenschnur 50m lang ist, gab es nicht viel Spielraum. Auf der entsprechenden Fläche lagen keine Überreste der Sonde. Jetzt war etwas Detektivarbeit gefragt.

Da kein Empfang mehr zu verzeichnen war, dürfte P0521007 ein Opfer des Straßenverkehrs geworden sein. Also sucht man  besser nach kleinen  Trümmerteilen, Platinenresten, Batterien - nichts. Als es heller wurde, musste natürlich der Baum mit dem Ballonrest inspiziert werden. Nichts. Gab es irgendwelche Schurreste in den Nachbarbäumen? Nein! Hatte es ein Passant mitgenommen? Um die Uhrzeit am Pfingstmontag geht in der Gegend niemand zu Fuß! Das macht keinen Sinn. Die Schnurreste am Schirm ließen eher auf eine Bodenlandung schließen, aber die Schnur war weit oben im Baum schon durchgerissen.

Die einzige halbwegs plausible Theorie: Die Sonde wurde von einem Auto erfasst, abgerissen und mitgeschleppt. Dann konnte sie durchaus etwas entfernt noch zu finden sein. Also musste man vielleicht nur den beiden Doppelspuren in den jeweiligen Fahrtrichtungen folgen? Das war zumindest einen letzten Versuch wert.  Also bin ich 200m Richtung St. Pauli gelaufen, denn wahrscheinlich war die Sonde eher auf der entsprechenden Spur gelandet. Außer Pappbechern und anderem Müll lag da nichts. Es war Zeit, aufzugeben. Ich habe dann aber beschlossen, zur U-Bahnstation Stephansplatz zu laufen. Auf dem Weg konnte ich auch noch die Gegenspur absuchen.

Und? 200m von der Fallschirmposition lag tatsächlich die Sonde und ein Haufen Schnur neben anderem Müll im Rinnstein! Das Gehäuse war lädiert, der Temperatursensor war defekt, aber sie ließ sich glatt wieder anschalten. Der Begleitzettel war nicht zu sehen.



 


Auch die Morgensonde P0521008 landete in Sichtweite meiner Wohnung auf dem Gelände des Containerterminals Tollerort. Wieder hatte ich Empfang bis unmittelbar vor dem Einschlag und eine gute Prediction. Ich habe das für hoffnungslos erklärt und mich nicht auf Bergungstour begeben. Auf das Gelände kommt man bestimmt nicht drauf, schon gar nicht kann man auf den Stapel Container klettern, auf dem die Landestelle laut Google Earth liegt.

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Freitag, 7. Juni 2019

Nur 7 S-Bahnstationen

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520727
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 07.06.2019 12Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/Radiosondy.info
Landestelle LAT LON: 53.62555  9.86232 Google maps
Status: GEFUNDEN am 07.06.2019 14:34Z
Methode: Decodierung von Sonden GPS

Der  Sondenschwall aus Bergen hielt auch am Freitag vor Pfingsten an. Ich war noch auf der Arbeit, als die Mittagssonde direkt am Poco-Einrichtungsmarkt in Halstenbek-Krupunder niederging. Damit hatte ich kaum gerechnet. Die Bremer Tawhiri-Prediction deuteten sogar auf eine Landung auf dem riesigen Flachdach der Abteilung "Küchen Aktuell". Erst die Bernds bewährte Daten von Radiosondy.Info, die die Landung bis 278m Höhe erfasst hatte, zeigten, dass die Sonde knapp das Gebäude verfehlt haben dürfte und an dessem südlichen Rand liegen würde. Google Earth zeigte Nebengebäude und ziemlich viele Bäume an der Stelle

Ich habe also nach der Heimkehr meinen noch gepackten Sondenjägerrucksack geschultert und bin gleich nach Krupunder aufgebrochen. Ich wohne ja direkt an einer S-Bahn-Stationen. Das waren 7 Stationen und knapp 20 Minuten Fahrzeit, gefolgt von einem kurzen Fußmarsch. Der SondeFinder Raspby decodierte brav die Koordinaten der noch sendenden Sonde. Sie lagen etwa 25 Meter neben der Prediction.


Die Nebengebäude entpuppten sich als Einzelhäuser. Auf einem der Grundstücksaufgänge lag das da:

Die Schnur verschwand in einer Fichte.  Tatsächlich lag die Sonde auf dem Nachbargrundstück  im Gras, gut getarnt. Angesprochene Nachbarn halfen mit dem Zugang.

Ich schnitt die Schnur ab und konnte die Sonde bergen. Drüben musste dann nur noch die Sondenschnur aufgerollt werden, und somit war das Gespann in Gänze geborgen.

Wie in letzter Zeit üblich, war der Ballonrest recht groß und der kleinrote Fallschirm komplett wirkungslos geblieben.




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In bequemer Pflückhöhe geerntet

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520698
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 05.06.2019 0Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/Radiosondy.info
Landestelle Vahrendorf, LAT LON: 53.426263  9.882297 Google maps
Status: GEFUNDEN am 06.06.2019 18:38Z
Methode: Nach Tawhiri-Prediction auf Basis der Daten von wetterson.de



Diese Sonde landete in der Nacht zum 5.6. in einem Wald in den Harburger Bergen. Bei der gestrigen Sondenjagd in Buxtehude hatte ich sie hinten angestellt, denn einen Baumhänger räumt erst einmal keiner ab, aber die Sonde auf dem Präsentierteller direkt am Weg wird von irgendwem zufällig gefunden und eingesackt. Gestern hatte ich ernsthaft darüber nachgedacht, von Neuwiedenthal aus schnell noch vorbeizugucken. Da ich aber erst bei Sonnenuntergang angekommen wäre und Licht bei einer Kaltsondenjagd im Wald entscheidend ist, hatte ich die Suche nach der Sonde verschoben.

Am nächsten Tag war ich erst gegen 18:00 wieder von der Arbeit daheim. Ein Schlechtwettergebiet war durchgezogen, und so beschloss ich, spontan nach der Sonde zu suchen. Die ganzen letzten Tage fuhren die S-Bahnen permanent verspätet und unregelmäßig. In Harburg erreichte ich daher den Bus nach Vahrendorf nicht und musste 20 Minuten warten. Auch hatte ich nur schnell auf Basis der Tawhiri-Prediction aus den Bremer Daten eine Prognose gerechnet und ein wenig extrapoliert.

Der Bus brachte mich dann nach Vahrendorf. Weiter gings per Faltrad direkt zur Landestelle . Ich hatte zwei Positionen markiert: Die Prediction und eine nach Augenmass korrigierte Version ("best guess").  Letztere lag auf dem Waldweg, erstere etwas südwestlich davon. Ich habe erst zuhause entdeckt, dass radiosondy noch eine Position nördlich des Waldweges hatte.

Also verschwendete ich etwas  Zeit mit der an sich überflüssigen Suche südlich des Waldweges. Das Laubdach der Bäume macht das Erfassen von Ballonresten in luftiger Höhe inzwischen kompliziert. Nach einer halben Stunde checkte ich die Idee, ob die Sonde nicht vielleicht etwas weiter geflogen sein könnte und suchte südlich der "best guess" Position. Und da hing doch glatt eine RS41 in kommoder Pflückhöhe:



Die Schnur verschwand in einem Baumwipfel, ließ sich dann über ein paar Eichen verfolgen und verlor sich dann im Laubdach der Bäume. Ich habe eine Weile versucht, den Schirm zu entdecken - komplett erfolglos. Am Ende habe ich durch Ziehen sehr viel Schnur geborgen. Von einem Waldweg aus konnte man die Baumfront am Waldrand von der anderen Seite aus sehen und glaube einen merkwürdigen Fremdkörper zwei Bäume weiter mit dem Fernglas gesehen zu haben. Wenn das der Ballonrest war, reicht da auch die längste Stange nicht hin. 






Bei Sonnenuntergang ging es in rasanter Fahrt die Harburger Berge herab zur Station Neuwiedenthal. Dort fuhr mir eine S-Bahn vor der Nase weg, und danach gab es zur Abwechslung mal wieder S-Bahn-Chaos. Die Zeit vertrieb ich mir mit einem Whatsapp-Chat mit Rainer, der heute im Raum Bremervörde ebenfalls eine Kaltsonde erbeutet hat und ebenfalls mit den Widrigkeiten des Verkehrssystems - aus Autofahrersicht - zu kämpfen hatte. Momentan ist unsere Quote  bei Bergener Sonden ziemlich akzeptabel. 

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Mittwoch, 5. Juni 2019

Abends schnell nach Buxtehude

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520699
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 05.06.2019 6Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.452445  9.713257 Google maps
Status: GEFUNDEN am 05.06.2019 18:45Z
Methode: Nach Tawhiri-Prediction auf Basis eigener Daten 

Die Bergener Morgensonde am 5.6.2019 landete bei Buxtehude auf freiem Feld. Ich wollte gerade zur Arbeit gehen, und aus einem Impuls heraus habe ich unmittelbar vor der Landung noch mal kurz meine Yagiantenne aus einem Zimmerfenster gehalten und die letzten Meter mitgeschnitten. Die Folge war, dass ich die Sonde bis in 119m Höhe verfolgen konnte - tiefer als alle Internetquellen. Die Landestelle lag auf freiem Feld bein Immenbeck bei Buxtehude. Ich war relativ sicher, dass die Position auf wenige Meter stimmen würde. Kurz nach 18:00 bin ich dann mit der S-Bahn nach Neu-Wulmstorf gefahren und von dort aus mit dem Rad zur Landestelle aufgebrochen.

Ich hatte großes Glück. Die ganze Gegend war mit Weizen und Gerste bepflanzt, in der so ein Gespann gerne komplett versinkt. Nur auf der Bereich direkt an der Landestelle stand Mais. Noch sind die Pflanzen sehr klein; außerdem hatte die Anzucht nicht besonders gut funktioniert. Streifenweise stand auf dem Acker nur Unkraut und kein Mais. Was schon von der Straße aus auffiel, war das Gespann, das wunderschön ausgebreitet auf dem Feld lag. Am Ende stimmte die Prediction auf 14m genau:









 

 Der 5.6. war für die Sondenjägerzunft der Region ein sehr erfolgreicher Tag. Die Mittagssonde landete nördlich von Harsefeld und wurde dort von Rainer problemlos im Wald aufgelesen. Auf der Heimfahrt von Neu-Wulmstorf konnte wir die Landung der Abendsonde südlich von Bremervörde auf wetterson.de verfolgen und auf Whatsapp mit Rainer mitfiebern, wie er auch diese Sonde im Kornfeld klassisch erpeilen konnte.


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Dienstag, 4. Juni 2019

Von Landestelle zu Landestelle dahinradeln



Am 3. und 4.6. landeten eine Reihe Bergener Sonden zwischen Winsen/Luhe und Geesthacht. Die vorhergesagten Landestellen lagen alle entlang eines Feldweges, zum Teil im Abstand von wenigen hundert Metern. Ich hatte vor, mit dem Bus bis Rönne zu fahrem und von dort aus die Sache abzuradeln. Als dann auch noch die Mittagssonde P0520696 mitten in Winsen/Luhe herunterkam, beschloss ich, sofort loszufahren. Nach der Suche im Wohngebiet würde ich dann den Weg entlangfahren bis zur Brücke in Rönne und von dort aus mit dem Bus nach Hause fahren. Auf dem Weg käme ich an allerlei Landestellen vorbei und würde mit etwas Glück die eine oder andere Sonde mitnehmen können. 
Allerdings ist in dem Gebiet RUSH aktiv (Rapid unidentified sonde hunter). Meine Erfolgsquote ist speziell in der Gegend seit einiger Zeit erbärmlich schlecht. RUSH ist anonym und loggt seine Funde in keinem Forum und auch nicht in bei radiosondy.info. Sein Aktionsradius ist das Dreieck Harburg-Lüneburg-Geesthacht, vorzugsweise aber südlich der Elbe. Man spürt  seine Anwesenheit, wenn mal wieder kurz nach der Landung bei exzellenter Prediction weder ein Signal zu erhaschen ist noch eine Sonde herumliegt. Einmal hat mir ein Anwohner erklärt, er hätte die Sonde in seinem Garten gefunden, aber die hätte ein "Kollege von Ihnen" abgeholt. Ganz offenbar kann er gut erklären, denn die Gartenbesitzer wussten gut bescheid über Radiosonden. RUSH ist schnell und effizient und verschwindet, so schnell wie er gekommen ist. Im Falle der Bergener Sonden nördlich von Winsen hatte er einen klaren Zeitvorteil. Daher war mein Optimismus begrenzt.

Landestelle 1: Kilometerstand:1,3 km
Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520696
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 04.06.2019 12Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.359041  10.213895 Google maps
Status: GEFUNDEN am 06.06.2019 14:38Z
Methode: Nach Tawhiri-Prediction auf Basis eigener Daten

Diese Sonde konnte ich von meinem Balkon bis in 152m GPS-Höhe verfolgen und umgehend eine Tawhiri-Prediction rechnen. Glücklicherweise gibt es einen schnellen Zug nach Winsen: Der hält auf dem Weg nur in Hamburg-Harburg. Vom Bahnhof war es nicht weit. Präzise auf der Prediction lagen Fallschirm, großer Ballonrest und eine Schnur nett drapiert auf einem Grundstückseingang!

Vor dem Haus lief ein netter älterer Herr herum, den ich erstmal auf den Ballon aufmerksam machte. Ihm war das alles bereits bekannt. "Sie haben Glück, die Sonde habe ich noch nicht weggeschmissen". Gegen eine Erklärung und ein paar Hintergrundinfos konnte ich das Gespann mitnehmen.






Das ging ja gut los. Auf zur nächsten Sonde. Ich fädelte mich aus  Winsen heraus und fuhr Richtung Hunden. Kurz vor dem Dorf begann der Weg, an dem die Landestellen wie Perlen auf einer Kette aufgereiht waren.

Landestelle 2: Kilometerstand 9.2km
Sondentyp: RS41-SGP
SN: N2310505
Frequenz: 405.7 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 06.09.2018 18Z
Timerkill: 5:00h
Track Radiosondy
Landestelle LAT LON: 53.381358  10.295574 Google maps
Status: NICHT GEFUNDEN
Methode: Suche nach Tawhiri-Prediction auf Basis von wetterson.de Daten (nicht mehr verfügbar)

Auf meiner Locus-Map war noch diese Uraltsonde eingetragen.  Ich rechnete nicht ernstlich mit einer Auffindung und habe nur mal ein paar Blicke riskiert. Die Landstelle war auf einem seiher mehrfach beackerten Feld. Im Fehlerbereich befindet sich ein undurchdringliches Gestrüpp. Wenn sie da liegt, liegt sie gut. Also weiter. Die nächste, wesentlich aussichtsreichere  Landestelle wartete nur wenige 300m weiter, auch direkt am Weg.

Landestelle 3: Kilometerstand 9.5km
Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520690
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 03.06.2019 4Z (Nachstart)
Timerkill: 5:00h
Track wetterson.de

Landestelle LAT LON: 53.384235  10.296711 Google maps
Status: Schirm und Ballonrest mit Stange geborgen, Sonde NICHT GEFUNDEN
Methode: Suche nach Tawhiri-Prediction auf Basis von wetterson.de Daten

Am nächsten Gestrüpp die nächste vorhergesagte Sondenposition. Das Gelände war aber teilweise abgezäunt und von Schafen bevölkert. Nach kurzer Suche fand ich den Fallschirm und den Ballonrest in einer Birke. Die Schnur ließ sich über mehrere Bäume weiter verfolgen und verlief dann steil nach unten, aber die Sonde war nicht zu sehen. Ich hatte keinen vollen Zugang zu dem Gelände, aber eigentlich hätte man die Sonde sehen müssen. Die hat wohl jemand bereits mitgenommen. RUSH oder der Besitzer des Geländes. Ich bin nach einem Kurzbesuch bei der nächsten Landestelle noch mal zurückkommen. Von außerhalb des abgezäunten Geländes ließ sich der Fallschirm und etwas Schnur mit der 10m-Stange problemlos aus der Umwelt entfernen. Die nächste Landestelle wartete nur 500m weiter, wieder direkt am Weg.


Landestelle 4: Kilometerstand 10.0km
Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520694
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 04.06.2019 0Z
Timerkill: 5:00h
Track wetterson.de

Landestelle LAT LON: 53.388684  10.299174 Google maps
Status: NICHT GEFUNDEN
Methode: Suche nach Tawhiri-Prediction auf Basis von wetterson.de Daten
Für diese Sonde gab es Bremer Daten bis eine Höhe von 174m und somit eine exzellente Prediction, Das Gelände war übersichtlich. Ein Maisfeld mit kleinen Pflänzchen. Auf dem Feld lag nichts. Allerdings fuhr der Landwirt hin- und her, sprühte irgendwas bearbeitete die Zwischenräumen zwischen den Pflänzchen mit einer Art Pflug. Ich habe ihn angesprochen: Er hat die Sonde nicht gesehen. Die muß zeitnah jemand mitgenommen haben.

Landestelle 5: Kilometerstand 11.8 km
Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520691
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 03.06.2019 6Z
Timerkill: 5:00h
Track wetterson.de und eigene Daten

Landestelle LAT LON: 53.399462  10.308744 Google maps
Status: NICHT GEFUNDEN
Methode: Suche nach Tawhiri-Prediction auf Basis von eigenen Daten
Wo lag die Landestelle? Richtig - direkt an einem Feldweg. Auf dem kam mir, als ich auf mein Ziel hinzuradelte ein Pseudogeländewagen entgegen. Der Fahrer hält an, kurbelt die Fensterscheibe herunter und guckt mich wortlos an. Was war das wohl für ein Zeitgenosse? Leider nicht RUSH, den ich gerne mal kennenlernen würde. Der jagt keine Sonden. Allerdings mit einem neuen Kommunikationsstil! Anders als ein Kollege von ihm seinerzeit bei einem Meppener Gespann fragte er mich nicht (auf öffentlichem Wege) was ich hier verloren hätte. Sondern er guckte mich nur an und sagte GAR NIX. "Sie wollen wohl wissen, was ich hier mache?" Antwort: "NEIN!" Also guckte ich ihn fragend an und sagte meinerseits nix. "Naja, mich interessiert eben, wenn hier jemand mit einem Fernglas um den Hals in der Natur rumfährt". Also doch! Ich habe ihm dann erklärt, was ich da mache. Wie auch sein Kollege damals fand er das sichtlich beruhigend. Ob er mich auch für "einen dieser selbsternannten Fledermauszähler" gehalten hatte, wie sein Kollege damals? Es war zwar mitten am Tag, aber damals war es mitten im November.  Egal, wir verabeschiedeten uns freundlichst und zogen unserer Wege.

Also auf zur Landestelle. Was war da? Nix! Meine Prediction war gefühlt  ziemlich genau. Felder, Graben, Straße. Allerdings kann sie auch gut im Getreidefeld versunken sein. Mit dem Fernglas war weit und  breit nichts zu erkennen, trotz gründlicher Inspektion auch der Treckerspuren.

Fazit nach Kilometer 16
Also ging es über Krümse und Schwinde zur Elbbrücke bei Rönne. An der Busstation endete die Tour. Viele Störche gesehen, Reiher, Rehe, Hasen, Nachtigallen. Man konnte froh sein, eine Sonde ergattert zu haben und die Reste eines anderen Gespanns gefunden zu haben. Und eine fließbandartige Sondenjägerei mit Erfolgsgarantie  wäre auch langweilig.   In jedem Einzelfall ist der Misserfolg erklärbar (Bauer, Passant). Aber die Häufung solcher Ergebnisse in einer speziellen Region lassen mich an RUSH denken. Vielleicht outet er sich ja mal, das wäre doch schön. Oder man trifft sich bei Gelegenheit unter der Sonde.

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Nach dem Regen ist vor dem Regen...

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520692
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 03.06.2019 12Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/Polen
Landestelle Witzhave, LAT LON: 53.572287,10.357543 Google maps
Status: GEFUNDEN am 03.06.2019 18:45Z
Methode: Nach Tawhiri-Prediction auf Basis der Daten von Radiosondy.info


Ab dem 3.6. lag der Hamburger Raum im Zielgebiet der Bergener Sonden. Nachts kam es zu einem Nachstart, der genau wie die Morgensonde südlich von Geesthacht landete. Ich hatte einen ziemlich stressigen Arbeitstag und habe die Mittagssonde daher nicht verfolgen können. Erst gegen 18:00 hatte ich die Muße, das Geschehen aufzuarbeiten. Radiosondy (also Bernd) hatte die Sonde bis 146m GPS-Höhe verfolgen können. Die Landestelle lag zwischen Grande und Witzhave. Eine rasch gerechnete Tawhiri-Prediction sah die Sonde auf einer Auwiese zwischen Witzhaver Au und Billetal. Vermutlich war die Das war ziemlich ermunternd, denn die Bremer Daten ließen eher auf eine Landung im Sachsenwald schließen.  Jürgen meinte, er würde wegen des nassen Wetters nicht rausfahren. Im Hamburger Westen hatte es nicht nennenswert geregnet, und ich wusste erstmal nicht, was er meinte. Dann wurde mir klar, dass dies im Osten wohl sehr anders gewesen war.

Auf Google-Maps sah man knapp 200m nördlich eine Bushaltestelle und von dieser einen Fußweg bis zur Landestelle. Auf Mitnahme eines Rades konnte verzichtet werden. Ich kam allerdings erst um 19:30  los. Mit U- und S-Bahn kam ich zur Steinfurther Allee, von wo aus mich der 333er Bus zur besagten Bushaltestelle "Granderheider Weg" brachte. Dort kam ich pünktlich um 20:34 an. Natürlich hatte da der doofe Timerkill schon lange zugeschlagen. Dennoch war die Suche ziemlich direkt und simpel. Die Wiese war ziemlich verwildert, das Gras und die Brennnesseln standen sehr hoch. Mit dem Fernglas war nichts zu entdecken. Ich machte mich auf den Weg Richtung vermuteter Landestelle, und zu meiner großen Freude sah ich alsbald rechts vor mir eine Schnur über die Spitzen  der Grashalme verlaufen. Sonde und Fallschirm waren nicht sichtbar. Ich ging wie üblich erstmal Richtung Schirm, um die Schnur auf dem Abroller aufrollen zu können. Erst von der Rückseite eines Brennnesselgestrüpps konnte man relativ tief in der Vegetation den kleinen roten Fallschirm und den ziemlich große Ballonrest erkennen.

 Noch besser getarnt war die Sonde:
Alles wurde schnell aufgewickelt, und schon 20 Minuten nach der Ankunft war ich wieder an der Bushaltestelle. Die Wartezeit war mit der Dokumentation des Fundes unterhaltsam überbrückt.
 


 Diese Sonde wäre mal wieder ohne Bernds Daten aus niedrigster Höhe und die Tawhiri-Prediction im timergekillten Zustand überhaupt nicht auffindbar gewesen. Oft mach ich mir ja eigene Daten durch ein Laborfenster oder von meinem Wohnungsbalkon aus, aber dazu war heute keine Zeit. Die Bremer Prediction  aus 893m Höhe lag volle 800m daneben mitten im Wald und sah dabei gar nicht mal schlecht aus. Offenbar hat die Abstiegsgeschwindigkeit in der Endphase sehr stark geschwankt. Es ist bei so einem Gelände entscheidend, wenn man eine Prognose in der Hand hat, die in diesem Fall auf 40m stimmte- das ist weniger als die Länge einer  Sondenschnur) und man weiß, wo man suchen muss. Ich wusste übrigens auch durch einfaches Angucken der Daten, dass die Sonde vermutlich etwas weiter im Nordosten lag. Danke für die tollen Daten. Ein weiterer Glücksfall war, dass die Schnur oben auf der Vegetation lag. Wäre sie tiefer eingesunken, wäre es wesentlich schwerer geworden. So war das eine sehr schnelle Suche. Hingehen, einsammeln, fertig.

Von dem bedrohlichen Regen war nichts zu sehen, und auch die Wiese war recht trocken. Also war das wohl ein lokales Ereignis gewesen. Unmittelbar bevor der Bus kam, fing es allerdings an zu regnen. Gottlob setzte der richtige Wolkenbruch erst ein, als ich schon im Bus saß.

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Mittwoch, 29. Mai 2019

41 km und 2(00) Sonden


Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520659
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 28.05.2019 12Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/Eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.48736  10.65483 Google maps
Status: GEFUNDEN am 28.05.2019 15:20Z
Methode: Eigener Empfang vor Ort (SondeFinder und Raspby)

Sondentyp: RS41-SGP
SN: P0520658
Frequenz: 405.9 MHz
Startstation: Bergen (WMOID:10238)
Flugdatum: 28.04.2019 6Z
Timerkill: 5:00h
Track Bremen/Eigene Daten
Landestelle LAT LON: 53.473525  10.772389 Google maps
Status: GEFUNDEN am 28.05.2019 17:10Z
Methode: Nach Tawhiri-Prediction auf Basis eigener Daten

Ich hatte mal wieder Lust auf eine richtige Radtour - nicht immer nur kurze Fahrten vom Bahnhof zur Sonde. Anlass waren mal wieder Radiosonden aus Bergen, die in einem mir sehr vertrauten Suchgebiet niederginge: der Gegend östlich von Büchen. Sowohl die Morgen- als auch die Mittagssonde konnte ich bis in niedrige Höhen bei der Landung durch eigenen Empfang verfolgen und eine entsprechend verlässliche Predictions rechnen.  Nach der Arbeit wurde fliegend der Rucksack gepackt und dabei das Notebook vergessen. Auf der Treppe bemerkte ich den Fehler. Aber a) würde eine der Sonden eh nicht mehr senden, b) würde ich die zweite Sonde nur noch sendend antreffen, wenn ich die Bahn JETZT kriege, c) hätte ich immerhin den Raspby und eine Moxon dabei, und d) wäre die Prediction wohl in jedem Fall genau genug, auch wenn der nicht funktioniert. Also JETZT los. Da die für die Folge-S-Bahnen chaotische Verspätungen angezeigt wurden, war diese Entscheidung goldrichtig. Den total überfüllten Regionalzug erwischte ich noch gut am Hauptbahnhof, und kurz vor 17:00 war ich mal wieder in Büchen. 

Die Straßen dort sind mir inzwischen vertraut und das Wetter war für eine Radtour phantastisch. Die frisch gelandete Mittagssonde würde noch bis 17:49 senden. Da sie gleich hinter Büchen-Dorf auf dem Büchener Sander direkt an der Straße lag, hatte ich locker Zeit. 200m vor der vorhergesagten Position wurde das Akkupack an den Raspby gestöpselt. Das Ding startete mit einer Undervoltage-Meldung und lief dann einwandfrei. Ohne großes Antennenausrichten langte das Signal für eine problemlose Dekodierung. Die Position lag nur 25m neben der Erwartung.

Hinter dem Aufgang in das Naturschutzgebiet führte eine Fahrspur direkt auf die Sondenposition. Links und rechts eine phantastischen Blumenwiese, Perlmutterfalter und Bläulinge schwirrten umher, Die Sonde war sofort gefunden und leicht geborgen.



Das war der erste Streich - übrigens meine Sonde Nr. 200.

Auf zur Morgensonde! Die Strecke war recht lang, aber wohlbekannt. Erst einmal nach Langenlehsten, und dann auf einem vertrauten Feldweg über die alte DDR-Grenze. Auf dem riesigen Maisfeld hatte ich mal eine Pinneberger Sonde eingesammelt. Diesmal ging es aber weiter nach Süden Richtung Greven. Der Weg war sandig und streckenweise mit dem Faltrad nicht so gut befahrbar. Dann stand ich an dem Kartoffelacker. An einem Knickwall konnte man gut auf die andere Seite kommen. Hier am Waldrand lag die Prediction - danach hatte es die Sonde gerade so eben auf das freie Feld geschafft. Ich hatte mir in der Bahn die Daten angeguckt und ging davon aus, dass die Sonde in Wahrheit etwas südlich und damit doch noch im Wald lag, genau dort, wo der Wald einen kleinen Vorsprung in den Acker macht. Das erwies sich am Ende als völlig richtig.

Auf dem Acker lag wie befürchtet leider kein roter Schirm. In den Bäumen hing auf den ersten Blick auch keiner. Vom Kartoffelacker aus ließ sich der Waldrand gut mit dem Fernglas inspizieren. Nach einiger Zeit erspähte ich eine Schnur, die zwischen zwei Birkenwipfeln in luftiger Höhe verlief. Von einer der Birken verlief die Schnur senkrecht zum Boden. Und da lag (surprise, surprise) gut getarnt im Gestrüpp das hier:



Der Schirm hing leider hoffnungslos hoch in einer anderen Birke. Der Versuch, ihn herunterzuzerren, endete leider mit Schnurriss.

Zurück in Langenlehsten beschloss ich, noch einen Kontrollbesuch an einem Baumlander  N2230327 zu machen. Der hängt im Wald seit dem 8.8.2018. Der Weg ist zwar als irgendein Europa-Fern-Radweg ausgeschildert, aber ein Bauer  hat wohl was dagegen und einen Abschnitt als privat gesperrt, so dass nur ein mieser Pfad übrig  bleibt. Den irgendjemand offenbar manchmal mit einer Kette sperrt. Aber diese Sache kenn ich ja schon. Leider lag die Sonde nicht am Boden, aber ist auch nicht mehr in den Kiefernadeln komplett verhakt. Jetzt liegt sie waagrecht auf den Ästen in über 20m Höhe. Sowas habe ich bisher noch nie gesehen. Naja, das braucht wohl einen echten Orkan und einen weiteren Besuch.

Am Ausgang des Waldwegs machen Vögel einen Höllenlärm. Was ist los? Halbstarke Mittelspechte gucken aus der Höhle und wollen Futter, obwohl sie ständig gut versorgt werden. Ansonsten: Nachtigallen, wohin man hört.


Bei Sonnenuntergang nähere ich mich wieder Büchen. Überall Rehe links und rechts  vom Weg.  Den Zug um 22:07 kriege ich ganz locker. Genussradeln. Irgendetwas über 40 Kilometer sind es mal wieder geworden, aber es war in jeder Hinsicht entspannt.


Mir fällt übrigens gerade auf, dass Bergen die Sonden offenbar vor dem Start nach Seriennummern sortiert:

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